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BUSINESS today | März 2022 - Ost

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IM PORTRAIT JUNG UND ERFOLGREICH Schwimmerin Carolin Morassi will 2024 bei Olympia in Paris dabei sein Sie ist mit Sicherheit die Ausnahmeschwimmerin der Aalener Sportallianz und längst ein Stammgast auf dem Podium vieler Wettkämpfe. Trotz ihrer Vize-Titel bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin im vergangenen Jahr sieht sich die 21-jährige Carolin Morassi noch längst nicht am Limit. Ihr nächstes Ziel: Olympia 2024 in Paris. VonFranziska Stölzle 48

Bereits mit sechs Jahren findet Carolin Morassi Spaß am Schwimmen. DenLeistungssport hat sie mit 14 Jahren begonnen. Die Leidenschaft liegt eindeutig in der Familie. „Mein Bruder schwimmt auch und meine Eltern sind es früher mal“, sagt sie. Dennoch: Für die gebürtige Aalenerin ist der Spaß am Sport das Wichtigste. Zudem verstärken ihr Erfolg sowie ihr Trainer Peter Rothenstein die Leidenschaft fürs Schwimmen. Mit der Paradedisziplin aufs Treppchen Apropos Erfolge. 2021 hat sich Carolin Morassi zwei Vize-Titel bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin durch 200 Meter Schmetterling erkämpfen können. „Das ist natürlich ein großartiges Erlebnis gewesen, vor allem wenn ich sehe, unter welchen Bedingungen andere Schwimmer trainieren dürfen“, sagt sie. IhreKonkurrenten hätten die Möglichkeit, auf Langbahnen zu trainieren, längereWasserzeiten, kürzereAnfahrtswege und starke Trainingspartner. „Trotzdem kann ich mich gegen sie durchsetzen, darauf bin ich stolz“, so die Schwimmerin. „Erfolg und der Gedanke daran, was ich alles erreichen kann, motivieren mich enorm“, fügt sie hinzu. IhreParadedisziplin ist 200 Meter Schmetterling. Aber auch die anderen Lagen wie Rücken, Brust und Kraulen beherrscht Carolin Morassi aus dem FF. „Damals hat mein Trainer erkannt, dass ich ein besonderes Talent für das Schmetterlingsschwimmen habe“, erzählt sie. Das Training wurde entsprechend angepasst und der Fokus auf diese Disziplin gelegt. Beim Brustschwimmen hingegen sieht sie Luft nach oben. „Außerdem mag ich es einfach nicht so gerne“, verrät Carolin Morassi. Struktur und Organisation sind das Aund O Neben dem Leistungssport absolviert die 21-Jährige eine Ausbildung im Bereich Groß- und Außenhandelsmanagement bei Papier Geiger in Aalen. Um alles unter einen Hut zu bekommen, ist sowohl Struktur als auch Organisation notwendig. Aktuell hat Carolin Morassi zwei Mal pro Woche Frühtraining. „Das heißt, ich gehe um 6.30 Uhr ins Wasser für circa eineinhalb Stunden“, sagt sie. Um9Uhr muss sie spätestens bei der Arbeit sein, meist bis 16 oder 17 Uhr am Nachmittag. Ihr Arbeitgeber ist der 21-Jährigen durch eine 35-Stunden-Woche entgegengekommen, um Beruf und Sport unter einen Hut zu bekommen. „Dafür bin ich sehr dankbar“, so Morassi. Nach der Arbeit geht es für sie erneut zum Training, wieder für eineinhalb oder zwei Stunden. An drei Tagen in der Woche absolviert sie abends zusätzlich Krafttraining. „Vor20Uhr bin ich eigentlich nie zu Hause“, so Morassi. Unter der Woche bleibt der Aalenerin wenig Zeit für ihreFreunde oder Freizeit. Bezug zur Region Aus Aalen wegzuziehen, ist für Carolin Morassi noch nie infrage gekommen. „Ich bin hier aufgewachsen. Sowohl meine Freunde als auch meine Familie leben hier“, sagt sie. „Tatsächlich habe ich darüber noch nie nachgedacht“, fügt die 21-Jährige hinzu. Außerdem könne sie auf der Ostalb alles erreichen, wassie momentan erreichen möchte. Veränderungen durch die Coronapandemie Durch die Krisenzeit hat die Schwimmerin an mentaler Stärke gewonnen. „Es ist eine sehr schwierige Zeit für mich gewesen, aber ich konnte viel dazulernen“, erzählt sie. Da sie in den Landeskader aufgenommen wurde, ist sie die Einzige gewesen, die das Hallenbad nutzen durfte. Meist habe sie mit ihrem Trainer allein trainiert. „Der Austausch mit den anderen Schwimmern hat mir gefehlt, mit einigen bin ich auch befreundet“, so Carolin Morassi. Dennoch habe sie das Privileg trainieren zu dürfen genutzt und fühle sich nun mental stärker als vor der Coronapandemie. Sportliche Ziele Mit dieser neuen mentalen Stärke stellt sich die 21-Jährige ihrem größten Ziel: Olympia 2024 in Paris. Für die aktuelle Saison stehe im August die EM in Rom auf dem Plan. „Dortkann ich dann das erste Mal internationale Luft schnuppern“, so Morassi. Sponsoring Der Schwimmsport mit allem, was dazu gehört, ist teuer. Badeanzüge fürs Training und Wettkämpfe, Trainingslager oder Wettkämpfe zahlt Carolin Morassi größtenteils aus eigener Tasche. „Ich habe aktuell keinen festen Sponsor. Ich werde vom Verein unterstützt oder zahle es eben selbst“, sagt sie. „Schön wäre es natürlich schon, wenn sich das zeitnah ändern würde“, fügt die 21-Jährige hinzu. Carolin Morassi und ihr Trainer Peter Rothenstein bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin. DieSchwimmerin hatsich im Jahr 2021 zwei Vize-Titel in Berlin geholt. 49