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Leutkirch hat was 02.12.2020

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Leutkirch hat was Leutkirch hat was 2. Dezember 2020 6 Zeitzeugen berichten: Kinderlandverschickung ins Allgäu LEUTKIRCH – Wie kommt man auf dieses Thema der KLV (Kinderlandverschickung), wann war das und wer war betroffen? Das sind Fragen, die sich beim Buchtitel „Heimkommen“ stellen. In den Kriegsjahren 1942/43 verschickte man Kinder z.B. aus dem „Ruhrpott“ in sichere Gebiete, wie nach Süddeutschland, aufs Land zu Bauernhöfen, u.a. nach Urlau. Schicksale mit Heimweh, aber auch mit Lebensglück und neuen Existenzen im Allgäu werden nun erstmals von Joachim Schwarz veröffentlicht. Bekannt als Buchautor von „Hinat und Dinat“ hat sich der Alltags- und Weltenradler Joachim Schwarz aus Urlau diesem Thema gewidmet, nachdem ihn Hermann Rittermeier (*1936) bereits zum Advent 2014 angesprochen hatte, man könne auch mal eine Geschichte über ihn schreiben, bzw. über die Kinder, die vom Rheinland mit dem Zug ins Allgäu geschickt wurden, als Bombenhagel der Alliierten im Ruhrgebiet drohte. Er habe sich damals freiwillig gemeldet, als es in der Schule hieß: „Wer von Euch will weg hier?“ Die Eltern waren entsetzt, doch letztendlich saß er mit vielen anderen Schulkindern der Geburtsjahre 1932 bis 1938 in einem Sonderzug, der von Duisburg nach Herbertingen fuhr, und von dort Richtung Isny. Dann teilte man die Kinder auf in verschiedene Landstriche, wo sich Familien gemeldet hatten, die Kinder aufnehmen konnten, meist auf Bauernhöfen, nach dem Motto: „Den bringa mr au no durch“. Rittermeier kam auf den Baurawanger-Hof nach Urlau und ging nach dem Krieg wieder zurück. Er lebt jetzt in Düsseldorf. Original-Plakat des Naziregimes zur Kinderlandverschickung Anfang der 40er-Jahre zum Schutz der Kinder. Joachim Schwarz begann nach Leuten zu suchen, die im Rahmen der KLV noch im Raum Urlau gelebt hatten oder geblieben sind und sich ein neues Leben aufgebaut hatten. Bei Familie Brack in Haselburg wurde er fündig. Hier lebte Josef Scherkl als Kind. Später hat er alle seine Erinnerungen aufgeschrieben und auch die bäuerlichen Abläufe exakt wiedergegeben. Scherkl ging zurück in den Pott und lebt in Moers. So wie er waren diese Kinder bis 1946/47 in der Fremde, doch den meisten gefiel es auf den Höfen mit den Tieren, obwohl sie auch mithelfen mussten. Nach der Währungsreform kehrten viele Kinder zurück in ihre eigentliche Heimat oder wurden von den Eltern heimgeholt. Christl hat eine Existenz aufgebaut Im Kreuzthal fand der Agrarwissenschaftler und Fachschullehrer Joachim Schwarz ebenfalls jemanden. Der jetzige Ferienhof Schad kurz vor Eisenbach hatte damals die junge Christl Stötter aufgenommen. Viele kennen sie als ehemalige Wirtin vom Batschen, später eröffnete sie das Gasthaus Rote Flüh im Kreuzthal. Mit Sonderzügen ging es dann nach Süddeutschland, auch nach Leutkirch- Urlau, von dort wurden die Kinder auf Bauernhöfe „verteilt“. Sie ist inzwischen verstorben, doch Walli Schad wusste noch vieles über die Zeit mit Christl. Als vierte Person hat der Autor eine Sigrid Mosler ausgemacht, die einst auf dem Schwenkhof in Missen war und das Kriegsende mit dem „hochbrisanten Muna-Geschehen“ erlebte. Sie wohnt jetzt in Thuine in Niedersachsen, wo Schwarz sie zum Interview besuchte. Und sogar eine nicht unbekannte Leutkircherin, Wiltrud Ehrlenspiel, wurde als Stuttgarter Kind in den sicheren Süden geschickt, zur Großtante nach Leutkirch, wo sie über internationale Umwege dann auch schließlich geblieben ist. Auch die Sicht eines Zeitzeugen aus Urlau sollte im Buch erscheinen und dafür konnte der Autor Paul (Elektro) Breins gewinnen. „Zudem war noch einiges im Ortsarchiv vorhanden“, erzählt Joachim Joachim Schwarz suchte die Kinder dieser Zeit auf, recherchierte und schrieb darüber das Buch „Heimkommen“. Schwarz, der insgesamt sechs Jahre lang recherchiert hat. Die „Pott-Kinder“ kannten sich untereinander nicht, außer man begegnete sich mal zufällig in Urlau in der Kirche, falls man überhaupt auf das Thema der Herkunft kam. Geschrieben hat Schwarz sein Buch „Heimkommen“ von März bis Oktober in der „Corona-Zeit“ 2020. Der Einband ist in Rosa-Pink gehalten, weil dies die Farbe der damaligen Bekanntmachungen war, wie das Plakat „Luftnotgebiete: Kein Platz für Kinder“ (Foto links oben). Joachim Schwarz hätte gerne sein Buch in einer öffentlichen Lesung vorgestellt, was aber derzeit nicht möglich ist. Kaufen kann man es im Leutkircher Buchhandel, bei Papier Wagenseil, im Buchladen Bad Wurzach, bei Buchhandlung Mayer in Isny und bei ihm privat in Urlau sowie in der Genussmanufaktur. Carmen Notz ANZEIGEN HEIZUNGSANITÄRKACHELOFEN FEUERTAG im Advent Winterzeit - Kuschelzeit - Kachelofenzeit - nehmen Sie sich Zeit · · Immobilienmarkt Zur Eisenschmiede 8 | Weitnau-Hofen Tel. 08375/93090 www.fugel.de SCHAUSONNTAG am 6. Dezember 2020 von 10-16 Uhr unter Einhaltung der aktuellen Hygienerichtlinien

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