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KUR|land 01.05.2020

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12 | Städtische

12 | Städtische Rehakliniken Bewegung stärkt das Immunsystem! Chefarzt Dr. Otto Matt über körperliche Aktivitäten an der frischen Luft und hilfreiche Heilpflanzen Dr. Otto Matt Orthopädie-Chefarzt Städtische Rehakliniken Bad Waldsee Bad Waldsee - Das Abwehrsystem eines jeden Menschen kann auf natürliche Art und Weise gestärkt werden. Wichtige Bausteine sind neben der Hygiene auch die tägliche Bewegung an der frischen Luft und eine gesunde Ernährung. Für KURLAND berichtet Dr. Otto Matt, Orthopädie-Chefarzt der Städtischen Rehakliniken Bad Waldsee, wie man sein Immunsystem stärken kann, um möglichst gut durch die Corona-Krise zu kommen. Neben der notwendigen Hygiene, die bei der Minderung von Ansteckung eine zentrale und gewaltige Rolle spielt, gibt es Spazierengehen und Radfahren mit der Familie an der frischen Luft stärken das Immunsystem und bringen Entspannung in der Krise. Fotos (5): Städtische Rehakliniken/Schultes/Fesseler viele weitere Möglichkeiten, das Immunsystem zusätzlich zu unterstützen. Tägliche Bewegung an der frischen Luft und eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse eignen sich dafür hervorragend. Im Internet kann man sich während der Ausgangsund Kontaktbeschränkungen Bewegungsübungen ansehen und herunterladen. Sie sind teilweise gut strukturiert und zeigen häufig dem individuellen Leistungsvermögen angepasste Übungen. Schon 15 Minuten Training pro Tag zeigen in Studien eine positive Wirkung für Kraft, Ausdauer und Koordination. Das Abwehrsystem kann man auch zusätzlich mit Pflanzen, die in unserer Heimat wachsen, stärken. „Phytotherapie“ wird die Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen durch Pflanzen, Pflanzenteile und deren Zubereitung genannt. Sie ist nicht Alternative, sondern Teil der heutigen naturwissenschaftlich orientierten Medizin. Sie schließt therapeutische Lücken und bietet ergänzende Möglichkeiten bei der Behandlung und Das körpereigene Abwehrsystem kann auch mit Heilpflanzen, die in der Region wachsen, gestärkt werden. Arnika wächst auf Bergwiesen und wird bevorzugt als entzündungshemmendes Heilmittel aus der Natur eingesetzt.

Städtische Rehakliniken | 13 Vorbeugung akuter und chronischer Krankheiten an. Zur Beurteilung von Arzneipflanzen wurde eine Kommission beim Bundesinstitut für Arzneimittel und medizinnahe Produkte (BfArM) gebildet. Sie erstellt für therapeutische Pflanzen wissenschaftliche Abhandlungen, die die Wirksamkeit, pharmazeutische Qualität, Unbedenklichkeitswirkung und eventuelle Nebenwirkungen beschreibt. Heilpflanzen werden vor allem als Tee, Tinktur, Salben, Öle, Wickel und Auflagen eingesetzt. Die Ingwerwurzel aus Asien ist seit nahezu 5000 Jahren für ihre positiven Eigenschaften bekannt. Sie stärkt die Abwehrkräfte und ist zugleich entzündungshemmend und hustenstillend. Der Ingwer erwärmt und hat schweißtreibende Eigenschaften - er kann ideal bei Virusinfektionen angewandt werden und wird auch sehr gerne als Tee getrunken. Fast in jedem Garten wächst der schwarze Holunder (Sambucus nigra). Im Volksmund heißt er „Sitz des guten Hausgeistes“. Seine Wirkung ist schweißtreibend, entzündungshemmend, resistenzsteigernd, schleimlösendend und harntreibend - daher wird er gerne bei Erkältungen und Atemwegsentzündungen eingesetzt. Man kann ihn als Holunderblüten-Tee, -Saft oder als -Bad verwenden. Ebenso bekannt ist der rote Sonnenhut (Echinacea purpura). Seine Wirkung ist ebenfalls immunstimulierend mit Steigerung der unspezifischen Abwehr. Er hat eine antivirale, entzündungshemmende und resistenzsteigernde Wirkung. Zum Einsatz kommt er bei Die Wanderwege in und um Bad Waldsee laden zum genüsslichen Spaziergang in der Natur ein. Nicht nur in Corona-Krisenzeiten sollte eine gesunde Ernährung auf dem täglichen Speisezettel stehen wie frisches Obst und Gemüse von regionalen Erzeugern auf dem Wochenmarkt. rezidivierenden Harn- und Atemwegsinfektionen oder bei Wundheilungsstörungen. Arnika (Arnica montana) - auch Bergwohlverleih genannt - wächst auf Bergwiesen und steht unter Naturschutz. Im Mittelalter war die Pflanze ein Allheilmittel und wurde radikal dezimiert. Mittlerweile wird sie erfolgreich im Feldanbau geerntet. Sie ist entzündungshemmend, antiseptisch, antimykotisch und schmerzlindernd. Sie wird bei chronischen und akuten Schwellungszuständen, Ödemen und Einblutung nach Verletzungen sowie bei Muskel- und Gelenkschmerzen genutzt. Die Brennnessel (Urtica dioica/urens) ist in der Rheumatherapie schon lange bekannt, weil sie harntreibend und entzündungshemmend wirkt, das Immunsystem moduliert und die Beweglichkeit verbessert. Entzündungen verursachende Botenstoffe werden in der Produktion gehemmt. Natürlich sollte man die Kneipp‘schen Anwendungen wie Wassertreten in der Badewanne nicht vergessen. Das Wasser sollte relativ kalt (zehn Grad Celsius) sein und bis zur Mitte des Unterschenkels reichen. Man geht oder tritt auf der Stelle, wobei jedes Mal das Bein komplett aus dem Wasser gehoben wird („Storchengang“). Abhängig von der Durchblutungssituation beginnt man mit einer Minute Gehzeit und steigert langsam auf drei Minuten - es kann bis auf sieben Minuten gesteigert werden. Empfohlen wird die Anwendung drei mal wöchentlich und lieber kälter und kürzer! Als letzten Tipp möchte ich noch Sauna-Besuche erwähnen, die das Immunsystem abhärten, weil sich in der trockenen Luft Erreger im Regelfall nicht lange halten. Tipps zu Bewegung, Fitness und Ernährung während der Corona-Krise finden sich unter anderem beim Kneippverein Bad Waldsee unter www.kneippverein-bad-waldsee.de sowie bei der Turngemeinde (TG) Bad Waldsee unter www.tgev.de.