Aufrufe
vor 1 Jahr

KUR|land 01.05.2020

  • Text
  • Waldsee
  • Telefon
  • Krise
  • Wurzacher
  • Zeit
  • Waldseer
  • Menschen
  • Ravensburger
  • Stadt
  • Rehakliniken
  • Www.bitzilla.de

10 | Kurort Mit

10 | Kurort Mit Gutscheinen durch die Krise Waldseer Einzelhändler und Gastronomen werden durch den „shut down“ schwer getroffen Bad Waldsee - Der Waldseer Einzelhandel befand sich nach dem coronabedingten „shut down“ Mitte März gut vier Wochen lang im Krisenmodus. Die attraktive Innenstadt war durch die Ladenschließungen nahezu verwaist. Immerhin blieben Stammkunden ihren Fachgeschäften mit lokalem Online-Handel treu. Auch die städtische Initiative, den Geschäftsleuten mit „Bad Waldsee-Gutscheinen“ über die Krise zu helfen, geriet zum Hoffnungszeichen in bedrohlichen Zeiten. KURLAND-Redakteurin Sabine Ziegler sprach kurz vor Ostern 2020 mit Geschäftsleuten über diese Ausnahmesituation. Gisela Zahn von der Boutique „Mode City“ schwingt sich auf ihr Fahrrad und fährt mehrere mit Damenbekleidung gefüllte Papiertaschen zu einer Kundin. Die nimmt die Auswahl aktueller Frühjahrskollektion freudig an der Haustüre entgegen und von den zehn Blusen und Hosen passt nahezu jede perfekt. „Wir kennen den Modegeschmack unserer Stammkunden und so ist es leicht, geeignete Bekleidungsstücke zusammenzustellen, die daheim in Ruhe anprobiert werden können“, beschreibt die Geschäftsinhaberin diesen kleinen Funken Hoffnung in schwierigen Zeiten. Auch ein Gisela Zahn von „Mode City“ lieferte während der Corona-Krise ihre aktuelle Frühjahrs- und Sommerkollektion mit dem Fahrrad an ihre Kundschaft aus. Fotos (2): Rolf Schultes Die Stühle der Freiluftgastronomie sind aufeinander gestapelt - Gästen und Wirten hilft nur das Warten auf bessere Zeiten. lokaler Online-Shop wurde kurzerhand eingerichtet, der sich nach der Krise vielleicht sogar zum zweiten, kleineren Standbein entwickeln könnte. „Aber alle unsere Bemühungen ersetzen den stationären Einzelhandel in normalen Zeiten trotzdem nicht“, ist Zahn überzeugt. Diese Meinung teilen auch die Schuhhändler Johannes Geiger und Stefan Senko, die ebenfalls auf eine baldige Wiedereröffnung ihrer traditionsreichen Fachgeschäfte in der Altstadt hoffen. Zwar bestellen auch hier derzeit Kunden telefonisch oder per E-Mail Schuhe. „Aber dass wir ausgerechnet in der umsatzstärksten Zeit im Frühling und vor Ostern geschlossen haben müssen, das tut schon richtig weh“, sagt Senko. Auch Susanne Lorinser von der „Stadtbuchhandlung“ kann in der Corona-Krise mit ihrem Online-Shop das eigentliche Geschäft mit dem Buchverkauf nicht kompensieren. „Unsere Kunden wollen sich beraten lassen von uns, wenn sie ein Buchgeschenk kaufen, und möchten sich in Ruhe umschauen - das fehlt aktuell leider“, bedauert die Inhaberin zweier Buchläden in Oberschwaben und sehnt das Ende der behördlich angeordneten Ladenschließung herbei. Einstweilen hat sie in der Rehaklinik Maximilianbad ein Regal mit Büchern bestückt - Patienten können ihre Auswahl treffen und das Geld in eine kleine Kasse geben. Vermisst werden im Frühjahr auch die Waldseer Cafés und Gaststätten, die mit ihrer Außenbewirtung für das südliche Flair der Kurstadt sorgen. Einige Wirte kochen in der Krise weiter und liefern ihre Speisen aus - aber selbst die pfiffigsten Ideen kompensieren die Einnahmeausfälle nicht. Da sind die „Bad Waldsee-Gutscheine“, die von der Stadt in Kooperation mit dem HGV, den Waldseer Wirten und der „Bad Waldsee Card“ empfohlen werden, hilfreich. „Mit dieser Initiative können wir uns gemeinsam für unsere Stadt stark machen. Mit dem Erwerb eines Gutscheines unterstützen Sie Geschäfte, Lokale und Betriebe und zeigen ihre Verbundenheit zu Bad Waldsee und den Stadt-Akteuren“, betont Bürgermeister Matthias Henne. Nach Redaktionsschluss dieses Magazins gestatteten die Behörden den Einzelhändlern in der Kurstadt die Wiederöffnung ihrer Geschäfte, wenn sie Auflagen zur Hygiene und zur Kundensteuerung einhalten.

Kurort | 11 Mobile Raumwunder der Zukunft Erwin-Hymer-Museum Bad Waldsee präsentiert Sonderausstellung „Quality Time on Wheels“ Bad Waldsee – Das Waldseer Erwin-Hymer-Museum präsentiert bis Ende 2020 seine Sonderschau „Quality Time on Wheels - Mobile Raumwunder für Freizeit, Familie und Beruf“ mit Visionen zur Zukunft der Mobilität und des Reisens. Zu sehen sind das Concept-Car „VisionVenture“ von Hymer und die Reisemobilstudie „Inno-Vision“ von Star-Designer Luigi Colani, die 1994 auf dem Düsseldorfer Caravan-Salon präsentiert wurde. Wann genau das Museum für Besucher wieder öffnen darf, war bei Redaktionsschluss dieses Magazins noch offen. KURLAND-Redakteurin Sabine Ziegler berichtet. Markus Böhm, Isabelle Heinzelmann und Susanne Hinzen präsentieren ein Stück Design-Geschichte - das Foto entstand vor der Corona-Pandemie. Fotos (2): Rolf Schultes In der Panoramawand zeigt das Museumsteam um Direktorin Susanne Hinzen aktuell Ideen und Konzeptstudien vollautonomer Fahrzeuge, die dem Wunsch nach sinnvoll verbrachter Zeit („Quality Time“) entgegenkommen. Da sie nicht von Hand gesteuert werden müssen, wird kein Fahrer benötigt und die Zeit kann zum Arbeiten, Relaxen oder Spielen genutzt werden. Individuell und flexibel eingerichtet, bedienen sie mannigfaltige Bedürfnisse außerhalb des Fahrerlebnisses und geben Zeit, das zu tun, was gerade wichtig erscheint. Zahlreiche Modelle von Freizeit-, Sharing- und Mietfahrzeugen sowie Automobilen der Zukunft finden sich in der Ausstellung - ergänzt von Stoffen, Mustern und Farbkonzepten, die einen Blick in die Gestaltung des Interieurs ermöglichen. Skizzen, CAD-Sketches und Graphiken zeigen den Weg von der Idee zum Modell. Ergänzt durch Computeranimationen und Kurzfilme werden Auch das Concept-Car „VisionVenture“ kann besichtigt werden, das Hymer in Kooperation mit BASF entwickelt hat. die Visionen lebendig. Die Entwürfe Studierender stellen mit ihren Fahrzeugkonzepten „Hymer 2inOne“ und „Hymer High Cab“ sogenannte Ad-Ons vor, wie ein austauschbares Heck oder eine Schlafbox für das Autodach. Der Trend zur Individualiserung gepaart mit dem Wunsch nach Nachhaltigkeit drückt sich durch Mehrfachnutzung von Basiselementen und Modulbauweise aus. Eine Lösung, der wachsenden Urbanisierung gerecht zu werden, zeigen die Konzepte „Hymer 360°“ und „Hymer Eden“ auf, die urbane Mobilität und privaten Raum in einem Fahrzeug vereinen. Das Museum zeigt zudem aktuelle Prototypen und Studien aus der Caravaning-Branche. So kann das Concept-Car „VisionVenture“ von Hymer in der Ausstellung besichtigt werden. Das mit BASF entwickelte Offroad-Konzeptfahrzeug auf Mercedes-Benz-Chassis besitzt einen Infrarotstrahlen reflektierenden Lack, eine Dach- und Heck-Terrasse mit BBQ-Station sowie ein pneumatisches Schlafdach. Von Ideen der Camper-Community inspiriert wurde der Grundriss neu gedacht und mit vielen smarten Lösungen versehen. Ein weiteres Stück Design-Geschichte ist die futuristisch anmutende Reisemobil-Front, die Luigi Colani 1994 für den Wohnmobilhersteller Hymer kreiert hat. Diese Studie auf Basis des Hymermobils 600 zeigt, wie visionär der 2019 verstorbene Designer dachte. Die coronabedingte Schließung des Museums nutzen Verwaltung und Werkstatt des Hauses dazu, neue Veranstaltungen und Ausstellungen vorzubereiten sowie Reparaturen und Wartungen am Fahrzeugbestand vorzunehmen. Aktuelle Infos unter www.erwin-hymer-museum.