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KUR|land 01.09.2020

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4 | Tourismus

4 | Tourismus „Lockdown“ beschert Verluste Tourismus-Information Bad Waldsee legt Übernachtungsbilanz für erstes Halbjahr 2020 vor Bad Waldsee - Die Tourismusbilanz der Kurstadt Bad Waldsee ist im ersten Halbjahr 2020 coronabedingt stark eingebrochen. Während die Rehakliniken vergleichsweise glimpflich davongekommen sind, mussten Hotels, Ferienwohnungen und Bildungshäuser aufgrund des „Lockdowns“ kräftige Verluste hinnehmen. Von Januar bis Juni wurden knapp 40 Prozent weniger Übernachtungen gezählt als im Vergleichszeitraum 2019. Da kam der Besuch des Tourismusministers Guido Wolf vor kurzem im örtlichen Rathaus gerade recht. KURLAND-Redakteurin Sabine Ziegler berichtet. Der Tourismus in Bad Waldsee ist inzwischen wieder angelaufen und besonders beliebt sind bei den Gästen coronabedingt Stadtführungen und Wanderungen an der frischen Luft. Die Rehakliniken mussten im ersten Halbjahr bei den Übernachtungen ein Minus von 31,2 Prozent verkraften und die Betreiber von Ferienwohnungen ein Minus von 42,4 Prozent. Noch stärker von der Coronakrise betroffen waren die Hotels (minus 57,7 Prozent), der Wohnmobilstellplatz (minus 56,8 Prozent) sowie die Bildungshäuser des Klosters Reute und der Schwäbischen Bauernschule (minus 58,7 Prozent). Unterm Strich registrierte die Tourismus-Information gegenüber 2019 ein Minus von 38,3 Prozent bei den Übernachtungen. „Das erste Halbjahr war erwartungsgemäß geprägt von starken Übernachtungseinbußen. Die Kliniken als maßgebliche Übernachtungsträger sind prozentual noch am glimpflichsten davon gekommen, während Reisen zu touristischen Zwecken über zwei Monate hinweg untersagt waren und die Auswirkungen deshalb entsprechend größer sind“, bewertet der Kurgeschäftsführer eine Bilanz, die die touristischen Betriebe am Tourismusminister Guido Wolf (Zweiter von links) benötigte nach der Diskussionsrunde mit Gastronomen und Hoteliers im Waldseer Rathaus eine Abkühlung in der Wassertretstelle. Tourismusbilanz 1. Halbjahr Die stark eingebrochenen Übernachtungszahlen von Januar bis Juni 2020 im Überblick: Kliniken: 90180 (- 31,2 Prozent) Hotels/Gasthöfe: 10152 (- 57,7 Prozent) Ferienwohnungen/Privatzimmer: 6935 (- 42,4 Prozent) Wohnmobile: 3771 (- 56,8 Prozent) Bildungshäuser: 5231 (- 58,7 Prozent) Gesamt: 116269 (- 38,3 Prozent) Wer sich für einen Rehaoder Wellnessaufenthalt in Bad Waldsee interessiert, findet alles auf der Homepage unter www.bad-waldsee.de. Auskünfte gibt’s auch bei der Tourist-Information unter Telefon 07524/941342.

Tourismus | 5 Ort nicht zufriedenstellt. „Inzwischen sind die Kliniken aber wieder voll belegt und die touristische Nachfrage steigt zusehends“, blickt Walter Gschwind trotz der Coronakrise optimistisch in die Zukunft. Einerseits sei zu beobachten, dass die Nachfrage nach innerdeutschen Urlaubszielen ansteige und davon profitiere die Region Bodensee-Oberschwaben. „Andererseits nehmen wir aber auch wahr, dass insbesondere ältere Herrschaften in diesem Jahr aufs Verreisen verzichten und dass abgesagte Veranstaltungen wie unser Seenachtfest auch weniger Nachfrage nach sich ziehen.“ Nach Einschätzung Gschwinds halte sich beides in etwa die Waage. Wenn Corona keine weiteren Einschränkungen notwendig mache, könne Bad Waldsee am Jahresende mit einem Übernachtungsminus von knapp 20 Prozent (rund 320000 Übernachtungen gegenüber 390000 im Vorjahr) noch mit einem blauen Auge davonkommen, hofft der Fachbereichsleiter. „Aktuell stellen wir eine steigende touristische Nachfrage nach Rad- und Wanderangeboten fest. Ein dickes Lob geht auch an alle lokalen Veranstaltungsmacher und Kulturschaffenden, die trotz der strengen Hygiene- und Auch der Wohnmobilstellplatz ist inzwischen wieder gut frequentiert - zumal das Reisen mit dem eigenen Haushalt in der Coronakrise noch beliebter geworden ist. Fotos (5): Rolf Schultes Abstandsregeln interessante Formate für Bürger und Gäste der Kurstadt auf die Beine stellen“, würdigt Gschwind das Engagement der vielen Ehrenamtlichen. Beim Besuch des Tourismusministers überstrahlte die Sonne die Kurstadt marketingreif und nach zweistündiger Debatte mit örtlichen Gastronomen und Hoteliers kam Guido Wolf die Abkühlung an der Wassertretstelle gelegen. Der einhellige Tenor der Diskussionsrunde zuvor lautete nämlich: Ein zweiter Corona-Lockdown muss mit Hilfe von Vorgaben und Tests zwingend verhindert werden, weil manche Beherbergungs- und Tourismusbetriebe ein neuerliches Herunterfahren der Wirtschaft nicht überleben dürften. Waldsees Gastronomen hatten sich beim Land für die Corona-Soforthilfe bedankt, aber auch bekannt, dass sie von der Krise sehr stark gebeutelt worden waren. Zwar sei der Tourismus inzwischen wieder angelaufen - aber den Gaststätten und Hotels brechen durch fehlende Geschäftsreisen, Messebesucher und Familienfeiern weiter Umsätze weg. Solche trostlosen Fotos entstanden während des Lockdowns in der Waldseer Innenstadt, die ansonsten gut belebt ist. Die Waldsee-Therme ist geöffnet, aufgrund der Abstandsregelungen dürfen derzeit aber weniger Gäste gleichzeitig baden.