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Der Kisslegger 15.09.2021

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Der Kißlegger 6 Amtlicher Teil NACHRICHTEN Was sich um den Kißlegger Bahnhof tut KISSLEGG (ra) - Landauf, landab wird von der Verkehrswende gesprochen. Der Hintergrund ist, dass unser heutiges Verkehrsverhalten mit vielen PKW- und LKW-Fahrten sehr viele Nachteile für Mensch und Umwelt mit sich bringt, vor allem durch die Abgase aus den Verbrennungsmotoren. Mit der „Verkehrswende“ soll erreicht werden, dass wir unsere Wegstrecken umweltverträglicher, also beispielsweise zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Zug oder Bus zurücklegen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen im Rahmen der Verkehrswende die Angebote verbessert werden, also mehr Züge und Busse fahren. Das ist eigentlich für Kißlegg als Bahnknotenpunkt eine gute Entwicklung, denn wer kann schon ernsthaft was dagegen haben, wenn man künftig noch umweltfreundlicher mit dem Zug (und Bus) in die Welt hinaus und wieder zurückkommen kann. Die Verkehrswende hat in Kißlegg aber leider auch eine ganz besondere „Nebenwirkung“: Mehr Züge bedeuten auch, dass der Bahnübergang länger und öfters geschlossen ist und sich der Verkehr auf der Straße zurückstaut. Mehr Züge ab Dezember Am 13. Dezember 2021 ist es zum Fahrplanwechsel soweit: Mindestens stündlich fahren künftig moderne Züge aus Kißlegg raus und rein. Nach Wangen und Leutkirch wird das Zugangebot sogar noch dichter. Besonders attraktiv wird dann eine Zugfahrt mit dem neuen elektrischen Stadler-FLIRT-Zug nach Lindau, Memmingen oder auch München. Zwischen morgens 6 Uhr und bis in die Nacht hinein (auch an den Wochenenden!) wird die Bahn gegenüber dem Auto konkurrenzfähig. So verkürzt sich die Fahrzeit Kißlegg-München beispielsweise auf weniger als zwei Stunden. Viele Züge fahren direkt, also umsteigefrei. Zusammen mit einem günstigen Ticket, z.B. dem Bayernticket, ist der Besuch der bayrischen Hauptstadt mit dem Zug dann unschlagbar. Auch der Fahrkartenverkauf wird sich in Kißlegg ändern. Im Gäste- und Bürgerbüro im Neuen Schloss gibt es künftig keine Fahrkarten mehr zu kaufen. Stattdessen wird ein Kundencenter der Firma „Transdev“ nahe am Bahnhof eingerichtet. Die Firma Transdev sucht hier noch Mitarbeiter. Interessenten können sich unter Cordula.Stelzner@transdev.de informieren. Die Buslinien von Waltershofen über Kißlegg und Immenried nach Bad Wurzach sollen auf die neuen Zugfahrzeiten angepasst werden. Offen ist derzeit noch, wie das künftige Buskonzept in der Gemeinde aussehen wird. Es ist angedacht Busse womöglich flexibler und auch an den Wochenenden in/aus Richtung Waltershofen und Immenried fahren zu lassen. Mit den Planungen soll noch dieses Jahr begonnen werden. Eine recht spannende Perspektive bieten die derzeit laufenden Planungen zum „Ringzug Allgäu-Oberschwaben“. Allerdings geht es im Moment noch nicht darum, wie der Zug später mal „im Ring rumfährt“, sondern wie die Zugverbindung von Kißlegg nach Ravensburg verbessert werden kann. Das Ziel ist ein umsteigefreier Stundentakt von Kißlegg nach Ravensburg bzw. zurück über Aulendorf mit je einer 3/4 –Stunde Fahrzeit von/zur Kreishauptstadt. Ich selbst favorisiere dieses Angebot gegenüber der aktuell noch vom Kreistag geplanten Buslinie. Denn durch den „Ringzug“ kann die Bahnstrecke nach Aulendorf gestärkt und damit auch der Bahnanschluss nach Biberach, Ulm, Stuttgart oder Friedrichshafen gestärkt werden. Auch das Ziel die „Elektrifizierungslücke“ zwischen Südund Allgäubahn zu schließen (also zwischen Aulendorf und Kißlegg), rückt damit in erreichbare Nähe. Denn: Die Elektrifizierung dieser Strecke würde nicht nur diese Bahnlinie auf lange Zeit sichern, sie würde auch attraktive, sehr schnelle und wirtschaftliche Verbindungen in Richtung Oberschwaben ermöglichen. Was sich direkt am Bahnhof tut Zuerst mal hoffe ich, dass es beide Aufzüge am Bahnsteig endlich wieder „tun“. Der Grund für den Stillstand war, nach Auskunft der Bahn, ein Starkregenereignis um Juni 2021 (!) und zerstörte elektronische Bauteile. Leider reihen sich die Kißlegger Aufzüge schon jetzt in eine unschöne Reihe nicht funktionierender Aufzüge in Deutschland ein. Als Grund für die anhaltende Verzögerung geben die Bahn-Verantwortlichen fehlende Ersatzteile und Personalmangel an. Bei der Bahnhofstraße sind die Planungen für eine neue Bushaltestelle vor dem Jugendhaus, einen Kreisverkehr bei der Kreuzung Bahnhofstraße/Parkstraße und einen Geh- und Radweg fertig und die Zuschussanträge gestellt. Die Kanäle und Wasserleitungen sind bereits saniert, so dass es nach der Zuschusserteilung hoffentlich im kommenden Jahr 2022 mit den Bauarbeiten losgehen kann. Der vorhandene Gehweg auf der nördlichen Bahnhofseite wird zum Geh- und Radweg ausgebaut und vom Bahnhof bis zur Zeppelinstraße (P+R-Parkplatz) verlängert. Die Fahrbahn der Bahnhofstraße wird hingegen etwas weniger breit sein. Die Busse halten dann künftig alle auf der nördlichen Straßenseite des Jugendhauses. Damit wird der Weg vom Bus zum Bahnsteig sicherer. Eine weitere große Maßnahme wird die Erneuerung der Bahnsteige sein. Diese müssen höher werden, damit man eben, also ohne Stufe vom Bahnsteig in den Zug einsteigen kann. Den öffentlichen Ankündigungen der Landesregierung vor über einem Jahr sind aber leider noch keine Taten gefolgt. Wir lassen uns dann mal überraschen, wie viel die Gemeinde für diese Baumaßnahme zuzahlen muss. Die Auswirkungen auf den Bahnübergang Mehr Züge können mehr und längere Schließzeiten des Bahnübergangs bedeuten. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2021 treffen sich die (schnelleren) Züge künftig in Leutkirch und nicht mehr in Kißlegg. Damit warten auch nicht mehr so viele Züge gleichzeitig aufeinander in unserem Bahnhof und die damit zusammenhängenden langen Schrankenschließzeiten dürften kürzer werden. Allerdings fahren ja mehr Züge, so dass man die Auswirkungen erst mal abwarten muss. Auf jeden Fall wird das „Problem Bahnübergang“ nicht erledigt sein, sondern weiterhin unseren Ort abriegeln. Die Planungen und Abstimmungen von Seiten des Landes laufen weiterhin schleppend, so dass mit jahrelangen Einschränkungen und Risiken für unsere Rettungs- und Sicherheitsdienste gerechnet werden muss. Ich halte dies für sehr problematisch und unser derzeit größtes Verkehrsproblem in der Gemeinde: Wo gibt es das noch in unserem Land, dass eine Hauptstraße durch einen Bahnhof geht und es bei geschlossenen Schranken keine funktionierenden Ausweichrouten für die Rettungsdienste gibt? Bei der Ausweichroute über die Le-Pouliguen-Straße und St. Anna müssen ja schließlich zwei Bahnschranken überwunden werden, abgesehen davon, dass diese Straße nicht mehr Verkehr aufnehmen kann. Die zahlreichen politischen Bemühungen für eine raschere Planung sind leider nur mäßig erfolgreich gewesen. Wenn wir nicht noch viel mehr Lebenszeit an den Bahnschranken verbringen wollen, dann ist es erforderlich dies breiter und deutlicher gegenüber der Landesregierung und der Bahn zum Ausdruck zu bringen. Der Gemeinderat hat darüber in den vergangenen Monaten sehr viel beraten und wird in wenigen Wochen Empfehlungen und Maßnahmen präsentieren. Ich hoffe sehr und vertraue darauf, dass wir hier in Kißlegg bei diesem Thema zusammenstehen und unsere Forderungen gemeinsam zum Ausdruck bringen werden! Verkehrsentlastung Innenstadt Die Verkehrsentlastung der Innenstadt vor allem beim Schwerverkehr hängt mit zwei Projekten zusammen: Der Südspange („Kläranlagenstraße“) und der Ostumfahrung. Die Südumfahrung („Kläranlagenstraße“) ist derzeit eine Gemeindestraße und soll künftig in die Baulast des Landkreises gehen. Die Ostumfahrung ist eigentlich eine Landesstraße, wird aber praktisch von der Landesregierung nicht mehr weiter verfolgt. Damit wäre die Sache eigentlich auch auf unabsehbare Zeit erledigt und für unsere Stadtmitte gäbe es keine Entlastungsperspektive mehr. Der Landkreis Ravensburg hat aber inzwischen im Kreistag beschlossen, dass die Südspange und die Ostumfahrung vom Landkreis geplant und gebaut wird.

7 Der Kißlegger Amtlicher Teil NACHRICHTEN Fortsetzung von Seite 6: Was sich um den Kißlegger Bahnhof tut In diesem Kreistagsbeschluss mit enthalten, ist die Zusicherung der Gemeinde sich finanziell und mit Grundstücken zu beteiligen. Viele dieser Grundstücke haben wir in den letzten Jahren schon erworben, zuletzt beim „Tannenstock“. Auch das Land hat schon signalisiert und inzwischen Zusagen gegeben, dass bei dieser Konstellation mit einer bedeutenden finanziellen Landesförderung gerechnet werden kann. Die Zeichen für die Kißlegger Umfahrung stehen damit nach Jahren eines faktischen Planungsstillstands wieder günstig. Allerdings, und das muss uns schon auch klar sein, wird es bis auf Weiteres erst mal nur eine Bahnunterführung beim jetzigen Bahnübergang geben und damit auch etwas mehr Verkehr durch die Bahnhof- und Zeppelinstraße. Sollte aber eine künftige Generation eine weitere Bahnunterführung bauen und den Verkehr nördlich der Bahnlinie („Stolzenseewegkorridor“) führen zu wollen, dann ist dies prinzipiell immer noch möglich. Heute aber sollten wir uns auf das Machbare konzentrieren. Sicher ist, dass sich rund um den Bahnhof in den kommenden Jahren viel verändern und auch verbessern wird. Damit die Misere am Bahnübergang mit der Unterführung sehr bald behoben werden kann, müssen wir aber nun deutliche Zeichen aus Kißlegg an die Entscheidungsträger beim Land und der Bahn setzen. Das deutlichste Zeichen ist eine geschlossene und engagierte Bürgerschaft. In den nächsten „Kißleggern“ werde ich Sie dann informieren, welche Vorschläge wir im Gemeinderat erarbeitet haben und wie wir vorankommen wollen! Dieter Krattenmacher Bürgermeister TERMINE Corona- Schnelltests für die Öffentlichkeit gibt es: Fitnessstudio fit+ (beim Feneberg- Markt) Asamstr.13 88353 Kißlegg - Dienstag: 17 bis 19 Uhr - Donnerstag:17 bis 19 Uhr - Samstag: 9 bis 12 Uhr - Sonntag: 9 bis 12 Uhr Öffentliche Coronatest-Station in der Heilpraktikerpraxis Heike Görner Matzenweiler 7 88353 Kißlegg - Dienstag, 12 bis 14 Uhr - Freitag, 12 bis 14 Uhr