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Rottum Bote 07.04.2021

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Rottum Bote OCHSENHAUSEN Mittwoch, 7. April 2021 Warum in der Pandemie weniger Kinder schwimmen lernen DLRG und Bildungswerk schildern, welche Schwimmkurse in Ochsenhausen noch stattfinden und unter welchen Bedingungen Von Sybille Glatz ● OCHSENHAUSEN - Im Ochsenhauser Lehrschwimmbecken lernen weniger Kinder schwimmen. Der Grund dafür ist die Corona-Pandemie. Die Schwimmkurse werden vom Bildungswerk Ochsenhausen und von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Ochsenhausen angeboten. Doch die Pandemie führt bei den Kursen zu großen Einschränkungen. Das liegt nicht nur an der monatelangen Schließung des Schwimmbads. Auch wenn es geöffnet ist, können weniger Kinder als vorher unterrichtet werden, weil Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden müssen. Und seit Beginn der Pandemie mussten alle Kurse vorzeitig abgebrochen werden, keiner konnte bis zum Ende abgehalten werden. Und ob sich die Situation in diesem Jahr verbessert, ist fraglich. Vor Kurzem hat die DLRG Ochsenhausen den Schwimmkurs, der in diesem Frühjahr geplant war, komplett abgesagt. „Unser Ziel war es, nach Weihnachten mit dem Kurs zu starten. Dann haben wir den Beginn auf die Zeit zwischen Fasnacht und Ostern verschoben“, berichtet Cheftrainerin Susanna Kraus-Janik, die bei der DLRG Ochsenhausen für die Durchführung der Schwimmkurse zuständig ist. Nun die Absage. „Wir haben uns dafür entschieden, weil die Schwimmhalle nur bis Mai zur Verfügung steht“, sagt Kraus- Janik. Der Lockdown dauert jedoch mindestens bis 18. April. Noch nicht abgesagt hat das Bildungswerk Ochsenhausen Die Pandemie führt bei Schwimmkursen zu großen Einschränkungen. die geplanten Schwimmkurse. „Sobald das Schwimmbad wieder aufmacht, könnten wir wieder starten“, sagt Christina Pappelau, Geschäftsführerin des Bildungswerks. „Normalerweise macht die Stadt das Bad zu Pfingsten zu. Vom Ende des Lockdowns am 18. April bis Pfingsten wären das dann fünf Termine.“ Auch das Bildungswerk hat den Beginn des Kurses immer wieder verschoben. „Geplant war der Start Ende Januar“, sagt Pappelau. Dann wurde als Beginn der 1. März festgesetzt. Nun die Verschiebung auf Mitte April. Im Rückblick auf das Jahr 2020 zeigt sich sowohl beim Bildungswerk als auch bei der DLRG, dass der Lockdown immer wieder Kurse unterbrach. Die erste Unterbrechung war im Frühjahr 2020. „Anfang des Jahres startete der Schwimmkurs noch normal. Am 9. März kam dann der Stopp“, berichtet Kraus-Janik. In dem Schwimmkurs wurden 23 Kinder unterrichtet. Als am 21. September wieder ein Schwimmkurs startete, war die Anzahl der Teilnehmer fast halbiert. „An dem Kurs haben zwölf Kinder teilgenommen, mit dabei waren zwei Betreuer“, sagt Kraus-Janik. Der Grund für die geringere Anzahl an Plätzen waren Abstandsund Hygieneregeln. „Sowohl im Bad als auch in der Umkleide müssen Abstände eingehalten werden. Die Kinder hatten die Badesachen schon unter den Kleidern an, wenn sie gekommen sind. Sie haben sich nicht geduscht, sondern nur abgetrocknet. Auch die Haare wurden nicht gefönt. Damit die Haare nicht nass werden, haben wir extra Schwimmkappen besorgt“, berichtet Kraus-Janik. Das Bildungswerk ging einen anderen Weg. „Wir haben SYMBOLFOTO: DLRG die Kurse aufgeteilt zwischen Jungen und Mädchen, damit in der Umkleidekabine die Abstände eingehalten werden können“, sagt Pappelau. Zudem wurde bei den Anfängerkursen die Zahl der Teilnehmer auf acht reduziert. „Eine Person war bei den Kursen zusätzlich dabei, um zu desinfizieren und darauf zu achten, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden“, so Pappelau. Zusätzlich bot das Bildungswerk in den Herbstferien Nachholtermine an für die Kinder, die ihren Kurs im Frühjahr nicht zu Ende machen konnten. Ende Oktober 2020 folgte dann für alle Schwimmkurse die nächste Unterbrechung, die bis heute anhält. Die Folgen für die Kinder, deren Kurs frühzeitig abgebrochen wurde, beurteilen Pappelau und Kraus-Janik unterschiedlich. „Sie fangen jedes Mal von vorn an, ihnen fehlt die Routine“, sagt Pappelau. Kraus-Janik hingegen meint: „Fünf Einheiten sind besser als nichts. Die Kinder vergessen nicht alles, sie lernen das schnell wieder. Zudem kommt die körperliche Entwicklung dazu.“ Sowohl das Bildungswerk als auch die DLRG planen für den Herbst wieder Schwimmkurse. „Für den Herbst haben wir es vor“, sagt Pappelau. Das sagt auch Kraus-Janik: „Wir planen für Herbst einen Kurs. Unsere Hoffnung ist, dass die Situation dann entspannter ist.“ Für die DLRG bedeutet der Ausfall der Kurse auch weniger Geld in der Kasse. „Die Einnahmen aus den Kursen sind wichtig für uns als Ortsgruppe, um wirtschaften zu können“, sagt die Cheftrainerin. Laut Pappelau zeichnet sich für die nächsten Jahre ein Nachholbedarf ab. „Kinder, die im vergangenen Jahr mit ihrem Schwimmkurs angefangen haben, sind noch nicht fertig und es kommen schon neue nach“, sagt Pappelau. Und ein weiteres Thema beschäftigt die Geschäftsführerin des Bildungswerks: „Wir sind immer auf der Suche nach Schwimmlehrern.“ Auch beim DLRG ist die Zahl der Trainer überschaubar. „Wir haben zwei Trainer und bei einem Kurs muss immer ein Trainer dabei sein. Das ist schon limitierend“, sagt Kraus- Janik. Mit Blick auf die Badesaison mahnt sie, Kinder, die nicht sicher schwimmen können, nur unter Aufsicht ins Wasser zu lassen, auch wenn sie Schwimmflügel tragen: „Schwimmflügel bieten absolut keinen Schutz vor Ertrinken.“ Gemeinderat Ochsenhausen ● 180 neue Fünftklässler OCHSENHAUSEN (tr) - 180 neue Fünftklässler sind an den weiterführenden Schulen in Ochsenhausen und Reinstetten angemeldet worden. Bürgermeister Andreas Denzel stellte in der Sitzung des Verwaltungs-, Schul- und Kulturausschusses des Ochsenhauser Gemeinderats am Dienstag die einzelnen Zahlen vor. So gebe es für die Realschule Ochsenhausen 89 Neuanmeldungen. Für das laufende Schuljahr seien es 83 gewesen. Für das neue Schuljahr bedeute dies in Klassenstufe fünf eine Dreioder Vierzügigkeit. Drei fünfte Klassen mit 63 Schülern werde es im neuen Schuljahr am Ochsenhauser Gymnasium geben, im vergangenen Jahr waren es laut Denzel 70 Neuanmeldungen. Und die Gemeinschaftsschule Reinstetten werde mit 28 Fünftklässlern erneut zweizügig sein. Im vergangenen Jahr seien es hier noch 39 Anmeldungen für die fünfte Klasse gewesen. Leute ● Silke Meyer verlässt die Rottumtalschule Schulleiterin Silke Meyer wird die Rottumtalschule in Ochsenhausen zum Schuljahresende verlassen. Darüber informierte Bürgermeister Andreas Denzel in der Sitzung des Verwaltungs-, Schul- und Kulturausschusses des Gemeinderats am Dienstag. Sie werde an eine andere Schule wechseln, sagte Denzel, ohne konkreter zu werden. „Wir bedauern es, dass uns Frau Meyer nach relativ kurzer Zeit wieder verlässt.“ Silke Meyer wechselt an eine andere Schule. ARCHIVFOTO: T. REHM Silke Meyer hatte die Schulleiterstelle an der Rottumtalschule zum Schuljahr 2017/18 als Nachfolgerin von Karl Geßler angetreten. Wie Denzel berichtete, laufe das Verfahren zur Wiederbesetzung. Bereits ausgeschrieben gewesen sei die an der Rottumtalschule neu geschaffene Konrektoren-Stelle. Es seien jedoch keine Bewerbungen eingegangen. Wahrscheinlich werde diese Stelle nun erneut ausgeschrieben. (tr)

Rottum Bote OCHSENHAUSEN Mittwoch, 7. April 2021 Von Tobias Rehm ● OCHSENHAUSEN - Er ist einer der meistdiskutierten Punkte bei den Haushaltsvorberatungen im Ochsenhauser Gemeinderat gewesen: der Abmangel der städtischen Jugendmusikschule. Auf rund 300 000 Euro soll sich das Minus in diesem Jahr belaufen – ein Betrag, der bei den Gemeinderäten für viele Fragen sorgte. Schulleiterin Susanne Feix-Treß war deshalb in der Sitzung des Verwaltungs-, Schul- und Kulturausschusses am Dienstag zu Gast und erklärte die finanzielle Situation. Dabei sagte sie auch: „Mehr zu sparen ist eigentlich unmöglich.“ Ausgangspunkt für die Diskussionen im Gemeinderat war der Haushaltsplanentwurf, der für die Jugendmusikschule zunächst einen Abmangel von fast 370 000 Euro aufgelistet hatte. Dies wären 60 Prozent mehr als noch im Vorjahr (225 000 Euro). Nach einer abermaligen Kalkulation, in die unter anderem höhere Gebühren und Zuschüsse einflossen, beläuft sich der Abmangel für 2021 „nur“ noch auf knapp 300 000 Euro. Mit diesem Betrag verabschiedete der Gemeinderat vergangene Woche auch den Haushalt. Bereits in der Januar-Sitzung war den Mitgliedern des Kulturausschusses erklärt worden, dass die um 100 000 Euro höheren Personalkosten im Vergleich zum Vorjahr durch zwei neue Lehrkräfte, die Tariferhöhung sowie Stufensteigerungen und Deputatserhöhungen zustande gekommen sind. Außerdem waren in der 2020er-Kalkulation Personalkosten für Honorarkräfte in Höhe von 29 000 Euro vergessen worden. Am Dienstag verdeutlichte Susanne Feix-Treß, seit 2015 Leiterin der Jugendmusikschule, dass der Großteil der Ausgaben auf die Personalkosten zurückzuführen ist. 732 Schüler würden derzeit von 23 Lehrkräften unterrichtet. Fast alle Lehrkräfte hätten Tarifverträge für den Öffentlichen Dienst (TvÖD), nachdem der Gemeinderat dies gewünscht habe. Feix-Treß nahm auch kurz Bezug auf einen Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 2005, als für den Abmangel der Jugendmusikschule eine Obergrenze von 200 000 festgelegt worden war. Die Jugendmusikschule sei jedoch mit jener vor Mehr Schüler, größeres Angebot Jugendmusikschule kostet Ochsenhausen jährlich viel Geld – doch Sparpotenzial gibt es kaum Erst vor wenigen Wochen wurde an der Jugendmusikschule Ochsenhausen ein Medienraum eingerichtet. Am Dienstag stellten Schulleiterin Susanne Feix-Treß sowie Franz Habrik (l.) und Jonathan Gräter vom Freundeskreis den Gemeinderäten ihre Arbeit vor. FOTO: JUGENDMUSIKSCHULE OCHSENHAUSEN 16 Jahren nicht mehr vergleichbar. Allein die Schülerzahl sei seinerzeit mit 505 wesentlich niedriger gewesen, das Angebot heutzutage deutlich größer. Die Personalkosten hätten 2005 noch 510 000 Euro betragen, in diesem Jahr seien es 634 000 Euro. Die Schulleiterin wies darauf hin, dass dieser Betrag allein schon durch Tariferhöhungen in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Trotz des in diesem Jahr größeren Zuschussbedarfs durch die Stadt plädiere sie nicht für eine Gebührenerhöhung, sagte Feix-Treß. Sie hoffe, dass man damit in der aktuellen Lage noch ein Jahr warten könne. Zu möglichen Einsparmaßnahmen sagte sie, dass nach der Pandemie wieder mehr Gruppenunterricht möglich sei. Grundsätzlich gehe sie aber sehr pflichtbewusst mit dem zur Verfügung stehenden Geld um. Noch mehr zu sparen sei praktisch nicht möglich, irgendwann seien Grenzen erreicht. Viel Lob und Anerkennung gab es für die Arbeit der Jugendmusikschule und des Freundeskreises (s. Kasten) von den Gemeinderäten. „Wir sind froh, dass es eine solche Einrichtung in Ochsenhausen gibt“, sagte Claudia Leitritz (Freie Wähler). Weniger glücklich seien die Räte über die Höhe des Abmangels. Sie hoffe, so Leitritz, dass das Minus zumindest in der aktuellen Größenordnung gehalten werden könne. Frank Gmeinder (SÖB) lobte die Jugendmusikschule als „mit das wichtigste Angebot im kulturellen Bereich“. Aufgabe des Gemeinderats sei es, die 36 000 Euro Unterstützung in sieben Jahren Gebühren regelmäßig anzupassen. Letzten Endes sei auch klar, dass die Jugendmusikschule die Stadt Geld koste. „Dazu müssen wir uns auch bekennen.“ Renate Schlegel (CDU) erklärte wie mehrere andere Gemeinderäte, dass die Entscheidung für den TvÖD die richtige Der Vorsitzende Jonathan Gräter und der zweite stellvertretende Vorsitzende Franz Habrik stellten den Gemeinderäten außerdem die Arbeit des Freundeskreises der Jugendmusikschule vor. Nachdem Susanne Feix-Treß den Freundeskreis eingangs als „sehr wichtige Unterstützung“ bezeichnet hatte, konkretisierte Jonathan Gräter, dass der Verein die Jugendmusikschule und ihre Schüler unter anderem beim Ankauf von Leihinstrumenten sowie bei Ensemblereisen, Musikfreizeiten und Konzertreisen unterstütze. Außerdem werde alle zwei Jahre der Förderpreiswettbewerb veranstaltet. Wie Jonathan Gräter erklärte, habe der Förderverein die Jugendmusikschule seit 2015 mit knapp 36 000 Euro unterstützt. Franz Habrik betonte, dass der Freundeskreis einen „kleinen Beitrag zu mehr Chancengleichheit“ leisten wolle. Mit „einiger Besorgnis“ habe er im Übrigen die Diskussionen über eine mögliche Gebührenerhöhung vernommen. „Wir halten eine Gebührenerhöhung derzeit für nicht angebracht“, sagte Habrik. Generell müsse die Stadt Ochsenhausen auch bei den „weichen Standortfaktoren“ etwas bieten. „Dazu gehört die Jugendmusikschule.“ (tr) gewesen sei und folgerichtig höhere Personalkosten entstünden. Susanne Feix-Treß habe vermittelt, dass der Umgang mit den vorhandenen Ressourcen „äußerst sorgsam“ erfolge. Insofern könne sie mit einem Abmangel in dieser Höhe leben, sagte Schlegel. Auch Alexander Weiß (CDU) erklärte, ein Abmangel in dieser Höhe sei „mehr als gerechtfertigt“. Einmal mehr tauchte auf Nachfrage von Peter Schoch (Freie Wähler) das Thema auf, dass umliegende Gemeinden, deren Kinder Musikunterricht in Ochsenhausen bekommen, sich finanziell nicht beteiligen. Susanne Feix-Treß erklärte, sie sei über die auswärtigen Schüler dankbar. Außerdem zahlten diese höhere Beiträge. Und Amtsleiter Michael Schmid- Sax wiederholte, dass eine Beteiligung jener Gemeinden, deren Schüler die Jugendmusikschule besuchen, wünschenswert wäre. „Aber diese Bereitschaft war bislang nicht da, bei uns kam kein einziger Euro an.“ Ehe der Gemeinderat den Bericht der Schulleiterin zustimmend zur Kenntnis nahm, fasste Bürgermeister Andreas Denzel zusammen: „Wir haben eine qualitativ sehr gut aufgestellte Jugendmusikschule, die auch effizient geführt wird.“