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Rottum Bote 20.05.2020

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Rottum Bote RUND UM OCHSENHAUSEN Mittwoch, 20. Mai 2020 OCHSENHAUSEN - Wirte, Hoteliers, Messeveranstalter – sie alle trifft die Corona-Krise besonders hart. Doch es gibt eine weitere Branche, die mehr als andere unter der Corona-Pandemie leidet. „Wir waren als Erste aufgrund der Corona-Pandemie in der Krise und werden vermutlich als Letzte da wieder rauskommen“, sagt Kathrin Ebnet. Ebnet ist stellvertretende Geschäftsführerin des Reisebüros Diesch, das in Bad Saulgau, Sigmaringen und Ochsenhausen Filialen hat. Sie leitet das Büro in Ochsenhausen und organisiert seit 14 Jahren Reisen für ihre Kunden. Die wirtschaftliche Lage der Reisebüros und der Reisebranche beschreibt sie als kritisch. „Wegen der Rückabwicklungen haben wir ein höheres Arbeitsaufkommen als sonst, aber fast keine Einnahmen.“ Um die Öffentlichkeit und die Politik auf die Lage der Branche aufmerksam zu machen, hat sie zusammen mit den fünf Mitarbeitern aus dem Ochsenhauser Büro Ende April auf dem Ulmer Münsterplatz demonstriert. „Es war eine stille, friedliche Demonstration“, sagt Ebnet. Von den politischen Entscheidungsträgern wünscht sie sich einen Rettungsschirm für ihre Branche und vor allem eine Perspektive, wann wieder welche Reisen möglich sind. Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer: „Die Veranstalter arbeiten mit Hochdruck an einem erweiterten Programm mit Angeboten für einen Urlaub in Deutschland“, berichtet Ebnet. Darüber hinaus könnte im Sommer ein Urlaub in Griechenland, Bulgarien oder auf den Kanaren unter entsprechenden Leere Koffer, leere Kassen Reisebüroleiterin Kathrin Ebnet schildert, wie die Corona-Krise der Branche zusetzt – doch es gibt Lichtblicke Von Sybille Glatz ● Das Lächeln täuscht: Die drei Mitarbeiterinnen eines Ochsenhauser Reisebüros genießen nicht die Sonne, sondern demonstrieren auf dem Ulmer Münsterplatz für mehr Unterstützung der Reisebranche. Diese wurde von der Corona-Krise besonders getroffen. FOTO: REISEBÜRO DIESCH Hygieneauflagen möglich sein. „In Griechenland gab es bisher nur wenige hundert Corona- Fälle“, sagt sie. Das Land sei daher als Reiseziel „sehr unbedenklich“. Von einer nie dagewesenen Situation spricht Ebnet, wenn sie an Mitte März zurückdenkt, als die Corona-Pandemie weltweit Fahrt aufnahm. „Stündlich, fast minütlich kamen neue Meldungen über Grenzschließungen und Flugstreichungen. Von jetzt auf nachher wurden in manchen Ländern alle Flüge abgesagt.“ Eine zusätzliche Schwierigkeit habe sich dadurch ergeben, dass die großen Reiseveranstalter ihre Telefonleitungen abschalteten. „Wir konnten die Veranstalter nur noch per Mail erreichen“, erzählt sie. Für die Urlauber bedeutete das, dass sie abgesehen vom Reisebüro auch keinen Ansprechpartner mehr hatten, niemanden, den sie anrufen konnten. „Unsere Kunden haben gesehen, wie es den Urlaubern ging, die im Internet gebucht hatten. Sie waren froh und dankbar, dass wir an ihrer Seite waren“, so Ebnet. Etwa 30 Kunden habe das Büro in der kritischen Phase aus dem Ausland zurückgeholt. „Manche kamen gar nicht an ihrem eigentlichen Urlaubsort an, sondern wurden noch am Flughafen sofort wieder zurückgeschickt. Ihr Reisevertrag wurde gekündigt, als sie noch in der Luft waren. Für diese Kunden mussten wir Unterkünfte besorgen.“ Andere wiederum saßen wegen Ausgangssperren in ihren Hotels fest. „Wir hatten Kunden auf Hawaii, die nur noch zum Einkaufen rausgehen konnten“, berichtet Ebnet. Doch das war nicht das größte Problem: „Der reguläre Rückflug von Hawaii nach Deutschland wurde gestrichen. Nach tagelanger Recherche haben wir einen Rettungsflug des Auswärtigen Amtes organisieren können. Die Kunden flogen schließlich über Las Vegas nach Frankfurt zurück. Es war der letzte Flug von den USA nach Deutschland.“ Aktuell stecke kein Urlauber aus der Region mehr im Ausland fest, berichtet Ebnet. Doch den umgekehrten Fall gibt es noch: „Wir haben Kunden aus Kuba, die seit Anfang März hier Urlaub machen. Sie wollten ursprünglich Ende April zurückfliegen. Doch es gibt keine Flüge mehr. Es ist unsicher, wann sie zurückfliegen können. Glücklicherweise wurde ihr Visum verlängert.“ Mit den kubanischen Kunden seien sie und ihre Mitarbeiter ständig in Kontakt. Doch das sind nicht die einzigen Kunden, um die sich das Reisebüro derzeit kümmern muss. Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung bis Mitte Juni herausgegeben. „Aufgrund dieser Warnung können Reiseveranstalter Verträge kündigen. Der Kunde kann dann wählen, ob er sein Geld zurück will oder einen Gutschein“, erklärt Ebnet. Reihenweise würde das Büro Reisen, die für April und Mai geplant waren, rückabwickeln. „Nur wenn der Kunde sich für den Gutschein entscheidet, zahlen manche Veranstalter uns eine Provision.“ Die Folge: Trotz viel Arbeit komme kaum Geld in die Kasse, bereits erarbeitete Provisionen müssten sogar zurückgezahlt werden. Doch Miete, Gehälter und Versicherungen müssten ja trotzdem weiterhin bezahlt werden. „Ohne Einkommen hält man das nicht lange durch“, sagt Ebnet. Positives berichtet die Reisebüroleiterin über die Reaktion ihrer Kunden. „Sie reagieren sehr verständnisvoll. Viele haben sich für den Gutschein entschieden. Und manche haben uns sogar freiwillig eine Provision bezahlt.“ Diese positive Rückmeldung sei ein Antrieb weiterzumachen, meint Ebnet. Die Stimmung der Kunden in Bezug auf Reisen sei unterschiedlich. „Es gibt welche, die sich Sorgen machen und Angst haben zu verreisen. Aber viele haben auch Fernweh und möchten wieder einmal was anderes sehen. Teilweise sitzen sie seit Wochen mit ihren Kindern zuhause. Sie sehnen sich nach einer Auszeit, nach Sonne und Strand.“ Nach Einschätzung von Ebnet dürfte ein Sommerurlaub zumindest in bestimmten Zielgebieten in Europa wieder möglich sein. „Viele Länder überarbeiten derzeit ihre Hygienekonzepte.“ Neben Deutschland, Griechenland und den Kanaren seien auch Mallorca, Österreich und die Türkei im Gespräch. Ebnet selbst hat für den Herbst eine Reise nach Mallorca geplant. „Wir halten daran fest und hoffen, dass es klappt.“ Gemeinderat Ochsenhausen ● Sitzungsbesucher müssen sich anmelden Vergabekriterien und Kitas OCHSENHAUSEN (sz) - Der Gemeinderat Ochsenhausen tagt am Dienstag, 26. Mai, um 18.30 Uhr in der Kapfhalle. Das Gremium befasst sich mit der Durchführung des Losverfahrens und den Bedingungen für die Bauplatzvergabe im Neubaugebiet „Siechberg II“ und mit dem Bebauungsplanverfahren „Burghaldenweg“. Weitere Themen sind die Einrichtung eines städtischen Kindergartens im Gebäude Schlossbezirk 1 sowie die Einrichtung eines Naturkindergartens durch die Stadt. Der Rat befasst sich mit einer Vertragsänderung über den Betrieb und die Förderung des kirchlichen Kindergartens St. Benedikt und mit der Beauftragung eines Fachplaners für Umbau- und Sanierungsarbeiten an Gymnasium und Realschule. Des Weiteren steht der Antrag der PRO-OX- Fraktion zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf kommunale Haushalte auf dem Programm. Sitzungsbesucher müssen sich aufgrund der Corona-Krise schriftlich oder elektronisch (per E-Mail an merk@ochsenhausen.de) unter Angabe von Name, Anschrift und Telefonnummer bei der Stadtverwaltung anmelden bis Mittwoch, 20. Mai, 12 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist auf 28 begrenzt. Dorffestausschuss ● Dorffest in Rot a. d. Rot ist abgesagt ROT AN DER ROT (sz) - Der Dorffestausschuss Rot an der Rot sagt das Dorffest 2020 ab, da aufgrund der Corona-Pandemie Großveranstaltungen bis mindestens 31. August verboten sind. Das teilen der Vorsitzende Stefan Sigg und sein Stellvertreter Matthias Piest mit. „Das Roter Dorffest, das traditionell am zweiten Wochenende im August stattfindet, lebt vom Miteinander und der Geselligkeit und ist als Familienfest sehr beliebt und bekannt“, schreiben die beiden in ihrer Pressemitteilung. Alles das, was das Dorffest Rot an der Rot ausmache, wäre bei eventuell kommenden Lockerungen nur sehr eingeschränkt möglich und Stand jetzt gar nicht erlaubt. Anmeldungen zum Flohmarkt können ab September 2020 unter www.dorffest.de erfolgen.

Rottum Bote ILLERTAL Mittwoch, 20. Mai 2020 Von Sybille Glatz ● KIRCHDORF - Seit etwa acht Jahren gibt es an der Michaelvon-Jung-Schule in Kirchdorf eine Berufseinstiegsbegleitung. Derzeit ist es noch Susanne Lemberger, die als Einstiegsbegleiterin Schülern hilft, den Übergang von der Schule in die Berufswelt zu schaffen. Sie unterstützt dabei, einen Beruf zu wählen, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden und betreut sie in der ersten Zeit der Ausbildung. Eine Hälfte ihrer Stelle wird von der EU bezahlt, die andere Hälfte übernimmt die Agentur für Arbeit. Doch nun steigt die EU aus der Förderung aus, die Hälfte der Zuschüsse für die Stelle fällt damit weg. Um den Wegfall der EU-Gelder zu kompensieren, hat sich das Land Baden-Württemberg bereit erklärt, die Hälfte der nun offenen Kosten zu übernehmen, wenn die jeweilige Gemeinde ihrerseits die andere Hälfte beisteuert, also 25 Prozent der Lohnkosten übernimmt. Der Kirchdorfer Gemeinderat entschied sich in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich gegen eine Übernahme der Kosten. Die Berufseinstiegsbegleitung wird es daher für Kirchdorfer Schüler nicht mehr geben. Der Entscheidung vorausgegangen war eine kontroverse Diskussion im Rat. Klar gegen eine Förderung durch die Gemeinde positionierte sich Bürgermeister Rainer Langenbacher. „Ich schlage vor, dass wir ein Zeichen nach oben geben und die Förderung Keine Begleitung mehr für Berufseinstieg An der Michael-von-Jung-Schule endet Hilfe für schwache Schüler – das ist der Grund Der Kirchdorfer Gemeinderat entschied sich in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich gegen eine Übernahme eines Anteils an den Kosten für die Berufsbegleitungsstelle. FOTO: SEBASTIAN KAHNERT nicht übernehmen“, sagte er. „Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass zunächst vom Land, vom Bund oder auch von der EU Dinge begonnen werden, die Regierungsstellen sich dann aber zurückziehen und die Lasten bei der Kommune verbleiben. Uns wurde im Bereich Schule viel abverlangt, dabei sind wir eine kleine Gemeinde. Und knapp 30 000 Euro im Jahr sind viel Geld.“ So viel würde die Beteiligung die Gemeinde 2021 kosten. Langenbacher wies darauf hin, dass die Gemeinde ja schon etwas für die Schule tue und nannte als Beispiele das Schulmittagessen und die Schulsozialarbeit. Dass die Gemeinde durchaus Geld für die Schule bereitstelle, bestätigte die Leiterin der Gemeinschaftsschule Veronika Schaffranek, die an der Sitzung teilnahm. „Die Gemeinde tut viel für uns und jetzt soll hier ein neues Fass aufgemacht werden. Es ist eine zweischneidige Sache. Einerseits macht die Berufseinstiegsbegleitung Sinn. Andererseits wird die Stelle neu ausgeschrieben. Es kommt sehr darauf an, wie der oder die Neue die Stelle mit Leben füllt. Bisher hat Susanne Lemberger gut gearbeitet, ihr Einsatz wird von den Jugendlichen sehr geschätzt. Aber ich weiß nicht, wer jetzt kommt. Daher zögere ich.“ Wie aus den Sitzungsvorlagen hervorgeht, ist die Berufseinstiegsbegleitung eine individuelle Förderung für Schüler. Das Angebot ist freiwillig. Die Beratung ist zum Teil während, aber oft auch außerhalb der Unterrichtszeit. Nach Angaben der Schule nehmen gegenwärtig 19 Schüler an der Michaelvon-Jung-Schule das Angebot in Anspruch. Sollte die Gemeinde sich an der Finanzierung beteiligen, würde die Berufseinstiegsbegleitung bis 31. Dezember 2021 weiterlaufen. „Die Erfahrungen mit der Berufseinstiegsbegleitung sind aus Sicht der Schule sehr gut bis gut, weil sie vor allem Schülerinnen und Schüler mit besonderem Bedarf unterstützt“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Für Gemeinderätin Silvia Poppenmaier war die Förderung von Schülern mit „besonderem Bedarf“ ein wichtiger Punkt, der für eine Kostenübernahme spreche: „Die Schere geht immer weiter auf. Das ist das, was mich so stört. Man lässt es an den Schwächsten aus.“ Ähnlich sah es Gemeinderat Matthias Friedenberger: „Es geht um die Schüler, die Schwierigkeiten haben. Gerade jetzt in schwierigen Zeiten ist es notwendiger denn je, diese zu unterstützen.“ Friedenberger schlug vor, Stiftungen und Firmen anzufragen, ob sie zur Finanzierung der Stelle beitragen wollen. Auch Gemeinderat Reinhold Huber sprach sich für eine Fortführung der Berufseinstiegsbegleitung aus: „Es geht um schwache Schüler. Dass uns diese nicht 30 000 Euro im Jahr wert sind, passt in meinen Augen nicht. Wenn die Begleitung endet, macht das vieles kaputt.“ Huber appellierte eindringlich an seine Ratskollegen: „Geben wir jungen Leuten gute Chancen für den Berufseinstieg.“ Diesem Appell folgte nur eine Minderheit des Rats. Die Mehrheit stimmte für den Vorschlag von Bürgermeister Langenbacher, die Kosten für die Mit-Finanzierung der Stelle „in Anbetracht der derzeitigen Gesamtsituation und den eigenen Aufgaben der Gemeinde“ nicht zu übernehmen. ANZEIGEN WIR SUCHEN SIE als Zeitungsbote/in Ihre Aufgabe ist es, die Menschen in Ihrem Wohnort mit den neuesten Informationen aus ihrer Region zu versorgen. Auf Sie wartet ein regelmäßiger, sicherer Verdienst und die Vergünstigungen eines großen Medienhauses. Sie werden überrascht sein, wie flexibel unsere Arbeitszeitmodelle sind. Dr. med. Peter Bühler FA für Allgemeinmedizin Naturheilverfahren Dorfstraße 38/1 · 88430 Haslach Telefon 0 83 95 /12 10 Fax 0 83 95 /12 15 Wir machen Urlaub vom 02.06. bis 12.06.2020 In dieser Zeit ist unsere Zweigstelle, Dres. Urucu, Marktstr. 8, 88486 Kirchberg, Telefon 0 73 54 /14 41 für Sie da. Melden Sie sich bei Fragen. Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre E-Mail. Merkuria Zustelldienst GmbH Tel: 0751 2955-1666 E-Mail: info@merkuria.com merkuria.com schwäbische.de/jobs