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Biberach kommunal 13.04.2022

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Biberach kommunal

BIBERACH KOMMUNAL Amtliches Mitteilungsblatt der Stadt Biberach | Mit den Teilorten Mettenberg, Ringschnait, Rißegg und Stafflangen Jugendliche wollen feiern. Aber wo? In Biberach und anderen Städten beklagen junge Frauen und Männer seit Jahren, dass es wenige bis keine Möglichkeit zum Feiern gibt – namentlich im Freien, und wenn es mal passiert, ist der Aufschrei in der jeweiligen Nachbarschaft oft groß. Jetzt haben Stadt und Jugend Aktiv gemeinsam ein detailliertes Papier vorgelegt, das hier Abhilfe schaffen kann. Das Konzept wurde vom Hauptausschuss mit Wohlwollen aufgenommen. „Wir wollen niemanden über die Maßen belasten, in einem gewissen Maß muss die Stadtgesellschaft aber auch Verständnis für die jungen Leute aufbringen“, erklärte Verena Fürgut, die Leiterin des Amtes für Bildung, Betreuung und Sport. In den vergangenen Jahren hat sich das Phänomen feiernder Jugendlicher auf öffentlichen Flächen entwickelt. Durch die aktuelle Pandemie wurde diese Entwicklung noch weiter verstärkt, weil viele Anlaufstellen von Jugendlichen (Clubs, Jugendräume, Bars, Cafés) vorübergehend geschlossen waren oder nur unter speziellen Auflagen öffnen konnten. Im letzten Jahr hat sich dies im Stadtgebiet durch große Gruppen Jugendlicher und junger Erwachsener, die über die Instagram-Gruppe „BC feiert“ organisiert waren, immer wieder gezeigt. Als Reaktion darauf haben sich Jugend Aktiv, Ordnungsamt und Amt für Bildung, Betreuung und Sport zusammengesetzt, um die Situation zu erörtern und über Lösungen nachzudenken. Auch mit Vertretern der Feiernden wurden Gespräche geführt. Zunächst war in der Überlegung, durch einen sogenannten „Partygipfel“ Jugendliche zu beteiligen. Im Laufe des Prozesses sind die Beteiligten aber zur Erkenntnis gekommen, dass ein solcher „Gipfel“ nicht wirklich weiterbringt. Es ist davon auszugehen, dass zu einem solchen Veranstaltungsformat nicht viele Jugendliche kommen würden, denn eine Seit Jahren beklagen sich junge Leute, dass es zu wenig Möglichkeiten zum Feiern in Biberach gibt. Jetzt haben Stadt und Jugend Aktiv gemeinsam ein detailliertes Papier vorgelegt, das hier Abhilfe schaffen kann. Foto: pixabay klassische organisierte Veranstaltung mit entsprechender Moderation erfüllt nicht die Erwartungen von Jugendlichen. Die Enttäuschung wäre vorprogrammiert. Das Ergebnis gemeinsamer Überlegungen führte zu folgendem Maßnahmenpaket. Nr. 14 | 13. April 2022 Feiermöglichkeiten und Veranstaltungen für Jugendliche im Stadtgebiet Appell an das Verständnis der Anwohner © Jokerleber Veranstaltungen an wechselnden Orten 1. Das Ordnungsamt begleitet weiterhin wohlwollend Anfragen für große Veranstaltungen im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten. Wenn sich ausreichend Veranstalter finden, soll mindestens viermal im Jahr eine größere Veranstaltung an unterschiedlichen Orten möglich sein, vorstellbar wären eventuell folgende Locations: zweimal jährlich Tiefgarage Viehmarktplatz, zweimal jährlich Gigelberghalle, einmal jährlich Parkplatz Königsbergallee/Memminger Straße, einmal jährlich Open Air Gigelberg, einmal jährlich Campus der Gymnasien, eventuell einmal jährlich Campus Dollinger Realschule. Weitere nichtstädtische Flächen könnten, sofern ausreichend Veranstalter vorhanden sind, ebenfalls ins Visier genommen werden. 2. Die Stadt kann sich vorstellen weitere Räume oder finanzielle Unterstützung zur Verfügung zu stellen, zum Beispiel als Zuschuss für Kosten der Security. Zudem soll auch das Programm der Kultureinrichtungen gezielt Angebote für junge Klientel beinhalten. 3. Jugend Aktiv möchte gemeinsam mit Jugendlichen regelmäßig Partys gezielt für junge Menschen organisieren und folgende Locations dafür nutzen: Abdera, M-Pire, Abseitzkeller und in Ausnahmefällen auch das Jugendhaus. 4. Jugend Aktiv und die Stadtverwaltung halten weiterhin Kontakt mit den Personen, die über die „BC feiert“-Instagram- Gruppe zu verschiedenen Veranstaltungen aufgerufen haben, da diese eine sehr große Reichweite haben. Dieser Gruppe wird vorgeschlagen, neben großen Partys auch im kleineren Rahmen Veranstaltungen in bestehenden Locations im Stadtgebiet zu organisieren. 5. Die Stadtverwaltung kontaktiert bekannte Veranstalter im Stadtgebiet und ermuntert sie, wieder aktiv zu werden. Dabei müsse aber auch mit kritischen Reaktionen gerechnet werden, da viele Veranstalter durch Nachbarschaftsklagen, strenge rechtliche Vorgaben und unkalkulierbare Corona-Maßnahmen abgeschreckt seien. Nach Ansicht der Verwaltung könnte hier eine klare Aussage des Gemeinderats helfen, dass ein Mittelzentrum wie Biberach auch für diesen Teil der Bevölkerung attraktiv gestaltet werden muss. 6. Parallel sollen über die vorhandenen Social-Media-Kanäle in nächster Zeit regelmäßig einfache Umfragen durchgeführt werden, die Anregungen für Veranstaltungen und Rückmeldungen zu bestehenden Locations/Angeboten geben können. 7. Bei weiteren städtebaulichen Planungen – etwa der Weiterentwicklung des Bahnhofsareals – müsse darüber nachgedacht werden, ob irgendwo eine Fläche für einen professionell betriebenen Club oder eine Diskothek ausgewiesen werden könnte, die die rechtlichen Anforderungen im Hinblick auf Parkflächen und Lärmschutz erfüllt. Der Stadtverwaltung sei bewusst, dass das Phänomen „Feiernde Jugendliche im Stadtgebiet“ auch durch diese Ideen nur bedingt beeinflusst werden könne, sagte Verena Fürgut. Der öffentliche Raum sei seit jeher für Jugendliche und junge Erwachsene attraktiv und hier gelte es, auch von der aus diesem Alter herausgewachsenen Stadtgesellschaft etwas mehr Toleranz einzufordern. Toleranz ist gefragt Dass das Konzept aus Gesprächen mit verschiedenen Gruppierungen entstand, sieht Lucia Authaler (CDU) sehr positiv. Jetzt sei die Toleranz aller gefragt, die Kommunikation zwischen den Generationen. Fortsetzung auf Seite 2