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Biberach kommunal 12.10.2022

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Biberach kommunal

BIBERACH KOMMUNAL Amtliches Mitteilungsblatt der Stadt Biberach | Mit den Teilorten Mettenberg, Ringschnait, Rißegg und Stafflangen Nr. 36 | 12. Oktober 2022 Beim Biberacher Bürgertag werden drei Personen ausgezeichnet – Beispiele für echte Bürgerschaftlichkeit Kurt Diemer für seine Lebensleistung geehrt Beim Biberacher Bürgertag sind am vergangenen Samstag eine Frau und zwei Männer ausgezeichnet worden, „die durch ihren Einsatz das Leben in unserer Stadt unheimlich bereichern und die auf ganz unterschiedliche Weise dazu beitragen, dass Biberach ein lebenswerter Ort ist und bleibt.“ So formulierte es Erster Bürgermeister Ralf Miller in seiner Begrüßung in der Stadthalle. Die Rede war von Dr. Kurt Diemer, der die Bürgermedaille erhielt, von Ingeborg Mock und Andreas Schröder, die beide mit der Bürgerurkunde ausgezeichnet wurden. „Ich denke, es ist in Zeiten wie diesen wichtiger denn je, dass wir uns einen Abend Zeit nehmen, um das Thema der Bürgerschaftlichkeit, des bürgerschaftlichen Engagements ins Zentrum zu rücken“, sagte Ralf Miller. Bürger zu sein, sei strenggenommen nicht nur eine Formalie, es sei ein Ehrentitel. Angesichts der kommenden Herausforderungen brauche es Bürgerinnen und Bürger in diesem Sinn, Bürger mit Herz und Hirn. Daher sei es wichtig und richtig, drei solche Menschen zu ehren – drei Beispiele für echte Bürgerschaftlichkeit. Die höchste Auszeichnung des Abends erhielt Dr. Kurt Diemer: die Bürgermedaille, die nur an zehn lebende Personen gleichzeitig vergeben werden kann. Kurt Diemer sei ein Historiker mit Leib und Seele und einer großen Portion Herzblut für seine Biberacher Heimat, sagte Ralf Miller in seiner Würdigung. Kurt Diemer selbst habe einmal gesagt, es sei immer schon sein Wunsch gewesen, einmal als Archivar und Historiker in Biberach arbeiten zu können und er empfinde es als großes Geschenk, dass er ihm erfüllt worden sei. So war Kurt Diemer der erste hauptberufliche Archivar der Stadt und zeitweise in Personalunion Leiter des Museums. Nach seinem Wechsel zum Landratsamt 1973 habe er dort das Kreisarchiv aufgebaut, das zu den ersten im ganzen Land gehörte, und er sei wissenschaftlicher Für seine „großartige Lebensleistung“ ist Dr. Kurt Diemer vom Ersten Bürgermeister Ralf Miller mit der Bürgermedaille der Stadt Biberach ausgezeichnet worden. Leiter des Kreisfreilichtmuseums in Kürnbach und später dessen Gesamtleiter gewesen. Kurt Diemer sei keineswegs nur hauptberuflicher Nine-to-Five-Historiker in und um Biberach gewesen, fuhr Miller fort. Seine große Leidenschaft für die reiche Geschichte seiner Heimat, sein Eifer, diese Geschichte zu erschließen, zugänglich zu machen und für kommende Generationen zu bewahren, hätten auch seine Freizeit in einem enormen Maße geprägt. Bereits ab 1969 war Dr. Kurt Diemer Ausschussmitglied des Kunstund Altertumsvereins Biberach, der 1974 zur „Gesellschaft für Heimatpflege“ umbenannt und dessen Bezugspunkt auf den Landkreis Biberach erweitert wurde. In dieser Gesellschaft sei Kurt Diemer auf vielfältige Weise tätig gewesen. So gehörte er bis 2010 dem Vorstand an und war seit 1980 Schriftleiter der ab 1978 herausgegebenen Zeitschrift „BC - Heimatkundliche Blätter für Stadt und Neben der Stadtkapelle sorgten die Funky Kidz, unterstützt von der HipHop-Gruppe New Life aus Telawi, mit einer musikalischen Zeitreise für beste Unterhaltung. Foto: BIKO Foto: BIKO Landkreis Biberach“. In diesen 31 Jahren erschienen unter seiner Leitung 70 Hefte mit 616 Aufsätzen auf über 5000 Seiten. Gleichzeit sei er Anreger und Organisator vieler Tagungen der Gesellschaft für Heimatpflege gewesen, mit denen er jeweils erstrangige Referenten einem breiten Publikum vorstellte. Ein Meilenstein für die Region Oberschwaben sei die Gründung der Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur im Jahr 1996 gewesen, die „Oberschwaben als herausragende Geschichtsregion, als Einheit im kulturell-historischen Sinne präsentieren“ will. Kurt Diemer habe die Gründung dieser Gesellschaft mit angeregt und sei von 1996 bis 2001 Schatzmeister gewesen. Von 2001 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Vorstand 2006 habe er zudem die Stelle eines Pressesprechers bekleidet. Und auch eines der schönsten Ehrenämter, das es in Biberach gibt, habe Kurt Diemer selbstverständlich bekleidet: das eines Schützendirektors, von 1982 bis 2002. Ab 1993 zeichnete er jeweils für den historischen Kurzvortrag während der Heimatstunde verantwortlich. Mit Eintritt in den Ruhestand habe für Kurt Diemer schließlich nochmals eine besonders produktive und umtriebige Schaffensphase begonnen. Schönstes Beispiel dafür sei sein Buch „Streiflichter aus der Biberacher Geschichte“, das 2020 erschienen ist, eine Sammlung von kurzen Texten zu Themen der Stadtgeschichte. Der Geehrte treibe Geschichtswissenschaft nicht um ihrer selbst willen, sondern mit dem Ziel, historische Erkenntnisse, Zusammenhänge und Entwicklungen einer möglichst breiten Leserschaft zu erschließen und somit einen Zugang zur reichen Geschichte der Stadt zu ermöglichen. Durch sein umtriebiges und leidenschaftliches, jahrzehntelanges Wirken habe Kurt Diemer seiner Heimatstadt und der ganzen Region einen großartigen Dienst erwiesen, schloss Ralf Miller seine Würdigung. Fortsetzung auf Seite 2