Aufrufe
vor 9 Monaten

BUSINESS today | März 2022 - Ost

  • Text
  • Unternehmen
  • Region
  • Menschen
  • Champions
  • Aalen
  • Heidenheim
  • Startups
  • Carolin
  • Zukunft
  • Franke

DIENSTLEISTUNG

DIENSTLEISTUNG FLEXIBILITÄT, WISSEN, ERFAHRUNG Fast alle Startups kooperieren mit etablierten Unternehmen Laut einer Umfrage arbeiten neun von zehn deutschen Startups mit etablierten Unternehmen zusammen. Alle Beteiligten ziehen für sich Vorteile aus diesen Kooperationen. Die Startups gewinnen Erfahrung, Kontakte oder finanzielle Unterstützung, ältere Unternehmen profitieren von innovativen Ideen, flexiblem Denken und digitalen Lösungen. VonStefanie Rebhan Vor einem Jahr arbeiteten erst 79 Prozent aller deutschen Startups mit etablierten Unternehmen zusammen, heute sind es 90 Prozent. Das zeigt eine Umfrage von Bitkom, dem Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche. Etwa jedes vierte Startup gibt an, dass andere Unternehmen eine finanzielle Beteiligung halten. „Die Erkenntnis, dass von Kooperationen Startups und etablierte Unternehmen gleichermaßen profitieren, setzt sich immer weiter durch. Die einen holen sich neueste Technologie, innovative Lösungen und Knowhow ins Haus, die anderen Branchenerfahrungen, Aufträge und Referenzprojekte“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Siebringen die Marktmacht Genau das bestätigen die Erfahrungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bodensee-Oberschwaben. Startups könnten in der Regel besonders flexibel, agil und innovativ agieren und auf diese Weise Geschäftsmodelle, Produkte oder Prozesse ganz neu denken. Jürgen Kuhn, Referent für Gründung, Finanzierung und Unternehmensnachfolge bei der IHK, sagt: „Etablierte Unternehmen bringen neben ihrer eigenen Innovationskraft Stammkunden und Vertriebskanäle ebenso mit wie Marktmacht, Produktionskapazitäten, Vertrauen in das Unternehmen beziehungsweise die Marke und vieles mehr.“ Kooperationen seien nötig, um die Chancen von Transformation, Digitalisierung, innovativen nachhaltigen Technologien und in weiteren Feldern nutzen zu können. Nur so könne es Unternehmen gelingen, fortlaufend neue Ideen zu entwickeln und sich vom Wettbewerb abzuheben. Digitale Geschäftsmodelle Auch Markus Schmid, Leiter Gründung &Unternehmensservice der IHK Ostwürttemberg, beobachtet eine lebendige Startup-Szene in seiner Region. Bei größeren Unternehmen gebe es strategische Kooperationen mit Startups, die häufig auch mit einer Beteiligung am Startup verbunden sind. „Insbesondere Startups mit digitalen Geschäftsmodellen sind hier Partner und entwickeln beispielsweise neue digitale Services oder helfen mit digitalen Prozessen die Effizienz zu verbessern“, sagt Schmid. Für die Startups seien solche Kooperationen die Chance, ihre Geschäftsmodelle gemeinsam mit den Kunden weiterzuentwickeln und allgemein eine wichtige Kundenzielgruppe. Startups würden hingegen dabei helfen, Innovationsprojekte schneller voranzubringen. Teilweise fänden Startups durch die Zusammenarbeit auch strategische Investoren und erschließen sich so neues Wachstumskapital. DieAugenjunger Unternehmer Ralph Winterhalter, Geschäftsführer und Inhaber der Winterhalter Gastronom GmbH aus Meckenbeuren, legt es jedem Unternehmen wärmstens ans Herz, in irgendeiner Form mit Startupszukooperieren. Ältere Unternehmen könnten stark von der Flexibilität neu gegründeter Firmen profitieren. Ralph Winterhalter: „Wenn man eine neue Sichtweise auf Problemstellungen durch dieAugen junger Unternehmermit bestehendem Wissenkombiniert,können tolle Sachen entstehen. Hier sehe ich große Chancen für die Zukunft.“ Die WinterhalterGmbHhat ein eigenes Startup gegründet, ist an Startups beteiligt und arbeitetmit einigen zusammen. 26