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Biberach kommunal 06.04.2022

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Biberach kommunal

BIBERACH KOMMUNAL Amtliches Mitteilungsblatt der Stadt Biberach | Mit den Teilorten Mettenberg, Ringschnait, Rißegg und Stafflangen Kontrolle der Ingenieurbauwerke 2021 bringt Schäden ans Licht Zehn Millionen Euro für Instandhaltungen Die Stadt Biberach ist für Unterhaltung und Verkehrssicherheit von 196 Ingenieurbauwerken und für weitere 203 überwachungspflichtige Bauwerke zuständig; das sind 84 Brücken, sieben Verkehrszeichenbrücken, zwei Lärmschutzbauwerke, 42 Stützbauwerke (inklusive Hangsicherungen), vier Trogbauwerke und 57 sonstige Ingenieurbauwerke (etwa Regenüberlaufbecken und Pumpwerke). Über die Prüfungen im Jahr 2021 hat Tiefbauamtsleiter Peter Münsch den Bauausschuss in Kenntnis gesetzt. Die daraus resultierenden Sanierungs- und Neubaukosten bis 2025 werden auf rund zehn Millionen Euro geschätzt. Nr. 13 | 6. April 2022 Die 1955 gebaute Brücke Angermühle wird jährlich auf sich verändernde Risse geprüft. Als Sofortmaßnahme wird die Überfahrt der Brücke mit Schwertransportern nicht mehr genehmigt. Foto: BIKO Turnusmäßig standen 27 Ingenieurbauwerke zur Hauptprüfung und 28 zur einfachen Prüfung im Jahr 2021 an. Geprüft wurde in Zusammenarbeit mit den zertifizierten Brückenprüfern des Ingenieurbüros Dr. Schütz aus Kempten. An den anderen 141 Bauwerken machte das Tiefbauamt die jährliche Besichtigungskontrolle und beauftragte, wo nötig, kleinere Reparaturen. Weil die Bauwerksprüfungen Mängel und Schäden aufdecken sollen, werden alle Bauwerksteile untersucht, um Rückschlüsse auf Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit ziehen zu können. Den untersuchten Bauwerken werden Noten von 1,0 bis 4,0 gegeben, aus denen der Bauwerkszustand und die erforderlichen Instandsetzungszeiträume ersichtlich werden. Bedeutende Bauwerke, die unverzüglich saniert oder erneuert werden müssen, sind danach: Die Gewässerverdolung in der Waldseer Straße (Schwarzer Bach) mit rund 1,1 Millionen Euro. Die schadhaften Abschnitte müssen noch genauer untersucht und ein Instandsetzungsplan erarbeitet werden. Die 1955 gebaute Brücke Angermühle (Hans-Liebherr-Straße). Sie wird jährlich auf sich verändernde Risse geprüft. Als Sofortmaßnahme wird die Überfahrt der Brücke mit Schwertransportern nicht mehr genehmigt; die Kosten sind noch nicht abschätzbar. Schließlich Hangsicherungen am Hirschgraben (auch hier sind die Kosten noch nicht abschätzbar) und in der Ulmer Straße (hier werden Kosten von zwei bis 2,5 Mio. Euro geschätzt). In den kommenden vier Jahren werden damit insgesamt rund zehn Millionen Euro fällig: ein Investitionsbedarf von mindestens 1,64 Millionen Euro für die Instandhaltung der Ingenieurbauwerke und mindestens 8,3 Millionen Euro für Ersatzneubauten. Eine reduzierte Instandhaltung hätte zur Folge, dass die Schäden größer würden und ihre Behebung teurer. Es zeige sich, dass man analog dem Straßenunterhalt auch die Erhaltung der Ingenieurbauwerke stärker in den Fokus rücken muss, sagte Tiefbauamtsleiter Peter Münsch. Das zunehmende Alter des Bauwerksbestandes und die gleichzeitig gewachsenen Beanspruchungen durch den Verkehr und andere Einwirkungen wie Luftverschmutzung und Tausalzangriff bewirkten eine wesentlich größere Anfälligkeit der Bauwerke und förderten das vermehrte Auftreten von Schäden an den Konstruktionen. Umso wichtiger sei es, für die regelmäßige Überwachung, Erhaltung und Instandsetzung zu sorgen, die zwar Geld kosteten, aber dafür die Nutzungsdauer erheblich verlängerten. Die Verwaltung wird anhand der Prüfergebnisse einen Sanierungsplan für die Instandsetzung der Ingenieurbauwerke erarbeiten und die einzelnen Instandsetzungen bauwerksbezogen planen. Ziel soll es sein, die anstehenden Instandsetzungen zu priorisieren und in entsprechende Sanierungsgewerke von verschiedenen Bauwerken zusammenzufassen. Im Jahr 2022 stehen 79 Ingenieurbauwerke zur Bauwerksprüfungen an. Zu den 196 Ingenieurbauwerken hat die Stadt Biberach zusätzlich 203 sonstige überwachungspflichtige Bauwerke. „Exzellente Vorlage“ Günter Warth (FDP) sprach von einer exzellenten, weil detaillierten Vorlage. Eine solch transparente Planung verhindere gravierende Abweichungen bei den Planungen des Haushalts. Friedrich Kolesch (CDU) sagte, man müsse mit Augenmaß schauen, wo es sinnvoll sei zu reparieren und wo neu zu bauen. Bei den dringlichen Maßnahmen in der Waldeseer Straße und bei der Brücke an der Angermühle sei es wichtig zu wissen, wie lange die Arbeiten dauerten. Straße und Brücke seien wichtig für den Verkehrsfluss; deshalb müsse man strategisch vorgehen und nicht alles gleichzeitig sanieren. Bei diesem Thema zeige sich eindrücklich, dass Kontrolle immer besser sei als Vertrauen, gab Silvia Sonntag (Grüne) zu verstehen. Dieses Kataster für die Ingenieurbauwerke sei so wichtig wie das Straßenkataster. Für Magdalena Bopp (FW) ist das Brückenkataster noch wichtiger als das für die Straßen, das habe nicht zuletzt das Unglück vor Jahren in Genua verdeutlicht. Instandhaltungen würden in Zukunft große Summen kosten. Ihre Fraktion bevorzuge grundsätzlich Sanierungen vor Neubauten. Lutz Keil erklärte, die SPD sei dankbar für diesen Überblick und Mängelbericht. Die angesprochenen Verdolungen in der Waldseer Straße seien in Bezug auf den Hochwasserschutz ein wichtiges Thema; hier müsse man dringend was unternehmen. Auch bei den Hangsicherungen dürfe man nicht warten, bis etwas passiert. Um Geld zu sparen, könne eventuell das Baubetriebsamt hin und wieder bestimmte Reparaturen übernehmen.