Aufrufe
vor 6 Monaten

Rottum Bote 10.02.2021

  • Text
  • Ochsenhausen
  • Februar
  • Rottum
  • Kurse
  • Hospizgruppe
  • Bote
  • Bildungswerk
  • Ochsenhauser
  • Illertal
  • Renate

Rottum Bote

Jeden Mittwoch in 14.000 Haushalten Mittwoch, 10. Februar 2021 Die Wochenzeitung der Schwäbischen Zeitung für Ochsenhausen, Illertal und Umgebung Das lesen Sie heute ● Wechsel in der Hospizgruppe OCHSENHAUSEN/ILLERTAL (sz) - „Dem Leben nicht mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben.“ So lautet ein wichtiges Motto der deutschen Hospizbewegung. Und eine, die von Anfang an, seit 28 Jahren, dabei war, ist Renate Steur. Sie hat die Hospizgruppe Ochsenhausen-Illertal mit aufgebaut und war als ehrenamtliche Sterbebegleiterin lange auch stellvertretende Einsatzleitung. Seite 4 Bildungswerk setzt weiter auf Präsenz OCHSENHAUSEN - Später als gewohnt startet das Ochsenhauser Bildungswerk ins erste Semester des Jahres 2021. Die Kurse sind ab dem 1. März geplant – sollten es die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen zulassen. Andernfalls könnten Kurse verschoben oder auch online angeboten werden. Seite 5 Engel und Teufel in einer Kirchenbank TANNHEIM - Man mag es nicht glauben, doch wenn sich tatsächlich ein Engel in der Kirche befindet, ist das ein eher ungewohntes Bild. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass er neben Hexen, Prinzessinnen, Cowboys und Pippi Langstrumpf Platz nehmen muss. In Tannheim wurde das am vergangenen Samstag Realität. Seite 6 Liebe Leserinnen, liebe Leser, gerne drucken wir Ihre eingereichten Beiträge ab. Beachten Sie bitte, dass der Redaktionsschluss für redaktionelle Beiträge immer freitags um 18 Uhr ist, da der Rottum Bote am Montag in den Druck geht. Später eingehende Beiträge können für die aktuelle Ausgabe leider nicht mehr berücksichtigt werden. Naturkindergarten in Ochsenhausen startet in drei Wochen Stadt baut ihr Betreuungsangebot aus – Anmeldungen sind noch möglich OCHSENHAUSEN (tr) - Das Wichtigste ist schon da: der Bauwagen, Mittelpunkt und Rückzugsort des neuen Naturkindergartens im Ochsenhauser Fürstenwald. In gut drei Wochen, am 1. März, soll der Kindergarten eröffnen werden. Sofern es die derzeitigen Umstände zulassen. Fest steht: Für die Stadt Ochsenhausen ist der neue Kindergarten mitten im Wald ein wichtiger Baustein im Betreuungsbereich. Eigentlich hatte Michael Schmid-Sax, bei der Ochsenhauser Verwaltung für die Kindergärten verantwortlich, auf einen früheren Start des Naturkindergartens gehofft. Der Herbst vergangenen Jahres war ursprünglich angepeilt worden. Aber es habe dann doch „gewisse Herausforderungen“ gegeben. Allen voran die Standortsuche – der jetzige oberhalb des Krummbachs, der über die Fürstenallee erreichbar ist, ist schließlich erst in den Fokus gerückt, nachdem zwei andere aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr infrage gekommen waren. Doch mittlerweile ist Schmid-Sax froh, dass es so gekommen ist. Der Standort sei „toll“, am Waldrand und in der Nähe des Krummbachs gelegen, für die Eltern gebe es nicht allzu weit entfernte Parkmöglichkeiten. Neben dem Standort hat es in den vergangenen Monaten viele weitere Dingen zu regeln gegeben: Baugenehmigung, Betriebserlaubnis, Stromversorgung. Nachdem das nächstliegendste mit Strom versorgte Gebäude die Reithalle ist, hätte ein Stromanschluss laut Schmid-Sax bis zu 40 000 Euro gekostet – zu viel, weshalb stattdessen eine PV-Anlage auf dem Bauwagen, der wiederum mit einer Gasheizung ausgestattet ist, montiert wird. Das Wasser kommt aus Campingkanistern, „Überzeugt, dass das Angebot gut angenommen wird“: Michael Schmid-Sax (v. l.), Melanie Rodi-Schiedel und Andreas Denzel im Bauwagen, Herzstück des neuen Naturkindergartens im Fürstenwald. FOTO: TOBIAS REHM das Schmutzwasser wird aufgefangen und andernorts entsorgt. Und auch wie mit den Hinterlassenschaften aus der Komposttoilette umgegangen wird, musste geklärt werden: Sie kommen in den Hausmüll. Geleitet wird der neue Naturkindergarten von Melanie Rodi-Schiedel, die sich zuletzt als Facherzieherin für Naturund Waldpädagogik weitergebildet hat. Interessierten Eltern hatte sie sich bereits bei der Informationsveranstaltung Ende Oktober vorgestellt, zu Jahresbeginn trat sie ihren Dienst als neue Kindergartenleiterin an. Und auch wenn die zur Eingewöhnung der ersten Kinder geplante Spielgruppe im Januar coronabedingt nicht angeboten werden konnte, so gebe es bis zum Start im März doch genug zu tun, erzählt Melanie Rodi- Schiedel. Sie stehe in Kontakt mit den anderen Kindergärten, spreche mit erfahrenen Waldpädagogen, führe erste Elterngespräche, erarbeite die pädagogische Konzeption oder bestelle Material. Sie selbst sei „unheimlich gerne draußen“, sagt die neue Leiterin. Und ihrer Ansicht nach entfernten sich Kinder heutzutage immer mehr von „natürlichen Lebensprozessen“. Ihr sei es deshalb ein Anliegen, den für viele fremd gewordenen Lebensort Wald wieder und neu zu entdecken. Unterstützt wird sie dabei von zwei Kolleginnen, in Summe stellt die Stadtverwaltung zum Start des Kindergartens einen Stellenumfang von 220 Prozent zur Verfügung. Melanie Rodi- Schiedel ist froh, dass sich die Stadt Ochsenhausen bereit erklärt hat, die Trägerschaft des Naturkindergartens zu übernehmen. Andernorts ist dies auch oftmals über einen Verein geregelt. „Das ist ein Punkt, der mich sehr beruhigt. Zu wissen: Eine Verwaltung steht hinter mir, auf die ich immer zurückgreifen kann.“ Maximal 20 Kinder ab drei Jahren kann der neue Kindergarten im Wald aufnehmen, geöffnet hat er von Montag bis Freitag von 7.30 bis 13.30 Uhr. „Wir werden aber nicht mit voller Belegung starten“, sagt Schmid-Sax. Sieben Anmeldungen lägen bislang vor. Weitere werden auch noch kurzfristig entgegengenommen. „Wir sind überzeugt davon, dass dieses Angebot im Laufe der Jahre gut angenommen wird“, sagt Schmid-Sax. Ein Start mit einer überschaubaren Gruppengröße erleichtere zudem für alle die Eingewöhnung. Bürgermeister Andreas Denzel ist überzeugt, „dass der Naturkindergarten sich gut entwickeln wird“. Und auch Michael Schmid-Sax spricht davon, dass der Kindergarten gut in die Ochsenhauser Betreuungslandschaft passe. Aktuell geht er von rund 90 000 Euro aus, die die Stadt das Einrichten des neuen Kindergartens gekostet hat. 70 000 Euro davon entfallen allein auf den Bauwagen. Deutlich mehr Geld – 680 000 Euro sind im Haushalt vorgesehen – muss die Stadt bekanntlich für die zwei neuen Gruppen im Gebäude St. Walburga in die Hand nehmen, die derzeit eingerichtet werden. Im September sollen sie in Betrieb gehen. Dann sieht sich die Stadtverwaltung zumindest mittelfristig in Sachen Kindergartenplätze gut aufgestellt.