Aufrufe
vor 11 Monaten

BT_01-2021_OST_epaper

  • Text
  • Zukunft
  • Produkte
  • Digitalisierung
  • Welt
  • Heidenheim
  • Menschen
  • Digitale
  • Mitarbeiter
  • Homeoffice
  • Unternehmen

TITELGESCHICHTE

TITELGESCHICHTE informiert, könnte sich durchaus auch von der Werbung eines Textilhändlers angesprochen fühlen.“ Auf dem Weg zur weiteren Digitalisierung werden die Wirtschaftsjunioren bald digitale Firmenbesichtigungen anbieten. Mit einer 3D-Kamera nehmen Experten die Firma auf, sodass der Internet-User sich das ganze Gebäude von zu Hause aus ansehen kann. Das sei nur eines von vielen zukünftigen digitalen Projekten. Einzelhändler profitieren Die SinkaCom AG, die sich als Digitalisierungsspezialist bezeichnet, findet sogar, dass lokale Händler vom Digitalisierungsschub durch Corona profitieren. Zwar glaubten viele Händler weiterhin, nicht gegen die Onlinekonkurrenz bestehen zu können, lägen mit eben jener Annahme jedoch grundlegend falsch: Denn auf lokaler Ebene profitieren Einzelhändler von ihrem Status, so Sinka- Com. Sie würden mit dem über Jahre aufgebauten Vertrauensverhältnis zwischen Anbieter und Verbraucher, Möglichkeiten für einen schnellen Lieferservice, neuen Geschäftsmodellen wie „Click & Collect“, „Click & Meet“ oder ihrer Regionalität punkten. „Wer seine Stärken im Web ausspielt, ist dem Wettbewerb einen Schritt voraus und profitiert langfristig von dem sogenannten Hybrid Commerce, einem Mix aus stationärem und Onlinehandel“, erklärt Andreas Köninger, Vorstand der SinkaCom. „In der aktuellen Zeit weisen digitale Werkzeuge den Weg in die Zukunft des Einzelhandels.“ Firmen werden sichtbarer Die Unternehmensberatung aretas GmbH sieht kein Problem darin, auch virtuell Kundennähe aufzubauen. Dazu böten moderne Plattformen zur Kommunikation die Möglichkeiten. „Präsenz auf unterschiedlichen Kanälen zu zeigen, steigert dabei die Sichtbarkeit des Unternehmens und signalisiert dem Kunden ein offenes Ohr. Zugleich gestaltet sich der Kundenkontakt direkter, da von überall her die Möglichkeit zum Austausch besteht“, heißt es bei aretas. Unternehmen könnten sich wiederum digitale Kundenspuren wie etwa Erfahrungsberichte oder Bewertungen zunutze machen. So lernten sie die Welt der eigenen Zielgruppe besser kennen und könnten das Angebot so anpassen, dass es genau in die Welt der Wunschkunden passt. Durch die Nutzung etablierter Social-Media-Kanäle, die Implementierung eines eigenen Online-Kundenportals oder die Nutzung von E-Support-Tools, lasse sich die Kundenzufriedenheit oftmals steigern. Der Verbraucher profitiere durch den optimierten Service. Digitale Business-Plattformen nehmen also eine Schlüsselposition bei der digitalen Transformation von Arbeitsabläufen ein. Hier stehen die Unternehmen Wenn der Blick sich nicht auf das richtet, was noch geschehen muss, sondern 12

um Kosten zu senken oder Kunden zu binden. Die Umstände der Corona-Pandemie sind für 44 Prozent der Befragten der Grund dafür, Produktionsprozesse, „Unternehmen müssen Online-Werbung schalten.“ Abläufe oder Dienstleistungen zu digitalisieren. Darüber hinaus zeigen die Befragungsergebnisse, dass sich die Betriebe intensiv mit dem Thema Zukunftstechnologien befassen. Vor allem Künstliche Intelligenz und Blockchain zeichnen sich als Schwerpunkte ab: 27 Prozent der Unternehmen planen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, 26 Prozent von Blockchain. Die aktuell am häufigsten genutzten Technologien sind Cloud-Anwendungen (64 Prozent), Robotik und Sensorik (16 Prozent) sowie Internet der Dinge (18 Prozent). auf das, was schon geschehen ist, ist die aktuelle Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) interessant. Sie hat sich damit beschäftigt, inwieweit Cloud-Anwendungen, Robotik und Sensorik, Künstliche Intelligenz, Blockchain & Co. überhaupt bereits Einzug in die Unternehmen gehalten haben. Bundesweit knapp 3500 Unternehmen beteiligten sich Ende 2020 an der Erhebung. Ihre Antworten machen klar: Der Umfang, in dem sie Digitalisierungspotenziale nutzen, hat sich nach der Selbsteinschätzung der Betriebe leicht verbessert, insbesondere bei der digitalen Infrastruktur gibt es aber noch Herausforderungen. Auf einer Notenskala von 1 (voll entwickelt) bis 6 (wenig entwickelt) stufen die Unternehmen ihren eigenen Digitalisierungsgrad demnach nur als befriedigend ein (Durchschnittsnote: 2,9). Immerhin: Bei der Vorumfrage im Jahr 2017 hatte der Notendurchschnitt bei 3,1 gelegen. Digitaler Vorreiter ist der Erhebung zufolge die Informations- und Kommunikationsbranche mit einer Durchschnittsnote von 2,1. Unzureichendes Internet Dagegen bewegen sich das Gastgewerbe (3,4), der Handel (3,2) und das Baugewerbe (3,2) nach eigener Einschätzung im hinteren Bereich der Notenskala – hier sind auch nicht alle Prozesse vollständig digitalisierbar. Ein Grund dafür ist oft unzureichendes Internet, das insgesamt 35 Prozent der Unternehmen beklagen. Aber auch die hohe Komplexität bei der Umstellung vorhandener Systeme und Prozesse, hohe Kosten und fehlende zeitliche Ressourcen erschweren aktuell die Digitalisierung in den Betrieben. Dabei sehen viele Unternehmen durchaus Vorteile darin, die eigenen Geschäftsprozesse zu digitalisieren – etwa, um die strategische Unternehmensentwicklung voranzutreiben (57 Prozent), 2000 Unternehmen befragt Auch die Deutsche Telekom hat nach einer Umfrage unter 2000 Unternehmen festgestellt: Corona beschleunigt die Digitalisierung des Mittelstands. Der Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021 belege, dass mobile und flexible IT durch die Krise hilft. 46 Prozent der befragten Unternehmen haben demnach Geschäftsmodelle, Produkte und Services während der Corona-Krise kurzfristig angepasst. Mehr als die Hälfte führt laut der Telekom neue Arbeitsplätze im Homeoffice ein oder weitet das Angebot aus. Fast drei Viertel boten ihren Mitarbeitern an, im Homeoffice zu arbeiten. Digitaler Katalysator Homeoffice Um während des Lockdowns handlungsfähig zu bleiben, rüsteten Unternehmen ihre Mitarbeiter also für das Homeoffice aus. Oft unter zeitlichem und finanziellem Druck. Gefragt seien deshalb vor allem Tools für die Zusammenarbeit und für effizientere Abläufe gewesen. Unternehmen investierten kurzfristig in mobile Endgeräte und mobile Business-Anwendungen. Das habe die Digitalisierung insgesamt vorangetrieben. „Auch das Gesundheitswesen, 13