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Schlichem Heuberg Blick 09.10.019

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Nummer 18 | Mittwoch 9.

Nummer 18 | Mittwoch 9. Oktober 2019 GOSHEIM 4 »Darauf haben die Gosheimer gewartet« Seit August gibt es einen Treff für Jugendliche und alle anderen in Gosheim Von Ronja Straub Gosheim. Angefangen hat alles mit alten Kinosesseln – und der Sehnsucht junger Leute, einen Ort zu haben, an dem man immer andere trifft. So erzählen es Laura Peyerl und Amelie Weber, wenn sie über den neuen Treff in Gosheim, »Gosheim Mitte« sprechen. »Hier kann jeder herkommen, der andere Leute treffen möchte – egal welches Alter«, sagt die 21-jährige Laura Peyerl. Gemeinsam mit Weber und acht anderen hat sie in den vergangenen eineinhalb Jahren dafür gesorgt, dass Gosheim einen neuen Treff bekommt. Im August weihten sie ihn dann ein. »Darauf hat man in Gosheim gewartet«, sagt Peyerl. Das Haus an der Hauptstraße 22 in Gosheim – zufällig tatsächlich mitten in Gosheim – lässt von außen nicht auf einen Treff schließen: Ein altes Haus mit grauer Fassade und alter Tür. Geht man innen eine alte Holztreppe hoch, ergibt sich ein ganz anderes Bild: Dort haben die jungen Erwachsenen eine neue Welt entstehen lassen – angelehnt an eine U-Bahn- Station, Station »Gosheim Mitte«. In dem einen Raum stehen die alten Kinosessel, die die Jugendlichen kostenlos aus einem Balinger Kino ergattert haben und die an U-Bahn-Sitze erinnern. An der Wand darüber ein schwarz-rotes U-Schild, auf dem »Gosheim Mitte« steht. Auf der anderen Wandseite ist das Gosheimer »Straßennetz« gemalt und mit roten, blauen und gelben Fäden eine U- Bahn-Strecke gespannt. Amelie Weber und Laura Peyerl von Gosheim Mitte an der Bar im neuen Treff. Foto: Straub Dem kleinen Kunstwerk gegenüber sitzen Laura Peyerl und Amelie Weber. Es ist 17.30 Uhr an einem Mittwochabend, ab 19 Uhr hat »Gosheim Mitte« geöffnet, wie jede Woche. »Bisher wird es richtig gut angenommen«, sagt Peyerl. In den Treff, den die Initiatoren extra nicht »Jugendtreff« nennen, weil er eben nicht nur für Jugendliche gedacht ist, kommen dann auch die unterschiedlichsten Leute. So seien auch mal Erwachsene um die 50 da. »Die meisten sind zwischen 20 und 30«, sagt Amelie Weber, die normalerweise in Freiburg studiert. Aber auch Jüngere oder die Fußballer nach ihrem Training würden vorbeikommen. Ein »übergreifender Treffpunkt« außerhalb der Vereine, aber keine »Konkurrenz« zu diesen – das soll das »GoMi« – wie es die Jugendlichen selbst nennen – auch sein. Als die Gruppe ihre Idee im vergangenen Jahr im Gemeinderat, damals noch unter Bürgermeister Bernd Haller, vorstellte, gab es Zweifel. »Viele wussten nicht so ganz, wo es hinführt«, sagt Peyerl. »Man hatte Angst, dass wir für Vereine und andere Gaststätten zur Konkurrenz werden könnten.« Doch die Gruppe konnte überzeugen, und so entstand innerhalb von wenigen Monaten der Treff. Nur eine Decke, die heruntergebrochen war, musste neu gemacht werden. Mithilfe von Eltern und Spenden renovierten sie die vier Räume und richteten sie ein. »Der Jugendraum ist ein absolut notwendiges Angebot«, so Bürgermeister André Kielack auf Anfrage. »Gosheim hatte die letzten Jahrzehnte keinen selbstverwalteten Jugendraum, wie er in vielen anderen Gemeinden zu finden ist. Daher bin ich froh, dass sie so viel Engagement gezeigt haben«, so Kielack. Dass es die Zweifel damals gab, sieht Laura Peyerl heute sogar als Vorteil. »Wenn einem etwas einfach zufliegt, ist man weniger dahinter«, sagt die 21-Jährige. Die Gruppe habe sich richtig reingehängt und sei von Anfang an sehr organisiert gewesen. »Wir mussten uns genau Gedanken dazu machen, was das hier werden soll.« Laura Peyerl habe im »Gosheim Mitte« auch schon oft Leute getroffen, die sie vorher gar nicht kannte. »So etwas war vorher einfach noch nie da«, sagt sie. »Gosheim Mitte« ist kein eingetragener Verein – dass es noch einer wird, sei allerdings gewünscht. Den Initiatoren ist trotzdem wichtig: »Wir starten alle am gleichen Punkt, und es gibt keine ›Alten‹, die irgendetwas wollen.« Das sei ein großer Vorteil. »Wir wollen kein eingeschworenes Team sein, sondern jeder muss sich willkommen fühlen«, sagt Peyerl. Der Ski-Club Gosheim lädt zum 31. Lemberglauf Der Berg ruft! Am Sonntag, 13. Oktober, um 10 Uhr startet zum 31. Mal der Lemberglauf in Gosheim. Das Laufangebot umfasst sämtliche Altersklassen, vom klassischen Berglauf (9,5 Kilometer) über Nachwuchs- (6,7 Kilometer) und Schülerlauf (1,5 und drei Kilometer) bis hin zum Bambinilauf (270 Meter) und Nordic Walking (6,7 Kilometer). Anmeldungen sollten bis spätestens Freitag, 11. Oktober, über das Webformular auf der Ski-Club Homepage (www.scgosheim.de) oder per E-Mail mit Namen, Geburtsdatum und Angabe zum gewünschten Lauf an anmeldung@scgosheim.de erfolgt sein. Archiv-Foto: Moosbrucker

Nummer 18 | Mittwoch 9. Oktober 2019 Bubsheim 5 Mehr als 550 Nachwuchskräfte ausgebildet Firma Anton Häring in Bubsheim feiert ein halbes Jahrhundert Ausbildungsarbeit Von Franz Dreher Bubsheim. »Die Anton-Häring-Akademie gehört zu den ersten Adressen der 2000 Ausbildungsstätten in der Region«, lobte IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez die »Riesenleistung« des Herstellers von Präzisionsdrehteilen anlässlich einer Feierstunde. Der vom Firmengründer eingeschlagene Weg erweise sich gerade in den Zeiten des Strukturwandels und des konjunkturellen Abschwungs als richtig, denn gerade jetzt sei man auf gut ausgebildete Leute dringend angewiesen. Albiez betonte einmal mehr den Wert einer dualen Ausbildung, welcher ein zentraler Erfolgsfaktor unserer Wirtschaft sei. Als vor 50 Jahren der noch junge Kleinbetrieb mit der Ausbildung der ersten Industriekauffrau begann, ahnte im beschaulichen Heubergdorf noch kaum jemand etwas vom rasanten Aufstieg der bescheidenen Garagendreherei zum führenden Drehteilehersteller. Zur offiziellen Feierstunde gaben Alles, was in der Region Rang und Namen hat, gratulierte dem Unternehmen Anton Häring zum Ausbildungsjubliläum: Thomas Albiez (IHK), Landrat Stefan Bär, Justizminister Guido Wolf, Dr. Jürgen und Irma Häring, MdB Volker Kauder, Ernst Burgbacher und Ernst Pfister (erste Reihe, von links). Foto: Dreher sich die hochrangigen Vertreter aus Politik und Wirtschaft die Klinke in die Hand. So freute sich Miriam Häring über das Kommen von Landesjustizminister Guido Wolf, MdB Volker Kauder, Landrat Stefan Bär, Bürgermeister Thomas Leibinger, viele Gemeinderäte und Bürgermeister der Nachbarorte, den ehemaligen Landesminister Ernst Pfister, den früheren Staatssekretär Ernst Burgbacher, die Vertreter vieler namhafter Betriebe wie der Firma Hermle AG, Karl Storz und Chiron. Auch die Professoren der Fachhochschule, Rolf Schober und Peter Anders, den Leiter der Erwin-Teufel-Schule, Thomas Löffler, und sein Stellvertreter Walter Blaudischek wurden von der Geschäftsführerin besonders erwähnt. »Wir sind bereit, auch in der Ausbildung neue Wege zu gehen«, betonte die Geschäftsführerin, was die vielen Gäste beim Rundgang in der großzügig ausgebauten Lernfabrik sogleich eindrucksvoll demonstriert bekamen. Die Gelegenheit, h inter die Kulissen zu schauen, ließen sich v iele Familien nicht nehmen – besonders viele Jugendliche, die vor der Berufswahl stehen, konnten viele digitale Zukunftsbeispiele interaktiv erleben. Geschäftsführer Jürgen Häring betonte, dass man in der Welt der gewaltigen Veränderungen selbst die Aufgabe habe, den Wandel mit voran zu treiben. Dazu seien die Aus- und Weiterbildungen die wichtigsten Säulen. Vögel sollen ihre Heimat auf Heuberg behalten Kommunen müssen Maßnahmen erfüllen / Lösungen für Zielkonflikte gibt es Von Ronja Straub Bubsheim/Region. Um den Vogelbestand im Vogelschutzgebiet »Südwestalb und Oberes Donautal«, zu dem auch das Gebiet »Alter Berg« zwischen Böttingen, Bubsheim und Mahlstetten gehört, zu erhalten und zu fördern, erarbeitet das Regierungspräsidium Tübingen einen Managementplan. Dazu haben sich d ie Landschaftsentwickler des Regierungspräsidiums und Gutachter mit rund 30 Interessierten – wie Forstamtsleiter, Bürgermeister, Naturschützer, Landnutzer – zu einer Exkursion getroffen. Denn vor allem auch diese werden von den in dem Natura 2000-Plan festgeschriebenen Maßnahmen betroffen sein. Die Maßnahmen seien aufgegliedert in sogenannte »Entwicklungs-« und »Erhaltungsmaßnahmen«, wie Gutachter Jochen Kübler bei der Exkursion erklärte. Erstere seien Pflicht und Zweitere freiwillig für die Kommunen. Der Bubsheimer Bürgermeister Thomas Leibinger sprach Bedenken bezüglich »des Spannungsfelds« zwischen den Beteiligten aus, das entstehen könnte. »Die Frage ist immer, ob die Betriebe die geplanten Maßnahmen auch umsetzten können«, sagte Leibinger. So würden zum Beispiel die Ziegenbesitzer, deren Ziegen gemeinsam mit Schafen auf dem Alten Berg weiden, andere Interessen haben, als die, die im Interesse der Vögel denken. Im Frühjahr hatte Biogeograph Manuel Fiebrich von einem Gutachterbüro in Überlingen damit begonnen, die zehn der 24 Vogelarten, die in dem Gebiet auf dem Heuberg leben, zu kartieren. Ein Beispiel: Neuntöter würden vor allem in Sträucher und Hecken mit Dornen leben. Bei diesen Vögeln sei das Problem, dass sie wegen der Schafe und Ziegen, die auf dem Alten Berg weiden, oft das Gebiet verlassen würden. Eine Maßnahme könnte hier laut Gutachter sein, das Gebiet, in dem der Neuntöter brütet, einzuzäunen oder eine dichte Hecke darum zu pflanzen. Das spätere Beweiden der Fläche könnte keine Lösung sein, da dann Artenvielfalt und Boden leiden würden. C arsten Wagner und Silke Jäger, Landschaftsentwickler beim Regierungspräsidium Tübingen, sagten, dass die konkreten Maßnahmen noch nicht feststünden und man noch in der Bestandsaufnahme stecke. Aber Probleme der unterschiedlichen Interessen würden in den Kommunen immer wieder auftreten, und deshalb informiere man frühzeitig. »Die Maßnahmen müssen natürlich auch für die Landwirte passen«, sagte er. n Bis voraussichtlich Oktober 2020 finden die Erhebungen zum Vogelschutzgebiet noch statt. 2022 soll der Managementplan dann stehen. Carsten Wagner und Silke Jäger vom Regierungspräsidium Tübingen informierten über den Managementplan, der bis 2020 fertig sein soll. Foto: Ronja Straub