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Wir Abtsgmünder - November 2021

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MÜLLPATEN Helga

MÜLLPATEN Helga Schranz, Stefan Christ, Gerda Rollbühler, Bettina Christ und Verena Koberstein (von links) sorgen als ehrenamtliche Müllpaten für Sauberkeit in und um Abtsgmünd. Gemeinsam für eine «Saubere Ostalb» 2019 ging die Kampagne „Saubere Ostalb“ an den Start. Das gemeinsame Projekt von GOA, Landkreis und allen 42 Städten und Kommunen des Ostalbkreises möchte ein größeres Bewusstsein für eine ordnungsgemäße Abfallentsorgung schaffen, um unnötige Umweltverschmutzung zu vermeiden. Zu den konkreten Maßnahmen gehören unter anderem sogenannte Müllpaten, die sich vor Ort ehrenamtlich einsetzen. Insgesamt 1400 Tonnen wilde Müllablagerungen aller Art musste die Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallwirtschaft mbH, kurz GOA, im Jahr 2018 entsorgen. Eine erschreckende Zahl, die nicht nur einen immensen und eigentlich vermeidbaren Kostenaufwand bedeutet, sondern auch weitreichende Folgen für die Umwelt hat. Zeit zu handeln, fanden deshalb GOA, Ostalbkreis und Gemeinden und riefen die Kampagne „Saubere Ostalb“ ins Leben. „Die Natur sieht immer schlimmer aus. Wir müssen etwas dagegen tun“, fordert unter anderem Kampagnenleiterin Amanda Hausmann. Sie erklärt die Ziele, die sich die Verantwortlichen gesetzt haben: „Wir möchten, dass die Ostalb wieder sauberer und dadurch lebenswerter wird.“ Schwerpunktthema ist dabei die Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung. Erreicht wird dies vor allem durch viel Werbung und Aktionen wie die Nachhaltigkeitstage und Flurputzeten. Letzteres musste aufgrund der Pandemie schon zwei Mal abgesagt werden. Doch Corona hat der Kampagne im Großen und Ganzen nicht geschadet. „Im Gegenteil“, so Hausmann. „Wir hatten einen starken Zulauf an Freiwilligen, die gerne helfen möchten.“ Gerade durch die Kontaktbeschränkungen waren in den vergangenen Monaten gemeinsame Spaziergänge oft die einzige Möglichkeit miteinander Zeit zu verbringen. Und so fiel vielen Menschen der wilde Müll erst recht ins Auge und gab ihnen die Möglichkeit sich mit dem Thema zu beschäftigen. Mehrere haben die Initiative schon ergriffen und sind offiziell Müllpaten geworden. Auch in Abtsgmünd gibt es bereits einige Ehrenamtlichen, die hier für Sauberkeit sorgen wollen. „Es liegt an jedem Einzelnen, seine Umgebung sauber zu halten“, meint beispielsweise Gerda Rollbühler. Sie ist seit fast 60 Jahren Mitglied im Schwäbischen Albverein. „Deshalb habe ich von klein auf einen respektvollen Umgang mit der Natur gelernt“, erzählt sie. Auf ihren Spaziergängen und Wanderungen habe sie daher oft Abfall, der am Wegesrand lag, eingesammelt – schon bevor sie Müllpa- TEXT UND FOTOS: ALISSA WILLHARDT Das gemeinsame Projekt von GOA, Landkreis und allen 42 Städten und Kommunen des Ostalbkreises möchte ein größeres Bewusstsein für eine ordnungsgemäße Abfallentsorgung schaffen. Paten bewusst ausrücken und sich auf die Mülljagd machen. „Wir waren mal zu zweit unterwegs. Jeder in eine andere Richtung“, berichtet Verena Koberstein. „Als wir uns nach einer Stunde wieder getroffen habe, waren beide Säcke bis an den Rand gefüllt.“ Die Müllpaten wollen vor allem aufmerksam machen auf die Verschmutzung, die viele, wie sie meinen, gedankenlos verurtin wurde. Durch den Fund von mehreren Reifen in einem Waldstück, den sie zur Anzeige brachte wurde sie schließlich auf die Kampagne aufmerksam und meldete sich direkt an. Als Müllpate erhält man neben einer Einweisung durch einen der drei Abfallkümmerer auch einen Ausweis, der dazu befugt, gefundenen Müll beim nächsten GOA-Wertstoffhof abzugeben. Zur weiteren Ausrüstung gehören eine Warnweste, Handschuhe, eine Zange und spezielle Müllpaten-Säcke. Diese können, sobald sie voll sind, einfach neben öffentlichen Mülleimern platziert werden und werden dann von der GOA mitgenommen. Und voll werden die recht schnell, wenn die sachen. „Kein Mensch denkt darüber nach, wie lange Taschentücher brauchen, um sich zu zersetzen, wenn er sie in der Natur entsorgt“, so Rollbühler. Denn klar, organisches Material zersetzt sich irgendwann. Doch das kann unter Umständen eine ganze Weile dauern – bei Papiertaschentüchern zum Beispiel bis zu fünf Jahre. Bis es so weit ist, liegt der Abfall rum und verunstaltet die Natur. Und niemand möchte durch einen Wald laufen, in dem es selbst im Sommer so aussieht als hätte es geschneit. Um dem Ganzen entgegenzuwirken, engagieren sich die Müllpaten und sammeln den Abfall, den sie finden, ein. Denn: Wo es bereits sauber ist ist die Hürde größer, seinen Unrat einfach so liegen zu lassen. Vorschläge, wie das Problem noch angegangen werden kann, haben die Paten ebenfalls parat: „Mehr Mülleimer aufstellen wäre schon mal ein guter Anfang“, meint Stefan Christ. „Vor allem entlang der typischen Wege.“ Denn oft seien es Wiederholungstäter, sind die Müllpaten sich einig. Insbesondere der Weg vom Schulcampus bis zum Gewerbegebiet Osteren werde täglich vermüllt, findet Helga Schranz. „Und man merkt einfach auch, wenn Ferien sind.“ Eine höhere Dichte an Mülleimern könnten daher ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. INFO Interesse daran, Müllpate zu werden? Dann einfach das Online-Formular unter www.saubere-ostalb.de ausfüllen und an die GOA senden. Dort finden Sie auch viele weitere Informationen und Fakten zur Müllentsorgung im Ostalbkreis. Bei Fragen können Sie sich an die zuständigen Mitarbeiter wenden unter: Telefon 07174 / 2711-462 oder Telefon 07174 / 2711-463 oder E-Mail: saubere.ostalb@goa-online. definger Straße 7 in 73460 Hüttlingen Infos: www.fahrschule-hertl.de Doch die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger für eine ordentlich Müllentsorgung spielt weiterhin die größte Rolle im Kampf gegen Umweltverschmutzung. Der Meinung ist auch Hans-Jörg Birzele: „Das Bewusstsein ist schon viel besser geworden“. Dort müsse man ansetzen und beispielsweise noch mehr Familien als Müllpaten anwerben, um schon den Kleinen einen verantwortungsbewussten Umgang mit Umwelt und Natur beizubringen. Die GOA und die Kampagne „Saubere Ostalb“ sind in dieser Hinsicht auch auf einem guten Weg und bieten Deponieführungen Erschreckende Ausbeute: In nur rund einer halben Stunde sammelte Gerda Rollbühler die gezeigten Schnapsflaschen entlang der Hohenstadter Straße. Waschmaschinen, Autoreifen, Plastikmüll – Müllpaten und Abfallkümmerer arbeiten zusammen, um der Verschmutzung entgegenzuwirken. und Besuche im Schulunterricht an. Und obwohl Müllpaten volljährig sein müssen, können sich auch Kindergärten oder Vereine anmelden und so etwas zur sauberen Ostalb beitragen. Also: Vielleicht sammeln auch Sie beim nächsten Spaziergang das ein oder andere „Bonbonpapierle“ ein und bringen es zum nächstgelegenen Mülleimer. Die Müllpaten und vor allem die Umwelt werden es Ihnen danken! • WIR SIND ROMMELAG! www.rommelag.com/karriere QR-CODE SCANNEN 14 Für einige scheint die Natur der perfekte Ablageort für Müll zu sein. ROM_HR_ADV_Abtsgmuender_wir_sind_Rommelag_116.5x132_v1.21_DE.indd 1 11.02.21 16:44 15