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Leutkirch hat was 25.03.2020

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Leutkirch hat was Leutkirch hat was 25. März 2020 6 Besonderes Geschwistertreffen mit Verwandten aus Brasilien LEUTKIRCH - Vor einiger Zeit fand anlässlich des 80. Geburtstages von Willi Hermann ein besonderes Familientreffen statt: Alle fünf noch lebenden Geschwister, davon vier Schwestern aus Leutkirch, Schloß Zeil und Gebrazhofen sowie ein Bruder aus Berlin kamen zusammen, um zu feiern. Aus Brasilien reisten zwei Verwandte an und alle waren glücklich, sich teils mit 70- und 80-Plus gesund wieder zu sehen und gemeinsam feiern zu können. Von den insgesamt acht Hermann-Geschwistern sind zwei Brüder in jungen Jahren verunglückt. Die Geschwister hatten drei Onkels, bzw. Brüder der Mutter, geb. Mayer aus Urlau, die in den 1920er- Jahren nach Brasilien und Südafrika wegen Brot und Arbeit ausgewandert sind. „Wir hatten nicht viel in unserer Kindheit, aber wir hatten die Post und die Briefmarken von den Onkels, da waren wir sehr stolz drauf und zeigten sie unseren Freunden“, erzählen die vier Schwestern, die alle noch hier wohnen: Marlene Vögel und Hilde Koros aus Leutkirch, Hannelore Hildebrand aus Schloß Zeil und Ilka Beckers aus Gebrazhofen. Cousins finden sich wieder Doch der Kontakt zu den beiden Onkels mit Familien in Brasilien brach nach dem Tod der Eltern Hermann ab, nur der Wohnort blieb in Erinnerung: Porto Alegre an der Atlantikküste. Durch Zufall und mit einer großen Portion Glück fanden sich in den 90er-Jahren Cousins und Cousinen wieder. Der Mann von Ilka Beckers hatte einen Cousin, der eine Brasilianerin geheiratet hatte. Deren Schwester wohnte zufällig in Porto Alegre, forschte nach den Mayer-Nachkommen und fand sie! Dieser Kontakt führte in Brasilien zu neuen Freundschaften und sogar zu einer Heirat. Ein nicht alltägliches Ereignis: Zum 80. Geburtstag von Willi Hermann (li. hinten) kamen seine fünf Geschwister zusammen. (Vorne von re.) Ilka Beckers, Marlene Vögel, Hilde Koros, Hannelore Hildebrand und Bruder Hans aus Berlin. Fotos: C. Notz Viele Fotoalben wurden geblättert und Erinnerungen wachgerufen. Aus Brasilien waren Cousine Marlene (3. v. re.) und ihr Mann Airton (3. v. li.) angereist. Familienbild der Hermanns aus Leutkirch, aufgenommen1948 von Foto Wagner. 1994 kam es zu dem ersten Treffen der Mayer- und Hermann-Cousinen und Cousins mit Angehörigen. In der Mitte zwischen Berlin (Bruder Hans Hermann) und dem Allgäu, wo die anderen Geschwister wohnten, wurde in Mainz ein großes Wiedersehen gefeiert. „Damals lebte noch unsere Tante Lina Bellmann, geb. Mayer, aus Urlau“, erzählen die Hermann-Schwestern. 1995 reisten die Schwestern Marlene, Ilka und Hilde zum ersten Mal nach Brasilien zum Gegenbesuch zu Cousine Marlene Mayer-da Consta und ihrem Mann Airton, um alle Verwandten kennenzulernen. Im Jahr 2000 ging auch Hannelore mit nach Brasilien. Die gegenseitigen Besuche stärkten den Kontakt zu den Blutsverwandten in Südamerika, auch für die nächsten Generationen. Seit der Auswanderung schon die dritte, denn Marlene als älteste „Hermann“ hat 10 Enkel und 7 Urenkel, ihre Cousine Marlene hat drei Kinder und zwei Enkel in Brasilien. So kamen zum 80. Geburtstag von Willi Hermann alle sechs Geschwister zusammen, Marlene und Airton von Porto Alegre, die brasilianische Schwägerin Jacinta (Cousin Beckers) und man feierte in der Allgäu-Finca, wo mit Steffi auch eine „Nachkommin“ wohnt. Jeder brachte Fotos mit und auch die kleinen schwarzweiß Fotos mit Zackenrand der beiden ausgewanderten Onkels machten immer wieder die Runde. Zwei Wochen lang haben alle jede Minute des Wiedersehens genossen. Hans, der schon 50 Jahre in Berlin lebt und dort als Koch tätig war, kam nur für wenige Tage, doch alle hoffen auf ein Wiedersehen. Die „Brasilianer“ sprechen noch etwas deutsch auf eine Art, wie es etwa zur Jahrhundertwende klang. Ab 1940 verbot die brasilianische Regierung, dass man deutsch spricht, aber zu Hause konnte man es keinem verbieten. Wie es auch sei, diese Verwandten verstehen sich auch ohne Worte, mit Herz und Seele, und ein bisschen deutsch und portugiesisch geht immer. Carmen Notz Abendstimmungen am Ellerazhofer Weiher von Robert Heinle Immer wieder schicken uns Leser von „Leutkirch hat was!“ schöne Stimmungsbilder, Besonderheiten oder Kurioses und versorgen uns mit schönen Nachrichten, die wir gerne veröffentlichen. Dafür ein herzliches Dankeschön, auch für diese fantastischen Abendstimmungen im März, die sicher alle Leser erfreuen. / cno Von Willerazhofen aus geht der Blick über den Weiher und zum Bregenzer Wald. Die Farben des Himmels spiegeln sich im Weiher. Fotos: R. Heinle Blick zu den Schweizer Bergen mit dem Säntis- und Altmann-Massiv in der Mitte, dahinter ein goldener Abendhimmel.

7 Leutkirch hat was 25. März 2020 Leutkirch hat was Die Stunde der Zuckerhasen bei Stöhr: Alles geht Hand in Hand Alles geht im Minutentakt, Hand in Hand, die frisch gegossenen Zuckerhasen kommen fast fest aus der Form und können aufrecht stehen. Fotos: C. Notz Karl-Eugen Stöhr muss die Masse bei 160 Grad von der Flamme nehmen. Die heiße Butter-Zucker-Masse leert man vom Kupferkessel in die Form. LEUTKIRCH - Familie Stöhr betreibt ihre Konditorei mit Cafe in dritter Generation, und gut 100 Jahre alt ist die Tradition des Hauses, zum Osterfest eine große Schar von Zuckerhasen in verschiedenen Größen herzustellen. In Rot und Karamell stehen sie eingetütet und glänzend da, um bald in einem Osternest zu strahlen. Margit und Karl-Eugen Stöhr sowie Konditorgesellin Jannice Martin stehen in der Backstube bereit, jeder auf seinem Posten. Auf dem Gasherd kocht die Zuckermasse mit Bourbon-Vanille. Nach und nach kommt Butter dazu. Die kalten Osterhasenformen liegen bereit. „Die ganz alten Formen von meinem Opa Michael sind noch aus Eisen, später kam Zinn und Aluminium“, erklärt Konditormeister Stöhr, der auch die Zuckerhasen- Rezeptur vererbt bekommen hat. Bei genau 160 Grad nimmt er die ockerfarbene kochende Masse im Kupferkessel vom Herd, seine Frau Margit gießt sie in die vorher geölten Hasenformen und stellt sie dann aufrecht auf ein Gestell, damit die restliche Zuckermasse ablaufen kann. Karl-Eugen Stöhr schneidet dann die Fläche unten wieder glatt, damit die Hasen stehen. Jannice ist auf „Position 3“, sie klappt die Formen nach kurzer Zeit auf und holt die fertigen Hasen heraus. Erst die kleinen, dann die größeren, weil die länger zum Abkühlen brauchen. Die hübschen Figuren bekommen von ihr eine Glanzlackierung mit Olivenöl und erkalten schnell am offenen Fenster. Margit Stöhr tütet die Hasen, Hühner und Küken gleich ein, damit sie nicht klebrig werden. Und schon bald kocht die Zucker-Butter-Masse erneut auf, der Ablauf beginnt von vorne. Den größten Hasen muss man besonders behutsam behandeln. Wie Gold glänzen die eingeölten Hasen und müssen auch schnell eingetütet werden. Mit Schleifchen verziert gehen Hunderte von Hasen zu Kunden aus nah und fern. Karl-Eugen Stöhr hat schon in seiner Jugend bei Vater Walter mitgeholfen, jeder Handgriff sitzt, mit seiner Frau zusammen macht er dieses kunstvolle Handwerk seit mehr als 40 Jahren. Alles geht Hand in Hand. „Wenn der Ablauf nicht stimmt, stirbt der Zucker, er kristallisiert aus und die Hasen würden trübe erscheinen“, erklären die Stöhrs. So geht es circa zwei Stunden lang und das immer an einem Mittwoch in den Wochen vor Ostern. In einer Woche werden die roten Zuckerhasen (Farbe durch Himbeersaft) gegossen, in der nächsten die Karamell-Vanille-Hasen. Es entstehen Hunderte von Figuren, von einem bis zu 50 cm Höhe. Der größte Hase hat sogar drei Formenteile und wird zum Gießen mit einer Schnur zusammengebunden. Bei ihm „hat es heikel“ mit dem Lösen aus der Form. Es gibt Hasen mit Korb, mit Eiern oder mit einer Sektflasche. Ein Hase reitet auf einem Storch. Alle Motive sind sehr alt, aus der Vor- und Nachkriegszeit, die Opa Stöhr 1931 mit nach Leutkirch brachte. Familie Stöhr ist in der Region die einzige Konditorei, die sich „diese Arbeit“ macht. Carmen Notz Osterkerzen-Verkauf erst nach Ostern LEUTKIRCH (Lhw) - Die diesjährige Osterkerzenaktion, wobei rund 40 Frauen aus Leutkirch, Wuchzenhofen und Herlazhofen an die 1000 Kerzen von Hand gestaltet haben (wir berichteten in der letzten Ausgabe), kann erst dann stattfinden, wenn wieder Gottesdienste in den Kirchen erlaubt sind, also nicht schon ab Palmsonntag. Der Erlös geht an Kinder-, Jugend- und Waisenprojekte in Ostafrika. Im Bild sind besonders gestaltete Kerzen in geringer Anzahl von Herlinde Schmidt, Adrazhofen. Foto: Privat Leergutmangel durch Mineralwasser - Hamsterkauf befürchtet Noch ist es nicht soweit, wie im Sommer vor zwei Jahren, als es so heiß war und das Leergut von Mineralwasserflaschen knapp wurde. Nun scheint es wieder ähnlich zu werden. Durch die Hamsterkäufe von Wasser aufgrund der Corona-Krise, das wohl erst mal gehortet wird, könnte es wieder zu einem Leergutengpass kommen. Daher bitten die Getränkehändler, nach und nach Leergut zurückzubringen. Einen Versorgungsengpass müsse keiner befürchten. / cno