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Laupheimer Anzeiger 12.05.2021

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Laupheimer Anzeiger LAUPHEIM Mittwoch, 12. Mai 2021 Mit dem Mistwagen der SA in die Parade gefahren Ein altes Foto erinnert an den Landwirt und Zentrumspolitiker Sebastian Ganser Als die Dreschmaschine kam: Der Bub hinten links ist Markus Gansers Vater Franz, vorne (4. von rechts) steht die „Storchen“-Wirtin Maria Schmid. FOTO: PRIVAT LAUPHEIM (ry) - Als Markus Ganser neulich aufräumte in seinem Elternhaus, fiel es ihm wieder in die Hände: ein Foto aus den 1920er-Jahren, aufgenommen auf dem landwirtschaftlichen Anwesen seines Großvaters Sebastian Ganser in der Mittelstraße. Ein Foto, das Erinnerungen weckt. Der Hof hatte die Hausnummer 36 und stand etwa auf Höhe der Anna-von-Freyberg- Grundschule. Das Bild muss zur Erntezeit entstanden sein, ist doch eine Dreschmaschine darauf zu sehen. „Mein Vater hat mir erzählt, dass es immer ein großes Ereignis war, wenn die Maschine kam“, berichtet Markus Ganser. Sein Vater, Franz, ist der Bub ganz hinten, eine Hand an der Stalltür. Vorne in der Mitte, mit Kopftuch und Schürze, die Arme verschränkt, schaut die legendäre „Storchen“-Wirtin Maria Schmid in die Kamera. Sie war nicht nur wegen ihrer köstlichen Sulzen über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Selbst mit 97 Jahren stand sie noch hinter der massiven Holztheke in der niedrigen Gaststube. Nicht auf dem Foto ist Sebastian Ganser. Über ihn haben der Enkel und Ursula Volwiler einen biografischen Beitrag auf der Homepage der Gesellschaft für Geschichte und Gedenken veröffentlicht. Der gebürtige Laupheimer (1882 - 1957), im Ort allseits als „Bäuerles Baschde“ bekannt, absolvierte eine Ausbildung an der Landwirtschaftsschule in Hohenheim und führte danach den Familienbetrieb. Er war Mitbegründer der hiesigen Molkereigenossenschaft. Stark geprägt vom Katholizismus, war Ganser Abgeordneter der Zentrumspartei im württembergischen Landtag und Laupheimer Stadtrat. Das gleichberechtigte Miteinander von Christen und Juden galt ihm als selbstverständlich; er war vielen jüdischen Mitbürgern freundschaftlich verbunden, auch nach 1933. Als es nach Hitlers Machtergreifung zur Selbstauflösung der Zentrumspartei kam, wurde ihren hiesigen Ratsmitgliedern „dringend nahegelegt“, ihre Aufnahme als Hospitanten bei der NSDAP zu beantragen oder freiwillig auf das Mandat zu verzichten. Daraufhin traten vier von sechs Männern vom Amt zurück, unter ihnen Sebastian Ganser. Aus seiner Ablehnung des Nationalsozialismus machte er keinen Hehl. Seine Tochter Antonie hat berichtet, dass er SA- Leuten bei einem Aufmarsch in der Mittelstraße sprichwörtlich in die Parade fuhr, indem er den Mistwagen anspannte und zum Düngen auf die Felder rollte. Ihr Vater sei immer mit einem Fuß im KZ gestanden, hat die Tochter in einem Interview erzählt – „der hat nicht mitgetanzt mit den Nazis“. Die zahlten es ihm heim, indem sie Fensterscheiben einwarfen und Wände beschmierten. „Pöbeleien waren eine Sache“, schreiben Markus Ganser und Ursula Volwiler. „Doch das NS-Regime zeigte der Familie Ganser ihr menschenverachtendes Weltbild auch ganz unmittelbar“: Augustin, Sebastians älterer Bruder, wurde im Zuge der systematischen Ermordung geistig behinderter Menschen 1940 der Obhut der Pflegeanstalt Heggbach entrissen und in Grafeneck getötet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Sebastian Ganser Gründungsmitglied der Laupheimer CDU und Mitglied des Landtags für Württemberg- Hohenzollern. Das Haus 36 in der Mittelstraße wurde in den frühen 80ern abgerissen. LAUPHEIM (sz) - Aus einer Garage hat ein Unbekannter am Donnerstag in Laupheim ein E- Bike gestohlen. Wie die Polizei meldet, stand das KTM E-Bike in einer Garage in der Baustetter Straße. In den Nachtstunden zwischen 0.30 und 6 Uhr betrat ein Unbekannter das Grundstück und öffnete die Garage. Darin stand das verschlossene Rad. Das nahm der Dieb mit und flüchtete unerkannt. Die Polizei empfiehlt generell, rund zehn Prozent des Kaufpreises für VdS-geprüfte Schlösser aufzuwenden. Günstige Schlösser sind laut Polizei oft schnell aufgezwickt. Sie rät Bürgern, massive Stahlketten, Bügel- oder Panzerkabelschlösser zu nutzen. Zudem solle des Fahrrad immer mit E-Bike in Laupheim gestohlen Welche Tipps die Polizei zur Vermeidung eines solchen Diebstahls gibt E-Bikes sind beliebt und werden deshalb auch leider des Öfteren gestohlen. Wie kann das vermieden werden? FOTO: ZACHARIE SCHEURER Rahmen, Vorder- und Hinterrad an festen Gegenständen angeschlossen werden. So könne das Rad nicht weggetragen werden. Zudem sollen sich die Besitzer die Fahrradrahmennummer notieren und diese gemeinsam mit den Fahrradunterlagen aufbewahren. Die Rahmennummer benötigt die Polizei im Falle eines Diebstahls, um das Fahrrad zur Fahndung ausschreiben zu können. Weiter erklärt die Polizei: „Machen Sie ein Farbfoto von Ihrem Fahrrad für Ihre Unterlagen.“ Praktisch dafür sei die Fahrradpass-App, die in den Appstores der Systeme kostenlos heruntergeladen werden könne. Diese erfasse alle wichtigen Daten, die sich anschließend auch ausdrucken und abheften lassen. Weitere Tipps zum Schutz vor Fahrrad-Diebstahl und ein Fahrradpass zum Ausfüllen sei zu finden in der Broschüre „Guter Rat ist nicht teuer. Und der Verlust Ihrer Rades?“ bei den Polizeidienststellen des Landes.