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Kliniken magazin 2020/2021

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Kliniken setzen auf Kooperation und Netzwerke In den Kliniken der Region spielen Kooperationen eine wichtige Rolle. Zahlreiche Netzwerke mit externen Partnern – von niedergelassenen Ärzten über Rehabilitationskliniken bis zu Selbsthilfegruppen – sorgen dafür, dass die Übergänge für die Patienten auf dem Weg zur Genesung möglichst reibungslos erfolgen. 6 Von Claudia Wörner Bilder: Asklepios Klinik / Shutterstock D er Medizin Campus Bodensee zählt auf seine verlässlichen Partner. Allein auf dem Campus-Gelände in Friedrichshafen agiert das Netzwerk zum Vorteil der Patienten unmittelbar: ZfP und SINOVA-Klinik, die Praxis für Strahlentherapie, die DRF mit ihrem Rettungshubschrauber Christoph 45, die Urologische Gemeinschaftspraxis und die Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin und Dialyse. Die Vernetzung von ambulant und stationär funktioniert auf engem Raum. Darüber hinaus wird sie gepflegt und ausgebaut – in Sachen Ausbildung sind die Partner die Universität Tübingen, die RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten und die Gesundheitsakademie Bodensee-Oberschwaben. Zu den Netzwerkpartnern gehören Rettungsdienste ebenso wie Reha-Einrichtungen, Fachkliniken und Selbsthilfegruppen, von denen sich manche sogar direkt im Krankenhaus gegründet haben. Wertvoller Austausch in der Selbsthilfegruppe In einer Selbsthilfegruppe erfahren Betroffene und ihre Angehörigen wertvollen Austausch und emotionalen Halt. Sie tauschen Alltagstipps aus, sprechen über Ängste, informieren sich gemeinsam über ihre Erkrankung oder laden Spezialisten zu ihren Gesprächsrunden ein. Auch die Waldburg-Zeil Kliniken arbeiten intensiv mit Selbsthilfegruppen zusammen. Nicht selten werden solche Ge- sprächsrunden belächelt – zu Unrecht. Susanne Kastl, Klinikdirektorin im Parksanatorium Aulendorf, schätzt die Unterstützung für Patienten nach einem Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalt. „Alle unsere Ärzte engagieren sich in vielfältigen Selbsthilfegruppen. Wir haben welche für Prostata-, Brustkrebs, Kehlkopfkrebs und viele andere Erkrankungen regelmäßig bei uns im Haus zu Gast und ermutigen unsere Patienten, dort Nähe zu anderen Betroffenen zu suchen“, erläutert Susanne Kastl. Selbsthilfegruppen gelten auch für die behandelnden Ärzte als eine wichtige Säule im Gesundheitssystem. Die engen zwischenmenschlichen Kontakte geben den Patienten zusätzlich Kraft, sind sich die Mediziner sicher. Eine umfassende und vor allen Dingen ganzheitliche medizinische Versorgung reicht auch bei den Sana Kliniken im Landkreis Biberach immer über den klinischen Tellerrand hinaus. Auch hier tragen Selbsthilfegruppen, die sich regelmäßig in den Kliniken treffen, dazu bei, den Alltag mit und nach der Krankheit zu bewältigen.

Niedergelassene Ärzte als wichtige Partner Zu einer ganzen Reihe von sektorenübergreifenden Netzwerken und Kooperationen gehört nicht nur bei den Sana Kliniken in erster Linie die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten. Sie stellen die ambulante Versorgung der gemeinsamen Patienten tagtäglich sicher. Sinnvolle Ergänzungen zum eigenen Therapieangebot, wie der Einsatz von Therapiehunden auf der Palliativeinheit oder ein therapeutischer Singkreis in der geriatrischen Rehabilitation, werden durch die Zusammenarbeit mit externen Partnern möglich. Die Sana Kliniken sind auch nach der Entlassung für ihre Patienten da: Der hauseigene Sozialdienst hilft beispielweise beim Beantragen von Leistungen oder vermittelt eine passende Anschlussversorgung und arbeitet hier eng mit den entsprechenden Leistungsträgern sowie den Rehakliniken zusammen. Unterstützung beim Übergang von der stationären Versorgung zurück in die häusliche Umgebung erhalten die Patienten darüber hinaus vom Verein „Unsere Brücke“. Ein weiteres Beispiel ist das Brustzentrum Donau-Riß, welches die Biberacher Frauenklinik gemeinsam mit Ehingen betreibt. Ein Netzwerk aus Spezialisten arbeitet hier intensiv zusammen, um Frauen mit Brustkrebs erfolgreich zu behandeln und zu begleiten. Gesundheitsnetzwerk im Onkologischen Zentrum Krankenhaus und niedergelassene Praxis arbeiten sowohl am St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg als auch am Westallgäu-Klinikum in Wangen, beides Häuser der Oberschwabenklinik, Tür an Tür. Dabei sind Ärzte überschneidend in beiden Einrichtungen tätig. Enger als im Onkologischen Zentrum lässt sich ein Gesundheitsnetzwerk kaum knüpfen. Die niedergelassenen Ärzte gehen zu den Patienten ans Krankenhausbett. Umgekehrt hält Dr. Gerhard Fischer, Oberarzt bei der Oberschwabenklinik, Sprechstunden in der Praxis ab. Nur mit dieser Zusammenarbeit zwischen Klinik und Praxis ist die Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV) möglich. Durch sie können gesetzlich versicherte Patienten mit gastrointestinalen und gynäkologischen Tumorerkrankungen zu Leistungen wie PET-CT ambulant ins EK geschickt werden, was sonst nicht vergütet würde. Krebspatienten erleben ihre oft lange dauernde Behandlung als Ablauf aus einer Hand. Zwischen ambulanter Chemotherapie in der Praxis und stationären Aufenthalten gibt es keine Brüche. Gleiches gilt im Verhältnis zur Psychoonkologie des ZfP. Auch in der Krebsberatungsstelle arbeiten OSK, ZfP und niedergelassene Ärzte eng zusammen. 7