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Rottum Bote 08.04.2020

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Rottum Bote

Jeden Mittwoch in 14.000 Haushalten Mittwoch, 8. April 2020 Die Wochenzeitung der Schwäbischen Zeitung für Ochsenhausen, Illertal und Umgebung Ein unvergessliches Ostern steht bevor Keine Gottesdienste in gewohnter Form – Welche Angebote es rund um Ostern trotzdem gibt Von Tobias Rehm ● OCHSENHAUSEN - Mit dem Palmsonntag, dem sechsten und letzten Sonntag der Fastenzeit, hat die Karwoche begonnen. Daran ändert auch die Corona-Krise nichts. Doch Kreuzwegandacht, Karfreitagsliturgie und Osternachtfeier können in diesem Jahr nicht wie gewohnt abgehalten werden. „Ostern fällt nicht aus, es findet nur in einer anderen Form statt“, sagt Dekan Sigmund F. J. Schänzle. Die Seelsorgeeinheit St. Benedikt Ochsenhausen überträgt deshalb mehrere Gottesdienste im Internet. Vor eineinhalb Wochen begrüßte Schänzle die Gemeindemitglieder der Seelsorgeeinheit zu einem Gottesdienst, der „Hoffnung, Mut, Trost und Zuversicht“ in dieser schwierigen Situation geben sollte. Schänzle hielt in der ansonsten menschenleeren Basilika St. Georg eine Andacht, das 13-minütige Video davon kann auf der Homepage der Seelsorgeeinheit und auf der Videoplattform YouTube angeschaut werden. „Es ist eine ganz sonderbare Situation, wenn man in eine leere Kirche hineinsprechen und predigen darf“, sagt der Dekan. Erfahrungen, die derzeit viele Geistliche machen müssen, nicht zuletzt das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Papst Franziskus spendete vor einer Woche den Segen „Urbi et Orbi“ auf dem verwaisten Petersplatz. Sigmund F. J. Schänzle betont, dass man sich in einer Lage befinde, die es so in der Kirchengeschichte noch nicht gegeben habe. Es sei eine paradoxe Erfahrung, schließlich habe die Kirche immer versucht, die Menschen möglichst nahe zusammenzubringen. „Jetzt müssen wir dagegen Abstand halten, das ist das Gebot der Stunde.“ Deshalb sei es nun umso wichtiger, auf einer „geistigen Ebene“ zusammenzuhalten. In der Seelsorgeeinheit St. Benedikt soll dies mit Gebeten und Bausteinen für die persönliche Feier in der Familie gelingen. Schänzle verschickt dazu regelmäßig E-Mails an Kirchengemeinderäte und weitere Verantwortliche vor Ort, die diese Informationen als Multiplikatoren streuen sollen, damit möglichst viele Gemeindemitglieder erreicht werden. Vergangene Woche verteilte Schänzle unter anderem ein Gebet zur heiligen Märtyrerin Corona, das die Franziskanerinnen von Reute täglich um 12 Uhr beten. Darin heißt es: „Wende diese Krankheit von uns ab; lass die, die davon befallen sind, wieder genesen; beschütze die, welche durch deine Güte bisher bewahrt geblieben sind, und lass die Plage nicht weiter um sich greifen.“ Die Kirchenglocken rufen in der Seelsorgeeinheit am Sonntag um 10 Uhr und täglich um 19 Uhr zum Gebet. Weitere Gottesdienst- Übertragungen, jeweils aus der Basilika, gibt es in dieser Woche am Gründonnerstag (19 Uhr) mit der Einsetzung der Eucharistie, am Karfreitag (15 Uhr) mit einer am Vormittag aufgezeichneten ökumenischen Feier von Pastoralreferent Karlheinz Bisch und Pfarrer Jörg Martin Schwarz sowie am Karsamstag mit der Osternachtsfeier (21 Uhr). „Es wird ein Ostern, das wir sicher nicht vergessen werden“, sagt Dekan Schänzle. „In schweren Zeiten“: Der Gebetsflyer, der die Gläubigen in der derzeitigen Phase beim persönlichen Gebet zu Hause unterstützen soll, liegt auch in der Ochsenhauser Basilika aus. FOTO: TOBIAS REHM ANZEIGE