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Biberach kommunal 11.05.2022

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Biberach kommunal

BIBERACH KOMMUNAL Amtliches Mitteilungsblatt der Stadt Biberach | Mit den Teilorten Mettenberg, Ringschnait, Rißegg und Stafflangen Standortanalyse für Photovoltaik-Freiflächenanlagen Doppelnutzung von Flächen im Blick Wo in und um Biberach kann man Sonnenenergie optimal und mit größtmöglicher Effizienz einfangen? Das soll eine Standortanalyse, die zeitnah beauftragt wird, darstellen. Mit ersten Ergebnissen könnte schon im Herbst gerechnet werden. Der Bauausschuss hat das wohlwollend zur Kenntnis genommen. Nr. 17 | 11. Mai 2022 Die Nutzung der Sonnenenergie zur Stromerzeugung sei ein wesentlicher Baustein zur Umsetzung der Energiewende und damit zur Erreichung der kommunalen Ziele im Klimabereich, erklärte Roman Adler, der Leiter des Stadtplanungsamts im Bauausschuss. Aufgrund der aktuellen geopolitischen Entwicklung komme der Nutzung erneuerbarer Energie künftig nochmals ein höheres Gewicht mit Blick auf die Energiesicherheit und die Energiesouveränität zu. Aus Sicht der Verwaltung sei dabei der Ausbau der Photovoltaik auf Dachflächen weiterhin zu priorisieren. Daneben komme jedoch auch der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Freiflächen im Außenbereich grundsätzlich in Betracht. Bislang sei dafür die Ausweisung von Flächen im Flächennutzungsplan und die Aufstellung von Bebauungsplänen erforderlich. Da mit Freiflächenanlagen in der Regel weiterer Flächenverbrauch, der Entzug landwirtschaftlicher Nutzflächen und Konflikte zum Beispiel mit der Naherholungsnutzung oder dem Landschaftsbild einhergingen, sei die Verwaltung diesbezüglich in der Vergangenheit zurückhaltend gewesen. Das Stadtplanungsamt beabsichtige nun vor dem Hintergrund der geopolitischen Entwicklung, des fortschreitenden Klimawandels und des weiter ansteigenden Energiebedarfs in der Stadt Biberach, eine Standortanalyse für den Außenbereich zu beauftragen. Anhand von Ausschluss- und Abwägungskriterien sollen mögliche Eignungsflächen identifiziert und priorisiert werden. Bei sogenannten „Agri-Photovoltaikanlagen“ ist durch eine entsprechend hohe Aufständerung der Anlagen weiterhin die landwirtschaftliche Nutzung möglich. Foto: Pixabay Wünschenswert wäre es, wenn sich die Umlandgemeinden dem Thema anschlössen. Flächen doppelt nutzen Sollten geeignete, umsetzbare Flächenpotenziale gefunden werden, werde aufgrund des großen Flächenverbrauchs eine Doppelnutzung dieser Flächen angestrebt. Denkbar wären sogenannte „Agri-Photovoltaikanlagen“, bei denen durch entsprechend hohe Aufständerung der Anlagen weiterhin BIBERACH KOMMUNAL Früherer Redaktionsschluss Der Redaktionsschluss für die Ausgabe am 1. Juni wird aufgrund von Christi Himmelfahrt auf Dienstag, 24. Mai, vorgezogen. die landwirtschaftliche Nutzung möglich ist, oder die Kombination mit ökologischen Ausgleichsmaßnahmen. Über die Bauleitplanung könnte diese Doppelnutzung letztlich gesteuert werden. Petra Romer-Aschenbrenner (CDU) erklärte die Energiewende zur großen Herausforderung der Zeit, neue Ideen seien gefragt, deshalb begrüße ihre Fraktion den Vorschlag. Vielleicht könnten bei einer Doppelnutzung auf landwirtschaftlichen Flächen sogar Frost- und Hagelschäden abgemildert werden. In der Schweiz würden demnächst Autobahnen mit aufgeständerten PV-Anlagen überbaut. Das könne eventuell Modell und Vorbild sein. Auch Josef Weber (Grüne) begrüßte den Vorschlag gemäß dem Motto des Ökologen Franz Alt: Die Sonne schickt keine Rechnungen. Man könne Parkplätze mit PV-Anlagen überbauen, Balkone, Gebäudewände – und überall dort, wo sogenannte graue Flächen vorlägen. Was man nicht dürfe, sei, weitere Grünflächen mit PV-Anlagen zu versiegeln. Eine eigene Analyse dafür bräuchte es nach Ansicht der Grünen allerdings nicht. Für Magdalena Bopp (FW) ist die Analyse sinnvoll. Nicht sinnvoll wäre es nach ihr, landwirtschaftliche Flächen zugunsten von PV-Anlagen aufzugeben. Mehrfachnutzungen seien dagegen eine gute Sache. Auch die SPD begrüßte die Analyse. Gabriele Kübler sagte, der Ausbau der Photovoltaik sei für die SPD immer schon ein großes Anliegen. Sie empfahl, auch die Altstadt in die Überlegungen einzubeziehen. Mittlerweile seien sogar entsprechende Dachziegel auf dem Markt und, so nötig, müsse man die Altstadtsatzung anpassen. Das sah auch Günter Warth (FDP) so und sprach sich dafür aus, Solardächer in der Altstadt möglich zu machen. Baubürgermeister Kuhlmann antwortete, die Verwaltung sei dran; es werde noch vor der Sommerpause ein Vorschlag einer neuen Altstadtsatzung vorgelegt, die Photovoltaik auf Dächern möglich mache.