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EXPERTEN AUS DER REGION SPRECHEN – UMFRAGEWERTE ZEIGEN KLARE TENDENZEN Corona zwingt endgültig zur Digitalisierung Von der Digitalisierung der Wirtschaft, ja der ganzen Welt, sprechen und schreiben wir alle gefühlt nonstop. Durch Corona hat diese Entwicklung einen entscheidenden Schub nach vorne gemacht. Dadurch fällt es in unserer Region jedoch kleineren und mittleren Unternehmen schwer, mitzuhalten. Gerade in einer so problembehafteten Zeit. Experten erklären uns was es braucht, um jetzt nicht den Anschluss zu verlieren. Von Stefanie Rebhan Der Corona-Lockdown zwingt Unternehmen dazu, bereits angestoßene Transformationsprozesse neu zu evaluieren, die eigene digitale Infrastruktur zu stärken und auf tiefgreifende Veränderungen im eigenen Marktsegment zu reagieren. Doch gerade Betriebe, die den digitalen Anschluss verschlafen haben, kämpfen aktuell um ihre Existenz. Wer hingegen frühzeitig auf neue Technologien gesetzt hat, profitiert nun von einer zukunftsgewandten Haltung. Nichtsdestotrotz können Unternehmen mit Nachholbedarf reagieren. Mit der Digitalisierung ändern sich viele als selbstverständlich gehandelte Strukturen und Prozesse in der Arbeitswelt: Neue Geschäftsmodelle halten zunehmend Einzug, die Grenzen zwischen Arbeitsplatz und heimischem Büro verschmelzen sukzessive und auch die Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Kunden gestaltet sich dezentraler. Covid-19 ist mit Blick auf die Digitalisierung ein Katalysator: Corona-Apps, das digitale Onboarding neuer Kollegen, agile Dienstpläne und E-Learning treiben neue Arbeitsformen voran. Auch wenn die Corona-Pandemie der Digitalisierung einen bedeutenden Schub gegeben hat, seien die Unternehmen schon davor nicht um das Thema herumgekommen. Das sagt Peter Schmidt, Manager des Digitalisierungszentrums (digiZ) Ostwürttemberg. Für ihn ist ein Unternehmen dann digitalisiert, wenn die Digitalisierung zwei Themenfelder umfasst: die Prozesse und die Produkte. Man müsse sich allerdings stets fragen, wo es Sinn macht zu digitalisieren. Im Vertrieb? Dem Verkauf? Den Produkten? Da habe jede Firma individuelle Bedürfnisse. „Wir brauchen Verbündete, das wird jetzt deutlicher.“ Das digiZ hat bei der Hochschule Aalen eine Studie in Auftrag gegeben, um den Digitalisierungsgrad der Firmen auf der Ostalb zu ermitteln. Sie kamen immerhin auf einen Grad von über 50 Prozent. Schwierigkeiten da mitzuhalten haben vor allem kleine und mittlere Unternehmen. „Diese Firmen kennen ihr Business, aber sie haben zu wenig Kenntnisse wie man Produkte und Prozesse digitalisiert. Früher war das nicht tragisch, heute muss man sich damit beschäftigen, und dafür braucht man Partner“, so Schmidt. Hier müsse durch das digiZ ein Netzwerk zu Firmen aufgebaut werden, die sich das digitale Know-how bereits angeeignet haben. „Wir brauchen Verbündete, das wird jetzt deutlicher.“ Es gebe auch verschiedene Förderprogramme in diesem Bereich. Etwa um Mitarbeiter zu schulen und ein Verständnis im Unternehmen dafür zu entwickeln - dies kostet Geld. Problem: Führen auf Distanz Ein vorrangiges Thema im Moment ist nach wie vor das Homeoffice. Nicht allen Betrieben sei es gelungen, mit Hardund Software Strukturen dafür zu schaffen, damit die Mitarbeiter von zu Hause aus auf die zentralen Programme und Daten der Firma zurückgreifen können. „Da ist zudem der Sicherheitsaspekt ein wichtiger Punkt. Es wird in Zukunft schließlich deutlich mehr Homeoffice geben“, sagt Schmidt. Überrascht habe ihn die Rückmeldung zahlreicher Fir- 9