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Der Kisslegger 22.12.2020

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Der Kißlegger 2 Amtlicher Teil NACHRICHTEN Rückblick 2020: Vorfreude trifft Realität Werte Mitbürgerinnen und Mitbürger, Vergangene Woche hatte ich ein Erlebnis, welches stellvertretend für viele Erfahrungen im nun bald zu Ende gehenden Jahr 2020 war: Nach den vielen Jahren Arbeit rund um die Allgäubahnelektrifizierung freute ich mich auf den ersten elektrischen Intercity von Lindau über Kißlegg nach München. Freude kam schon beim Einstieg in Lindau auf. Ruhig flog der Elektrozug die ersten Kilometer von Bodensee ins Allgäu hinauf. Welch gute Aussicht auch für unseren künftigen Nahverkehr, dachte ich. Dann flogen plötzlich Funken, die Oberleitung wackelte, der Zug wurde langsamer bis er schließlich stand. Die ersten Reaktionen der Menschen im Zug waren sehr unterschiedlich: Von „das wird schon nicht so schlimm sein“ über „ich schaffe meine Anschlusszüge und –termine nicht“ bis „wer ist schuld? Ich will sofort aus dem Zug raus“ war alles dabei. Gespannt betrachtete ich die Situation, führte ein paar Gespräche, packte schließlich meinen Rucksack und wanderte vom unfreiwilligen Haltepunkt durch den neblig-feuchtkalten Tag nach Lindau zurück. Der Grund für die misslungene Jungfernfahrt mit vielen gestrandeten Fahrgästen und Zügen war wohl ein falsch bedienter „kleiner Knopf“, der eine Weiche steuerte. Dieses Erlebnis am 13.12.2020 stand auch in anderer Hinsicht für das vergangene Jahr 2020: Der geplante Verlauf der Dinge trat wegen des „kleinen Virus“ so nicht ein und erforderte von uns allen unerwartete Entscheidungen. Auch das Gemeindeleben verlief im zu Ende gehenden Jahr anders als geplant: Das Jahr 2020 hätte eigentlich das Jahr des „Gemeinde- und Bahnjubiläums“ und großer Investitionen sein sollen. Kaum aber war der Haushaltsplan mit einer Rekordinvestitionssumme von über 8 Mio. Euro beschlossen und der Jubiläumsbildband gedruckt, stiegen die Corona- Infektionszahlen exponentiell an und der erste „Lockdown“ brachte eine jähe Unterbrechung des gewohnten Lebens für viele von uns. Unsere Kindergärten und Schulen sahen sich zusammen mit den Familien plötzlich neuen Herausforderungen gegenüber. Unseren Gastronomen, Zimmervermietern, Einzelhändlern und einigen Unternehmen brachen Umsätze weg, plötzlich drohte mancherorts Kurzarbeit oder gar Arbeitsplatzverluste und viele Menschen, beispielsweise auch im Pflegeheim, litten fortan an Einsamkeit und waren besorgt. Auch die Gemeindeverwaltung hatte und hat sich diesen Herausforderungen zu stellen und suchte zusammen mit dem Gemeinderat nach Wegen, um handlungsfähig zu bleiben. Einerseits sollten unsere Einrichtungen weiterarbeiten und begonnene Projekte fortgeführt, andererseits mussten Sicherheitsmaßnahmen ergriffen und auf die Ausgabenbremse getreten werden. Dieter Krattenmacher Foto: Manuel Kimmerle Als wir nach Pfingsten das Strandbad wieder öffnen und trotz der Pandemieeinschränkungen knapp 40.000 Badegäste begrüßen konnten waren wir erleichtert. Unsere Kindergärten und Schulen mühten sich zuvor den Betreuungs- und Unterrichtsbetrieb wiederaufzunehmen und ermöglichten eine durchgehende Sommerbetreuung. Einige neue gastronomische Aktivitäten und ein (komprimiertes) Kulturprogramm ermöglichten dann Einheimischen und Gästen doch noch einige schöne Sommerstunden draußen. Etwas Anlaufschwierigkeiten gab es coronabedingt beim neuen Löschfahrzeug der Feuerwehr. Inzwischen wurde es aber gesegnet und von unseren zuverlässigen Feuerwehrangehörigen in Betrieb genommen. Ausgeprägt war dieses Jahr auch bei der Gemeinde selbst die Bautätigkeit. Der Anbau und die umfassende Sanierung der Turn- und Festhalle waren dabei mit rd. 3,5 Mio. Euro die größte Maßnahme. Die Oskar-Farny-Halle in Waltershofen bekam neue Sanitäranlagen und ist nun ebenfalls zu wesentlichen Teilen saniert. Gleich nebenan starteten die Bauarbeiten für den neuen dreigruppigen Waltershofer Kindergarten, der im September 2021 in Betrieb gehen soll. Und zur Vorbereitung von zwei zusätzlichen Kindergartengruppen hat die Gemeinde kürzlich das „Haus Traub“ in der Schellenbergstraße erworben. Weit gediehen sind inzwischen die Pläne für einen Bauernhofkindergarten bei Unterhaid. Auch in Immenried wurde kräftig investiert. Die ehemalige Käserei zwischen dem Jugend- und dem Feuerwehrhaus wurde erworben und das gemeindliche Eigentum dort arrondiert. Bei unserer Wasserversorgung wurde in Immenried die Erneuerung des Netzes abgeschlossen und in Kißlegg die Bahnhofstraßensanierung begonnen. Über 300 000 Euro wurden auch dieses Jahr wieder in unsere Kläranlage investiert. Augenscheinlich ist dabei das fertig gestellte Verwaltungsgebäude, eher im Verborgenen wurde die Kläranlagensteuerung erneuert. Mehrere Millionen Euro wird dort in den kommenden Jahren die umfangreiche Erneuerung einiger schon über 50 Jahre alten Anlagenteile kosten. Beim Breitbandausbau wurden knapp 100 000 Euro kommunale Mittel investiert. Sehr bedeutend war hier der Grundsatzbeschluss des Gemeinderats das Gemeindegebiet flächendeckend mit Breitband auszubauen und hierfür in den kommenden Jahren 35 Mio. Euro zu investieren. Der Zuschussbescheid des Bunds über 17 Mio. Euro liegt inzwischen vor, der des Landes lässt hingegen noch auf sich warten. Sollte der Landeszuschuss im kommenden Jahr bewilligt werden, dann könnten hoffentlich die Detailplanungen und nachfolgend die Baumaßnahmen beginnen. Insgesamt konnten schlussendlich durch die Ausgabenbremse rd. 2 Mio. Investitionen und eine hohe Summe laufender Kosten eingespart werden. Unser Kämmerer konnte so kürzlich im Gemeinderat ,sichtlich erleichtert, von einem finanziell doch noch geordneten Jahr berichten. Weitere große Projekte haben Gemeinderat und Verwaltung dieses Jahr ebenfalls sehr beschäftigt: • Für das Elektromobilitätszentrum und den Kreisverkehr beim Gewerbegebiet Zaisenhofen sind die erforderlichen Beschlüsse gefasst und können die Baumaßnahmen 2021 beginnen. • Zwischen Kißlegg und Emmelhofen entsteht nun das CO 2 -neutrale Baugebiet „Tannenstock“. Dies ermöglicht der Gemeinde zudem in das Eigentum von wichtigen Flächen für eine spätere Umgehungsstraße zu kommen. In Immenried konnten nach vielen Jahren ebenfalls wieder Bauplätze angeboten werden. • Der Feneberg-Markt auf der Becherhalde wurde inzwischen nahezu fertig gestellt und wird Ende Januar 2021 eröffnen. Auch die Planungen und Verträge für das Seniorenzentrum Becherhalde konnten abgeschlossen, sowie einige weitere Bauplätze nebenan vergeben werden. • Aus der Käsereibrache ist ein Bio-Milchwerk der Kißlegger Käsefreunde entstanden. Zur Sicherung und Weiterentwicklung des Standortes wurden umfangreiche Planungen vorangebracht und Verträge ausgehandelt. • Am Erlenweg wurde Baurecht für neue Märkte geschaffen.

3 Der Kißlegger Amtlicher Teil NACHRICHTEN Aus den KINDERGÄRTEN (Fortsetzung) Rückblick 2020: Vorfreude trifft Realität Statistisch betrachtet war das Jahr 2020 ein eher stabiles. Die Einwohnerzahl hat sich nach dem Wachstum zwischen 2014 und 2019 vorerst bei knapp über 9.100 eingependelt. Auch die Geburtenzahl bleibt bei über 100 konstant stark, ihnen stehen bisher 52 Sterbefälle gegenüber. Ungewöhnlich hoch war die Lust sich bei 61 Hochzeiten „zu trauen“. Stabil mit leicht steigendem Trend zur früher üblichen „1000er-Marke“ hin sind unsere Schülerzahlen. Ungebrochen hoch war die Bautätigkeit mit 101 Bauanträgen, etwas mehr Aktivität war glücklicherweise bei der Sicherung der Löschwasserversorgung im Außenbereich zu verzeichnen. Einige Projekte sind allerdings nicht so vorangekommen wie erhofft: Beim Bahnübergang in Kißlegg mahlen die Planungsmühlen sehr langsam. Immerhin konnten wir uns kürzlich mit dem Land auf das Straßen- und Wegekonzept einigen. Bei der Umfahrung von Kißlegg hält sich das Land weiterhin vornehm zurück. Auch beim IKOWA ist nach außen hin wenig passiert, dagegen überschattete eine Klage wieder einmal das Projekt. Die Gerichtsverfahren sind nun aber endlich abgeschlossen und wichtige Naturschutz-Vorarbeiten konnten für den künftigen Bebauungsplan erledigt werden. Und auch bei Projekten, wie beispielsweise der „Löwensanierung“, der barrierefreien Grundschule oder im still gewordenen Bärenweiler hätte ich mir etwas mehr Dynamik erhofft. Im kommenden Jahr könnte es hier allerdings in allen drei Fällen Bewegung geben. Ach ja, da war ja noch die Bürgermeisterwahl. Durch die Coronaregeln und die monatelangen Kontaktbeschränkungen war des kaum möglich den wichtigen und persönlichen Austausch mit den Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu pflegen. Umso mehr habe ich mich über die zahlreichen Teilnehmer gefreut, die sich bei den angebotenen Radtouren, Besichtigungen und Infoveranstaltungen aus erster Hand informiert und ausgetauscht haben. Vielen Dank nochmals an alle, die mit mir in Kontakt getreten sind und zur Wahl gingen. Ich möchte aber nicht vorenthalten, dass ich mich über die Teilnahme einiger bekannter „Berufskritiker“ am Informationsangebot gefreut hätte. So ein Jahresrückblick leidet oft daran, dass er unvollständig und vielleicht zu sehr „baulastig“ ist. Denn: Im Kern geht es in einer Gemeinde immer um die einzelnen Menschen und die Pflege und Sicherung sowie Fortentwicklung unserer gemeinsamen Lebensgrundlagen. Unser „Zusammenspiel“ wurde und wird in diesem Jahr häufig auf die Probe gestellt. Deshalb gilt allen, die in diesem Jahr dazu beigetragen haben, dass unser Gemeinwesen funktionierte und handlungsfähig blieb mein herzlicher Dank. Ich hoffe sehr, dass wir diese Pandemiephase sehr bald überwinden können, dass wir unsere Zuversicht behalten und gesund bleiben. Vielleicht erleben Sie in den kommenden Tagen und Wochen auch Ihren ganz persönlichen Moment der Zuversicht. Weihnachten bietet hierzu eine gute Gelegenheit. Dieter Krattenmacher, Bürgermeister Der Kindergarten St. Hedwig und das Kindernest Kißlegg wünschen allen „Frohe Weihnachten!“ KISSLEGG (ra) - Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir blicken auf ein Kindergartenjahr zurück, das voller Überraschungen und Veränderungen war. Die letzten Monate verlangten auch bei uns in den Einrichtungen viel Flexibilität und Spontanität und waren geprägt von neuen Alltagssituationen. Vieles konnte in unserem Alltag mit den Kindern und Eltern nicht mehr so umgesetzt werden, wie wir es gewohnt waren und gekannt haben. JEDER musste sich umstellen und sich auf „andere Wege“ begeben. So entstanden aber auch neue Ideen, die sich wiederum positiv auf die Arbeit im Kindergarten und in der Krippe auswirkten. Man spürte deutlich, dass alle Erzieherinnen motiviert und engagiert waren, die Corona-Regelungen bestmöglich und im Sinne der Eltern umzusetzen: So freuten wir uns im Kindergarten St. Hedwig riesig, dass im Sommer die „Riesenverabschiedung“ fast normal ablaufen konnte. Auch jetzt in der Vorweihnachtszeit sind kreative Überlegungen entstanden, wie wir manche Feste, Feiern und Aktionen, (natürlich unter Einhaltung des Hygienekonzepts und der Abstandsregeln) umsetzen können. Das Kindernest Kißlegg zum Beispiel, hat ihren Laternenumzug spontan in den Innenhof des Ulrichsparks verlegt und dort die St. Martinslieder den Bewohnern (die von den Fenstern aus zuhörten) vorgesungen. So hatten die „jüngsten“ und die „ältesten“ Kißlegger gleichermaßen eine große Freude. Im Kindergarten St. Hedwig wurde ein „lebendiger Adventskalender“ ins Leben gerufen, da die Eltern dieses Jahr leider nicht im Kindergarten am „Adventsstündchen“ teilnehmen können. Das heißt, verschiedene Familien vom Kindergarten haben sich bereit erklärt, zuhause ein „Adventsfenster“ zu schmücken. Dieses können alle Familien vom Kindergarten St. Hedwig, abends bei einem Familienspaziergang anschauen. In beiden Einrichtungen haben wir es geschafft, dass der Nikolaus die Kinder besucht. Dieses Jahr natürlich nur im Garten der Einrichtung und ohne persönlichen Kontakt. Aber das Wichtigste ist doch auch, dass der Hl. Bischof Nikolaus zu den Kindern spricht und sie ihn sehen können. Auch wenn es in den letzten Monaten sicherlich große Herausforderungen im Kindergarten St. Hedwig und im Kindernest gab, sehen wir auch auf positive und fröhliche Momente zurück, die wir nicht vergessen werden. Am meisten freut es uns aber, wie vertrauensvoll die Zusammenarbeit mit unseren Eltern und der Gemeinde Kißlegg war. Wir sind dankbar für die tatkräftige Unterstützung, für die Mitarbeit und Einhaltung der Bestimmungen, für das entgegengebrachte Vertrauen und das gemeinsame Miteinander, in dieser doch ungewöhnlichen Zeit. Nun wünschen wir der ganzen Kißlegger Bevölkerung von Herzen ein besinnliches und friedvolles Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr. Bleiben Sie gesund. Die Erzieherinnen vom Kindergarten St. Hedwig und vom Kindernest Kißlegg