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Rottum Bote 03.02.2021

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Rottum Bote

Jeden Mittwoch in 14.000 Haushalten Mittwoch, 3. Februar 2021 Die Wochenzeitung der Schwäbischen Zeitung für Ochsenhausen, Illertal und Umgebung Das lesen Sie heute ● Firma Wölfle ehrt 13 langjährige Mitarbeiter OCHSENHAUSEN (sz) - Die Firma Wölfle aus Ochsenhausen hat bei der alljährlichen Jubilarfeier 13 Mitarbeiter für ihre langjährige Betriebszugehörigkeit geehrt. Als Urgestein der ersten Stunde wurde Peter- Paul Kienle für 40 Jahre Schaffenskraft und Einsatz gedankt. Seite 4 Dettinger Bürger stehen im Mittelpunkt DETTINGEN - Der Turnverein Dettingen bekommt 9889 Euro vom Land für die Ausrichtung seiner nächsten „Cool-Tour- Nacht“. Der Verein hatte sich beim landesweiten Ideenwettbewerb „Gemeinsam: Schaffen“ beworben und war zusammen mit 40 anderen Projekten aus insgesamt 141 Einreichungen ausgewählt worden. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Landtagsabgeordneten Petra Krebs (Grüne) und Raimund Haser (CDU) hervor. Seite 9 Millionen für den Breitbandausbau OCHSENHAUSEN (sz) - Aus der aktuellen Förderrunde des Landes für den Ausbau des schnellen Internets fließen nach Information des Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger (CDU) weitere Finanzhilfen in den Landkreis: Unterstützt werden die Ausbauanstrengungen der Stadt Ochsenhausen mit rund 3,6 Millionen Euro, die der Gemeinde Schwendi mit 32 175 Euro und die der Gemeinde Steinhausen an der Rottum mit 25 830 Euro. Seite 11 Liebe Leserinnen, liebe Leser, gerne drucken wir Ihre eingereichten Beiträge ab. Beachten Sie bitte, dass der Redaktionsschluss für redaktionelle Beiträge immer freitags um 18 Uhr ist, da der Rottum Bote am Montag in den Druck geht. Ochsenhauser lassen Taten folgen Kleidertreff renoviert Dorfkindergarten in Albanien nach schwerem Erdbeben OCHSENHAUSEN (sz) - Der Kleidertreff Ochsenhausen ermöglicht die Renovierung eines Dorfkindergartens in Albanien nach schwerem Erdbeben. Eingebrochenes Dach, verschimmelte Wände, zerstörte Umzäunung: Das war die Bilanz des schweren Erdbebens vom 26. November 2019 im albanischen Dorfkindergarten Gjec-Koder. Für die insgesamt 64 Kinder von zwei bis fünf Jahren, vier Betreuerinnen und zwei Krankenschwestern stellten die Räumlichkeiten seither ein großes Gesundheits- und Sicherheitsrisiko dar. Der Kleidertreff Ochsenhausen kam zu Hilfe: Mit einer Spende über 7000 Euro. Mit dem Verkaufserlös von Secondhand-Kleidung konnte der Kindergarten von Februar bis November 2020 Stück für Stück rundum erneuert werden. Die Kindergärtnerin Vera Kurti berichtet: „Nach dem Erdbeben kamen immer mal wieder Leute, die sagten, sie würden helfen. Aber passiert ist nichts. Als wir im Februar 2020 von der Unterstützung des Kleidertreffs erfahren haben, dachten wir: „Ach, das sind wieder nur schöne Worte.“ Aber schon eine Stunde später brachte das Organisationsteam isolierende Bodenspielmatten aus dem Baumarkt. Und am nächsten Tag wurden gefährliche Ecken und Kanten mit stabilen Stoßdämpfern abgepolstert.“ In diesem Tempo ging es weiter: Im Frühjahr und Sommer wurde das Dach fachmännisch renoviert, der Schimmel beseitigt, die Wände getrocknet, die Öfen erneuert und alles neu gestrichen. Es wurden moderne Tageslichtleuchten eingebaut, und im ehemals dunkelsten Gruppenraum sorgt nun ein zusätzliches Fenster für freundliches Sonnenlicht. Eine neue Mauer um Vorhof und Garten schützt die Kinder Nach einem Erdbeben hat der Ochsenhauser Kleidertreff die Sanierung eines Kindergartens in Albanien ermöglicht. FOTO: PRIVAT nun zudem vor dem Verkehr auf der Straße. Anschließend wurden alle Gruppen mit neuen Lern- und Spielsachen ausgestattet: Verkleidungskisten, Holzfahrzeuge, Bauklötze, Puppentheater, Puppenhäuser, Logik- und Motorik-Materialien, Bälle, Bastelund Malsachen. Sehr erfreulich war die Zusammenarbeit mit den Dorfbewohnern: Drei albanische Kindergärtnerinnen, die örtliche Jugendorganisation und zwei Handwerker arbeiteten ehrenamtlich mit. Drei albanische Spielgeräte- und Spielzeugunternehmen gewährten jeweils großzügige Preisnachlässe. Ein albanischer Bauunternehmer, Vater zweier Kinder im Kindergarten, verbaute die vom Kleidertreff finanzierten Baumaterialien kostenlos. Von Oktober bis November wurde mit der Kleidertreff- Spende dann noch die verwahrloste Außenfläche in eine kindersichere, grüne Spielwiese mit großem Sandkasten und einem Kletterturm mit Schaukel und Rutsche verwandelt. Die Kinder hatten die Tage bis dahin ausschließlich drinnen und sehr bewegungsarm verbracht. „Durch das Toben im neuen Garten sind die Kleinen viel ausgeglichener und fröhlicher. Die ganz Kleinen lieben den großen Sandkasten. Wir sind jetzt jeden Tag ein bis zwei Stunden draußen“, sagt die Leiterin der Kleinkindergruppe. Und Vera Kurti, die im Kindergarten seit über 20 Jahren mit viel Herzenswärme Kinder betreut, fügt hinzu: „Wir fühlen uns so gesegnet mit der Unterstützung des Kleidertreffs in Ochsenhausen. 1000 Dank an all die netten Menschen, die in Deutschland daran beteiligt waren. Gott schütze sie! Alle ihre Kinder sollen so glücklich sein wie die unseren jetzt.“ Zum Dank für die Unterstützung aus Deutschland haben die Kindergärtnerinnen übrigens die Reifen, die den Sandkastenbereich begrenzen, schwarz-rot-gold angemalt. 90 Prozent der Kinder in Gjec Koder (bei Preza in Mittelalbanien) kommen aus einkommensschwachen Familien. Durch das Erdbeben Ende 2019 und die Corona-Krise in 2020 wurde die Situation noch verschärft. Zumeist sind die Eltern einfache Kleinbauern oder verdienen kaum mehr als den Mindestlohn von 220 Euro im Monat. Viele der Kinder im Kindergarten und ihre Familien waren dem Projektteam persönlich bekannt. Der persönliche Bezug entstand durch zwei Ochsenhauser, die zeitweise in Albanien lebten. Im Jahr 2020 konnte der Kleidertreff Spenden in Höhe von insgesamt 32 000 Euro tätigen. Sie gingen unter anderem an Mädchen- und Frauen- Projekte in Indien, Guinea, Niger und Timor Leste, an SOS- Kinderdörfer und Familien in Syrien und an ein Reha-Zentrum der Untermarchtaler Schwestern in Kenia für Kinder mit Behinderungen. Im Inland wurden das Deutsche Müttergenesungswerk, die Bahnhofsmission Biberach, die Asylarbeit der Diakonie und ein Hospiz unterstützt.