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daheim am Ipf 12.11.2021

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Wenn auch der Hahn

Wenn auch der Hahn am Leben bleiben darf Jakob Feldwieser im Hühnerstall des Feldwieser-Hofes. Der 20-Jährige möchte den elterlichen Betrieb eines Tages übernehmen. Das Prinzip ist einfach: Die Legenhennen werden ausschließlich bei 08-Aufzuchtbetrieben gekauft. Statt die männlichen Küken zu töten, werden diese ebenfalls aufgezogen. Nach etwa 90 Tagen werden die Hähne geschlachtet. Da die Aufzucht länger dauert als bei einem Masthähnchen, und Hähne ohnehin mehr Futter benötigen, kann mit den Tieren, wie Sandra Feldwieser bestätigt, kein Gewinn gemacht werden. Hinzu kommt, dass Hähne weniger Fleisch besitzen als ihre Schwestern. Text: Mark Masuch Fotos: Thomas Siedler Etwa 12000 Hennen leben auf dem Feldwieser-Hof in Oberdorf und legen fleißig Eier. Im Laufe des kommenden Jahres sollen, wenn es nach dem Plan von Familie Feldwieser geht, noch ein paar 1000 Hähne auf das geräumige Gelände am Rand des Bopfinger Teilorts ziehen. Der Grund: Ab Januar 2022 ist das in der Branche übliche Schreddern von männlichen Küken bundesweit verboten. Auf das Töten der männlichen Tiere verzichten Markus und Sandra Feldwieser allerdings schon länger. Sie haben sich der Werbegemeinschaft 08 angeschlossen, zu der mittlerweile rund 40 Betriebe aus ganz Baden-Württemberg zählen. Aus dieser Gemeinschaft bildete sich die „Huhn & Hahn Initiative“ heraus, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, dass auch männliche Küken aufgezogen werden können. Sämtliche Freilandbetriebe der 08er-Truppe haben, wie Sandra Feldwieser weiß, mittlerweile auf dieses System umgestellt. Damit das Überleben der männlichen Küken nicht zum Minusgeschäft für die Feldwiesers gerät, müssen die Kosten auf den Verbraucher umgelegt werden. Der Preis für ein Ei ist somit um zwei Cent gestiegen. Mit diesem Geld wird das Leben des Hahns finanziert. Doch die Feldwiesers wollen mehr. Sie möchten ihre Hähne nicht mehr im Zuchtbetrieb belassen, sondern die Tiere selbst auf dem heimischen Hof aufziehen. Losgehen soll es im kommenden Jahr. Der Bauantrag für einen Mobilstall ist gestellt. Es gebe in Deutschland nur eine Firma, die Ställe in dieser Größenordnung produziere, so Sandra Feldwieser. 8

Sandra Feldwieser befüllt einen Kaugummiautomaten, aus dem Besucher des Hofes Hühnerfutter ziehen können. Sandra Feldwieser und ihr Angestellter Andrej Albu sortieren Eier für den Verkauf. Obwohl die Oberdorfer von ihrer Idee überzeugt sind, wissen sie, dass nicht jeder das Konzept für gut befindet. So sei Christoph Hönig, Vorsitzender der 08-Gemeinschaft, anfangs dafür belächelt worden, dass er seine Hähne selbst aufzieht. Hönig habe schon vor ein paar Jahren damit angefangen, erläutert Sandra Feldwieser. Doch jeder, der Mitglied der Gemeinschaft ist und Freilandeier anbiete, müsse mittlerweile gewährleisten, dass männliche Küken ebenfalls in Freilandhaltung aufgezogen würden. Die erste Herde, die mit ihren Brüdern auf den Hof ziehen wird, soll eine Größe von rund 3500 Tieren haben. Dabei handelt es sich, wie Sandra Feldwieser erklärt, um das sogenannte Kopfäquivalent – also pro Henne wird ein Hahn aufgezogen. Ganz klar sei das vom Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) noch nicht kommuniziert worden, sie rechne aber fest mit einem Vorgehen nach dem Kopfäquivalent. Schulstraße 60 ∙ Bopfingen-Oberdorf ∙ www.feldwieser.hof.de Wer Huhn sagt, muss auch Hahn sagen! Wir, der Feldwieser-Hof, verzichten bereits seit längerer Zeit auf das Kükentöten. Die Huhn & Hahn Initiative aus Baden-Württemberg, bei der wir Mitglied sind, hat sich für die Aufzucht der Hähne entschieden. Schaut beim Einkaufen auf das Logo der Huhn & Hahn Eier. Unsere Öffnungszeiten: Freitag: 9.00 - 12.00 Uhr & 14.00 - 18.00 Uhr Samstag: 9.00 - 12.00 Uhr Unsere Hof-Automaten: Öffnungszeiten: 24/7 Standorte: Schulstraße 60, 73441 Bopfingen-Oberdorf & Hauptstraße 51, 73457 Essingen Wenn Ihr mehr über uns und unsere Arbeit erfahren möchtet, kommt einfach vorbei und wir geben Euch Antworten auf Eure Fragen. 9