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KUR|land 25.12.2020

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14 | Kunst im Kurort

14 | Kunst im Kurort Malerei, Fotografie und Plastik Axel Otterbach legt das neue Ausstellungsprogramm 2021 für die Kleine Galerie Bad Waldsee vor Bad Waldsee – Die Kleine Galerie Bad Waldsee präsentiert 2021 fünf Ausstellungen aus Malerei, Fotokunst und Plastik. Eine davon gehört dem Maler und Kunstprofessor Jörg Eberhard aus Düsseldorf, dessen Schau 2020 coronabedingt verschoben werden musste. KURLAND-Redakteurin Sabine Ziegler berichtet. Die erste Ausstellung wendet sich vom 28. Februar bis 4. April „biomorphen Abstraktionen“ von Marina Schreiber zu. Für ihre Arbeiten der Serie „Polyflore Mikrofauna“ verwendet die Künstlerin verschiedene Papiersorten: vom japanischem Seidenpapier bis zur Portwurfsendung einer Werbebroschüre. So leimt und formt sie aus Papierschnipseln organisch anmutende Skulpturen, deren ornamentale Oberflächen durch Farben und sorgsames Schleifen herausgearbeitet werden. Vom 18. April bis 4. Juli stellt der Maler Jörg Eberhard aktuelle Arbeiten in seiner Heimatstadt aus. Schon während seiner Schulzeit hatte der Wahl-Rheinländer künstlerische Ambitionen. Gefördert wurde er vom Kunstpädagogen und Maler Paul Heinrich Ebell, der 1965 Marina Schreiber präsentiert in der Kleinen Galerie Bad Waldsee biomorphe Abstraktionen, die aus verschiedensten Papiersorten geformt werden. Foto: Marina Schreiber auch die Kleine Galerie aus der Taufe gehoben hat. Dem Kunstprofessor ist das Zeigen geformter Dinge und das Zusammenfügen sichtbarer Inhalte dringlich. Er malt keine gegenständlichen Motive, sondern Embleme, Allegorien, Symbole und Illusionen. Skulpturen von Robert Steng werden vom 18. Juli bis 5. September präsentiert. Der Künstler, Möbelbauer und Musiker zeigt Bildobjekte, die die Augen täuschen: Im ersten Moment meint man, in die Wand eingelassene Schubladen und aus der Wand heraustretende Balken zu erkennen. Erst beim zweiten Blick realisiert der Betrachter, dass die Objekte flach an der Wand hängen. Stickereien und Zeichnungen Für ihre Zeichnungen verwendet Angelika Zeller menschliches Echthaar (links). Die Arbeit von Jörg Eberhard heißt „Vier Würfel“ (rechts). Fotos (2): Angelika Zeller, Jörg Eberhard mit Haaren von Angelika Zeller sind vom 19. September bis 7. November zu sehen. Zunächst scheinen ihre Zeichnungen aus einem Wirrwar von Linien zu bestehen, die neben- und übereinander laufen, sich an manchen Stellen verlieren, um an einem Ort wiederaufzutauchen. Aber es gibt einen Plan: Jeder der aus menschlichem Echthaar gestickten Fäden setzt eine klare Linie. In der Summe erzeugen sie eine Ordnung, die eine dreidimensio nale Tiefe ermöglicht. Den Schlusspunkt setzt vom 21. November bis 2. Januar Fryderyk Heinzel mit Fotografie und Malerei. Sein neues Werk umfasst Ölgemälde auf Holz und Fotografien. Was als Landschaftsbild eines Sees oder Waldes beginnt, wird zur Erforschung von Materialität und planarem Raum. Die Ausstellungseröffnungen sind sonntags um 11 Uhr, sofern dies die Corona-Vorgaben ab Februar 2021 wieder zulassen. Geöffnet ist die Kleine Galerie im Haus am Stadtsee täglich von 10 bis 19 Uhr.

Kurort | 15 Barczyks zeigen Illustrationen Museums- und Heimatverein Bad Waldsee plant Ausstellungsjahr 2021 im Museum im Kornhaus Bad Waldsee - Der Museumsund Heimatverein Bad Waldsee hofft für 2021 auf ein besseres Ausstellungsjahr im Kornhaus. Je nachdem, welche Vorhaben sich coronabedingt umsetzen lassen, präsentieren unter anderem die Künstlerinnen Franziska und Hanna Barczyk ihre Arbeiten und es soll eine Schau zur Verleihung des neuen Ebell-Kunstförderpreises geben. KURLAND-Redakteurin Sabine Ziegler berichtet. Das zurückliegende Museumsjahr war für den Verein coronabedingt im Grunde keines, weil das Kornhaus weitgehend geschlossen bleiben musste, um das ehrenamtlich tätige Aufsichtspersonal vor dem Virus zu schützen. Aber auch bei den Künstlern hakte es in der Pandemie: So konnte das gebürtige Waldseer Zwillingspaar Barczyk, das seit Jahren in Toronto bzw. in New York und Montreal lebt, nicht ausreisen und die Präsentation ihrer Illustrationen wurde deshalb auf 2021 verschoben. Brigitte Hecht-Lang und Ernst Langer vom Vereinsvorstand hoffen nun sehr, dass es mit dieser Ausstellung namens „Perspektiven“ ab 3. April (Karsamstag) und der gleichzeitigen Wiedereröffnung Franziska und Hanna Barczyk fliegen 2021 über den großen Teich zurück in ihre Heimatstadt Bad Waldsee, um im Kornhaus eine Auswahl ihrer Illustrationen zu zeigen. Foto: Barczyk der Dauerausstellung in den oberen Etagen klappt. Eine Vernissage ist vorsichtshalber nicht geplant. Nach der Beteiligung am Kultursonntag (25. April), am „Internationalen Museumstag“ (16. Mai) und einem Konzert anlässlich der „Musikfestwochen Donau-Oberschwaben“ (29. Mai) könnte - abhängig von Corona - dann die Ausstellung „Mitgenommen: Heimat in Dingen“ folgen. Diese Wanderschau des Hauses des Deutschen Ostens in München war ebenfalls schon 2020 geplant, wurde aber wegen des Infektionsgeschehens damals gecancelt. Offen ist aktuell auch, wann die Schau zur Verleihung des neuen Ebell-Kunstförderpreises im Kornhaus stattfinden wird. Und am „Tag des offenen Denkmals“ (12. September) ist der Eintritt ins Museum im Kornhaus übrigens frei. Ob das Ausstellungsprogramm 2021 im Waldseer Museum im Kornhaus wie geplant stattfinden kann, hängt maßgeblich von den kommenden Corona-Vorgaben der Behörden ab. Weitere Informationen und aktuelle Hinweise des Trägervereins dazu finden sich dazu auf der Homepage unter www. museum-bad-waldsee.de. Paul Heinrich Ebell (l.) in der Kleinen Galerie im Elisabethenbad mit Ewald Schrade (r.) und Jörg Eberhard. Foto: Kiemel Museumsverein lobt Ebell-Preis aus Bad Waldsee (saz) - Der Museums- und Heimatverein Bad Waldsee lobt erstmals den mit 3000 Euro dotierten Ebell-Kunstförderpreis für Bildende Künstler aus. Zudem soll ein Publikumspreis von 500 Euro verliehen werden. Paul Heinrich Ebell (* 5. Oktober 1908 in Berlin, † 4. November 1998 in Kißlegg) war Maler, Grafiker und Kunstpädagoge. Er wirkte 50 Jahre in Bad Waldsee und vermachte einen Großteil seines künstlerischen Nachlasses dem Museum im Kornhaus. Der Trägerverein fühlt sich deshalb dazu verpflichtet, sein Wirken wachzuhalten. 1948 erhielt der Wahl-Waldseer eine Stelle als Kunsterzieher am Progymnasium und lockte die Fantasie und den Gestaltungswillen seiner Schüler. Einige wurden später selbst Kunstwissenschaftler oder Künstler. Ebell blieb nebenher freischaffender Künstler. 1965 legte der Mitbegründer der Sezession Bodensee- Oberschwaben (SOB) im Waldseer Elisabethen bad den Grundstein für die Kleine Galerie, die er selbst zehn Jahre lange leitete.