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Rottum Bote 10.03.2021

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Rottum Bote RUND UM OCHSENHAUSEN Mittwoch, 10. März 2021 Von Katrin Bölstler ● STEINHAUSEN AN DER ROT- TUM - Geschätzte 120 Jahre lang stand der Jakob-Fischer-Urbaum in Rottum. Nachdem sein Tod offiziell festgestellt worden war, wurde er Ende Februar gefällt. Um ihn dennoch für die Nachwelt zu erhalten, verwandelt der Künstler Bernhard Schmid den Stamm nun in eine Skulptur. Auch jetzt noch macht er mächtig Eindruck auf die Journalistin, dieser Baum. Wie er da erhaben in der Mitte der Werkhalle von Künstler Bernhard Schmid steht. Zwar von innen schon ausgehöhlt und damit offiziell tot, wirkt er dennoch stabil und irgendwie majestätisch. Schmid, der sein Atelier und seine Werkstatt in Rottenbach bei Günzburg hat, ist eigentlich gelernter Schreiner. Vor ein paar Jahren hat er sich entschieden, nur noch als Künstler zu arbeiten. Holz hat in seinem Leben schon immer eine Rolle gespielt, erzählt er. Schon als Kind habe er sich bei Sorgen und Kummer in den Apfelbaum auf der Wiese vor dem Elternhaus geflüchtet. Früh habe er mit dem Schnitzen begonnen und den Nachbarn in seiner Holzwerkstatt beobachtet. 2012 habe er ein Buch über den Wildapfel geschrieben. Bei seinen Recherchen sei er das erste Mal darauf aufmerksam geworden, dass der Urbaum des Jakob-Fischer-Apfels im Landkreis Biberach stehe. „2019 habe ich von einem Apfelbaum Urbaum bleibt als Skulptur erhalten Urbaum des Jakob-Fischer-Apfels gefällt – Stamm wird in eine Skulptur verwandelt Laut Bernhard Schmid geht es nun darum, mit dem Baum in eine Art Dialog zu treten und die eigentliche Urform des Apfelbaums herauszufinden. Die momentan noch glatten Schnittkanten sollen glatt und fließend werden. FOTO: KATRIN BÖLSTLER in Biberach geträumt und dabei ist mir der Urbaum wieder eingefallen. Am nächsten Tag bin ich dann nach Rottum gefahren“, erinnert er sich. Er habe sofort gesehen, dass der Baum nicht mehr lange zu leben habe. „Daraufhin bin ich zum Besitzer Ralph Gräter und habe ihm gesagt, dass ich den Baum haben möchte, wenn es so weit ist.“ Das sei aber zunächst nicht so einfach gewesen. Denn obwohl schon vor einigen Wochen Alexander Ego vom Landratsamt Biberach, der sich schon seit Jahren mit um den Baum kümmert, diesen für tot erklärt hatte, musste zuerst die Naturschutzbehörde den Denkmalschutz aufheben und den Baum als Naturdenkmal entwidmen. Erst Ende Februar konnten Gräter und Schmid den Baum dann fällen. Da er immer noch rund sechs Meter hoch war, wurde der Stamm in zwei Teile geteilt. Diese liegen nun beide in der Werkstatt in Rottenbach. „Ich entscheide mich dann mit einem Baum zu arbeiten, wenn er mich in irgendeiner Form berührt, und das ist bei diesem Baum geschehen“, sagt Schmid. Der Stamm habe sich in einem sehr schlechten Zustand befunden, erläutert der Künstler. Er habe sich mit Nässe vollgesogen und sei bis zum Kern morsch gewesen. Es sei eine Herausforderung, daraus nun etwas Bleibendes zu schaffen. Dabei gehe es ihm jedoch nicht darum, seine Ideen auf den Baum zu projizieren. Im Gegenteil. „Was diesen Apfelbaum besonders macht, ist seine Geschichte. Darum versuche ich, so viel wie möglich darüber zu erfahren“, sagt Schmid. In den vergangenen Wochen habe er viele Gespräche mit den Menschen aus Rottum geführt und im Kreisarchiv recherchiert. „Es gibt viele Geschichten, die davon erzählen, dass der Baum eine Menge durchgemacht hat. Einmal hatte ein Besitzer schon die Säge angesetzt, um den Baum zu fällen. Der tiefe Schnitt ist bis heute zu sehen. Viele Bäume wären danach gestorben, doch nicht dieser“, erzählt der Künstler. In einem ersten Schritt habe er bei beiden Stücken den Holzkern entfernt und den Stammkörper freigelegt. Das Holz sei sehr nass gewesen und müsse daher in Ruhe trocknen. Im zweiten Schritt trete er mit dem Baum in eine Art Dialog. „Es geht darum, die wahre Form des Baums herauszuarbeiten und wie diese aussieht, kann mir nur der Baum selbst erzählen“, sagt er. Das Endergebnis steht also noch nicht fest. Doch ein Blick in die Werkstatt lässt erahnen, wie lebendig und erhaben ein solcher in eine Skulptur verwandelte Baum aussehen kann. Wem er diese dann nach Fertigstellung verkaufen wird, steht übrigens auch noch nicht fest. Möglich wäre das Museumsdorf Kürnbach. Schmid sagt, er sei für alles offen. So oder so sollte es jedoch ein Standort sein, der der Geschichte und der damit einhergehenden Bedeutung des Urbaums gerecht werde. Auch diese Skulpturen waren eins Baumstämme mit interessanter Vorgeschichte. So oder ähnlich könnte also später auch der Jakob-Fischer-Urbaum aussehen. FOTOS: KATRIN BÖLSTLER Das ist der zweite Teil des Stamms, der ausgehöhlt und seitlich geöffnet wurde. Weggeschmissen hat der Künstler jedoch nichts. Der frühere Holzkern ist noch im Hintergrund zu erkennen. So sieht der obere Teil des Urbaumstamms im Moment aus.

Rottum Bote ILLERTAL Mittwoch, 10. März 2021 ALLGÄU/TANNHEIM (mk/syg/ tr) - Lange ist es ein Rätsel für die Polizeidienststellen im Allgäu gewesen. Am Ende entpuppten sich die Taten als eine eher kuriose Einbruchsserie. Eine dreiköpfige Diebesbande brach in 60 Kapellen und Grotten ein und knackte Opferstöcke – auch in Tannheim. Das Seltsame: Die Beutesumme belief sich nur auf einen hohen dreistelligen Wert. Allein für die weiten Autofahrten waren die Spritkosten sicher enorm. Der entscheidende Hinweis kam zuletzt aus Oberbayern. Der Zeuge: ein Landwirt aus Bernbeuren (Landkreis Weilheim- Schongau). An diesem 20. Januar will der 45-jährige Bernbeurer gegen 21.30 Uhr die Türen der hofeigenen Kapelle dichtmachen. In der Kapelle sieht er zwei Personen. Kurz wundert sich der Landwirt. Die Ausgangssperre gilt noch, eigentlich ist um diese Uhrzeit niemand mehr draußen unterwegs. Er betritt die Kapelle und grüßt die beiden dunkel gekleideten Männer: „Servus“. Antwort erhält er keine. Stattdessen gehen die Männer mit hochgezogener Kapuze an ihm vorbei und verlassen das Gotteshäuschen. Es ist kalt, aber einer der beiden trägt eine kurze Opferstock-Knacker überführt Sie brachen in Kapellen und Grotten ein – auch in Tannheim Hose. Etwas verdutzt bleibt der 45-Jährige zurück und wirft einen prüfenden Blick auf Figuren und Gegenstände. Ihm fällt zunächst nichts Verdächtiges auf. Weil ihm die Situation seltsam vorkommt, geht er nach draußen. Die beiden Männer steigen in einen Wagen, am Steuer sitzt eine 20-jährige Frau. „Wären sie nicht weggefahren, hätte ich sie vermutlich gar nicht bemerkt.“ Der Landwirt notiert sich das Augsburger Kennzeichen des silberfarbenen Wagens. Als er später bemerkt, dass sein Opferstock aufgebrochen wurde, informiert er die für sein Gebiet zuständige Polizei in Schongau. Die Beamten rücken an, der Fall kommt ins Rollen. Später arbeiten die Polizeistellen in Schongau, Füssen und Mindelheim eng zusammen. Um Opferstöcke aufzubrechen, war den Tätern im Alter von 23, 22 und 20 offenbar kein Weg zu weit. Sie fuhren von ihren Wohnorten Mindelheim und Augsburg unter anderem ins West- und Ostallgäu. Sie brachen etwa in Apfeltrach bei Mindelheim und Bad Wörishofen ein und fuhren zu abgelegenen Kapellen ins Unterallgäu, außerdem über die Landesgrenze nach Musau (Reutte) und ins Opferstöcke von abgelegenen Kapellen waren beliebte Beute der Diebesbande. FOTO: SZ angrenzende Oberbayern nach Ingenried und Bernbeuren. Auch in den Landkreis Biberach machten sie einen Abstecher. Im November vergangenen Jahres wurde der Opferstock der Kapelle in der Nähe des Oyhofs in Tannheim aufgebrochen. Wie viel Geld die Täter mitnahmen, war seinerzeit unklar. Die Polizei bezifferte den Schaden auf rund 800 Euro. Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West in Kempten bestätigt auf SZ-Nachfrage, dass diese Tat ebenfalls der Serie zuzuordnen sei und wohl ein Zusammenhang bestehe. Nicht überall gelang es den drei Tätern, die Opferstöcke aufzubrechen. Auch im Fall des 45-jährigen Bernbeurers erbeuteten die Täter nichts. An einigen Tatorten hinterließen sie Zigaretten, ein Glück für die Spurensuche der Polizei. Viele Zeugen beobachteten zudem die drei jungen Leute. Die kurzen Hosen, das fremde Kennzeichen. Warum die Einbrecher so weite Strecken fuhren, lässt sich nur vermuten. Die Füssener Polizisten sehen „Geldnot, Freizeitspaß und eine Beschäftigung aus Langeweile“ als mögliches Motiv. Kopfschütteln löst der Fall auch bei der Polizei Schwaben Süd/West aus. „Bei abgelegenen Kapellen ist zumindest das Entdeckungsrisiko gering“, sagt Pressesprecher Dominic Geißler. Zeugen beschrieben zwei Männer, einer groß und schlank, einer klein und dick. Die Frau trage grüne Schuhe. Eine Suche nach dem Kennzeichen geht ins Leere: Einen silberfarbenen Seat gibt es 600- mal in Augsburg. Erst als der Hinweis des Zeugen von der Polizei Schongau nach Füssen gelangte, führte die Spur nach Mindelheim. Es handelte sich um einen Leihwagen, der Mieter war schnell ausfindig gemacht. Bis zur Festnahme vergingen nur wenige Tage. Eine Wohnungsdurchsuchung des Leihwagenbesitzers wurde genehmigt. Die Verdächtigen wurden festgenommen. Alle drei sind geständig. Marco Gmehlin, Ermittler der Polizei Füssen, der in dem Fall koordiniert, forderte bei seinen Kollegen einen geografisch aufbereiteten Lagebericht an. „Uns war klar: Die sind einfach von Mindelheim aus eine große Runde gefahren.“ Aber nicht wahllos. Bei der Wohnungsdurchsuchung und im Handy der Täter fanden Polizisten aus Mindelheim Foto-Material, das für eine Planung der Taten spricht. Mit einem Schlag waren viele einzelne Einbrüche geklärt. Die Täter sind auf freiem Fuß. „Sie haben einen festen Wohnsitz in der Gegend, sind geständig. Das ist ein übliches Vorgehen“, erklärt der Füssener Polizei-Chef Edmund Martin. Er könne sich vorstellen, dass es weitere Opfer gibt. Betroffene, die sich bislang nicht gemeldet haben, können das bei der Polizei tun. Bis zum Gerichtstermin werden wohl noch einige Monate vergehen. Wie das Strafmaß ausfällt, ist offen. „Ich könnte mir vorstellen, dass sie schon auf die zwei Jahre Strafe zugehen“, sagt Gmehlin. ANZEIGEN Kraftfahrzeugmarkt KFZ−Ankauf Kaufe Wohnmobile + Wohnwagen. 0 39 44/3 61 60, www.wm-aw.de Fa. Ab sofort ist unser Ladengeschäft nach vorheriger Terminvereinbarung geöffnet. Wir liefern auch im Umkreis oder stellen per DHL zu. Hauptstraße 8 / 88477 Schwendi Whatsapp: 0152/37215508, Tel. 07353/1333 info@miller-elektro.com www.miller-elektro.com Immobilien schwäbische.de/immo schwäbische.de/auto Fasanenweg 21 · 88410 Bad Wurzach