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Rottum Bote 14.12.2022

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Rottum Bote

Jeden Mittwoch in 14.900 Haushalten Mittwoch, 14. Dezember 2022 Die Wochenzeitung der Schwäbischen Zeitung für Ochsenhausen, Illertal und Umgebung Piéla-Bilanga: 40 Jahre für ein besseres Leben Wie viele (kleine) Menschen aus Oberschwaben das Leben der Menschen in Burkina Faso verändert haben OCHSENHAUSEN - Seit über vierzig Jahren engagieren sich die Mitglieder des Fördervereins Piéla-Bilanga Ochsenhausen für die Region im Nord- Osten des westafrikanischen Landes Burkina Faso, ehemals Obervolta. Das war Anlass für einen gelungenen Jubiläums- Empfang mit vielen Besuchern im Katholischen Gemeindehaus in Ochsenhausen. Besondere Gäste waren zwei Besucher von der Partnerorganisation „Association Piéla-Bilanga (APB)“ aus Piéla. Zum einen Frau Diami Esther Tiabonou, die langjährige Assistentin (seit 27 Jahren) und „gute Seele“ der Vereinigung „zur sozialen und ökonomischen Entwicklung des Departements“ und zum anderen Herr Josué Ouoba, der hauptamtliche “Coordinateur“ (Geschäftsführer) und wichtigste Mann der APB. Seit über zwanzig Jahren garantieren sie, neben den ehrenamtlichen Mitgliedern der APB in Burkina Faso für die korrekte, überprüfbare Umsetzung der Gelder. Danke für Zusammenarbeit und Bitte um Fortführung Josué Ouoba spricht in seiner Ansprache direkt die Mitglieder an: „Sie haben dazu beigetragen das Gesicht von Piéla – Bilanga zu verändern“ Er zählt die Investitionen und Aktivitäten auf: 27 öffentliche Grundschulen, 5 Sekundarschulen, 11 zusätzliche Klassenräume, 57 funktionierende Tiefbrunnen, 80 Lehrerwohnungen, weiter Schullatrinen, Schulrenovierungen die Trinkwasserversorgung für die Stadt Piéla, der Bau von Getreidelagern, die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen, von Frauen, Jugendlichen, von Bauern, die Förderung der reproduktiven Gesundheit. „“Merci, merci, merci“. Er Erwin Wiest (Vorsitzender Piéla - Bilanga) erhält Geschenk von Josué Ouoba (Koordinator APB) FOTO: (C) RALPH STERN bittet die Mitglieder und Spender, sich weiter zu engagieren. Gründung des „Fördervereins Schulen für Piéla“ am 25. November 1982 Der Vorsitzende Erwin Wiest ging in seiner Ansprache auf den Beginn der Erfolgsgeschichte, den er selbst miterleben hat: der junge Forstwirt Roland Reck geht 1979 als Entwicklungshelfer in den Norden des westafrikanischen Landes Obervolta in ein Aufforstungsprojekt. Seine Eltern Erich und Trudl Reck besuchen ihn dort. Dabei lernen sie die Missionarin und Krankenschwester Irmgard Siefert kennen. Diese arbeitete in einer Gesundheitsstation im Sahel-Städtchen Piéla, das von der deutschen Missionsgesellschaft betrieben wird. Schwester Irmgard bittet die deutschen Besucher um Hilfe für eine „Mädchenschule“ und diese erinnern sich an einen Auftrag den ihnen der Stadt- und Kreisrat Gustl Alger mitgegeben hatte: „Gucket au, wo ma helfe ka“. Aus der „Mädchenschule“ werden im Laufe der vierzig Jahre 35 Schulen, 60 Tiefbrunnen, die Trinkwasserversorgung von Piéla, zahlreiche Projekte für Frauen, Behinderte und vieles mehr. Aus 5.000 Mark werden 4,5 Millionen Euro. In diesem Betrag ist auch die Förderung von öffentlichen Stellen, hauptsächlich des BMZ in Höhe von 2 Millionen Euro enthalten. Weiter enthalten die Zahlen auch die Projekte, die direkt über die Protestantische Kirche des Gourma- Landes umgesetzt wurden. Neben der Mädchenschule sind dies die Private Protestantische Primarschule, das Lycée und in jüngster Zeit eine Vorschule. Erich Reck wird 1982 Vorsitzender und bleibt es 32 Jahre lang bis 2014. „Piéla und Erich Reck das ist eins, das eine ist ohne das andere nicht denkbar“. Erwin Wiest wird sein Nachfolger. Schon bis dahin hatte er sich als „M. le vice-président“ um die Projekte in Piéla und Bilanga gekümmert. Auch auf der Position des Kassiers und Finanzverwalters habe es in der ganzen Zeit nur einmal einen Wechsel gegeben. Seit jetzt dreißig Jahren wird das Amt in „unbestechlicher“ und unnachahmlicher Weise von Werner Altvater begleitet. Zahlreiche Aktionen erbringen die Mittel Insbesondere durch Mitgliedsbeiträge und Spenden, auch von Stiftungen, die Teilnahme am Weihnachtsmarkt in Ochsenhausen, der Mango-Aktion, Zahngoldspenden, Weihnachtsaktionen der Schwäbischen Zeitung, „Charity“-Aktionen von Schulen, Betrieben und Organisationen, kommen um die 80 bis 100 Tausend Euro pro Jahr zusammen. Weiter aufgestockt durch die Förderungen des BMZ waren das Engagement mit den vielen Maßnahmen in Piéla und Bilanga möglich geworden. Mit einem großen „Danke – Grand merci- Twen twendli“ bedankte sich Erwin Wiest bei allen Akteuren. Eine Erfolgsgeschichte der Entwicklungszusammenarbeit In ihren lobenden Grußworten betonen dies auch Bürgermeister Andreas Denzel und Pfarrer Jörg Martin Schwarz und die stellv. Vorsitzende Claudia Weiß der Evangelischen Kirchengemeinde Ochsenhausen. Die Vorsitzende des „Freundeskreises BAREKA“ aus Untergruppenbach, Susanne Langer, hob vor allem die freundschaftliche Zusammenarbeit der beiden Vereine hervor. Seit über zwanzig Jahren kooperieren die zwei Vereine in beispielhafter Weise, der FPB baut Schulen, der Verein aus Untergruppenbach bei Heilbronn erstellt die Tief-Brunnen auf den Dörfern, baut Familien-Latrinen und engagiert sich in landwirtschaftlichen Projekten. So profitiere die Bevölkerung von sich ergänzenden Aktivitäten. Ein viel gelobte und gelungene 40-Jahr-Feier Eine Trommlergruppe (ohne Namen), aus den Regionen, Oberschwaben, Bodensee und dem Allgäu unter der Leitung ihres Lehrers Amidou aus dem Senegal, erzeugte durch afrikanische Rhythmen und ihre ansteckende Begeisterung eine fröhliche und ausgelassene Stimmung, so dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch lange bei Sekt, Wein und Bier zusammenblieben, sich austauschten und sich so manche Anekdote erzählten. Zum allseits gelobten Fest hat sicher das leckere Snack-Buffet mit beigetragen, das durch ein Team von Frauen und Mitglieder im Umfeld des Vereins hergerichtet wurde. Der Förderverein Piéla- Bilanga Ochsenhausen e.V. engagiert sich mit 300 Mitgliedern seit 40 Jahren in den Kommunen Piéla und Bilanga im westafrikanischen Burkina Faso. In der Zeit wurden über 35 Schulen für zehntausende von Schülerinnen und Schüler erstellt, 60 Brunnen gebohrt, die Trinkwasserversorgung von Piéla errichtet und unzählige kleinere Maßnahmen umgesetzt. In der jüngeren Vergangenheit kommt es in Burkina Faso fast täglich zu Überfällen auf Rathäuser, die Polizei und das Militär, Schulen werden geschlossen, Menschen werden bedroht und haben Angst. Auch Bilanga und die Dörfer im Busch sind davon betroffen. Weitere Informationen über die Situation und aktuellen Aktivitäten gibt es auf der Webseite des Vereins: www.piela.de.

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