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Biberach kommunal 22.06.2022

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Biberach kommunal

BIBERACH KOMMUNAL Amtliches Mitteilungsblatt der Stadt Biberach | Mit den Teilorten Mettenberg, Ringschnait, Rißegg und Stafflangen Kindergartenbericht und Kindergartenbedarfsplan Es fehlt an Plätzen und an Personal Eine der großen Herausforderungen für die Stadt wird auch in den nächsten Jahren die Kindergartenbedarfsplanung sein. Das zeigen der aktuelle Kindergartenbericht 2021/2022 und der Blick voraus. Es fehlt an Plätzen und vor allem an Personal. Der Gemeinderat hat dem Bericht und einigen wesentlichen Änderungen zugestimmt, mit denen Weichen in die Zukunft gestellt werden sollen. Nr. 23 | 22. Juni 2022 In den Kindergarten Sandgrabenstraße sind kürzlich zwei Gruppen eingezogen; eine dritte in einem Erweiterungsbau ist für das zweite Halbjahr vorgesehen. Fotos: Lucas Fettback So wird es zum Beispiel ab dem 1. Januar 2023 in allen Biberacher Kindertageseinrichtungen einheitlich 25 Schließtage im Jahr geben. Schließtage sind Tage, an denen die Einrichtungen für Kinder und das Personal geschlossen sind. Außerdem erhalten alle Kindertageseinrichtungen in Biberach trägerübergreifend eine zeitgemäße und vergleichbare digitale Geräteausstattung mit schnellem Internetanschluss und WLAN-Netz und weiteres modernes Equipment. Zudem erhält die Firma Boehringer Ingelheim im Kindergarten Sandgrabenstraße 15 Belegplätze, die bis zum Bezug des Kindergartens Hauderboschen nur an Kinder mit Hauptwohnsitz Biberach vergeben werden dürfen. Danach kann die Firma frei über die Plätze verfügen. Weiter sollen geeignete Auszubildende mit einer Abschlussnote von mindestens 3,0 unbefristet weiterbeschäftigt werden, unabhängig von freien Stellen in den Einrichtungen. Die Situation ist schwierig: Die Anmeldezahlen für das Kindergartenjahr 2021/22 haben sich gegenüber dem Vorjahr weiter erhöht. Zum Anmeldeschluss (15.2.2021) wurden für das Kindergartenjahr 2021/22 über das Internetportal insgesamt 483 Kinder mit einem Platzbedarf von 642 Plätzen angemeldet. Bis Oktober 2021 wurden weitere 99 Kinder (150 Plätze) nachgemeldet. In der ersten Vergaberunde haben 293 Kinder und in der zweiten Vergaberunde 128 Kinder einen Platz erhalten. Nach Abzug von 31 auswärtigen Kindern konnte somit 130 Kindern kein Betreuungsplatz angeboten werden. Zeitversetzt können nach der Inbetriebnahme der Provisorien Waldseer Straße und Birkenhard weitere 33 Kinder in diesen beiden Einrichtungen aufgenommen werden. Gegenüber dem Bericht 2019/2020 hat sich im Zehnjahreszeitraum die Zahl der Kinder pro Jahrgang von durchschnittlich 321 auf 338 Kinder erhöht. Dies entspricht einer Zunahme von 5,3 Prozent, während die Einwohnerzahl im gleichen Zeitraum um lediglich 1,30 Prozent gestiegen ist. Werden nur die Geburtenzahlen der letzten drei Geburtenjahrgänge berücksichtigt, ergibt sich eine Geburtenquote von 1,05 Prozent bzw. durchschnittlich 362 Geburten. Seit längerer Zeit sei außerdem ein Umbruch bei der Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen festzustellen, erklärte Verena Fürgut, die Leiterin des Amtes für Bildung, Betreuung und Sport im Gemeinderat. Die klassische Regelgruppe mit wöchentlich 30 Stunden Öffnungszeit, verteilt auf Vor- und Nachmittag, werde immer weniger nachgefragt. Über alle Betriebsformen hinweg steige die Nachfrage nach längeren Betreuungszeiten. Während nahezu alle Ü3-Kinder bereits eine Kindertageseinrichtung besuchen, wird auch die Nachfrage und Inanspruchnahme der U3-Betreuung nach Beobachtung und Einschätzung der Verwaltung in den kommenden Jahren weiter steigen. Bauliche Konsequenzen Die dargestellten Entwicklungen haben bauliche Konsequenzen. Im Investitionsprogramm 2021 bis 2026 sind vorgesehen: Im Kindergarten Sandgrabenstraße ein Erweiterungsbau für eine Gruppe/15 Plätze, im zweiten Halbjahr 2022; der Kindergarten Hauderboschen mit vier Gruppen/60 Plätze im zweiten Halbjahr 2022; der Kindergarten Hirschberg mit sechs Gruppen/124 Plätze im ersten Quartal 2024; der Kindergarten Hühnerfeld mit zwei Gruppen/44 Plätze, Inbetriebnahme voraussichtlich 2025; Kindergartenerweiterungen Rißegg mit drei Gruppen/52 Plätze, Inbetriebnahme voraussichtlich 2025; der Kindergarten Ringschnait, Inbetriebnahme voraussichtlich 2026. Eine beabsichtigte Erweiterung der Kinderkrippe Mühlweg ist am Standort nicht möglich. Seit geraumer Zeit seien die Planstellen im Bereich der Kindertageseinrichtungen nur noch sehr schwer zu besetzen, sagte Verena Fürgut. Aufgrund fehlender personeller Ressourcen müssten immer häufiger Betreuungszeiten an einzelnen Tagen oder über einen längeren Zeitraum reduziert oder der Betrieb einer einzelnen Gruppe eingestellt werden. Insbesondere die unterjährige Wiederbesetzung frei werdender Planstellen sei sehr schwierig. Mit der Fertigstellung der Kindertageseinrichtungen Hauderboschen und Sandgrabenstraße zum neuen Kindergartenjahr werde sich das Platzangebot in der Kinderbetreuung in Biberach spürbar verbessern. Dann begännen Fortsetzung auf Seite 2