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KUR|land 01.08.2020

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4 | Reisen 2020 Im

4 | Reisen 2020 Im Camper Van auf „Corona-Tour“ Freizeitfahrzeuge mit eigenem Haushalt an Bord machen autarkes Reisen immer beliebter Bad Waldsee - Die Coronakrise hat das Caravaning nochmals beflügelt. Kein Wunder: In Freizeitfahrzeugen ist der eigene Haushalt mit an Bord, Abstand zu anderen kann auf Wohnmobilstellplätzen problemlos eingehalten werden und sollte es dennoch einmal eng werden, dann kann bis zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit auch mitten in der Natur übernachtet werden. Das einzige Problem im „Corona-Sommer“ ist der Umstand, dass immer noch mehr Camperfans Individualurlaub genießen möchten und dass die begehrten Plätze - wie der Waldseer Wohnmobilstellplatz - noch voller werden. Das hat auch KURLAND-Redakteurin Sabine Ziegler bei ihrer Tour mit einem Hymer Camper Van erfahren - und zwar zu einem Zeitpunkt, als die Grenzen nach Österreich, Italien und in die Schweiz noch geschlossen waren und sich deshalb alles an den bayerischen Alpen drängelte. Marjan Sikkema und Markus Aepli aus Wattwil/Schweiz hatten ihr neues Wohnmobil Anfang des Jahres auf der CMT in Stuttgart bestellt und freuten sich riesig auf die Abholung ihres Fahrzeugs, das unter dem Dach der Erwin Hymer Group mit Sitz in Bad Waldsee produziert wurde. „Doch dann kam Corona und wir saßen erst einmal daheim fest. Als Mitte Mai die Ausreise endlich wieder möglich wurde, konnten wir unser Mobil etwas verspätet in Empfang nehmen und aktuell sind wir schon das zweite Mal wieder hier in Süddeutschland - und sicher nicht das letzte Mal“, erzählt das Paar aus dem Kanton St. Gallen während Die Schweizer Marjan Sikkema und Markus Aepli haben ihren Urlaub im neuen Wohnmobil in Bad Waldsee sehr genossen. Wohnmobile und Campingfreunde so weit das Auge reicht auf dem Stellplatz beim bekannten Kloster Andechs im bayerischen Fünf-Seen-Land. Fotos (4): Rolf Schultes, Sabine Ziegler seines Aufenthaltes Mitte Juli auf dem Wohnmobilstellplatz Bad Waldsee. Die beiden sind bekennende „Velo“-Fahrer und haben mit ihren Fahrrädern ohne Elektroantrieb schöne, ausgedehnte Touren kreuz und quer durch Oberschwaben gemacht. „Bad Waldsee liegt mitten drin in einer großzügigen, weiten Landschaft, wie wir das aus der Schweiz nicht so kennen“, weiß Aepli. Die Gäste aus dem Toggenburg loben auch die örtliche Gastronomie, die Wochenmärkte mit regionalen Produkten und natürlich schätzen die Gäste aus dem Nachbarland das unabhängige Reisen in ihrem neuen Mobil. „Ich bin eine Risikopatientin und deshalb kommt für mich eine andere Art des Urlaubs nicht nur in Corona-Zeiten gar nicht mehr in Frage“, sagt Sikkema und verweist auf die großzügigen Parzellen für Wohnmobile beim Waldseer Kurgebiet. „Hier sind wir für uns und halten den gebotenen Abstand zu anderen.“ Diese Art entspannten Reisens schätzen immer mehr Urlauber. So stieg mit Lockerung der Kontakt- und Reisebeschränkungen im Mai laut Caravaning Industrie Verband nicht nur die Zahl der Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen. Die Erwin Hymer Group verspürt in der Corona-Pandemie auch bei der Vermietung von Reisemobilen und Camper Vans nochmals deutliche Zuwächse. Neulinge wollen in der Regel zuerst ein solches Fahrzeug testen, bevor sie selbst eines kaufen. Diese Entwicklung war schon während der Pfingstferien in Bayern und Baden-Württemberg zu spüren: Kaum durften Camping- und Wohnmobilstellplätze ihren Betrieb unter Einhaltung der strengen Hygienestandards aufnehmen, stauten sich die großen Freizeitmobile vor den Eingängen in der Hoffnung auf einen freien Stellplatz für die Nacht. Während wir unseren großzügig ausgestatteten „Grand Canyon S“ auf Mercedes-Basis mit modernsten Fahrassistenzsystemen noch sicher durch die baustellengeplagte Münchner Innenstadt chauf-

Reisen 2020 | 5 fierten, leere Museen und Kunstgalerien vorfanden und das wiedererwachte Leben an der Isar genossen, liefen an Ammersee und Starnberger See, im Ostallgäu um Füssen und vor allem im Allgäu längst die Plätze über. So ließen sich auf dem Wohnmobilstellplatz beim bekannten Kloster Andechs sogar Wohnwagen-Besatzungen nieder und bauten ihre Grills auf, wie sie das von Campingplätzen kennen. Und die zahlreichen Wohnmobile und Camper Vans stellten sich am Abend kurzerhand auf den benachbarten Besucherparkplatz, was angesichts des großen Andrangs gestattet war. Im Ostallgäu bei Füssen ein freies (Stell-)Plätzchen zu finden, war hingegen ebenso aussichtslos wie in Oberstaufen. An mehreren Tagen war in Steibis Schluss für enttäuschte Wohnmobilisten, die eigentlich in Richtung Hochgrat wollten. Nichts ging mehr: kein einziger Parkplatz mehr frei, die Polizei wies alle Neuankömmlinge zurück. Das gleiche Spiel in Oberstdorf und Immenstadt - Land unter! Die Touristen zog’s nach dem wochenlangen „Shutdown“ in Scharen hinaus in die Natur und hinauf auf die Berge. Und weil die Grenze nach Österreich dicht war, tummelten sich die Naturfreunde im bayerischen Allgäu. Am Grenzübergang nach Österreich in Aach war für uns Schluss. Schweizer Autofahrer mussten für ihre Durchreise zu dieser Zeit noch seitenweise Formulare ausfüllen. Eine surreale Szenerie, wie wir sie im Schengen-Raum vor Corona nicht kannten. Da war die Ruhe unter blauem Der Wohnmobilstellplatz auf der Mettnau in Radolfzell ist beliebt, weil er neben WLAN auch Duschen und WCs bietet. In den Pfingstferien drängelten sich Camperfans mit Camper Vans entlang der bayerischen Alpenkette, weil die Grenzen nach Österreich Anfang Juni noch geschlossen waren. Sommerhimmel willkommen, die sich wenige Kilometer weiter im Hinterland bei Scheidegg und Lindenberg bot. Hier fanden sich freie Stellplätze und mit dem herrlichen „Waldsee“ auch ein Gewässer, das zum Schwimmen und SUP einlud. Auch die Campingplätze rund um den Bodensee waren zum verspäteten Saisonstart gut gebucht - aber mit etwas Glück fand sich immer wieder eine Möglichkeit, den Camper Van mit direktem Seeblick für eine Nacht abzustellen. Unterm Strich ist es im „Corona-Sommer“ ratsam, frühzeitig zu buchen und seine Tour auch nach den Verfügbarkeiten von Camping- und Wohnmobilstellplätzen auszurichten. Das ist entspannender, als in den Abendstunden einen Platz nach dem anderen ergebnislos anzufahren. Wer trotz allem leer ausgehen sollte, der kann im Camper Van dank eigenem Haushalt mit Dusche und WC an Bord aber überall eine Nacht stehenbleiben, ohne dass er etwas vermissen würde. Und das macht diese Art autarken Reisens eben aus! Kompakte Camper Vans Die kompakten Hymer Camper Vans sind besonders bei „Wohnmobilisten“ der jüngeren Generation beliebt - ob für ausgedehnte Urlaubstouren oder für den Wochenendtrip mit Board an den nächsten See: Hier hat der Reisende alles dabei, was für autarkes Reisen notwendig ist: im „Grand Canyon S“ viele Staumöglichkeiten, eine Koch-Spül-Kombination, einen großen Kühlschrank (90 Liter) und ein Bad mit Toilette. Und dank seiner Größe (knapp sechs Meter Länge) und Wendigkeit kann man mit diesem Freizeitfahrzeug problemlos in wuselige Metropolen hineinfahren. Den ersten Camper Van namens „Caravano“ hat der bekannte Waldseer Reisemobilhersteller Hymer übrigens bereits 1961 auf den Markt gebracht. Diese Recherchetour wurde unterstützt von der Erwin Hymer GmbH Bad Waldsee. Infos zum touristischen Angebot in Bad Waldsee unter www.bad-waldsee.de. (saz)