Aufrufe
vor 10 Monaten

Biberach kommunal 09.03.2022

  • Text
  • Biberach
  • Telefon
  • Biberacher
  • Kommunal
  • Kinder
  • Stadt
  • Informationen
  • Anmeldung
  • Schweidnitz
  • Menschen

Biberach kommunal

BIBERACH KOMMUNAL Amtliches Mitteilungsblatt der Stadt Biberach | Mit den Teilorten Mettenberg, Ringschnait, Rißegg und Stafflangen Wie kann von Biberach aus möglichst unbürokratisch und zielorientiert ein Hilfsprojekt für die vom Krieg betroffenen Menschen in der Ukraine aufgebaut werden? Diese Frage beschäftigte die Stadtverwaltung in der vergangenen Woche intensiv. Nr. 9 | 9. März 2022 Biberacher Ukraine-Hilfe über die Partnerstadt Schweidnitz Hilfsachse Biberach-Schweidnitz angelaufen Eine Antwort wurde in enger Abstimmung und Kooperation mit den polnischen Freunden in der Partnerstadt Schweidnitz gefunden: Über die partnerschaftliche Hilfsachse Biberach- Schweidnitz werden nun regelmäßig Hilfsgüter geliefert, die entweder vor Ort in Schweidnitz zur Versorgung ankommender Kriegsflüchtlinge verwendet werden, oder weiter in die Ukraine transportiert werden. Ein erster Konvoi konnte bereits am vergangenen Samstag nach Schweidnitz aufbrechen. Finanziert werden diese Hilfstransporte aus Spenden, zu denen Oberbürgermeister Zeidler die Biberacher Bevölkerung aufgerufen hat. Auch ganz gezielte Sachspenden werden angenommen. In einem ersten Aufschlag werden in dieser Woche im Biberacher Feuerwehrhaus Taschenlampen, Powerbanks, Verbandskästen, Konservendosen und wärmende Wollund Fleecedecken gesammelt. „Uns war von Anfang an wichtig, eine zielorientierte und bedarfsgerechte Form der Unterstützung zu finden“, erläutert Oberbürgermeister Norbert Zeidler. „Wir wollen nur solche Güter liefern, die vor Ort auch wirklich gebraucht werden.“ Aus diesem Grund ging die Stadtverwaltung Anfang der letzten Woche auf die Partnerstadt Schweidnitz zu, die nur circa 600 Kilometer von Lemberg (Lwiw) in der Ukraine entfernt liegt und partnerschaftliche Verbindungen zu zwei Städten in der Ukraine unterhält, um zu klären, in welcher Form von Biberach aus sinnvoll Unterstützung erfolgen kann. „In Schweidnitz ist unsere Idee einer partnerschaftlichen Hilfsachse auf große Schweidnitz‘ Stadtpräsidentin Beata Moskal-Slaniewska (rechts) gemeinsam der Biberacher Abordnung rund um Oberbürgermeister Norbert Zeidler und weiteren Vertretern aus der polnischen Partnerstadt. Fotos: BIKO Begeisterung gestoßen“, so Zeidler. Zum einen seien in Schweidnitz bereits die ersten Kriegsflüchtlinge angekommen und man bereite sich auf einen immensen Zustrom vor. Einige dringend benötigte Hilfsgüter zur Versorgung der ankommenden Menschen seien in Polen bereits vergriffen. Andererseits bestehe ein funktionierendes Netzwerk in die Ukraine, über das dringend benötigte Lieferungen in das Krisengebiet gebracht werden können. Große Spendenbereitschaft Auf Grundlage der Informationen aus Schweidnitz wurde in Biberach mit hohem Tempo eine erste Hilfslieferung zusammengestellt. Parallel rief die Stadtverwaltung die Bürgerinnen und Bürger zu Geldspenden auf, um die Hilfsgüter finanzieren zu können. In einem ersten Aufschlag wurden insbesondere Konservendosen, Rettungsdecken sowie Verbandsmaterialien beschafft, die von Schweidnitz aus direkt in das Kriegsgebiet geliefert werden. „Unsere erste Lieferung war bereits zwei Tage nach unserem Spendenaufruf vollständig finanziert“, erläutert Zeidler. „Ich bin äußerst dankbar für diese immense Spendenbereitschaft, auf die wir auch weiterhin angewiesen sind.“ Zeidler selbst ließ es sich nicht nehmen, die erste Hilfslieferung persönlich zu begleiten. Gemeinsam mit vier Kameraden der Biberacher Feuerwehr unter Leitung von Kommandant Florian Retsch, Josepha Brugger, die bei der Stadtverwaltung für die Pflege der Städtepartnerschaften verantwortlich zeichnet, sowie seinem persönlichen Referenten Simon Menth, brach der Biberacher OB am Samstagmorgen auf in Richtung Niederschlesien. „Mir war es wichtig, bei dieser ersten Fahrt selbst mit an Bord zu sein“, so Zeidler. „Insbesondere wollte ich mir persönlich ein Bild von den Abläufen machen, um dann auch garantieren zu können, dass unsere Spenden über die eingerichtete Hilfsachse sinnvoll und sachgemäß verwendet werden.“ Zudem sei es ihm ein Anliegen gewesen, in diesen schwierigen Zeiten den Verantwortlichen vor Ort in Schweidnitz für Austausch und Gespräche zu Verfügung zu stehen und zu signalisieren, dass Biberach eng an der Seite der Freunde in Polen stehe. Vielfältige Eindrücke Vor Ort boten sich vielfältige Eindrücke. Einerseits sei eine immense und beeindruckende Hilfsbereitschaft vor Ort erlebbar gewesen. Viele Menschen seien bereit, sich ehrenamtlich bei der Versorgung der ankommenden Kriegsflüchtlinge einzubringen. Auch das Aufkommen an Sachspenden sei großartig gewesen. „Gleichzeitig war unseren Freunden in Schweidnitz auch deutlich ihre große Sorge anzumerken“, so Zeidler. „Man rechnet mit einem immensen Zustrom an Menschen. Zudem ist man dort wesentlich näher am Kriegsgeschehen als bei uns in Deutschland.“ Die Biberacher Abordnung wurde in Schweidnitz durch zwei eigenes eingerichtete Sammel- und Ausgabestellen für Spendenmaterial geführt. Auch die zentrale Registrationsstelle der Stadt Schweidnitz für Flüchtlinge aus der Ukraine besuchten die Biberacher. Die Hilfsgüter aus Biberach wurden an einem Lagerort abgeladen, von wo aus sie weiter in Richtung Ukraine transportiert werden. Von großer Bedeutung seien aber insbesondere auch Fortsetzung auf Seite 2