Aufrufe
vor 11 Monaten

BT_01-2021_OST_epaper

  • Text
  • Zukunft
  • Produkte
  • Digitalisierung
  • Welt
  • Heidenheim
  • Menschen
  • Digitale
  • Mitarbeiter
  • Homeoffice
  • Unternehmen

NEUE ARBEITSWELT

NEUE ARBEITSWELT EXPERTEN DER SRH FERNHOCHSCHULE IN RIEDLINGEN WISSEN ES Was das Homeoffi ce mit uns macht Das Thema Homeoffice hat so viele – positive wie negative – Aspekte, dass wir ihm noch einen Artikel widmen möchten. Die Soziologin Prof. Dr. Petra Arenberg von der SRH Fernhochschule – The Mobile University beantwortet Fragen zu den psychischen und sozialen Auswirkungen des Homeoffices. Ihr Kollege Prof. Dr. Matthias Hiller gibt Steuertipps. Chancen Risiken • Wegfall von Reisezeiten beim Pendeln, verbunden mit Zeiteinsparungen • Homeoffi ce ist nicht gleich Isolation, jedenfalls in Zeiten, in denen Kontakte möglich sind. „Es kann sehr gut funktionieren, entweder mit Kontakten in der Freizeit oder wenn Präsenzzeiten eingebaut werden. Wichtig sind Selbstmanagement und Selbstmotivation“, sagt die Soziologin Prof. Dr. Petra Arenberg von der SRH Fernhochschule in Riedlingen • Die Zeit ist individuell einteilbar, private Termine sind gegebenenfalls leichter wahrzunehmen • Viele essen gesünder wenn sie zu Hause kochen und sich keinen Imbiss zwischen Tür und Angel in der Stadt gönnen • Durch die fehlende Nähe im Homeoffi ce verändern sich die sozialen Beziehungen. Sie sind wichtig, weil uns Freunde, Familienmitglieder und Kollegen in emotionaler Hinsicht, (z.B. Lob und Anerkennung) und in instrumentell-materieller Hinsicht (z.B. bei Erledigungen, fi nanzieller Unterstützung) unterstützen. Prof. Dr. Petra Arenberg: „Durch die Unterstützung sind wir motivierter und zufriedener. Werden die sozialen Kontakte im Homeoffi ce weniger, dann sinkt das Wohlbefi nden, die Zufriedenheit und ein Stressempfi nden kann entstehen.“ • Homeoffi ce und Kinderbetreuung ohne Unterstützung bergen Stressrisiko • Menschen mit wenigen sozialen Beziehungen, die bereits vorher isoliert lebten und vor allem Kontakt zu Kollegen hatten, sind jetzt möglicherweise einsamer 20

Die Struktur des Tages Eine Planung mit der Setzung von Prioritäten ist enorm wichtig, meint die Soziologin. „Strukturen geben eine Verlässlichkeit und schaffen Vertrauen, in sich selbst und in das Arbeiten im Homeoffice.“ Man sollte jeden Tag zu einer festen Zeit anfangen, Kontakte aktiv einplanen und Raum für Entspannung, Abwechslung in körperlicher und geistiger Hinsicht sowie Impulse geben. „Setzen Sie sich Ziele, beruflich und privat. Das gibt ein gutes Gefühl, etwas geschafft zu haben, die Selbstwirksamkeit steigt dadurch“, so Prof. Dr. Petra Arenberg. Wenn möglich sollten die Lebenssphären räumlich getrennt werden. Aus den Augen aus dem Sinn, gelte auch für den Laptop und damit für die Arbeit. Negativen Gedanken vorbeugen Ein Gedankenstopp kann erlernt werden, so Prof. Dr. Petra Arenberg. Oft stehe zu Beginn die Akzeptanz der negativen Gedanken und die Selbstbeobachtung, dann lerne die Person ihre Gedanken zu kontrollieren, sie zu stoppen, z.B. durch die visuelle Vorstellung eines Stoppschildes oder das Aussprechen des Wortes stopp, später können die Gedanken auch ggf. umdeutet werden. Arenberg: „Wer hier Hilfe möchte, kann sich professionelle therapeutische Unterstützung holen.“ Richtig Sitzen Stuhl und Tisch müssen zur Körpergröße passen. Aufrecht sitzen und die Füße im 90-Grad-Winkel auf dem Boden abstellen. Von der Sitzposition aus liegen die Unterarme im 90-Grad-Winkel auf der Tastatur. Weniger darf es nicht sein, sonst steigt das Risiko für Verspannungen im Arm- und Schulterbereich. Die Entfernung zum Bildschirm sollte mindestens 50 Zentimeter betragen. Außerdem spielt Licht eine nicht zu unterschätzende Rolle: Wer dauerhaft bei falscher Beleuchtung arbeitet, der ermüdet nachgewiesenermaßen schneller. Homeoffice steuerlich absetzbar „Der Begriff ,Homeoffice‘ ist nicht in den Steuergesetzen definiert, wohl aber der Begriff des ,häuslichen Arbeitszimmers‘“, erläutert Prof. Hiller von der SRH Fernhochschule. Die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer und dessen Ausstattung können steuerlich abgesetzt werden, wenn für die Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. In diesem Fall sind die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer bis maximal 1.250 Euro pro Jahr abzugsfähig. Ein unbeschränkter Abzug kann erfolgen, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit darstellt. „Ein häusliches Arbeitszimmer liegt allerdings nur vor, wenn das Zimmer räumlich von den übrigen Räumen getrennt liegt und zu weniger als 10 Prozent privat mitbenutzt wird“, erläutert Prof. Hiller. Alternativ kann für die Steuerjahre 2020 und 2021 auf die sogenannte Homeoffice-Pauschale zurückgegriffen werden. In diesem Fall können Steuerpflichtige einen pauschalen Betrag von fünf Euro für jeden Kalendertag - maximal 600 Euro pro Kalenderjahr - ansetzen, in denen im Homeoffice gearbeitete wurde. „Steuerpflichtige, die Kinderzimmer und Küchentische für ihre Homeoffice-Tätigkeit in Beschlag genommen und Arbeitsecken eingerichtet haben erhalten ebenfalls die Möglichkeit die Homeoffice-Tätigkeit steuerlich anzusetzen“, so Steuerexperte Prof. Hiller. vergessen sie alles, was sie glauben, über büros zu wissen. desk is dead. lang lebe das büro. aber von heute. neugierig? #bihler_moebelkonzepte 0751-362 52 0 www.bihler.net möbelliebe kommt von bihler. werkhalle ravensburg bächlemeid architekten fotografie andereart 21