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Biberach kommunal 18.05.2022

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BIBERACH KOMMUNAL Amtliches Mitteilungsblatt der Stadt Biberach | Mit den Teilorten Mettenberg, Ringschnait, Rißegg und Stafflangen Das neue Haus 2 auf dem Gelände des Bürgerheims wird trotz der großen Mehrkosten gebaut Der Kniff: Ein Geschoss wird aufgestockt Die Entscheidung war alles andere als einfach – und doch einstimmig: Das geplante Haus 2 auf dem Gelände des Bürgerheims wird gebaut trotz hoher Preissteigerungen. Der Hospitalrat hat alles reiflich abgewogen und das neue Konzept mit den von der Verwaltung vorgeschlagenen Änderungen für richtig befunden. Der Kniff: Das Gebäude, als Holzhybridbau geplant, wird um ein Geschoss aufgestockt auf insgesamt fünf Geschosse. Das kostet zwar 1,7 Millionen Euro mehr, verbessert aber die Wirtschaftlichkeit, weil mehr Fläche zur Betreuung zur Verfügung steht. Gesamtkosten damit: 16,5 Millionen Euro. „Mehr geht nicht!“, sagte Hospitalverwalter Ralf Miller unmissverständlich. Mit der Aufstockung um ein Geschoss wird die Wirtschaftlichkeit des neuen Haus 2 deutlich gesteigert. Grafik: Planungsbüro Baulinie, Ravensburg Im November 2021 wurde im Hospitalrat über die Vorplanung und die Kostenentwicklungen beim sogenannten Haus 2 bis zum damaligen Zeitpunkt berichtet, sagte Hospitalverwalter Ralf Miller im Hospitalrat. Nach Abschluss der Kostenschätzung lagen die Baukosten bei rund 11,3 Millionen Euro brutto. Im Erdgeschoss des Hauses sollen der Gemeinschaftsraum, eine Tagespflege und die Büros des Ambulanten Dienstes entstehen; im ersten Obergeschoss eine ambulant betreute Wohngemeinschaft. Für das zweite und dritte Obergeschoss sind Zwei- und Drei-Zimmer-Appartements für Betreutes Wohnen vorgesehen. In der Tagespflege wurde eine geringfügige Umplanung vorgenommen. Bei der Kostenberechnung hätten vor allem vier Aspekte zu hohen Steigerungen geführt, informierte Miller: Mehrkosten bei der Gründung des Gebäudes; die Erhöhung des Energiestandards KfW 55 auf KfW 40; Planung eines Gründaches und die Veränderung der Geschosshöhe inklusive Schallschutzdecke in den Foren. All diese Maßnahmen summierten sich auf rund eine Million Euro Mehrkosten, sagte Ralf Miller. Nicht zuletzt führten steigende Baukosten, fehlende Handwerker, Liefer- und Materialengpässe zu massiven und unplanbaren Kostensteigerungen und erschwerten die Kostenkalkulation. Die erste Kostenberechnung für den Neubau Haus 2 lag bei rund 12,7 Millionen Euro brutto. Dies seien höhere Baukosten von rund 1,4 Millionen Euro bzw. 12,4 Prozent. Gemeinsam mit den Architekten und Fachplanern habe die Verwaltung Einsparpotenziale erörtert und bewertet, die auf die Qualitäten des Neubaus keine Auswirkungen haben dürften. Man sei dabei auf 210 000 Euro gekommen. Mit Umsetzung dieser Einsparungen läge die aktuelle Kostenberechnung bei rund 12,5 Millionen Euro und damit rund 1,2 Millionen Euro höher als die erste Kostenschätzung. Die große Frage in Zusammenhang mit Einsparungen sei gewesen: Unterkellerung ja oder nein? Und die Antwort sei ein klares Ja, sagte Ulrich Gläser vom Planungsbüro Baulinie Ravensburg. Zum einen schaffe man damit Raum für Umkleiden und Duschen des Pflegepersonals, für Ver- und Entsorgung und für eine praktische Anbindung an das Nachbarhaus und zum Zweiten würde eine sichere Gründung ohne Keller auch sehr viel Geld kosten, weil der Untergrund schlecht sei. Beim Abbruch müssten auch sämtliche Auffüllungen und nicht tragfähige Schichten beseitigt und wieder mit Kies aufgefüllt werden. Allein hierfür würden Kosten von rund einer Million Euro anfallen. Der Keller mache also schon deshalb Sinn. Wegen des schlechten Untergrunds (Lehm und Torf), in dem Wasser schlecht versickere, sei auch das Gründach wichtig, sagte Gläser, weil es bei Starkregen etwa die Hälfte des Wassers zurückhalte. Was es denn mit den Kontaminationen auf sich habe, die in der Vorlage angesprochen seien, wollten einige Räte wissen. Ulrich Gläser erklärte, im Lauf der Nr. 18 | 18. Mai 2022 verschiedenen Umbauphasen sei immer wieder belasteter Bauschutt in der Umgebung der Häuser vergraben worden und zudem seien bei den Umbauten in der 80er-Jahren Schadstoffe (Asbest, Teer) verbaut worden. All diese Stoffe müsse man beseitigen. Bela Stollhans, Teamleiter bei Drees&Sommer Projektmanagement, sagte in der Sitzung, um der Unsicherheit aufgrund des Marktgeschehens und in Bezug auf das Baugruben- und Wasserhaltungskonzept Rechnung zu tragen, werde in der weiteren Kalkulation der Baukosten eine Position „Unvorhergesehenes“ in Höhe von rund 590 000 Euro eingepreist. Außerdem seien in den bisherigen Ausführungen noch keine Preisentwicklungen für die Jahre 2022 bis 2024 berücksichtigt. Würden die folgenden drei Jahre mit einer durchschnittlichen Baupreisentwicklung von jährlich fünf Prozent bewertet, stiegen die Baukosten für einen viergeschossigen Neubau Haus 2 auf rund 14,54 Millionen Euro (inkl. Unvorhergesehenes). Erhöhung der Wirtschaftlichkeit Mit den aufgezeigten Einsparpotenzialen wird alles versucht, um die Baukostensteigerungen im Rahmen zu halten. Die deutlich gestiegenen Einmalkosten für die Gründung des Gebäudes mit rund 540 000 Euro können aber nicht reduziert werden. Um aber eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit für den Neubau zu erreichen, werde aktuell eine Aufstockung des Gebäudes geprüft. Damit können die genannten Einmalkosten auf mehr Fläche verteilt werden. Die Aufstockung könnte eine Spiegelung des dritten Obergeschosses mit fünf Zwei-Zimmer-Appartement und einem Drei-Zimmer-Appartement sein. Eine erste Kostenschätzung für ein zusätzliches Obergeschoss liege aktuell bei rund 1,7 Millionen Euro inkl. Baunebenkosten. Fortsetzung auf Seite 2