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Isny Aktuell 10.03.2021

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Isny aktuell Isny aktuell 10. März 2021 12 Hilfe für die Innenstadt: Stadt Isny stellt Mittel zur Verfügung und setzt Zeichen der Solidarität ISNY – Mit 35.000 Euro aus der Stadtkasse sollen die Folgen der Corona- Pandemie in Isny gelindert werden. Dies wurde am 22. Februar einstimmig im Verwaltungsausschuss beschlossen. Damit sollen Maßnahmen finanziert werden, die Handel und Gastronomie unterstützen. Vorausgegangen waren dem Beschluss Initiativen von Isny Aktiv e.V. und dem Büro für Stadtmarketing der Isny Marketing GmbH, wie die Plakataktion „Läden dicht, Ofen aus“. Gleichzeitig wurde das Thema an die Stadtverwaltung herangetragen und Unterstützungsmöglichkeiten und Strategien für Isny erörtert. „Es war einfach klar, dass lokale Lösungen nur gemeinsam zu finden sind,“ erklärt Katrin Mechler, Leitung des Stadtmarketingbüros und Geschäftsstelle Isny Aktiv. „Der Austausch mit Bürgermeister und Stadtverwaltung war sehr konstruktiv. Mit den Anliegen der Betroffenen, aber auch mit unserer Sorge um die Innenstadt als Gesamtheit, trafen wir auf offene Ohren,“ berichtet Lucas Becher, Vorstandsvorsitzender von Isny Aktiv. Ein Signal der Stadt „Wir sind uns in der Verwaltung mit Lucas Becher und Katrin Mechler einig gewesen, dass die Stadt Isny Einzelhandel und Gastronomie, deren Existenzsorgen wir seit geraumer Zeit wahrnehmen, trotz des klammen städtischen Haushalts, unterstützen muss“, erklärt Bürgermeister Rainer Magenreuter. Er hätte das gerne öffentlich mit dem Gemeinderat diskutiert, aber der nächste Sitzungstermin war ihm dafür zu spät. Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses, der nichtöffentlich tagte, stellten sich geschlossen hinter den Verwaltungsvorschlag. Bereits in den Tagen nach dem Beschluss wurden erste konkrete Vorschläge diskutiert und ein Katalog an den Gemeinderat geschickt. „Wir wollen schnellstmöglich Anreize für Bürger und Besucher schaffen, die Innenstadt zu besuchen. Das kommt allen betroffenen Betrieben zugute“, so Mechler und Becher. Dabei setze man auf Bewährtes und stelle die Maßnahmen in den Kontext der gesamten Innenstadtentwicklung. Erste Maßnahmen sind spruchreif Zu den bislang definierten Maßnahmen gehören Sonderregelungen für die Gastronomie. Die Zeiten der Außengastronomie sollen auf Antrag gebührenfrei um eine halbe Stunde von 22.30 Uhr auf 23 Uhr verlängert werden. Die Außenbestuhlungsflächen können wie 2020 wo möglich vergrößert werden. Außerdem werden die Gebühren für die Sondernutzung der Außengastronomie für 2021 halbiert. Diese Zugeständnisse an die Branche sollen direkte Wirkung zeigen und darüber hinaus Coronakonforme Begegnungen ermöglichen. Des Weiteren wird ab dem 17. März im BürgerBüro ein Kontingent von 250 Stück der städtischen Jahresparkvignette zum Sonderpreis von 25 statt regulär 35 Euro erhältlich sein. Circa 5.000 Euro sind für die Aktion Treuepass unter dem Motto „wer weiter denkt, kauft näher ein“ vorgesehen. Sie soll mit Ende des Lockdowns starten und direkt aktivierend wirken. Mit Gewinnen im Form von Isny Güldinern wird die Stadt nachhaltig gestützt, denn die Güldiner können nur in Isny ausgegeben werden. Ein Großteil der restlichen Gelder wird in die Innenstadtbelebung fließen, in ein Programm zur Steigerung der Aufenthaltsqualität, in städtische Aktionen und Werbung. Die Konzepte dazu werden derzeit von Stadtmarketing und Isny Aktiv ausgearbeitet. Die Zielrichtung der Maßnahmen wird von allen Fraktionen im Gemeinderat unterstützt und mit einigen Anregungen ergänzt. Miriam Mayer Mit den Unterstützungsmaßnahmen soll wieder Lebendigkeit in die Innenstadt zurückkehren. Foto: IMG Foto: privat Freie Wähler, Miriam Mayer: Vertrauen ins Stadtmarketing „Die Sorgen sind groß. Weil die Bundesund Landespolitik im Moment keine verlässlichen Öffnungsperspektiven bietet –vielleicht auch nicht bieten kann. Weil große Märkte verstärkt innenstadtrelevante Waren anbieten und Einzelhändler auf „Click & Collect“ reduziert sind, obwohl sie wie die Gastronomen mit funktionierenden Hygienekonzepten in den Startlöchern stehen. Die Isny Marketing GmbH (IMG) und Isny Aktiv haben vorausschauende Maßnahmen entwickelt, mit denen baldmöglichst eine Wiederbelebung stattfinden kann. Im vergangenen Krisenjahr hat sich gezeigt, wie gut wir mit der IMG aufgestellt sind. Die vielen Aktionen, die unter Pandemiebedingungen aus dem Boden gestampft wurden, waren 2020 enorm wichtig für Gewerbetreibende und Einwohner unserer Stadt und über Isny hinaus einzigartig. Dieser positive Schwung von „Isny steht zusammen“ wird hoffentlich eine erneute Sogwirkung entwickeln. Darum die Bitte an die Bürger, nehmen Sie diesen Ball auf, nehmen Sie teil und tragen Sie mit Ihren Einkäufen vor Ort, auch jetzt schon, zum Erhalt des innerstädtischen Lebens bei.“ Bündnis 90 / Die Grünen, Petra Eyssel: Auf alle Akteure achten „Die Isnyer BürgerInnen haben bewiesen, dass sie zusammenstehen und den Einzelhandel und die Gastronomie nach besten Kräften durch Bestellung und Abholung von Mahlzeiten und Waren unterstützen. Ein starkes Zeichen der Solidarität! Dennoch stand außer Frage, dass die Betriebe aufgrund des Lockdowns erhebliche finanzielle Einbußen haben. Deswegen braucht es Maßnahmen zur Belebung der Innenstadt. Sie sollten jedoch auf eine Win-win-Situation für alle Petra Eyssel Foto: privat Beteiligten abzielen und auch die Kunstund Kulturschaffenden mit ins Boot holen. Das lockt zusätzlich Menschen nach Isny. Die Zukunft der Innenstädte in Deutschland braucht darüber hinaus ein klares Konzept, das auf die Steigerung der Attraktivität und der Aufenthaltsqualität setzt und das hängt nicht an Parkplätzen. Außerdem plädieren wir für einen Soli-Topf für Isnyer Unternehmen, die durch Corona in Ihrer Existenz bedroht sind. Denn die Pandemie hat nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner. Deren Solidarität ist jetzt gefragt.“

13 Isny aktuell 10. März 2021 Isny aktuell CDU, Marc Siebler: Gemeinsam handeln „Wir von der CDU Fraktion stehen voll hinter dem Beschluss, der vor allem ein Marc Siebler, Mitglied des Isnyer Gemeinderats, CDU Foto: Foto Bucher Signal an die Gewerbetreibenden sein soll, dass sie auf uns und die Stadt zählen können. Es wird eine Mammutaufgabe für den Einzelhandel diese Krise zu meistern und wir stehen in der Verantwortung zu helfen wo wir können. Das Hilfspaket ist ein erster Schritt, weitere müssen folgen. Das Paket soll vor allem Anreize und Erleichterungen schaffen in der Innenstadt, also direkt vor Ort, einzukaufen und dadurch den lokalen Einzelhandel zu stärken. Für die Zukunft heißt es nun jede Maßnahme und Planung auch auf ihre Tauglichkeit zur Unterstützung des lokalen Einzelhandels und unserer Betriebe vor Ort zu überprüfen und dementsprechend zu handeln. Gemeinsam schaffen wir es auch aus dieser Krise!“ SPD, Wolf-Dieter Massoth: Ein Gang durch die sonst so lebhafte Isnyer Innenstadt ist deprimierend: überall geschlossene Geschäfte und geschlossene Gastronomie. Es ist keine Frage, dass die Coronamaßnahmen Einzelhandel und Gastronomie existentiell gefährden. Es ist aber eine große Frage, warum die vom Bund genehmigten Gelder nicht zeitnah weitergegeben werden. Da ist es umso wichtiger, dass die Stadt – auch bei maximal angespannter Haushaltslage – einspringt und hilft. Trotzdem, ob „nach Corona alles wieder wird wie „vor Corona“ ist fraglich, der Onlinehandel konnte sich ein starkes Standbein schaffen. Seit Mittwoch gibt es einen Stufenplan für Öffnungsschritte, es bleibt vorerst aber bei Trippelschritten. Auf den Tag, auf den wir alle hoffen, wenn dann die Öffnung wieder großzügig möglich ist und das öffentliche Leben wieder gedeiht, möchten wir vorbereitet sein: das ist der Hintergrund für die Unterstützung durch die Stadt, so kann Isny-Marketing abgesichert Konzepte entwickeln. Hervorragende Beispiele konnten wir schon im vergangen Jahr sehen, unter anderem die Feierabendmärkte und neu konzeptierte kulturelle Veranstaltungen. Das wünschen wir uns wieder. Mit dem bekannten Motto “Isny steht zusammen“ habe wir eine gute Basis, gemeinsam aus der Krise zu finden. Wolf-Dieter Massoth, SPD Foto: privat „Impfung auf dem Silbertablett serviert...“ ISNY (WS) - Nicole Selonke ist die Ansprechpartnerin für das Betreute Wohnen des AHZ in der Residenz am Schloss. Uschi Bodenmüller ist zuständig für das Betreute Wohnen Im Strauß in der Wassertorstraße. Die beiden rührigen AHZ-Mitarbeiterinnen wollten sich nicht damit abfinden, dass bisher nur die St. Elisabeth- Bewohner und deren Mitarbeiterschaft vor Ort geimpft werden konnten, wo doch die Bewohner ihrer Zuständigkeitsbereiche genauso zur ersten Priorisierung gehören. Uschi Bodenmüller, Joachim Fischer (Sozialstation) und Nikole Selonke Foto: Walter Schmid Selonke und Bodenmüller hielten es für unzumutbar, ihre Leute einzeln in eines der Impfzentren chauffieren zu lassen. Die beiden Frauen hätten die Sache für ihren Zuständigkeitsbereich selbst in die Hand genommen, so schildern sie ihre ihre Entschlossenheit. „Als ich einmal den Impf-Koordinator in Ravensburg an der Strippe hatte, hab ich einfach nicht mehr locker gelassen“, erinnert sich Uschi Bodenmüller. Es sei dann zwei Tage lang mit der Bitte um wenigstens 70 Impfdosen hin und her gegangen zwischen den Impfzentren in RV und Ulm und dem Landratsamt. Dann sei überraschend zurück gefragt worden, ob wir in der Lage seien, binnen weniger Tage eine Logistik aufzubauen für 120 Impfungen für die besonders Bedürftigen, also der Hochrisikogruppe der über 80-jährigen impfwilligen Personen, einschließlich der zugehörigen Mitarbeiterschaft. „Wir beide haben dann umgehend nach Rücksprache mit der Sozialstation, Pflegeheim St. Elisabeth, Tagespflege, Residenz und Strauß mutig zugesagt und daraufhin 121 Impfdosen mit dem Impfstoff moderna für den 26. Februar zugesichert bekommen“, erklärt Nicole Selonke. Es habe auch kritische Stimmen gegeben, ob es wohl reibungslos gelingen werde, eine verantwortbare Logistik aufzubauen für sechs verschiedene Gruppen der meist hochbetagten, verletzlichen Menschen aus verschiedenen Standorten, einschließlich all derer, die von der Sozialstation in ihren eigenen Wohnungen und Häusern betreut werden und hergebracht werden müssen. Reibungsloser Ablauf Nicole Selonke und Uschi Bodenmüller ist es zudem gelungen, dass die beiden Isnyer Ärztinnen Gisela Rothermel und Hannah Visser in den Tagen vor dem Impftermin für alle 121 Impfwilligen die medizinische Impfaufklärung übernommen haben und dass alle am Vortag der Impfung pflichtgemäß noch einem Schnelltest unterzogen wurden. Jede Gruppe musste dann am 26. Februar im vorgegebenen Zeitfenster im Impfzentrum Gemeinschaftsraum Residenz unter Einhaltung der Abstände, Händedesinfektion, Maskentragen und aktueller Temperaturmessung erscheinen. „Bei dieser Herkulesaufgabe haben Joachim Fischer, Leiter der Sozialstation und Saskia Epp, zuständig für die 17 Tagespflegegäste, wunderbar mitgezogen und uns unterstützt. Mit allen ehrenamtlichen Helfern zusammen können wir am Ende des Tages stolz und dankbar sein, dass alles wie am Schnürchen geklappt hat“, blicken die beiden Organisatorinnen froh, aber auch geschafft zurück auf den Impftag in der Residenz am Schloss. Das gute Wetter habe freilich auch zum reibungslosen Ablauf beigetragen, müssen sie zugeben. Im Eingangsbereich konnten sich die Leute auf dem Pflaster draußen verteilen, für die Ruhe- und Beobachtungszeit nach dem Impfen, genauso auf der Terrasse Richtung Süden. Was noch unbedingt erwähnt werden müsse: „Das supernette Impfteam aus Ulm und unsere beiden Hausärztinnen haben in der kurzen Mittagspause ein von Annette Müller und Waltraud Breuer gekochtes Mittagessen serviert und dazu auch je einen Geschenkkorb als Dankeschön bekommen. “ Zwei betagte Damen aus dem Strauß hätten ihre Bewunderung über die perfekte Logistik mit den Worten ausgedrückt: „Wir bekamen unsere Impfung heute auf dem Silbertablett serviert.“ Der zugehörige zweite Impftermin soll nach vier Wochen am 26. März stattfinden.