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Wir Abtsgünder 20.03.2020

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KINDERHEIM ECUADOR

KINDERHEIM ECUADOR Dieses selbstgetextete Lied, auf Spanisch gesungen und mit der Gitarre begleitet, ist das Lebensmotto von Schwester Isabel / Irmgard Dietrich: «Ich liebe die Kinder, braungebrannt von der Sonne, das leuchtende Funkeln ihrer Augensterne. Ich kann es nicht sehen, wenn Kinder leiden, sie brauchen viel Liebe, die alles heilen kann. Ich liebe die Kinder, Lebenswunder in Windeln, kleine Bettler der Liebe zu allen Stunden. Wie ist es möglich, sie zu vergessen? Nun sind die gerettet und sehr geliebt.» Helga Schranz und ihre Schwester Isabel. Schwester Isabel inmitten ihrer Kinderschar freut sich über jede mögliche Unterstützung. Kinderheim Ecuador Einsatz der von Herzen kommt TEXT: SANDRA RASPE, FOTOS: PRIVAT Es ist gerade mal ein paar Tage her, dass Helga Schranz wieder wohlbehalten in Abtsgmünd eingetroffen ist. Die 67-jährige Abtsgmünderin besuchte bereits zum achten Mal das Kinderheim „Santa Maria de la Esperanza" auf der Halbinsel Santa Elena im südamerikanischen Ecuador. Der Heimat von gut 70 Kindern vom Säugling bis zum Teenager, aufgeteilt in Gruppen von gut zwölf Kindern. Im Gepäck hatte Helga Schranz wieder zahlreiche Schuhe, eine Gitarre, jede Menge Stoffe und sehr viel Schokolade. Übergepäck – keine Frage. Eine Reise zum Äquator? Nicht gerade der nächste Weg, also, holen wir mal ein wenig aus. Irmgard Dietrich, die gebürtige Neulerin, machte sich vor 48 Jahren mit einem Schweizer Pfarrer auf den Weg in die südamerikanische Provinz, um dort eine bettelarme Pfarrei mit 15 Dörfern zu übernehmen. Sie arbeitete als Krankenschwester, Hebamme oder Apothekerin und in der Katechese. Jährlich bereitete sie 300 Kinder auf die Kommunion vor. Es gab damals keine Bücher, kein Liedgut, und die Kinder konnten nicht lesen oder schreiben. Mit ihrer Gitarre und den selbstgemachten Liedern hat sie die Kinder begeistert. Helga Schranz schätzt das Engagement ihrer älteren Schwester, die keine klassische Ordensschwester ist, sich aber dennoch für ein Leben in Armut und ohne Heirat entschieden hat und sich nun Schwester Isabel nennt. Sie gründete eine Gemeinschaft von Laienmissionarinnen, denn viele junge einheimische Frauen folgten ihrem Vorbild. Sie tragen kein Ordenskleid und sind allein Gott und ihrem Gewissen verpflichtend. Zahlreiche Hürden galt es in den ersten Jahren aufgrund fehlender finanzieller Mittel oder mangelnder Infrastruktur zu bewältigen, aber gestärkt im und vom Glauben, wurde an dem Vorhaben festgehalten Dank einer großen Portion Kreativität und Improvisationstalent wurde vieles geschafft. Vor gut 25 Jahren war es Schwester Isabel aufgrund ihres Erbes möglich, eine Stiftung ins Leben zu rufen und ein Kinderheim zu bauen. „Dadurch änderte sich einiges", erinnert sich Helga Schranz. Die Stiftung wurde in Ecuador anerkannt und im Rahmen der Möglichkeiten des armen Landes staatlich unterstützt. Aus den anfänglichen Holzhütten wurde gemauerte Häuser, die Infrastruktur verbesserte sich, und wo es früher noch nicht einmal Strom, Straßen, Brücken oder ein Telefon gab, haben die Schwestern heute die Möglichkeit, per E-Mail-Kontakt zu halten. „Es ist jedes Mal ein Erlebnis nach Ecuador zu fliegen", berichtet Helga Schranz, die mittlerweile alle zwei Jahre gemeinsam mit ihrem Bruder Günter zur Auswanderin reist. Soweit es den Geschwistern möglich ist, unterstützen sie ihre Schwester, sei es durch Geldspenden, dem Mitbringen von gefragten Gegenständen oder einfach der Hilfe vor Ort. „Wir hatten schon Wasserkocher, Bügeleisen, Medikamente, Pfannen, Wärmflaschen und Besteck im Koffer, eben alles woran es mangelt", erzählt Helga Schranz. Die ehemalige Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung erklärt, dass es auch heutzutage nicht so einfach ist, an viele Dinge zu kommen und alles, das eingeführt werden muss, unerschwinglich teuer ist. So muss Trinkwasser gegen viel Geld in Kanistern wöchentlich angeliefert werden, Babymilch kostet mit gut 48 Dollar 26 27