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Rottum Bote 25.03.2020

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Rottum Bote RUND UM OCHSENHAUSEN Mittwoch, 25. März 2020 Kurzarbeit und Existenzsorgen So reagieren kleine und mittelständische Firmen in der Region auf die Corona-Krise Bei der Firma Grünteam aus Eberhardzell arbeitet seit Montag nur noch die Hälfte der Belegschaft, die übrigen von daheim aus. FOTO: GRÜNTEAM REGION (syg/ka/asp) - Die Corona-Pandemie wirkt sich dieser Tage auf jeden Einzelnen aus. Wie ist die Stimmung bei kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Region? Die Geschäftsführer sind besorgt. Die ersten Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Die SZ hat sich umgehört. Mit dem Coronavirus ist es wie mit der Bierhefe-Kultur. „Beides wächst exponentiell“, sagt Stefan Dobler vom Bräuhaus Ummendorf. Und genau das macht ihm Sorge. Der Konsum von Fassbier sei vollständig eingebrochen. In der Gastronomie muss Dobler Umsatzeinbrüche von mehr als 90 Prozent verkraften. Die Brauereigaststätte ist inzwischen geschlossen. „Es soll auch niemand mehr kommen“, sagt Dobler. Das Hotel hat noch geöffnet, doch auch hier seien die Einbrüche immens. In der Brauerei seien alle Mitarbeiter bis auf den Braumeister in Kurzarbeit. Von ursprünglich 20 Voll- und Teilzeitkräften seien im Wesentlichen er und seine Frau übrig geblieben. „Es geht um unsere Existenz“, sagt Dobler, „aus eigener Kraft schaffen wir es nicht mehr.“ Schließlich hatte er zuletzt noch investiert, hatte hoffnungsvoll auf das Frühjahr geschaut: auf den Maibockanstich, auf Ostern und Pfingsten, überall dort, wo gefeiert wird. Doch dann kam Corona. „Der Schock war hart.“ Die Situation sei für alle neu: „Ich habe mich mein Lebtag noch nie mit Kurzarbeit befasst. Das war bis vor Kurzem für die ganze Branche undenkbar“, betont er. „Essen und Trinken ging noch immer.“ Im August wollte Dobler eigentlich den 150. Geburtstag des Bräuhauses feiern. Die Brauerei besteht sogar seit dem 17. Jahrhundert, habe Weltkriege, Inflation und Besatzungen überstanden. Dobler hat Hoffnung, dass es auch dieses Mal weitergeht. Irgendwie. Für „existenzbedrohend“ hält auch Philipp Bochtler die Auswirkungen des Coronavirus. Der Geschäftsführer der Bochtler Medientechnik aus Schemmerberg beschäftigt in seiner Firma zehn Mitarbeiter. Davon arbeiten inzwischen drei im Homeoffice, zwei befinden sich vorsorglich in Quarantäne. Kurzarbeit habe er bereits angemeldet, aktuell sei sie aber noch nicht eingeführt. Die Firma Bochtler bietet Dienstleistungen im ganzen deutschsprachigen Raum vor allem für Veranstaltungen und die Installation von Medientechnik an. „Der Veranstaltungsbereich ist jetzt natürlich voll weggebrochen“, erzählt Bochtler. Mit seinen Mitarbeitern habe er Regelungen getroffen, dass Überstunden abgebaut werden, auch der Gehaltsverzicht über die Kurzarbeit sei ein Thema. An der Politik aber äußert Bochtler Kritik: „Man hört von Geldern für Unternehmen, wird dann aber doch ziemlich alleinegelassen.“ Bochtler sagt aber auch: „Wir verziehen uns jetzt nicht ins Mäuseloch, sondern versuchen, so weit es geht, Installationen vorzubereiten. Damit wir bereit sind, wenn sich die Lage wieder bessert.“ „In den nächsten zwei Wochen haben wir mindestens 50 Prozent der nicht geringfügig beschäftigten Mitarbeiter in Kurzarbeit“, prognostiziert Michael Winter, Geschäftsführer und Gesellschafter von IDS Unteressendorf. Der Industriedienstleister, der 900 Mitarbeiter beschäftigt, reinigt unter anderem Industriehallen und -maschinen sowie Büroräume. Kunden sind die großen Arbeitgeber der Region. Winter ist überzeugt, dass dort der Stillstand naht. Dann wird kein Reinigungspersonal mehr gebraucht. Der 53-Jährige ist froh um das Instrument der Kurzarbeit, bemängelt aber, dass es sonst keine Unterstützung für den Mittelstand gebe. Steuerstundungen und Kredite würde er im Notfall wohl in Anspruch nehmen, letztlich „sind sie nur die Verschiebung von Verbindlichkeiten“, sagt er. „Wir werden Verluste ansammeln und müssen sie eines Tages zurückzahlen, manche Mittelständler werden die Situation nicht unendlich aushalten.“ Wichtig wäre in seinen Augen auch die Staffelung des Kurzarbeitergeldes wie in Österreich. In Winters Branche arbeiten viele Mitarbeiter im unteren Lohnsegment. Sie treffe die Kurzarbeit besonders hart. Generell wünscht sich Winter mehr Konsequenz und weniger Appelle von der Politik. „Nur wenn wir die Infektionsketten konsequent unterbrechen, kommen wir aus der Situation wieder schnell heraus.“ „Wir sind angespannt gefasst“, beschreibt Michael Bleichner, Geschäftsführer von Grün Team Eberhardzell, seine Situation. Das Unternehmen befasst sich mit Landschaftsbau und Forstwirtschaft in ganz Baden-Württemberg, Bayern und darüber hinaus. Gerade ist Hauptsaison für Wiederaufforstung und nachhaltige Ausgleichsflächen. Während sein Unternehmen im Eiltempo in die Voraussetzungen und Hardware für Heimarbeitsplätze investiert, eine nagelneue Lager- und Werkstatthalle auf ihren Einsatz wartet, bricht ihm ein Großauftrag aus Ravensburg weg, sitzen zehn Mitarbeiter an der Grenze und dürfen nicht einreisen. „Wir laufen Gefahr, mit der besten Ausstattung in den Stillstand zu fahren“, sagt Bleichner. In Eberhardzell arbeitet ab Montag nur noch die Hälfte der Belegschaft, die übrigen von daheim aus. Die Forstarbeitertrupps werden streng getrennt untergebracht in der Hoffnung, dass bei einer Infektion nur ein Teil der Männer ausfällt. Auch Bleichner appelliert: „Jeder muss seine Sozialkontakte auf ein Minimum einschränken und persönlich Verantwortung übernehmen.“ Mitarbeiter, die wegen Quarantäne oder wegen der Kinderbetreuung fehlen, sind für das Unternehmen Mk Jungpflanzen in Berkheim momentan das geringste Problem. Die Firma produziert seit 1987 ein breites Sortiment an Gemüse- und Kräuterjungpflanzen. Pro Jahr verlassen nach Unternehmensangaben etwa 150 Millionen Jungpflanzen den Betrieb in Berkheim. Die Pflanzen ausgeliefert zu bekommen, sei im Moment die größte Schwierigkeit, heißt es in Berkheim. „Der Transport innerhalb Deutschlands ist bisher kein Problem. Aber wir liefern auch international aus: in die Schweiz, nach Österreich, Kroatien und Ungarn. Und überall wird man behindert“, berichtet eine Mitarbeiterin. „Wir sind gerade dabei, einen Spuckschutz für eine Metzgerei zu bauen“, sagt Schreiner Ulrich Ruß. Seine Schreinerei im Ochsenhauser Ortsteil Reinstetten ist auf Schreinerarbeiten, Möbel und Innenausbau spezialisiert. Die Nachfrage nach Spuckschutzvorrichtungen sei stark gestiegen, berichtet er. „Für den Spuckschutz verwenden wir Plexiglas“, sagt Ruß. Neben der Metzgerei seien es vor allem Arztpraxen, die ihn mit dem Einbau eines solchen Schutzes beauftragen würden. Abgesehen davon spürt der Inhaber des Handwerksbetriebs bislang keine Auswirkungen der Corona-Krise auf seinen Betrieb. „Momentan läuft es wie bisher. Wir haben keine Kurzarbeit angemeldet und keiner meiner Mitarbeiter fehlt“, sagt Ruß. Seit Ausbruch des Coronavirus würden er und seine zwei Mitarbeiter verstärkt auf die allgemeine Hygiene wie regelmäßiges Händewaschen und Ähnliches achten, so Ruß. Ähnlich sieht die Lage bei Zimmerei und Blockhausbau Küchle in Kirchberg an der Iller aus. „Wir haben Vorsichtsmaßnahmen definiert wie Hygienevorschriften, Mindestabstand außerdem haben Externe, also Kunden, Vertreter oder Lieferanten, aktuell keinen Zutritt zum Betriebsgelände“, sagt die Zimmerei. Im Moment laufe alles normal weiter. „In der Halle arbeiten maximal drei Personen mit großem Abstand, auf den Baustellen Trupps von maximal drei bis vier Personen.“ Kurzarbeit habe der Betrieb keine beantragt, Mitarbeiter würden bis auf eine Auszubildende keine fehlen. Um die Liquidität zu schonen, habe der Betrieb mit der Bank verhandelt und die Darlehensverpflichtungen zum Teil für das nächste halbe Jahr ausgesetzt. „Dies war kein Problem“, teilt die Zimmerei mit.

Rottum Bote OCHSENHAUSEN Mittwoch, 25. März 2020 Fliegende Lebensretter: Drohnenstaffel ist jetzt startklar EROLZHEIM (sz) - Die neue Drohnenstaffel des DRK- Kreisverbands Biberach ist startbereit. Das Deutsche Rote Kreuz hat sich ein Jahr vorbereitet, um Piloten und Teams für die kleinen Fluggeräte fit zu machen. Denn Live-Luftbilder können Leben retten, teilt der Kreisverband mit. Der erste Einsatz habe nicht lange auf sich warten lassen: Die Drohnenstaffel des DRK Biberach war am 25. Januar unterwegs, um eine vermisste Person zu finden – in einem Nachbar- Landkreis, angefordert von der Leitstelle Bodensee-Oberschwaben. „Vermisste Personen zu finden ist eine Aufgabe, bei der uns Drohnen wertvolle Dienste leisten können“, sagt Michael Mutschler, einer der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands. „Wir haben unsere unbemannten Multikopter auch mit Wärmebildkameras ausgestattet.“ Es gibt viele andere Einsatzmöglichkeiten, bei denen sich das DRK von Drohnen viel verspricht: „Aus der Luft kann man sich besonders schnell und besonders gut einen Überblick verschaffen“, sagt Mutschler. „Das hilft uns beispielsweise, wenn die Lage oder die Landschaft unübersichtlich sind. Oder auch bei Flächen- und Großschadenslagen mit vielen Verletzten.“ Das DRK hat sich auch auf WENNEDACH (sz) - Kürzlich fand in der alten Schule in Wennedach ein Bildvortrag von Sigi Wehrle aus Maselheim und seinem Bruder Charly Wehrle aus dem Allgäu statt. Beide hatten in der 90er Jahren alle 5000er in Afrika bestiegen. Ein erstes Bergabenteuer führte Sigi und seine Frau Irma auf den Kilimandscharo, den höchsten Berg Afrikas, der damals noch von meterhohen Gletschern bedeckt war und aufgrund der großen Höhe und der geringen Atemluft schwer zu besteigen ist. Das zweite Bergabenteuer führte Sigi und Charly auf den Ruwenzori, DRK-Kreisverband Biberach verschafft sich mehr Überblick – mit moderner Technik Nach einjähriger Vorbereitung ist ein spezielles Team von Ehrenamtlichen beim DRK-Kreisverband bereit, die bisher vier angeschafften Drohnen einzusetzen. Bei einer Personensuche hat sich das schon bewährt. FOTO: ELMAR GRATHWOHL Kooperationen vorbereitet, beispielsweise mit Feuerwehr, Polizei oder Katastrophenschutz, erklärt Alexander Schirmer. Er hat das Projekt als stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter mit vorangebracht. „Nach einer Unwetterlage, in unzugänglichen Gebieten oder bei einem Brand können Drohnen sehr hilfreich sein, indem wir uns ein besseres Bild machen können, auch von unzugänglichen Stellen.“ Denkbar wäre zudem, in Zukunft mit Drohnen etwas zu transportieren, was dringend gebraucht wird, beispielsweise einen mobilen Defibrillator zur Reanimation. Es gibt bereits erste Projekte in Deutschland und in Europa, bei denen Drohnen zu diesem Zweck getestet werden. Nicht zuletzt können Drohnen die internen Abläufe des DRK unterstützen: „Natürlich können wir mit Bil- Bergabenteuer in Afrika dern aus der Luft auch unsere Einsätze besser dokumentieren“, sagt Mutschler. Ein ganzes Jahr hat sich das Drohnenteam beim DRK- Kreisverband Biberach mit der neuen Technik beschäftigt, Schulungen besucht, Lizenzen erworben, Genehmigungen eingeholt und Flugpraxis gesammelt. Seit Herbst haben die Aktiven den so genannten Flugkenntnisnachweis und den praktischen Sachkundenachweis in der Tasche – die wichtigen Papiere für Piloten. Rund 20 Köpfe zählt die Drohnenstaffel derzeit. Etwa 30000 Euro hat der DRK- Kreisverband für den Start ins Drohnenzeitalter bisher ausgegeben. Vier Drohnen und zusätzliche Ausstattung wurden bereits erworben. Es sind Multikopter des Herstellers DJI. Die Multikopter und ihre geschulten Piloten sind auf mehrere Standorte im Landkreis verteilt: „Biberach, Erolzheim und Riedlingen“, zählt Schirmer auf. „So können wir unseren Landkreis, der ja in West-Ost-Richtung sehr ausgedehnt ist, am besten abdecken.“ Die Drohnenstaffel arbeitet ausschließlich ehrenamtlich. Dafür sind ehrenamtliche Helfer aus den DRK-Bereitschaften zusammengekommen mit hauptamtlichen Rettungsdienstmitarbeitern sowie Fachleuten aus Sigi Wehrle und sein Bruder Charly haben in der 90er Jahren alle 5000er in Afrika bestiegen Das Foto zeigt (von links) Sigi Wehrle, sowie Erwin Wiest und Frau und Herr Altvater vom Förderverein Piela-Bilanga. Charly Wehrle fehlt auf dem Foto. FOTO: RAINFRIED WESPEL übersetzt aus der Sprache der ugandischen Batoro „Regenmacher“. Dieses Bergmassiv steht 340 Tage im Jahr im Regen, aber sie hatten Glück und keinen Tag Regen. Auf dem Weg zum Gipfel trafen die beiden Bergsteiger auf Reinhold Messner, der zufällig die gleiche Bergtour unternahm. Sie erzählten vom beschwerlichen Aufstieg durch Urwälder, Moorgebiete, Steinwüsten und Klettersteige und von den anschließenden Überraschungen während der Reisen mit einfachen Mitteln durch Afrika, von mehreren Überfällen, von teilweise gefährlichen dem IT-Bereich, deren Engagement für die Drohnen ebenfalls ehrenamtlich ist. Und wann starten die Drohnen? Alarmiert wird die Drohnenstaffel zentral durch die Integrierte Leitstelle in Biberach. Auch dann, wenn sie wie Ende Januar zur Überland-hilfe in einen anderen Landkreis gerufen wird. „Dazu sind wir gern bereit“, sagt Schirmer von der Kreisbereitschaftsleitung. „Wir sind hier in der Gegend ebenso wie im DRK-Landesverband unter den ersten, die eine Drohnenstaffel am Start haben. Wir helfen gern. Und wir profitieren auch selbst von allen Erfahrungen, die wir im Einsatz sammeln können Tierbegegnungen, aber auch von hilfsbereiten freundlichen Menschen. Die Zuhörer waren gefangen von den spannenden Abenteuern einer fremden Welt und der Risikobereitschaft der Brüder. Die gesamten Spenden der zahlreichen Gäste ging an den Förderverein „Piela-Bilanga“ in Burkina Faso in Westafrika. Die Dorfgemeinschaft spendete die Unkosten der Veranstaltung und rundete das Ergebnis großzügig auf. An Herrn Wiest und Herrn Altvater von der Vorstandschaft des Fördervereins konnte so ein Betrag von 500€ überwiesen werden.