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Isny Aktuell 01.07.2020

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Isny aktuell Isny aktuell 1. Juli 2020 14 Jetzt kommt in Uganda der Hunger dazu... ISNY (WS) - Familie Walzer – Augenoptik Walzer in der Wassertorstraße – kooperiert seit ein paar Jahren mit der niederländischen Hilfsorganisation „22 Stars Foundation“, die in Uganda/ Afrika mittels Kinderpatenschaften Schulbesuch und warme Mahlzeiten für besonders hilfsbedürftige Kinder finanziert. Optikermeister Rüdiger Walzer, Ehefrau Sabine und Sohn Daniel besuchten in Uganda ihr „Patenkind“, wollten es persönlich kennenlernen und auch die Lebensumstände in denen das Kind lebt. „Dieser Besuch war der Start für unser Engagement in Uganda“, sagt Rüdiger Walzer. „Auch wenn das Bisschen das wir mit unseren Mitteln und Möglichkeiten zur Linderung der Not dort tun können, nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann - wenn man einen persönlichen Bezug dazu hat, macht es Sinn, dann ist das Wenige doch ein wichtiges Zeichen“, meint der Optiker im rückblickenden Gespräch. Schon zum zweiten Mal nach 2018 haben sich die Walzers ihrem Hilfsprojekt in Uganda gewidmet – immer in Kooperation mit „22 Stars Foundation“, um an einigen hundert Kindern und Erwachsenen in den Slums Sehtests vorzunehmen. Sie sorgten auch dafür, dass ernsthafte Augenschäden in der Augenklinik in Kampala medizinisch behandelt werden. „Helfen bringt Freude“, die Weihnachtsaktion der Schwäbischen Zeitung unterstützte schon zum zweiten Mal Walzers Hilfsprojekte in Uganda. Die Walzers nahmen auch Kontakt auf zu „OneDollarGlasses“, einer weltweiten Aktion, die in Entwicklungsländern bedürf- schlossen. Bildung, lesen, schreiben, rechnen können ist die Voraussetzung zur Veränderung der Lebensbedingungen.“ Walzers haben guten Kontakt zur Augenoptik-Studentin Lucy Müller, die ihr Praxissemester in Uganda absolvierte und die auch von schlimmen Augenverletzungen bei den Arbeitern in den Steinbrüchen berichtete. Bei manchen würden solche Danke sagt die „22 Stars Foundation“ in Uganda Foto: Walzer Steinsplitter im Auge sogar bis zur Erblindung führen. Dass tigen Menschen Brillen und Sehhilfen zum Preis von einem Dollar verschafft. „Das ist freilich kein teures Büffelhorn- Brillengestell, aber es ist immerhin ein flexibles Edelstahl-Drahtgestell in das man die immer gleich großen Gläser man also für diese Arbeiter ganz dringend Schutzbrillen beschaffen sollte, so ihr Appell. Schutzbrillen, One-Dollar-Sehhilfen, augenärztliche Versorgung für Bedürftige, das alles müsse finanziert werden und reinklickt“, erklärt Rüdiger Walzer. deshalb hätten sie im vergangenen Jahr „Wenn Kindern mit Sehschwächen wegen fehlender Sehhilfen der Schulbesuch versagt bleibt, bleibt ihnen der Weg aus der Armut heraus von vorne herein ver- den Verein „Wir helfen sehen e.V.“ gegründet. Denn: „Bildung verändert die Welt und Sehen ermöglicht Bildung.“ www.wirhelfensehen.de „Und jetzt kommt noch der Hunger dazu“, sagt Rüdiger Walzer höchst besorgt, „denn die Covid-19-Pandemie geht auch an Uganda nicht spurlos vorüber.“ Obwohl die Anzahl der Infektionen im Vergleich noch gering sei, hätte die Regierung rigorose Maßnahmen verhängt, um eine größere Infektionswelle zu verhindern. Ausgangssperre. Der Personen-Nahverkehr ist drastisch eingeschränkt. Man darf nur zu Fuß unterwegs sein und nur bis 18 Uhr. Verdienstmöglichkeiten der Menschen sind weggebrochen. „Die Menschen leben ja von dem was sie täglich verdienen und das bisschen Geld auch jeden Tag für Lebensmittel auf dem Markt wieder ausgeben. Die wenigen Vorräte zuhause sind auch längst aufgebraucht“, so sind die Walzers aktuell aus Uganda informiert. Um auch in der Hungerkatastrophe die Hilfsorganisation nachhaltig unterstützen zu können, haben die Walzers ein paar hundert Mund-Nasen-Masken mit dem Aufdruck „wir-helfen-sehen“ nähen lassen, die sie auch weiterhin im Geschäft in der Wassertorstraße für 11.90 Euro verkaufen. Der Erlös wird über den Verein an die Hilfsorganisation „22 Star Foundation“ zur Nahrungsmittelversorgung der Bedürftigsten nach Uganda geschickt. Auch sind natürlich direkte Geldspenden an den Verein „wir helfen sehen e.V.“ möglich: Volksbank Allgäu Oberschwaben DE21 6509 1040 0111 2620 03 Spendenzweck: Nahrungsmittel für Uganda. Ab Spenden von 200 Euro wird auf Bitte eine Spendenquittung zugestellt. ANZEIGEN KFZ−Angebote KFZ−Angebote Autorisierte Service-Vertragswerkstatt für: schwäbische.de/tickets Beim Hammerschmied 5 88299 Leutkirch im Allgäu Tel. 075 61/9 80 30, Fax 98 03 33 www.automobile-stitzenberger.de KFZ−Ankauf Kaufe Wohnmobile + Wohnwagen. 0 39 44/3 61 60, www.wm-aw.de Fa. schwäbische.de/auto

15 Isny aktuell 1. Juli 2020 Isny aktuell Schwerpunkte ➢ Diesel-Abgasskandal ➢ Arbeitsrecht ➢ Bau- und Architektenrecht ➢ Miet- und Wohnungseigentumsrecht ➢ Familienrecht Obertorstraße 24 ∙ 88316 Isny im Allgäu Tel. 0 75 62 - 57 133 0 ∙ Fax 0 75 62 - 57 133 11 E-Mail: info@praxis-klauslenz.de www.praxis-klauslenz.de barrierefreier Zugang ∙ kostenlose Parkplätze hinter dem Haus Videosprechstunde Ihre Kanzlei in Isny im Allgäu Tobias Honzal Rechtsanwalt www.allgaeulegal.de E-Mail: post@allgaeulegal.de · Tel. 07562 64 92 961 Öffnungszeiten: Mo, Di, Mi, Do 07:30 – 12:00 Mo 15:00 – 18:00 Di, Do 15:00 – 19:00 Mi 15:00 – 17:00 Dr. med. Klaus Lenz Fr 07:30 – 15:30 schwäbische.de/kleinanzeigen Jeden Mittwoch Kindheitstraum: „Ich will Feuerwehrmann werden!“ ISNY – Wie mutig: Im Herbst bewarb sich ein sieben-jähriges Kind bei der Münchner Feuerwehr. „Wenn ich groß bin, will ich Feuerwehrmann werden“, veröffentlichten die Kameraden der Berufsfeuerwehr das rührende Schreiben des Jungen auf Twitter. Auch in Isny ist die Begeisterung deutlich zu spüren. Egal ob Blaulichttag oder echter Einsatz: Löschen, Retten, Bergen und Feuerwehrautos sind für Kinder immer faszinierend. Die Frage ist: Warum mangelt es später an Freiwilligen? Warum verkümmert die Begeisterung? Traum-Frauen: Karina Prinz (mit Lena) und Dr. Maike Bastian wissen, warum die Feuerwehr gerade auch Frauen sehr guttun kann. Foto: Stefanie Böck Dr. Maike Bastian, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie aus Isny weiß, warum viele ihren Kindheitstraum „Feuerwehrmann werden“ aufgeben: „Andere Dinge werden wichtiger oder die Umsetzung bringt zu große Probleme mit sich.“ In Isny zählt die Freiwillige Feuerwehr mit allen Abteilungen in den Gemeinden 171 Mitglieder – davon sind gerade mal acht weiblich. „Zu wenig“, findet der stellvertretende Feuerwehrkommandant Lukas Pfeiffer. Deshalb geht er mit seinen Kameraden gerade der Idee nach, Begeisterung für das Team und seine Aufgaben zu wecken. Das Problem: „Feuer ist etwas, das grundsätzlich Angst einjagt“, erklärt Maike Bastian die Herausforderung. Die gute Nachricht: „Die Menschen haben gelernt, damit umzugehen.“ Konkret heißt das: Wer weiß, wie man löscht, ist seiner Angst nicht ausgeliefert. „Das ist ein sehr gutes Gefühl. Das gibt Sicherheit und macht stolz.“ Genau dieser Aspekt sei faszinierend für viele Kinder. „Dazu ernten Retter und Helfer viel soziale Anerkennung.“ Wer schwierige Probleme bewältigt, schüttet Glückshormone aus. Das sei verlockend – übrigens in jedem Alter. Leider schwindet mit den Jahren der Wunsch, Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau zu werden. „Ein Fehler“, findet Maike Bastian. Ihrer Ansicht nach täten mehr Feuerwehrleute der Gesellschaft gut. „Es wäre schön, wenn mehr an ihrem Kindheitstraum festhalten würden. In der Feuerwehr entwickeln sich wertvolle soziale Fähigkeiten. Bei der gemeinschaftlichen Aufgabe, einer Gefahr entgegenzuwirken, erfährt man ‚nur gemeinsam ist man stark‘. Da kommt es auf jeden einzelnen an. Alle müssen Teamplayer sein.“ Ein Gefühl, das bei Menschen seit jeher für eine tiefe Zufriedenheit sorgt. Experten sehen darin sogar eine Grundlage für ein glückliches Leben. Karina Prinz kann das bestätigen: „Wer bei uns in der Reihe steht, dem wird was zugetraut“, sagt die Isnyer Feuerwehrfrau. Auch wenn sich nicht jeder mit der Atemausrüstung in die Flammen wage: „Im Einsatz ist die Atemschutzüberwachung genauso wichtig. Wenn acht bis zehn Leute im brennenden Haus sind, muss einer den Überblick behalten, wo welcher Trupp ist. Und irgendwer muss ja draußen auch das Wasser herrichten – sonst sind die im Haus aufgeschmissen.“ Komplexe Aufgaben, hoher Stresslevel: In solchen Situationen wächst jeder bei der Feuerwehr über sich hinaus. Angst vor Überforderung kann da natürlich aufkommen. „Aber die Gemeinschaft hilft in Gefahrensituationen über Zweifel hinweg. Bei den meisten ist die Erfahrung, nicht allein zu sein, ein gutes Gegenmittel.“ In jungen Jahren traut sich das fast jeder zu. Auf der Liste der Kindheitsträume bei Wikipedia steht Feuerwehrmann ganz oben. Dahinter kommen Lokführer und Pilot. „Träume bieten Orientierung bei der Entwicklung von Lebenszielen“, heißt es auf der Wissensplattform weiter. Kurz: Sie bieten Halt und spornen an. Demnach sind das Feuerwehrbuch zum Geburtstag und das Löschfahrzeug in Spielzeuggröße sinnvolle Investitionen. Wer später tatsächlich den Schritt in die Jugendfeuerwehr wagt oder erst als Erwachsener dazu stößt, bleibt meistens auch dabei. „In der Gruppe erleben die Teilnehmer die Gemeinschaft, die Hilfsbereitschaft und den Spaß an den Übungsabenden“, sagt Maike Bastian – und spricht damit Feuerwehrfrau Karina Prinz aus der Seele. „Ich hab‘ nirgendwo sonst in meinem Leben so viel Sicherheit und Anerkennung gefühlt, wie bei der Feuerwehr.“ Sie hofft, wie viele ihrer Kameraden, dass sich mehr Menschen trauen, ihren Traum zu leben. Alle Argumente, die dafürsprechen, bringt sie kurz und bündig auf den Punkt: „Wir sind halt auch einfach ein echt lustiger Haufen.“ KONTAKT Freiwillige Feuerwehr Isny im Allgäu www.fw-isny.de feuerwehrhaus@fw-isny.de Tel. 0 75 62/9 140 00