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KUR|land 27.11.2020

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6| Kurseelsorge Mut tut

6| Kurseelsorge Mut tut gut in diesen Zeiten! Pfarrerin Verena Engels-Reiniger über das Vertrauen auf eine göttliche Kraft in der Corona-Pandemie Pfarrerin Verena Engels-Reiniger Kurseelsorgerin in Bad Waldsee Liebe Leserinnen und Leser, was tut gut in dieser Zeit? Corona regiert! Diktiert uns Lockdown Nr. 2! „Ein Riesen-Sch…!“, knurrt der Gastwirt, bei dem ich Essen abhole. Recht hat er! Die Einschränkungen bringen Riesen-Frust und viele Probleme mit sich. Die Ungewissheit raubt Energie. Kein unbefangenes Miteinander mehr, stattdessen Sorge, angesteckt und dadurch ansteckend zu werden. Leiden an der Vereinsamung. Immer mehr Leute wirtschaftlich in Not. Und, und, und: Alles wegen diesem fiesen Virus, gegen den wir - noch - ohnmächtig sind. Ohnmacht lähmt, wenn die Wut darüber unterdrückt wird. Darum raus damit! Wut ist eine Kraft: Steck sie in Aktivität, die Dir was bringt: Holz spalten, Garten umgraben, sich sportlich auspowern. Wenn’s gut tut, im Freien auch ‘mal rausschreien, wie Dir zumute ist. Du wärst in bester Gesellschaft! Schon in der Bibel gibt‘s vielstimmigen Protest „nach oben“, von Hiob, in den Psalmen, von Jesus am Kreuz. Enttäuscht von Gott schleudern Menschen ihre Anklagen vor ihn hin: Mut zur Wut! Denn „Gott ist nicht nett“ (Heiner Wilmer, Bischof in Münster). Aber seltsam: Er und sie kommen dennoch nicht von Gott los. Oder, wie eine Rehapatientin mit Krebsdiagnose sagte: „Zu irgendwas muss der Sch…dreck doch gut sein!“ Zwar durchschaut niemand, wie Gott in der Weltg‘schicht wirkt. Trotzdem glauben, hoffen, lieben viele. Und verwandeln Wut in Mut! Wie Dietrich Bonhoeffer (1906-1945): Vor 75 Jahren als Widerständler unterm Naziregime umgebracht, schrieb er in aussichtsloser Lage: „Es scheint klüger, pessimistisch zu sein. Man riskiert keine Enttäuschung und steht nicht blamiert vor den Leuten da. Deshalb gilt Optimismus bei den Klugen als naiv. Er ist aber seinem Wesen nach keine Ansicht über die gegenwärtige Lage, sondern eine Lebenskraft. Eine Kraft, den Kopf hoch zu halten, wenn alles fehlzuschlagen scheint. Eine Kraft, Rückschläge zu ertragen. Eine Kraft der Hoffnung, wo andere resignieren. Eine Kraft, welche die Zukunft niemals dem Gegner lässt, sondern sie für sich in Anspruch nimmt. Es gibt gewiss auch einen dummen, feigen Optimismus, der verpönt werden muss. Aber den Optimismus als Willen zur Zukunft soll niemand verächtlich machen, selbst wenn er 100 Mal irrt! Er ist die Gesundheit des Lebens, die sich nicht am ‘Schwarzsehen‘ anstecken soll. Es gibt Leute, die es für unernst, Christen, die es für unfromm halten, auf eine bessere irdische Zukunft zu hoffen und sich auf sie vorzubereiten. Sie glauben im Grunde, dass alles auf Chaos, ja, auf Zerstörung zuläuft. Sie glauben an die Katastrophe als Sinn des gegenwärtigen Geschehens. So entzieh‘n sie sich in Resignation oder ‘frommer‘ Weltflucht der Verantwortung für das Weiterleben, für den neuen Aufbau, für die kommenden Geschlechter. Mag sein, dass morgen der Jüngste Tag anbricht. Dann wollen wir gerne die Arbeit für eine bessere Zukunft aus der Hand legen, vorher aber nicht!“ Solcher Mut tut gut! Ihre Pfarrerin Verena Engels-Reiniger Optimismus bewahren und sich Zeit nehmen für die schönen Dinge des Lebens, das geht trotz Corona! Foto: Rolf Schultes Gottesdienstzeiten: Kath. Pfarrkirche St. Peter: Eucharistiefeier: Samstag, 19 Uhr; Sonntag, 9.30 Uhr und 11 Uhr; Rosenkranz: Sonntag, 17.30 Uhr Ev. Kirche (Burghalde): Sonntag, 9.30 Uhr Abendmahl jeden 3. Sonntag im Monat Ökum. Gottesdienste: Samstag: 17 Uhr, Maximilianbad (Kapelle); 19 Uhr, Klinik im Hofgarten (Säulenhalle); 19 Uhr Waldsee-Therme (Vortragsraum) ___________________________ Programm Kur- & Reha-Seelsorge: Montag: 16.30 Uhr Sinnvoll leben, Maximilianbad (Kapelle); 19.30 Uhr Meditation, Therme (Vortagsraum); 20 Uhr, Vortrag, Therme (Vortragsraum). Dienstag: 16.30 Uhr, Sinnvoll leben, Mayenbad (M1); 19.30 Uhr Meditation, Hofgarten (Säulenhalle); 20 Uhr Vortrag, Hofgarten (Säulenhalle). Mittwoch: 16.30 Uhr Sinnvoll leben, Hofgarten (Säulenhalle); 19.30 Uhr, Meditation, Maximilianbad (Kapelle); 20 Uhr Vortrag, Maximilianbad (Kapelle). ___________________________ Die Kur- und Reha-Seelsorger: Katholisch: Egon Wieland Kur- & Reha-Seelsorge Telefon 07524/4041-12 egonwieland@kurseelsorge-bw.de www.kurseelsorge-bw.de Klosterhof 1 (Eingang 4) 88339 Bad Waldsee Evangelisch: Pfarrerin Verena Engels Finkenweg 9 88339 Bad Waldsee Telefon 07524/40940 – 22 Mail: Verena.Engels@elkw.de Telefax 07564/948786

Kurort| 7 „Lockdown light“ trifft Kurstadt hart Waldseer Tourismusbetrieben gingen im November coronabedingt gut 5000 Übernachtungen verloren Bad Waldsee – Vom neuerlichen Corona-Lockdown waren auch Tourismusunternehmen und damit im Zusammenhang stehende Betriebe und Dienstleister in Bad Waldsee stark betroffen. Durch die behördlichen Vorgaben gingen den Beherbergungsbetrieben alleine im November nach Einschätzung von Walter Gschwind, Fachbereichsleiter Wirtschaft, Tourismus und Kultur, gut 5000 Übernachtungen verloren. Und bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe war noch offen, ab wann es wieder Lockerungen geben wird. KURLAND-Redakteurin Sabine Ziegler berichtet. Wenn Kinder den leeren Wohnmobilstellplatz bevölkern, dann ist klar: Im November darf sich hier kein Tourist niederlassen und der Kurstadt geht erneut touristische Wirtschaftskraft verloren. Wenig rosig war die wirtschaftliche Situation daher für alle Hotels und Gaststätten, private Quartiergeber, Therme und Saunalandschaft, sowie für Museen und Veranstalter, wie Gschwind weiß. Einzig die Rehakliniken liefen weiter. Die Corona-Verordnung traf den Tourismus- und Kulturbereich sowie die Gastronomie „besonders stark. Gastronomie und Einzelhandel sind das Herz unserer Innenstadt und sorgen Der beliebte Wohnmobilstellplatz beim Waldseer Kurgebiet bleibt während des „Lockdowns light“ gesperrt. Auch die Waldsee-Therme musste im November coronabedingt wieder schließen - nun hoffen die Städtischen Rehakliniken auf einen Rettungsschirm der Politik. Fotos (2): Rolf Schultes für eine lebendige Atmosphäre, die Bürger und Gäste begeistert“, sagt Gschwind dazu. Neben gut 5000 Übernachtungen, die bis Ende Monat ausfielen, wirkte sich auch die Schließung der Gaststätten und Cafés finanziell negativ aus. „Dass nur noch Abhol- und Lieferdienst möglich ist, ist für viele enttäuschend, zumal Aufwand in funktionierende Abstands- und Hygienekonzepte gesteckt wurde und die ,Internationalen Spezialitätenwochen’ schon fertig geplant waren“, betont Gschwind. Und weil der Mensch nicht nur vom Brot allein lebt, mangelte es Bürgern und Gästen der Kurstadt zuletzt auch an Kunst und Kultur. „Gerade in der dunkleren Jahreszeit gewinnen persönliche Begegnungen beim Konzert, im Kino oder bei einer Ausstellung an Bedeutung“, ist Gschwind überzeugt. „Wie für den gesamten Tourismus am Ort bedeutet dieser neuerliche Einschnitt auch für die Kunst- und Kulturschaffenden Existenzbedrohung und Enttäuschung zugleich, zumal verlässliche Planungen so gut wie unmöglich sind.“ Gerade diese Unsicherheit mache den Beherbergungsbetrieben zu schaffen, wie die Inhaberin des Parkhotels im Kurgebiet mit 70 Betten berichtet: „Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr hatten wir erfreulicherweise einen gut gebuchten Sommer. Im Moment dürfen wir leider nur Geschäftsreisende unterbringen. Und ob diese Einschränkungen nur im November gelten, daran zweifele ich angesichts der hohen Zahl an Neuinfektionen und sehe unsicheren Wintermonaten entgegen“, sagt Karin Fenzl-Kamzelak. „Diese Situation ist für unsere ganze Branche sehr belastend, zumal viele Betriebe wie wir in Hygienekonzepte investiert haben, die den Gästen ausreichend Sicherheit bieten“, betont sie. Dass Reisen und Touristik trotz Corona weiterhin ein sehr hohes Ansehen in der Bevölkerung genießen, macht sich beim Erwin-Hymer-Center Bad Waldsee auch in der Krise bemerkbar. „Im November ist es bei uns traditionell etwas ruhiger, was Vermietungen betrifft. Aber es kommen viele Kunden, die jetzt ein Wohnmobil bei uns kaufen und damit im Frühjahr verreisen möchten - das ist aus heutiger Sicht eben sicherer als Flug- oder Schiffsreisen“, sagt Geschäftsführer Reinhold Beller. „Die Kunden fühlen sich in ihren eigenen vier Camper-Wänden sicher und machen mit Abstand zu anderen entspannt Urlaub“, so Beller weiter dazu. Für 2021 gehe er deshalb davon aus, dass die aus 70 Wohnmobilen und zehn Caravans bestehende Mietflotte seines Hauses wieder sehr stark nachgefragt werde.