Aufrufe
vor 9 Monaten

SCHLICHEM HEUBERG BLICK 04.03.2020

  • Text
  • Telefon
  • Gosheim
  • Wehingen
  • Dotternhausen
  • Kinder
  • Abend
  • Egesheim
  • Zimmern
  • Fasnet
  • Bubsheim
  • Schlichem
  • Heuberg
  • Www.bitzilla.de

Nummer 4 | Mittwoch 4.

Nummer 4 | Mittwoch 4. März 2020 WEHINGEN 6 »Bad Wehingen« lockt z ur Pfhuser-Heilquelle Beim Linsen- und Spätzleessen sind Wellness und Heilung in jeder Variante angesagt Von Regina Braungart Wehingen. Jetzt haben sie den Dreck! Bad Dürrheim kann zumachen und Bad Teinach sowieso. Denn jetzt ist Bad Wehingen der aufsteigende Stern am Erholungs- und Wellnesshimmel. Der Grund: Als man die Festhalle samt Zunftstüble abriss, entdeckten die Wehinger eine Heilquelle unter diesem. Und aus der Narrenzunft wurde die Pfhuser Kur- und Bäder GmbH. All das brachte der Narrenrat seinen Gästen beim Linsenund Späzleessen, diesmal in der Wellnessoase Schlossberghalle, nahe. Immer am Fasnetsfreitag trifft sich die lokale und überlokale Prominenz am »Nabel der Welt« (Guido Wolf, der zum Justiz-, Europa- und Tourismus- auch gleich das Wellnessressort übertragen bekam). Dabei neben dem Minister unter anderem auch der Bäder-Bürgermeister Gerhard Reichegger, Wolfgang und Patrick Spreitzer in Vertretung ihres Vaters Edi. Der hat als alter Fuchs das Wellnesshotel Schlossberg schon begonnen zu bauen, als man noch nicht einmal die Pfhuser-Quelle gefunden hatte. Dabei auch Pfarrer Ewald Ginter und Pfarrerin Dorothee Kommer, die Polizisten Roland Schreiber, Willi Dreher und Willibald Heinz, die schließlich wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens noch mehr zu tun haben, Reinhold Walz und Leo Sprich (der Forstbeamte sorgt für das Birkenreisig in der finnischen Sauna) und viele mehr, nicht zuletzt die Vertreter der Nachbarzünfte, der Garde, der Vereine, die Ehrenzunfträte, die früheren und jetzigen Narreneltern und weitere. Alfred Geisel führte für den erkrankten Stefan Freundl durch das Programm. Die Zunfträte waren wie auch einige Gäste mottogerecht gekleidet (Badelatschen, Bademütze, Bademantel) und gaben gleich zweimal ein passendes Liedchen zum Besten. Natürlich gab es auch Witze. Kostprobe: Welche Sprache spricht man in der Sauna? »Schwitzerdütsch!« Eine sehr schwere Aufgabe mussten die Kurgäste in drei Teams (Guido Wolf, Gerhard Reichegger, René Schatz: Team 1; Patrick Spreitzer, Andrea Steiner, Dorothee Kommer: Team 2; und Manuel Schnekenburger, Stefan Amsel, Reinhold Walz: Team 3) zeigen und lösen: Yogafiguren erkennen. Sie schlugen sich nicht schlecht – im Erkennen ein wenig besser, als im selber Darstellen. Yoga ist nicht so das Ding der närrischen Kurgäste. Aber in der Runde Schätzfragen zum Thema Wellness in Deutschland (Umsatz, Kurgäste, Schönheits-OPs und anderes) lagen manche gar nicht viel daneben. Gerhard Reichegger machte sich seinen Reim aufs Brexit-Britannien und verschenkte gegen Sorgenfalten eine Creme aus Wehingen. Auch Guido Wolf nahm sich Boris Johnson in seinem Gedicht – halb englisch, halb deutsch, vor. Dieser habe erkannt: »A good air is good für a good hirn«, das könne man an Gerhard Reicheger sehen, da brechen für Wehingen doch wohlige Zeiten an! Fotos: Braungart der »wonder good anzuschauen« sei. »Sprungschnaps« waren diesmal auch ohne Kur verschlankt, Wolfgang Hafen und Conny Hugger sangen diesmal im Physio-Duo. Wie wunderbare Worte das Schwäbische im Heil- und Wellnesskontext hat, brachten sie wie immer perfekt auf den Punkt: »Breschte wie Reismatteis und Blosedrang« würden in Wehingen ganz bestimmt verschwinden. Die Gäste taten mit: Und nicht nur in den »Scharnieren« bewegte sich’s danach viel besser. Bärbel und René Schatz, Vertreter der Narrenlandschaft Neckar- Alb aus Obernheim, spielten sich in ihrem Auftritt zur Begrüßung der Kurgäste die Bälle zu: Sie in perfekter Werbesprache auf Deutsch, er in einer nicht ganz wortgetreuen englischen Übersetzung. Und so lautete die englische Variante des »Herzlich Willkommen!«: »Welcome to come extremely down in Pfhuser town«. Klar ist jedenfalls: Englisch sprechende Gäste dürften in der Kurmetropole danach nicht mehr so häufig gesichtet werden. Zunftratsgäste dafür aber ganz bestimmt auch wieder nächstes Jahr.

Nummer 4 | Mittwoch 4. März 2020 Wehingen · Bubsheim 7 Ihre Anzeige: Für Deilingen, Wehingen, Gosheim, Reichenbach a. H., Bubsheim und Egesheim mit den dazugehörigen Stadt- bzw. Ortsteilen buchen Sie Ihre Anzeige hier: Sabine Vogler Geschäftsstelle Tuttlingen Jägerhofstraße 4 78532 Tuttlingen Telefon 07461/7015-25 Fax 07461/7015-13 E-Mail: anzeigen.tuttlingen@ schwaebische.de Bunter Umzug durch Wehingen Auch wenn es hier vor allem nach »Gelb« aussieht: Ein buntes Bild bieten die Gruppen beim Umzug am Fasnetsmontag durch Wehingen. Originelle Motto-Umsetzungen und fantasievolle Gestaltungen bestimmten das Bild. Zahlreiche Zuschauer säumten die Straße. Foto: Moosbrucker. Bubsheimer pflegen Brauch des Eiersammelns Am Fasnetsdienstag ziehen Weible und Narren von Haus zu Haus / Der ganze Ort ist eingeladen Von Volker Stier Bubsheim. Der alte Brauch des Eiersammelns wird in Bubsheim weiterhin gepflegt. Immer am Fasnetsdienstag sind einige Habermusweible und Bürglenarren verdeckt im Ort unterwegs, klingeln bei den Leuten und bekommen Eier mit – gerne auch Speck, oder was sonst lecker ist. Dieses Jahr waren trotz Regens rund 20 Hästräger dabei. »Man kommt an und in viele Häuser, unterhält sich mit den Leuten und wird teilweise sogar bewirtet,« freut sich Elias Gutmann schon auf das Sammeln. Sein Elferratskollege Markus Soritsch ergänzt: »Das ist fast so schön wie das Abstauben an Dreikönig.« Viele Bubsheimer warten schon auf die Eiersammler und freuen sich über deren Besuch. Im Narrenstüble werden die Eier dann zubereitet: Als Rührei mit Speck oder ohne und auch einfach nur gekocht. Der ganze Ort ist zum Essen eingeladen. Mittags treffen sich die Hästräger am Narrenstüble. Dann werden Gruppen aufgeteilt – und los geht’s. Mit Körben und Auch Bürgermeister Thomas Leibinger (Mitte) gehörte zu den Bubsheimern, die die Eiersammler besuchten. Taschen, die mitunter nach einigen Häusern bereits geleert werden müssen, ziehen die Habermuser los. Doch warum ausgerechnet an diesem Tag, und warum überhaupt? Heutzutage würde man sagen: »In der Fastenzeit sind wir vegan.« Aber freiwillig war das früher wohl keiner. Die Fasnet ist eng verbunden mit dem christlichen Glauben und früher war es in der Fastenzeit verboten, tierische Produkte wie Fleisch, Wurst oder Eier zu verzehren. Daher kommt der Schmotzige Dunschtig, wo nochmal geschlachtet wurde – das vorhandene Fett wurde für die Fasnetsküchle verbraucht. Am Tag vor Aschermittwoch wurden so viele Eier wie möglich verzehrt, da diese sonst bis Ostern Foto: Stier verdorben wären.