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Laichinger Anzeiger 25.11.2020

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Laichinger Anzeiger SERVICE & TERMINE Mittwoch, 25. November 2020 Blick ins VHS-Programm Gerne gibt das Team der vhs telefonisch Auskunft zum Programm. Auch Anmeldungen sind möglich unter Tel. 07333/92520-0 von 8 bis 12 Uhr, montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr, jederzeit online auf der neuen Webseite der vhs: www.vhslai.de. One Note - was ist das und wofür kann ich es nutzen? Lernen am eigenen Laptop in der Kleingruppe. Diese Funktion ersetzt (fast) den Schreibtisch – ein Abend und Ihr Arbeitsplatz wird sich zukünftig übersichtlicher und effizienter gestalten!!! Inhalte: Wofür kann ich es einsetzen? Wie ist es mit anderen Office-Produkten verbunden? Wie kann ich gemeinsam in One Note arbeiten? Montag, 30. November, 18.30 - 21.00 Uhr Altes Postamt Blaubeuren, Karlstraße 28 Geschäftsbrief nach DIN 5008 – Die neuen Regeln Die Schriftdolmetscherin Andrea Unseld informiert über die Vorschriften nach DIN 5008. Donnerstag, 03. Dezember, 19.00 - 21.30 Uhr vhs-Mitte Laichingen, Radstraße 10 Bodystyling Bodystyling entspricht nahezu dem Unterrichtskonzept „deepwork“: Es ist ein Kraftund Ausdauertraining zu aktueller und fetziger Musik. Gezielte Übungen kräftigen verschiedene Muskelgruppen, ergänzt durch ein Pilates- und Faszientraining. Dabei werden die Problemzonen Brust, Rücken, Bauch, Beine und Po intensiv trainiert, um den ganzen Körper zu festigen und zu formen. Mit Andrea Bechtel 8 Abende, freitags, 19.15 - 20.15 Uhr vhs-Gymnastikraum Laichingen, Feldstetter Straße 12 Beginn: 04. Dezember Acrylmalerei und Spachteltechnik für Anfänger und Fortgeschrittene Auf zu neuen Bildern an der Wand - egal ob Neuling oder bereits erfahrener Künstler - jeder ist herzlich willkommen! In ihrem Kurs möchte Nicole Diener zeigen, wie vielfältig man mit Lehm, Marmormehl, Sand, Papiere und vielen anderen Materialien gepaart mit Acrylfarben Leinwände oder Holz abstrakt gestalten kann. Max. 8 Teilnehmer. 5 Vormittage, mittwochs, 8.30 - 12.30 Uhr, 14-tägig 25. November, 16. Dezember, 13. Januar, 27. Januar und 3. Februar vhs-Mitte Laichingen, Radstraße 10 Geschenke schön verpackt – dieses Weihnachten ganz besonders Auch ohne große Bastelkenntnisse erlernen Sie an diesem Abend wie aus Papier kleine Boxen, Faltschachteln und Geschenktüten schnell und einfach hergestellt lt werden. Max. 9 Teilnehmer. Dienstag, 01. Dezember, 19.00 - 21.30 Uhr vhs-Mitte Laichingen, Radstraße 10 Schnelles Skizzieren für Anfänger Wie schön, wenn es klappt, mit Hand und Herz den Stift zu führen und in großzügiger Art eine Zeichnung zu schaffen. Die professio-onelle Zeichnerinerin Karin Schliehe macht das täglich. Als Illustratorin arbeitet sie für Zeitungen, Magazine, do- kumentiert mit ihrem Zeichenstift fröhliche und ernste Anlässe und arbeitet als Dozentin für verschiedene Hochschulen. Mit ganz einfachen Übungen führt sie an das Zeichnen heran. Schwung, Linie, Schraffur,… Wichtig in diesem Kurs, Akribie über Bord und freuen an den spontanen Bildern, die entstehen und überraschen werden, denn der Charme des schnellen Skizzierens ist auch für Anfänger schon zu entdecken. Freitag, 11. Dezember, 18.00 - 21.30 Uhr vhs-Mitte Laichingen, Radstraße 10 Hilfe und Beratung ● Kinder- und Jugendtelefon des Deutschen Kinderschutzbundes, gebührenfrei, Europanummer: 116111 Telefonseelsorge, gebührenfrei, 0800/ 1110111, 0800/ 1110222 Weißer Ring - Hilfe für Kriminalitätsopfer, kostenfreie, bundesweite Rufnummer, 116006 Blaubeuren Diakonieladen, Klosterstr. 1, jeden Di, Do 9-12 Uhr, jeden Mo 15-17 Uhr Laichingen Ambulanter Pflegeservice, 07333/ 802168 Ortskrankenpflegeverein - Geschäftsstelle, Uhlandstr. 11, jeden Mo, Fr 9-12 Uhr, jeden Mi 14-17 Uhr Diakonisches Beratungszentrum, telefonische Schuldnerberatung, Herr Brannath, 07333/ 9539429, OKV, Uhlandstr. 11, Di 9-12, 14-17 Uhr Kur-, Sozial- und Lebensberatung, Frau Rauscher, 07333/ 9539429, OKV, Uhlandstr. 11, Mo 9-12 Uhr, Do 14-17 Uhr Gewalt gegen Frauen, Hilfetelefon für Betroffene, Familienangehörige, Freunde und Fachkräfte, 0800/ 116016 Kostenlose Beratungsgespräche, für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige, 07333/ 942907514, Habila, Marktplatz 23, Do 16-18 Uhr mola - Ehrenamtsbörse, sibylle.meyer@lwv-eh.de, 07333/ 942907523, Regionalbüro Laichingen, Marktplatz 23, jeden Di 10-13 Uhr mola - motiviert in Laichingen, Taschengeldbörse, sibylle.meyer@lwv-eh.de, 07333/ 942907523, Habila, Marktplatz 23, jeden Di 10-13 Uhr Psychologische Beratungsstelle, Terminvereinbarung, Duceyer Platz 1, 07333/ 923355, Mi-Fr 9-12, 13-17 Uhr, Mo, Di 10-12, 15-17 Uhr Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle, für Suchtkranke und deren Angehörige, Service und Apotheken ● Terminvereinbarung bei Herr Tiltscher, 0731/ 17588250, Psychologische Beratungsstelle, Duceyer Platz 1, 18.11. 13-16 Uhr Merklingen ASB Merklingen, Ambulanter Pflegedienst, 07337/ 9239010 Selbsthilfegruppen ● Blaubeuren Freundeskreis für Suchtkrankenhilfe Blaubeuren, Gesprächskreis für Betroffene und Angehörige bei Suchtproblemen, 07384/ 6226, 0152/ 51688612, Matthäus- Alber-Haus, Kloster Str. 12, Selbsthilfegruppe für Menschen mit Adipositas, Treffen, adipositasblaubeuren@gmx.de, 07344/ 929075, Gesundheitszentrum, Ulmer Str. 26, jeden Do 19 Uhr Apotheken ● Apotheken-Notdienstfinder, Festnetz: 0800/ 0022833 www.apotheken.de; Dienst von 8.30 bis 8.30 des folgenden Tags. Mittwoch, 25. November: Alb-Apotheke Hülben Tel.: 07125 - 9 62 33 Im Hof 1, Die Stadt-Apotheke Laichingen Tel.: 07333 - 75 35 Radstraße 3, Fils-Apotheke Geislingen Tel.: 07331 - 6 33 05 Überkinger Str. 59, Donnerstag, 26. November: Fuchs Apotheke Münsingen Tel.: 07381 - 93 99 00 Gewerbestr. 18, Helfenstein-Apotheke Geislingen Tel.: 07331 - 98 63 90 Eybstr. 16, Rats-Apotheke Blaubeuren Tel.: 07344 - 62 60 Karlstr. 1, Freitag, 27. November: Alb-Apotheke Heroldstatt Tel.: 07389 - 6 08 Am Berg 13, Rathaus-Apotheke Böhmenkirch Tel.: 07332 - 53 54 Friedhofstr. 6, Sonnen-Apotheke Lonsee Tel.: 07336 - 3 27 Hauptstr. 40, Samstag, 28. November: Karls-Apotheke Blaubeuren Tel.: 07344 - 69 43 Karlstr. 58, Sonntag, 29. November: Alte Apotheke Laichingen Tel.: 07333 - 51 22 Platzgasse 1, Bahnhof-Apotheke Münsingen Tel.: 07381 - 81 11 Bahnhofstr. 7, Montag, 30. November: Bahnhof-Apotheke Geislingen Tel.: 07331 - 4 17 47 Bahnhofstr. 57, Neue Apotheke Blaubeuren Tel.: 07344 - 78 45 Ulmer Str. 26, Dienstag, 1. Dezember Lonetal-Apotheke Amstetten Tel.: 07331 - 9 78 10 Hauptstr. 103, Markt-Apotheke Laichingen Tel.: 07333 - 55 84 Marktplatz 10, Römerstein-Apotheke Böhringen Tel.: 07382 - 6 76 Aglishardter Str. 3, Mittwoch, 2. Dezember: Kloster-Apotheke Blaubeuren Tel.: 07344 - 50 50 Karlstr. 30, Seebach-Apotheke Geislingen Tel.: 07331 - 6 47 48 Hohenstaufenstr. 18, Stadt-Apotheke Münsingen Tel.: 07381 - 82 40 Marktplatz 11,

Laichinger Anzeiger REGION Mittwoch, 25. November 2020 Ein Blick in die Geschichte ● Ein angesehenes Amt in Laichingen Hebammen, ihre Wahl und Ausbildung: Das ist in den Archiven bekannt Von Stefanie Palm ● Im Laufe des Jahrhunderts wurde immer mehr auf eine gute Ausbildung der Hebammen gedrängt, um die Überlebenschancen für Frauen und Kinder zu erhöhen. SYMBOLFOTO: DARIA SERDTSEVA/SHUTTERSTOCK LAICHINGER ALB - Der Kirchenkonvent war für eine Vielzahl von Verwaltungsdingen zuständig: die Wahl der Heiligenpfleger (Kirchenpfleger), die Instandhaltung der Gebäude, die Einziehung des Kirchenzehnts, die Kreditvergaben, Abrechnungen, die Vergabe von Kirchenstühlen, die Genehmigung für Lichtstuben, Erbangelegenheiten, Stiftungen und Spenden für auswärtige Gemeinden. Zu den zu vergebenden Ämtern gehörten die der Hebammen und Totengräber. In Laichingen gab es im 18. Jahrhundert zwei Hebammen, die wiederum von zwei „geschworenen Frauen/Weibern“ unterstützt wurden. Diese waren damit für den Fall, dass eine der Hebammen starb, schon als Nachfolgerinnen bestätigt. Sie erhielten einen festen Lohn und Sonderzulagen in Form von Holz oder Getreide. Häufig ist in der Literatur die Aussage zu finden, dass sie meist den ärmeren Bevölkerungsschichten angehörten. Für Laichingen trifft diese Einschätzung allerdings nicht zu. Gewählt wurden die Hebammen von den Frauen des Fleckens, den Anfang machten dabei die Frau Pfarrerin und die Frau Amtmannin, wie im Eintrag vom 2. April 1744 zu lesen ist. Es musste eine neue Hebamme bestimmt werden, da Barbara Gebhard zu alt (80 Jahre) und krank geworden war. Zur Wahl stellten sich fünf Frauen, gewählt wurde Anna Maria, Johann Sautters Ehefrau. Sie wurde sofort confirmirt und beaydigt. Die zwei bisherigen Hebammen erhielten ihren Lohn und hatten die Neue einzuarbeiten. Genauso wurde am 30. März 1781 verfahren: „auf absterben Barbara Jacob Wegsten, Bürgermeisters und Schusters allhier Ehweibs, welche bishero ein geschwohrnes Weib gewesen, wurde [...] eine Neue gewählt.“ Zur Wahl stellten sich drei Frauen, gewählt wurde Catharina, Georg Ricken Eheweib. Im Laufe des Jahrhunderts wurde immer mehr auf eine gute Ausbildung gedrängt, um die Überlebenschancen für Frauen und Kinder zu erhöhen. Der Historiker Hans Medick spricht von der hohen Säuglings- und Kindersterblichkeit als dem „außergewöhnlich Normalen“ – was bei einer Sterblichkeit von über 50 Prozent in den ersten fünf Lebensjahren zwischen 1740 und 1870 nachvollziehbar ist. Die einzelnen Schicksale hinter diesen Zahlen müssen schrecklich gewesen sein. Um wenigstens die direkte Gefahr während einer Geburt zu senken, wurden ab 1758 per landesweiter Gemeindeordnung Fortbildungen für Hebammen verpflichtend. Die Laichinger Hebammen wurden zum Beispiel 1780 und 1795 zum weiteren Unterricht für mehrere Tage nach Urach geschickt. Die Kosten von 30 Kreuzern pro Tag wurden halb aus der Kirchenkasse und halb aus der Gemeindekasse bezahlt. 1796 Ein Hebammenstuhl. FOTO: PR musste der Geburtsstuhl ausgebessert werden, hier wurden die Kosten ebenfalls geteilt. Dass das Amt der Hebamme in Laichingen angesehen war, zeigt sich an den Frauen, die sich zur Wahl stellten. Darunter befanden sich die Ehefrauen oder Witwen von Bürgermeistern und Ärzten, die auch Mitglieder des Kirchenkonvents waren. Der Historiker und Archivar Eberhard Fritz spricht in seinem Aufsatz „Die Kirche im Dorf“ von 1993 davon, dass Hebammen generell misstraut wurde, ohne hierfür breite Nachweise anzuführen. Nicht nachvollziehbar ist seine Erklärung hierfür: „Tatsächlich dürfte die hohe Kindersterblichkeit in früheren Jahrhunderten nicht nur auf Krankheiten oder unhygienische Zustände zurückzuführen sein, sondern auch auf das Töten von Neugeborenen.“ Den Zusammenhang stellt er her, da bei dem geringsten Verdacht auf eine Kindstötung die Hebammen genauestens befragt wurden. Prinzipiell waren alle Geburten vom Kirchenkonvent zu untersuchen, die im Abstand von weniger als neun Monaten nach der Hochzeit erfolgten, aber faktisch handelte es sich bei allen untersuchten Fällen entweder um Totgeburten oder um kranke Kinder. Hier musste man wohl eher dem Verdacht der (versuchten) Kindstötung nachgehen, die unbedingt auszuschließen war. Neben der Frau und ihrem Ehemann wurde die beteiligte Hebamme befragt, ebenso der Arzt, falls er anwesend gewesen war, und weitere Zeugen. Der Hebamme Ursula Sautter und ihrem Mann, dem Bürgermeister und Arzt Johann Marx Sautter, wurden entsprechend am 22. März 1770 die Frage gestellt, ob das „Kind reiff und vollkommen gewesen?“ Als sichtbare Zeichen für eine Frühgeburt galten „keine Nägelen und schlechtes Nabel Schnürle“. Bei einigen Frauen lösten Stürze vorzeitige Wehen aus. Anna Widmann gab am 27. Januar 1781 zu Protokoll, „auf der Bühne [...] ware ein Brett mit ihro gebrochen, daß sie [...] hinunter gefallen“. Bei anderen kam es durch eine Krankheit zu einer Frühgeburt, wie am 18. November 1768 notiert zu Waldburga Ostertag. Überzeugten die Aussagen und konnte man den Angeklagten ein gutes Zeugnis (Testimonium) bescheinigen, wurde die Sache eingestellt. War dies nicht der Fall, lebte das Kind noch, war aber schwach und nicht genau festzustellen, ob eine Frühgeburt vorlag, wurde der Fall an die nächste höhere Ebene weitergeleitet. Der heimische Kirchenkonvent versuchte hier in der Regel, durch ein gutes Zeugnis und den Hinweis auf die Armut der Betroffenen eine möglichst geringe Strafe zu erwirken. Die Not, die hinter diesen Einträgen durchscheint, muss unermesslich gewesen sein. Die Autorin Stefanie Palm, Jahrgang 1974, ist in Laichingen geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur am Albert-Schweitzer-Gymnasium absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Buchbinderin im Handwerk, bevor sie in Tübingen und München Geschichtliche Landeskunde auf Magister studiert hat. Ihre Magisterarbeit schrieb sie über den Laichinger Kirchenkonvent im 18. Jahrhundert. Weitere wissenschaftliche Publikationen zu dem Thema folgen. Seit Oktober 2019 arbeitet sie im Archiv der evangelischen Landeskirche in Möhringen. Dort sind die älteren Kirchenbücher des Evangelischen Pfarramts Laichingen unter der Bestandsbezeichnung LKAS Pfarrarchiv Laichingen zu finden. (sz)