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Rottum Bote 06.11.2019

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Sonderveröffentlichung

Sonderveröffentlichung EINBRUCHSCHUTZ Kriminalpolizei Biberach Nachrüstung kann helfen Die dunkle Jahreszeit ist da und mit ihr die erhöhte Gefahr eines Wohnungseinbruchs. Denn im Gegensatz zum Sommer lässt sich für Diebe im Winter wunderbar beurteilen, ob ein Haus momentan bewohnt ist oder nicht. Doch was kann man tun, um sich gegen Einbrüche zu schützen? Linda Leinecker hat mit Klaus Fensterle, kriminalpolizeilicher Berater des Polizeipräsidiums Ulm, Referat Prävention, gesprochen. können andere Beschläge mit hochwertigem, gehärtetem Stahl und Sicherheitsschließstücke Fen verbaut werden. Auch abschließbare Fenstergriffe sind empfehlenswert. Denn selbst wenn der Täter über das Fenster in das Gebäude will, kann er so den Griff nicht drehen. Was Türen betrifft, kann man diese mit Mehrfachverriegelungen oder Querriegelschlössern, die sich von außen und innen absichern lassen, nachrüsten. Herr Fensterle, wie gehen die meisten Einbrecher denn vor, um ins Haus zu kommen? Klaus Fensterle. FOTO: LINDA LEINECKER Fensterle: Die Hauptvorgehensweise ist nach wie vor das Aufhebeln. Mithilfe eines großen Schraubenziehers wird meist auf der rückwärtigen Seite des Gebäudes versucht, Fenster oder Terassentüren aufzuhebeln. Manchmal haben wir auch den Fall, dass der Täter das Glas einschlägt. Nicht großflächig wie zum Beispiel in Actionfilmen gern gesehen, sondern punktuell, um durch das Loch durchzufassen und dann den Fenstergriff zu drehen. Aber die bereits geschilderte Aufhebel-Methode kommt weit öfters vor. Fast 80 Prozent der Einbrüche werden so begangen. Was für Schwachstellen am Zuhause gibt es, auf die Einbrecher besonders fixiert sind? Die Fensterbeschläge, also die Verbindung zwischen Fensterflügel und Rahmen zum Beispiel. Bei Neubauten ist es oft so, dass keine einbruchssicheren Fensterschläge verbaut , Ein Einbrecher hebelt ein Fenster auf. sondern nach wie vor die einfachsten Rahmenschließteile verwendet werden, die allerdings keinen großen Widerstand gegen Aufhebeln leisten. Auch der Griff kann eine Schwachstelle sein, speziell bei einem Angriff über die Glasscheibe. Was zusätzlich oft außer Acht gelassen wird, sind Nebeneingangstüren wie zum Beispiel Kellertüren. Da man diese nicht so prominent sieht wie etwa Haustüren, wird nicht so sehr an die Sicherheit von den Kellertüren gedacht. Eine FOTO: DANIEL BOCKWOLDT weitere Schwachstelle sind Gebäude, an denen Garagen angebaut sind und dadurch Zugang zum Haus für die Einbrecher besteht, weil die Verbindungstür zwischen Garage und Wohnung sehr häufig keinen erhöhten Einbruchsschutz bietet. Was können Bewohner tun, um sich optimal gegen solche Übergriffe zu schützen? Es ist möglich, den bestehenden Baubestand zu verbessern. In der Nachrüstung der Fenster Bei Altbauten genügt oft ein Fußtritt und die Tür ist offen.. Wir von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle empfehlen, nur geprüfte und zertifizierte Produkte zu verwenden und diese von Handwerkern installieren zu lassen. Es gibt dafür eine Errichterliste von Handwerksbetrieben. Diese müssen extra eine Schulung absolvieren, um auf dieser Liste geführt zu werden. Die Errichterliste ist ebenso wie die Herstellerliste, die Hersteller aufzeigt, die zertifizierte Produkte anbieten, für jeden im Netz auf www.polizei-bw.de, Menüpunkt-Prävention, oder www.k-einbruch.de einsehbar. schwäbische.de/immo

Sonderveröffentlichung EINBRUCHSCHUTZ Kriminalpolizei Biberach Polizei bietet kostenlose Beratung an Klaus Fensterle im Gespräch. Wie sieht es mit den Kosten aus? Fensterle: Dazu kann ich keine allgemeine Aussage machen. Es kommt immer auf das Objekt an, das gesichert werden soll. Bei unterschiedlichen Größen variieren natürlich auch die Kosten. Jeder muss selbst entscheiden, ob und wenn ja, wieviel er in seinen Einbruchsschutz investieren möchte. Wenn Einbrecher ins Haus kommen, ist es Tatsache, dass sie die Küche, das Bad und das Schlafzimmer am häufigsten aufsuchen, die intimsten Bereiche eines Menschen also. Die materiellen Folgen eines Einbruchs sind oftmals schlimm, aber die psychische Belastung für die Geschädigten ist weitaus gravierender. Was tun Sie im Bereich Wohnungseinbruch , um die Leute für das Thema zu sensibilisieren? Ein Fenster ist oft leicht aufzuhebeln. FOTO: FRANK RUMPENHORST Dies gilt es zu verhindern. FOTO: WWW.BILDERBOX.COM Wir halten unter anderem Vorträge und machen nach Terminvereinbarung kostenlose Beratungen vor Ort beim Bürger, um ihn auf die Schwachstellen seines Gebäudes hinzuweisen. Bei der Analyse bekommt der Bürger außerdem eine Informationsbroschüre von uns, die sicherungstechnische Produkte aufführt. Gemeinsam mit den Bewohnern des Hauses schauen wir also gleich nach Maßnahmen für die konkrete Sicherung des Gebäudes. Da dies eine gesamtpolizeiliche Aufgabe ist, zeigt die Polizei erhöhte Präsenz in der dunklen Jahreszeit vor Ort, um die Sicherheit der Bürger zu gewähren. Haben Sie zum Abschluss noch generelle Tipps, die jeder beachten sollte, um nicht in der dunklen Jahreszeit ausgeraubt zu werden? Am besten lässt man das Gebäude in der dunklen Jahreszeit immer beleuchtet, wenn man es verlässt, um es bewohnt erscheinen zu lassen. Dazu kann man zum Beispiel auf TV-Flackerlicht zurückgreifen oder Lichtquellen in verschiedenen Räumen. Fenster und Türen müssen abgeschlossen werden. So kann man beispielsweise den Nachbar bei eigener längerer Abwesenheit bitten, den Briefkasten zu leeren oder die Jalousien zu betätigen. Verdächtige Beobachtungen im eigenen Wohngebiet sollten an die Polizei mitgeteilt werden. Wir sind dankbar für Hinweise aus der Bevölkerung. Am Donnerstag, 7. November, 19 Uhr, hält Klaus Fensterle im Pfarrhaus in Mittelbiberach einen Vortrag zu diesem Thema.