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Isny Aktuell 13.01.2021

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Isny

Isny aktuell Isny aktuell 13. Januar 2021 12 Eine Revolution für Brandschutz und Baugewerbe ISNY (ws) - Die Visitenkarte von Zoltán Boldizsár weist ihren Besitzer als Gemälderestaurator, Kunstwissenschaftler und Vergolder aus. In Isny ist der Künstler mit den ungarischen Wurzeln kein Unbekannter. Wer diesen bescheidenen Menschen aber ein bisschen näher kennenlernt, muss weitere erstaunliche berufliche Kompetenzen hinzufügen: Boldizsár ist auch Kunstmaler. Und er ist vor allem Erfinder, unter anderem eines zukunftsweisenden Werkstoffes für den Brandschutz und Bausektor. Zoltán Boldizsár ist in Isny aufgewachsen und zur Schule gegangen, hat nach dem Kunststudium gut 25 Jahre in Bremen gelebt und gearbeitet. In der Mitte seines Berufslebens war er vor allem als gefragter Gemälderestaurator für verschiedene Museen und Kunstsammlungen in und um die Hansestadt tätig. Er hat viel zu erzählen aus einem bewegten Leben, über Höhen und auch Tiefen – privat, beruflich und wirtschaftlich. Vor rund 20 Jahren zurückgekehrt in seine Heimat im Allgäu, arbeitete Zoltán Boldizsár als Kunstlehrer, Restaurator und Kunstmaler – und entwickelte eher nebenbei in seinem kleinen Hobbylabor eine zukunftsweisende, inzwischen patentierte und preisgekrönte Flüssigkeit, die er in den Anfängen als „punybasic“ bezeichnete. Nach der Patentierung hieß sie dann „Z-R seven“. Das Z steht für ihn selbst, den Erfinder, das R für René, den Vornamen von Boldizsárs technischem und bürokratischem Mitstreiter im Patentierungsverfahren: René Imark aus Genf in der Schweiz. Zoltán Boldizsárs Spuren finden sich in Isny zum Beispiel am Göckelmannweg, an einer Hauswand, auf sechs Bildern über das Leben des Heinrich von Isny. Oder in der Schwimmhalle der Reha-Klinik Überruh. Oder am Zugang zum Zwinger am Oberen Graben, an Karl Immlers Winzerstube, wo er Info-Tafel und Büchersims beschriftet und bemalt hat. Weiter im Altarraum der Pestkapelle in Schweinebach oder an einigen Wegekreuzen, die Boldizsár restauriert hat. Einer der jüngeren, herausfordernden Aufträge kam von Friedrich Hechelmann. Im Isnyer Schloss arbeitete der versierte Tausendsassa in Räumen, die mit dem Kauf der Marienkapelle der Kunsthalle zufielen und davor rund 200 Jahre leergestanden hatten. Boldizsár stellte penibel Gips, Stuck, Holz, Metall und anderes mehr wieder her. Doch schon vor Jahren hat der leidenschaftliche Restaurator – in der Absicht, restaurierte Gemälde und Plastiken gegen Feuer oder Witterungseinflüsse widerstandsfähig zu machen – in zahllosen Versuchsreihen eine Art Bindemittel entwickelt, das sich als bruchfest, abriebfest, Restaurator und Kunstwissenschaftler Zoltán Boldizsár. Fotos: Walter Schmid Urkunde des Deutschen Patent- und Markenamtes München. wasserfest und vor allem als enorm feuerfest erwies. Die gelblich-klare Flüssigkeit aus sieben Inhaltsstoffen nannte ihr Erfinder während der Testverfahren „punybasic“. Die Ausgangssubstanz sei natürliches Bienenwachs, das mit verschiedenen natürlichen Substanzen und durch Erhitzung verflüssigt wird, erzählt Boldizsár. Für Kunsthistoriker wie ihn sei das nichts ganz Neues, denn dieses „Punische Wachs“ soll schon in der Antike für Restaurierungen verwendet worden sein. Boldizsár erklärt, dass er diese jahrtausendealte Erkenntnis aufgegriffen und durch Versuchsreihen für die heutigen Bedürfnisse weiterentwickelt habe – weitere Details zu den Inhaltsstoffen verrät er nicht. Allerdings: Mit einem minimalen Anteil von „punybasic“, das ausschließlich aus natürlichen Substanzen bestehe, ließen sich organische und anorganische Materialien wie Klärschlamm, Aschen oder Schlickmasse zu Bauteilen von außerordentlicher Festigkeit zusammenfügen, berichtet Boldizsár. Abfallmaterial müsse nicht mehr aufwendig entsorgt werden, sondern es könne Verwendung finden im Bausektor, zumindest im Außenbereich. Zoltàn Boldizsár hat darüber hinaus nachgewiesen, dass sein Mittel genauso für Isolierputze taugt. Eine Mischung aus Perlite, Lehm und Talkum mit seinem Bindemittel vermischt, kann auf die verschiedensten Untergründe als Isolierund Schallschutz aufgetragen werden und tauge vor allem gleichzeitig auch gegen Feuer und große Hitzestrahlung. Durch Laborversuche sei nachgewiesen, dass eine Trockenbauplatte aus Holzspänen und Sägemehl mit einem „punybasic“-Anteil gepresst oder auch nur beschichtet, zu einer feuerresistenten Bauplatte wird. In Zeiten weltweit zunehmender Hitze und immer ausgedehnteren Trockenperioden nehme die Gefahr von Wald- und Flurbränden zu. „Punybasic/Z-R seven“ könne ein zukunftsweisendes Mittel in der Brandbekämpfung sein, ist Erfinder Boldizsár überzeugt. In der Praxis: Wenn Bäume und Strauchwerk vor der herannahenden Feuerwand von Flächen-, Busch- und Waldbränden besprüht und eingenebelt werden, könne das Feuer gestoppt werden. Je nach Höhe und Dichte der Pflanzen und Bäume, abhängig von Wind und Wucht der Feuerwalze, müsse eine Schneise von mindestens zehn oder bis zu 100 Metern Breite besprüht werden. Nach dem Feuer oxidiere sein ausgetrocknetes Sprühmittel, falle zu Boden, schade keiner Pflanze und diene sogar als Dünger, fügt Zoltán Boldizsár hinzu. Er ist stolz auf die Vorzüge: Schadensbegrenzung, Reduzierung von CO2-Emissionen, preisgünstige Herstellung vor Ort Urkunde für den Großen Preis des Europäischen Erfinderverbandes AEI. DRK sammelt Blutspenden in Isny Blutspendetermine jetzt reservieren Foto: dpa / Marius Becker ISNY (sz) - Für die Behandlung von Unfallopfern, Patienten mit Krebs oder anderen schweren Erkrankungen bittet das Deutsche Rote Kreuz (DRK) dringend um Blutspenden. Am Donnerstag, 14., und Freitag, 15. Januar, kann jeweils von 14 bis 19.30 Uhr im Isnyer Kurhaus, Unterer Grabenweg 18 gespendet werden. Um in den genutzten Räumen den erforderlichen Abstand zwischen allen Beteiligten gewährleisten zu können und Wartezeiten zu vermeiden, findet die Blutspende ausschließlich mit vorheriger Online-Terminreservierung statt. Alle Blutspendetermine finden sich online unter https://terminreservierung. blutspende.de/m/Isny-Kurhaus Bei Fragen rund um die Blutspende oder bei Problemen mit der Terminreservierung steht die kostenfreie Service-Hotline unter 0800/ 1194911 zur Verfügung. sei möglich, völlig ungiftig für Mensch, Tier und Pflanzenwelt – weil ausschließlich natürlich in der Zusammensetzung. „Eine Innovation für die Zukunft“, zeigt sich der Erfinder aus Isny überzeugt. Dem Patentamt genügten freilich keine Behauptungen, sondern nur handfeste Nachweise – sowohl aus eigenen Versuchsreihen als auch aus anerkannten Fachlaboren. Zoltán Boldizsár zieht die Urkunde des Deutschen Patent- und Markenamtes München aus der Schublade, einschließlich des zur Patentierung notwendigen Sicherheitsdatenblattes. Und zurecht stolz zeigt der Erfinder auch den „Großen Preis des Europäischen Erfinderverbandes AEI“ vor, der ihm bei der Internationalen Fachmesse „Ideen-Erfindungen- Neuheiten“ in Nürnberg für „Terrafirm“ verliehen wurde. Seit ein paar Jahren liegt die ganze Erfindung laut Boldizsár allerdings „auf Eis“, weil ihm das nötige professionelle Marketing-Team fehle. Vor allem aber auch die nötigen finanziellen Mittel zur Vorfinanzierung. „Punybasic/Z-R seven“ sucht somit noch seinen Markt.

13 Isny aktuell 13. Januar 2021 Isny aktuell „Aufwind war gestern, GSWA ist heute“ Petra Wolz und Hinrich Lemke vor dem Werbeplakat für ihr neues Wohnprojekt „Zamme Felderhalde“. Foto: Walter Schmid ISNY (ws) - Nach den „Aufwind“-Häusern auf dem Siloah-Gelände planen Hinrich Lemke aus Wangen und die Isnyerin Petra Wolz im „Wohnpark an der Felderhalde“ ein neues, weiteres Wohnprojekt für Senioren in Isny. Obwohl mit dem Aufwind-Projekt, das sich auch in Wangen und Weingarten etabliert hat, „unsere eigenen Wohnwünsche erfüllt werden konnten, haben wir mit Freuden 2019 den gemeinnützig anerkannten Verein GSWA gegründet, um weitere solche Projekte aufzubauen“, erklären Wolz und Lemke. Die vier Buchstaben im Vereinsnamen stehen für „gemeinschaftlich selbstbestimmt wohnen im Alter.“ „Wir sind überzeugt, dass wir damit einen positiven Beitrag zur Entwicklung unserer Gesellschaft leisten können, und für viele ältere Menschen die Chance auf ein erfülltes, sinnhaftes Leben im Alter vergrößern“, fügen die beiden Initiatoren hinzu. Auf einer Website informiert nun ein GSWA-Exposée zu den Plänen an der Felderhalde, unter anderem heißt es dort: „Seit 2007 engagieren wir uns für das gemeinschaftliche, selbstbestimmte Wohnen im Alter“. Fünf Projekte seien aus diesen Bemühungen heraus erfolgreich realisiert worden, sie würden selbstständig und unter eigenem Namen geführt. Der Mietvertrag zwischen dem GSWA und der Immo-Holding Kaufbeuren – jenem Unternehmen, das den „Wohnpark an der Felderhalde“ seit diesem Jahr baut – sei im Sommer für ein komplettes Haus mit 17 Wohnungen unterschrieben worden, informieren die beiden GSWA-Geschäftsführenden Lemke und Wolz. Seither hätten sie schon weit mehr als 100 Hausbesichtigungen mit Interessierten durchgeführt im Mehrfamilienhaus, das am nordwestlichen Zipfel des Neubaugebiets gegenüber der Zufahrt zum Felderhaldeparkplatz steht. Vier Menschen hätten bereits einen Mietvertrag mit dem Verein unterschrieben, freuen sich die beiden Geschäftsführenden. Die ersten künftigen Mitbewohner würden auch schon Kontakte pflegen in Vorbereitung auf das gemeinschaftliche Wohnen unter einem Dach. Wohnungsbesichtigungen seien durch die Pandemie aktuell aber ausgebremst: „Die Leute sind verunsichert, warten ab, wie es weitergeht.“ Damit das selbstbestimmte Leben in einem gemeinschaftlichen Gebäude gelingen kann, müsse zu den Erwartungen der verschiedenen Mieter freilich auch die Bereitschaft hinzukommen, sich mit seinen eigenen Gaben und Möglichkeiten einzubringen, betonen die Initiatoren. Die Chemie untereinander müsse einigermaßen passen, weiß Petra Wolz aus Erfahrung. Der Bauträger aus Kaufbeuren habe für das Anliegen großes Verständnis gezeigt, und die Kommunen im Land hätten längst verstanden, dass mit neuen Wohnmöglichkeiten der Vereinsamung im Älterwerden entgegengetreten werden muss, fügt Hinrich Lemke hinzu. Vereinsziel sei es, ein Wohnumfeld zu schaffen, in dem menschliche Kontakte und Beziehungen wachsen können. Mit diesem Angebot wendeten er und Wolz sich vor allem an Menschen, die die Berufsjahre beendet haben oder dies bald erleben werden. „Je älter wir werden, desto mehr wollen wir Menschen in ein soziales Netz eingebunden sein, möglichst auch mit der Nachbarschaft. In dieser neuen Wohnanlage gibt es diesbezüglich alle Möglichkeiten“, unterstreicht Lemke. Auf vier Etagen stehen je zwei barrierefreie Zweizimmer-Wohnungen und zwei Dreizimmer-Wohnungen mit Fußbodenheizung zur Verfügung. Das Erdgeschoss ist behindertengerecht. Der ganze Wohnpark werde von einem eigenen Blockheizkraftwerk versorgt, informieren Lemke und Wolz. Eine der beiden Penthauswohnungen sei reserviert für einen Gemeinschaftsraum, die „Trefferia“ mit einer großen Dachterrasse zur Felderhalde hin, für ein Gästezimmer, das nach Bedarf allen Mietern zur Verfügung stehen soll, außerdem für ein Büro für die Geschäftsführung. Petra Wolz und ihr Ehemann werden ebenfalls ins Haus mit einziehen. Eingeladen zum Projekt wird mit dem Werbeslogan „Zamme Felderhalde“, was umgangssprachlich das Gemeinschaftliche betonen soll. Einen direkten Zusammenhang mit dem Aufwind-Projekt in Siloah gebe es nicht, allenfalls einen personellen: „Aufwind war gestern, GSWA ist heute und in Zukunft“, sagt Lemke, es handle sich um einen „Neustart“ der Initiatoren Wolz und Lemke. Interessenten an der Gemeinschaft im „Wohnpark Felderhalde“ sind ab sofort eingeladen sich zu melden, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Nach dem Lockdown sollen auch wieder Besichtigungstermine vereinbart werden können. Eine Kontaktaufnahme ist möglich per E-Mail an kontakt@gswawohnenimalter.com oder über die Postadresse: GSWA e.V., Maria-Catarina-Reich-Str. 1, 88239 Wangen. Informationen im Internet gibt es unter der Adresse www.gswawohnenimalter.com Seit Montag Abholen in Geschäften möglich ISNY (jl) – Im Shutdown haben auch einige Isnyer Einzelhändler kreative Konzepte entwickelt. Viele bieten ihre Waren online oder zur telefonischen Bestellung an. Denn von der Corona-Pandemie und den Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus, sind insbesondere die Einzelhandelsgeschäfte und die Gastronomie betroffen. Doch ob geschlossen oder geöffnet, sie alle möchten weiterhin für ihre Kunden gut erreichbar sein. Sie richten Onlineshops, Lieferservices und Abholdienste ein, damit Isnyer weiter lokal einkaufen und ihre Betriebe in diesen schwierigen Zeiten unterstützen können. Die Verlängerung des Lockdowns sei zwar zu erwarten gewesen, aber treffe die Isnyer Betriebe hart, sagt Katrin Mechler, Leiterin des Büros für Stadtmarketing. „Aber Isny steht zusammen und hilft sich über die Krise“, zeigt sie sich überzeugt. Sie hat mit ihrem Team ein Konzept entwickelt, das die Isnyer Betriebe bestmöglich unterstützt. Die Corona-Regeln von Baden-Württemberg erlauben es ab Montag wieder, Waren in den Geschäften entweder telefonisch oder online zu bestellen und diese dort abzuholen. „Bitte achten Sie in Ihrem eigenen Interesse darauf, die Abstände einzuhalten und eine Maske zu tragen“, rät Mechler. Eine Übersicht über die Betriebe, die Services anbieten, ist auf der Seite www.isny-steht-zusammen.de zu finden oder telefonisch unter 07562 9999060. zu erfahren.