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SCHLICHEM HEUBERG BLICK 19.02.2020

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Nummer 3 | Mittwoch 19.

Nummer 3 | Mittwoch 19. Februar 2020 Egesheim · Deilingen 8 Älteste Egesheimerin wird 100 Jahre alt Cäcilia Keller erlebt karge Zeiten / Mariengrotte Oberburg ist ihr ein Anliegen Von Volkmar Hoffmann Egesheim. Die älteste Bürgerin der Heuberggemeinde, C äcilia Keller, feiert Anfang Februar ihren 100. Geburtstag. In der Bergstraße 21 gaben aich Freunde, Bekannte und Nachbarn die Türklinke in die Hand, um der geschätzten Mitbürgerin zum Geburtstag zu gratulieren. Cäcilia Keller wurde in Egesheim geboren und hat hier auch ihr Leben verbracht. Drei Kinder hatten die Eltern Wilhelm (Stimmer der Bläslefabrik) und Maria Keller. Die jüngeren Geschwister waren Martin und Josef Keller, der in den Kriegsjahren vermisst wurde und nicht mehr heim kam. Aufgewachsen in Egesheim, ging sie in den Kindergarten zu den Untermarchtaler Schwestern und besuchte die Volksschule. An harte Arbeit war Cäcilia Keller von Kindheit an gewöhnt: Sie war als Magd in der »Egesmer Schmitte« bei Schmiedemeister Reiser im Haushalt und musste bei der Feldarbeit kräftig mit anpacken. Als der Schmiedemeister gestorben war, wechselte sie in eine kleine Näherei, die in der ehemaligen Kreissparkasse untergebracht war. Nach Auflösung wurde sie in der Endfertigung der Gebrüder Dreher beschäftigt. Nebenher hat sie das Kleinod »Mariengrotte Oberburg« bis ins hohe Alter von 90 Jahren gepflegt. Sie versprach in den Kriegsjahren beim Luftangriff in Egesheim: »Wenn ich heil vom Berg komme, dann richte ich die Grotte« – und so war diese in allen Jahreszeiten für die Bürger schön hergerichtet. Christlich war sie schon immer, sang mehr als 60 Jahre im Kirchenchor, gestaltete viele Jahre die Kirche mit Blumenschmuck und ging zwei Mal die Woche in diese. Ledig blieb sie, denn die meisten Männer blieben im Krieg verschollen. Mit den Kindern der Verwandten ging sie oft aus; und jeden Montag, über Jahre hinweg, brachte sie in der »Milchkante« für den Neffen Josef Keller die Milch von der nahegelegenen Mühle. Einen Fernseher hatte sie in ihrem Leben nie – nur ein Radio und später eines mit Kassettenrekorder. Trotz ihrer kargen Rente war sie spendabel und zufrieden. Heute ist sie pflegebedürftig. Wohlbehütet ist sie bei Claudia Keller. Sie kümmert sich rund um die Uhr in allen Lebenslagen um die Jubilarin. Geburtstagsgäste werden neben den Verwandten auch der Ortspfarrer und der Bürgermeister sein. Das Rezept für ihr hohes Alter war wohl, »bei jedem Fest immer parat zu sein«. Cäcilia Keller ist 100 Jahre alt geworden Foto: Hoffmann 9 0 Prozent Förderung für s chnelles Internet Bund und Land unterstützen Breitbandausbau Bürgermeister Albin Ragg (links) erhält den Förderbescheid in Stuttgart direkt aus den Händen von Digitalisierungminister Thomas Strobl. Foto: Steffen Schmid Deilingen (fawa/pm). Die Gemeinde Deilingen erhält für den Breitbandausbau (Verlegung von Glasfaserkabeln bis in die Gebäude) in Teilen der Gemeinde mit voraussichtlichen Kosten von 2 574 110 Euro Zuschüsse in Höhe von insgesamt 2 316 699 Euro. Das entspricht einer Fördersumme von 90 Prozent der Gesamtkosten. Zehn Prozent – 257 411 Euro – muss die Gemeinde selbst finanzieren. Deilingen hatte zwei Anträge ans Land Baden-Württemberg gestellt. Jetzt konnte Bürgermeister Albin Ragg die beiden Förderbescheide für die Landesförderung in Höhe von 1029644 Euro bei einer Veranstaltung in Stuttgart aus der Hand von Innenminister Thomas Strobl entgegennehmen. Der eine Antrag der Gemeinde bezog sich auf die Anbindung der Gemeinde Deilingen an das Netz der Breitbandinitiative Tuttlingen, den Aufbau der Verteilungseinrichtung (POP) bei der Grundschule, die Anbindung der Grundschule und der öffentlichen Gebäude sowie der Wohngebiete Nachtweide und An der Steig. Diese, so Bürgermeister Ragg, gelten als »weißer Fleck« im Sinne der Förderrichtlinie, da hier die Versorgung kleiner ist als 30 Mbit/s. Die vorläufigen Gesamtkosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf 1 724 110 Euro. Hierfür hat der Bund J ahres eine 50-prozentige Förderung gewährt, also einen Zuschuss von 862 055 Euro. Dazu kommt nun die Landesförderung von 689 644 Euro (Förderquote 40 Prozent). Damit beträgt die Gesamtförderung 90 Prozent der Kosten. Als Eigenanteil verbleiben bei der Gemeinde zehn Prozent, also 172 411 Euro. Ein weiterer Förderantrag der Gemeinde bezog sich auf die Anbindung der Unternehmen in den Deilinger Gewerbegebieten Plettenbergstraße/Rinnenstraße, Ziegelwasen/ Reuthof, Lauterbachstraße/Unterm Kreuz, Gartenstraße und Im Dörfle mit einer Bandbreite von mindestens 1 Gigabit/s symmetrisch, entspricht 1000 Mbit/s. Hier sind die vorläufigen Kosten auf 850 000 Euro berechnet worden. Und auch hier übernimmt der Bund d ie Hälfte, also 425 000 Euro. Zusätzlich erhält Deilingen für dieses Vorhaben 340 000 Euro aus der Landesförderung (Förderquote von 40 Prozent). Damit beträgt auch in diesem Bereich die Gesamtförderung 90 Prozent. Der Eigenanteil der Gemeinde von zehn Prozent beläuft sich hier auf 85000 Euro.

Nummer 3 | Mittwoch 19. Februar 2020 schömberg 9 » Beschwerliche Strecke für die Fuhrleute« Berthold Schuß beschreibt die »Schweizerstraße« im Wandel der Jahrhunderte Von Bernd Visel Schömberg. Aufschlussreiches über die Schweizerstraße in Schömberg hat Heimatforscher Berthold Schuß herausgefunden. Er hat s ich intensiv mit der Geschichte dieser alten Handelsroute beschäftigt. Schuß, v on 1982 bis 2002 Vorsitzender des Albvereins, h atte 2 005 i m Schömberger Heimatbuch über die örtliche K irchengeschichte berichtet. Im Rahmen dieser Recherchen war er im Pfarrarchiv a uf einen S tadtplan aus dem Jahr 1790 gestoßen. In der Legende ist von einer »alten Fahrstraße« und von einer »neuen Straße« die Rede. »Das hat mich stutzig gemacht«, sagt der 81-Jährige. S o befasst er sich seit etwa zehn Jahren m it der Geschichte dieses Handelswegs im Wandel der Jahrhunderte: »Da tauchen immer wieder neue und interessante Fakten auf.« Schon im Mittelalter, so Schuß, f ührte ein Handelsweg von Cannstatt nach Schaffhausen. Er war jahrhundertelang die wichtigste Fernverbindung von Württemberg nach Süden, der zunächst wohl u nbefestigt gewesen war. U m 1490 fuhr eine Landkutsche von Cannstatt nach Schaffhausen. Vorher waren solche schon von Cannstatt zu den Knotenpunkten nach Frankfurt u nd A ugsburg unterwegs. Jetzt waren befestigte Straßen gefragt. Deren Bau war Aufgabe der Kleinstaaten. Der Markgraf von Baden war laut Schuß einer der Ersten, die diese Idee aufgriffen, auch um sich die Zölle nicht entgehen zu lassen. U m 1750 wurde d er Bau einer Straße in Richtung Schaffhausen b e- schlossen. Ihr Name war: »Schweizer Straße«. Ab Cannstatt führte s ie ü ber Waldenbuch und T übingen und u ms Jahr 1770 auch nach B alingen. Bis Schömberg erreicht wurde, dauerte es bis 1784. Kurz vor Schömberg begannen die Vorderösterreichischen Lande, also Habsburger Gebiet. Schuß: »Um die Streckenführung der Straße wurde o ft gerungen. Anstelle der Trasse der heutigen B 27 über Rottweil nach Schaffhausen w urde die Strecke über Wellendingen und Spaichingen nach Tuttlingen geführt.« A n eine der Stellen, an denen für den Warentransport bezahlt werden musste, erinnere in Schömberg das »Zollhaus«. Wie war nun der Verlauf der Straße in Schömberg vor 1784? Schuß zitiert die Chronik von I gnaz Eha (1864): »Die ›Alte‹ Schweizerstraße führte v or der Palmbühlkirche vorbei und s teil hinab zur Unteren Mühle und i m Tal hinter der Mauer, unterhalb der Kirche und außerhalb der Friedhofsmauer vorbei. N ach der Friedhofsmauer führte sie Richtung Neuhaus u nd W ellendingen. Durchs Dorf g ing eine Abzweigung (Weg) nach Rottweil.« Ü ber die B rücke bei der »Unteren Mühle« führte der einzige Weg, bevor die Schweizerstraße 1784 in Betrieb ging. Schuß erinnert auch daran, dass 1980 d ie Schlichem aus Hochwasserschutzgründen verlegt wurde. Die Gebäude und d ie alte Brücke wurden abgerissen. Der Weg zwischen d er Palmbühlund d er Stadtkirche sei für die Fuhrleute s chwierig gewesen. Er war steil, und o ft gab es Hochwasser. E in z u- verlässiger Transport von Waren war nicht möglich. »Spätestens um 1750, als Postkutschen nach einem bestimmten Fahrplan unterwegs waren, musste gehandelt werden«, sagt Schuß und verweist auf die C hronik von E ha: »1780 bis 1784 wurde die S chweizerstraße v on Berthold Schuß an seinem Schreibtisch mit Dokumenten zur Schweizerstraße Fotos: Visel Dotternhausen gegen Wellendingen vom Staate erbaut. Unten im Tal wurde vor der Unteren Mühle e in Damm aufgeschüttet und über die Schlichem eine B ogenbrücke gebaut. Ab 1784 führte die Schweizerstraße über diese hinauf nach Schömberg und m itten durch die Stadt. S chuß: »Die Brücke erfüllt bis heute ihre Funktion.« D ie Strecke sei aber genau so steil g ewesen wie die h inter der Kirche, H ochwassergefahr habe aber n icht mehr bestanden: » Die S traße führt bis heute von d er A ltstadt z um Palmbühl«, betont der Heimatforscher. W ie beschwerlich das Reisen gewesen sei, habe Johann Wolfgang von Goethe in seinem T agebuch beschrieben. Am 16. September 1797 b erichtete e r über seine dritte R eise in die Schweiz: »Schömberg, starker Stieg, den vor einigen Jahren ein Postwagen hinunterrutschte. Der Ort ist schmutzig und voller Mist, er ist wie Balingen enge gebaut und in Mauern eingezwengt und wird von Güterbesitzern bewohnt, die nun keine Höfe haben.« A b 1784, so fand Schuß heraus, h atte Schömberg d urch die neue Strecke der Schweizerstraße eine Hauptstraße durch die Stadt. Das steile Stück hinauf n ach Schömberg sei a ber irgendwann umgangen worden u nd e in Weg i m Grünbühl angelegt und in etwa so wie die heutige B 27 weitergeführt worden. Ab 1844 i st die Straße laut Schuß g rundlegend geändert worden. Um die Strecke über den Palmbühl z u umgehen, wurde kurz nach Dotternhausen eine neue Straße nach rechts Richtung Fuchsloch g ebaut: »Die Überquerung der Schlichem war jetzt einfacher.« D er Trasse durch das Fuchsloch und hinauf nach Schömberg folgt bis heute die B 27. Diese Straße sei nach i hrer Fertigstellung 1844 »Neue Straße« genannt worden. Seither, so Schuß, g ebe es i n Schömberg die »Alte Hauptstraße«. der Heimatforscher. Werben vor Ort! Ihre Anzeigenschaltung: Nathalie Roth Geschäftsstelle Balingen Telefon: 07433/9018-13 E-Mail: nathalie.roth@ schwarzwaelder-bote.de Sabine Vogler Geschäftsstelle Tuttlingen Telefon: 07461/7015-25 E-Mail: anzeigen.tuttlingen@ schwaebische.de Wärme für Ihr Zuhause Feinstes Kaminholz – Buche aus dem Harz Daimlerstr. 1,72351 Geislingen 07433-98890, energieaktiv.de Widumstraße 14 72469 Meßstetten-Oberdigisheim Tel. 07436/371 Nächstes Vesperbuffet am 19.02.20 und am 26.02.20 Wir freuen uns auf Ihr Kommen. Familie Stingel und Mitarbeiter