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Biberach kommunal 31.08.2022

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14 | 31. August 2022

14 | 31. August 2022 BIBERACH KOMMUNAL Streiflichter aus der Geschichte Biberachs Der Bildhauer Hans Dürner und sein Geselle Hans Mayer Heute nahezu vergessen ist der Bildhauer Hans Dürner, der – aus „Granna“ (Granheim) stammend – am 12. November 1583 zusammen mit seiner Hausfrau Rosina Moll als Bürger aufgenommen wurde. Wenn auch sein Hauptwerk, der 1599 bis 1602 geschaffene Hochaltar der Biberacher Stadtpfarrkirche, 1720 dem heutigen Hochaltar weichen musste, so haben sich doch zwei weitere große Werke erhalten: die Decke der Heiligenberger Schlosskapelle, deren Kreuzgewölbe mit hängenden kreuzblumenartigen Gebilden und über 100 Engelsfiguren geschmückt sind, für die er wie für eine nicht erhaltene Altartafel 1589/90 Zahlungen erhielt, und der viergeschossige Altar im nördlichen Querhaus der Ellwanger Stiftskirche aus dem Jahre 1613; er könnte der ihm verdingte Hochaltar sein, vor dessen Vollendung er am 6. Juni 1613 verstarb und den sein Geselle Georg Mayer fertigstellte. Auch der Altar im südlichen Querschiff stammt wohl aus Dürners Werkstatt. Zugewiesen wird Dürner schließlich das Grabmal für Barbara von Hausen in der Laizer Klosterkirche. Unsicher ist, ob von ihm auch das einem Biberacher Bildhauer zugeschriebene Dreifaltigkeitsbild in der Muttergotteskapelle in Neufra/Hohenzollern aus dem Jahre 1592 ist. Über seinen Biberacher Hochaltar, den er zusammen mit seinem Gesellen Georg Mayer schuf, haben wir aus späteren Erwähnungen wenigstens spärliche Nachrichten; 1659 reparierte der Bildhauer Hans Thomas Kutzberger die Flügel, das Gesprenge und einen hl. Thomas; 1662 erhielt der Maler Peter App Zahlungen für die Renovation der gemalten Tafeln Mariae, des hl. Johannes und der hl. Maria Magdalena. Bezahlt wurde Dürner 1595 für drei Wappen unter der Orgel und 1600 für die Ausbesserung der Kanzel. Verloren sind der für die 1592 renovierte simultane Nikolauskapelle geschaffene Altar, die Kanzel und die Empore. Doch in Biberach haben sich auch einige Werke erhalten. An vorderster Stelle ist die wohl die um 1590 geschaffene Kreuzigungsgruppe zu nennen, die ursprünglich in der Mitte des Katholischen Friedhofs in einer offenen Kapelle stand. Zu Settelinaltar in der Beichtkapelle der Biberacher Stadtpfarrkirche. Foto: Andreas Praefcke ihrem Schutz wurde sie später in die Magdalenenkirche gebracht; doch wurde die Figur der hl. Maria Magdalena bei einem gewalttätigen Einbruch gestohlen und ist bis heute verschollen. Ein eigenhändiges Werk schließlich ist ebenso das Vesperbild im Settelinaltar der Stadtpfarrkirche, während die Assistenzfiguren des hl. Gregor und des – ebenfalls gestohlenen und durch eine Kopie ersetzten – hl. Christophorus der Werkstatt zuzuweisen sind. Eigenhändige Werke Dürners finden sich ebenso in der Brandenburgischen Kapelle und in der Biberacher Dreifaltigkeitskirche, aber auch in Äpfingen, Ahlen, Allmannsweiler und Rißtissen. Nicht Dürner, sondern seinem Gesellen Georg Mayer zuzuschreiben sind die 1609 bezahlten Assistenzfiguren des Biberacher Chorbogenkruzifixes. Dürner gehörte 1600 das Haus Marktplatz 36. Diesen Georg Mayer heiratete nach Dürners Tod 1614 dessen Witwe Rosina Moll – eine übliche Art der Werkstattübergabe zur Altersversorgung der Witwe. 1616 stiftete sie für die Kinder des spitälischen Kindhauses eine jährliche „Brezgen“-Spende. Nach seiner Heirat wurde der Bildhauergeselle Georg Mayer aus Hundersingen an der Donau gegen Erlegung des Bürgerrechtsgeldes von 12 Pfund Heller am 11. April 1614 als Biberacher Bürger aufgenommen, nachdem er Zeugnisse über seine eheliche Geburt, seine Freiheit von jeglicher Leibeigenschaft und seine Vermögensverhältnisse vorgelegt hatte; angemerkt wurde, dass er sich das Geld an einem Altar zu Ellwangen verdient habe. Bürgen bei seiner Bürgeraufnahme waren Junker Friedrich Strölin und der Maler Meister Alexander Zoia. In Biberach machte Mayer Karriere. 1630, als ihn der Biberacher Chronist und Maler Lucas Seidler einen „Pfaffenstichling“ (Pfaffensohn) nannte und Mayer sich darüber vor dem Rat beschwerte, war er Mitglied des Biber acher Inneren Rates. Als er am 23. Februar 1633 starb, musste er auf dem Friedhof der Stadtpfarrkirche im Begräbnis der Franziskanerinnen unter dem Nonnenschopf begraben werden, weil der Katholische Friedhof angesichts der Belagerung der Stadt durch die Kaiserlichen nicht erreichbar war. Mayer, der als Nachfolger Dürners die Werkstatt weiterführte, werden Figuren in Aufhofen, Dietershausen, Heiligkreuztal und Moosbeuren zugeschrieben. Der Chronist Lucas Seidler berichtet in seinen „Annalia“, er habe zu den beiden Biberacher Franziskanerinnen aufbewahrten Köpfen zweier Assistenzfiguren (Maria und Johannes), die vor der Reformation unter dem Bogen der Biberacher Brandenburgischen Kapelle gestanden wären, neue Körper gemacht. Georg Mayer, der in den Jahren 1591/92 als Geselle in der Werkstatt des Bildhauers Melchior Binder (1550–1615) am Salemer Chorgestühl mitgearbeitet hatte, hatte wohl Schüler: den Meister der 1650/60 geschaffenen Marienfigur auf dem früheren Mittelaltar der Biberacher Stadtpfarrkirche, Georg Grassender, und den Biberacher Bildhauer Hans Thomas Kutzberger, von dem sich in der Gammertinger Michaelskapelle sein Hochaltar von 1674 und zwei weitere Figuren erhalten haben. Dr. Kurt Diemer

BIBERACH KOMMUNAL 31. August 2022 | 15 Die Woche im Überblick DATUM ZEIT ORT, TREFFPUNKT VERANSTALTUNG Do, 1. September 17 Uhr Haupteingang Rathaus Gigelturm-Führung mit Gisela Raunecker Do, 1. September 18 Uhr Museum Führung durch die Sonderausstellung mit Ina Billwiller Fr, 2. September 19.30 Uhr Komödienhaus Vernissage „Congo Street Artists Project“, Fotos von Kris Pannecoucke Sa, 3. September 10 – 17 Uhr Stadthalle Bau- und Immobilienmesse „meinZuhause!“ Sa, 3. September 10, 11, 12 Uhr Viehmarktplatz/Spitalhof Spaß am Samstag: Brassmusix Sa, 3. September 10, 11, 12 Uhr Schadenhof Spaß am Samstag: Omkareli Sa, 3. September 11 Uhr Tierheim, Hubertusweg 10 Tierheimfest mit Spielen, Workshops und mehr Sa, 3. September 14 Uhr Spitalhof Historischer Stadtrundgang und Besichtigung des Weißen Turms mit Bernd Otto Sa, 3. September 14 – 17 Uhr Museum Schauweben an historischen Webstühlen So, 4. September 10 – 17 Uhr Stadthalle Bau- und Immobilienmesse „meinZuhause!“ So, 4. September 11 Uhr Tierheim, Hubertusweg 10 Tierheimfest mit Spielen, Workshops und mehr So, 4. September 11 Uhr Museum Führung durch die Sonderausstellung mit Claudia Manall So, 4. September 14 Uhr Ratzengraben am PG Spazieren – Sehen auf dem Naturkundepfad mit Gisela und Bernd Raunecker So, 4. September 14 Uhr Wielandpark Wieland-Café, Freiluftcafé von „Bürger für Bürger“, nur bei trockener Witterung So, 4. September 15 Uhr Museum Führung durch die Sonderausstellung mit Ina Billwiller So, 4. September 19 Uhr Stadtgartenrondell Biberacher Rondellkonzerte: Cold Turkey Di, 6. September 8.30 – 12 Uhr Küche Ernährungsakademie Kochkurs mit Dampfgargeräten Di, 6. September 12.15 Uhr Wieland-Gartenhaus Literatur Lunch „Bettina von Arnim“ mit Kerstin Bönsch Mi, 7. September 14 Uhr Spitalhof Historischer Stadtrundgang mit Bernd Otto Mi, 7. September 14 Uhr Gasthof Burren Fortbildung für Multiplikatoren „Die Welt der Pilze“ Neue digitale Plattform Kontaktstelle Frau und Beruf Im Stadtteilhaus Salben herstellen aus Ringelblumen Das Land Baden-Württemberg hat eine neue digitale Plattform „Frau und Beruf digital Baden-Württemberg“ eingerichtet. Die Plattform bietet Informationen rund um Bewerbung, Berufseinstieg, beruflicher Auf- und Umstieg, Wiedereinstieg, Existenzgründung, 55plus sowie Vereinbarkeit Beruf und Familie. Ferner können Frauen direkt eine kostenfreie Beratung bei einer der neun Kontaktstellen Frau und Beruf an 15 Standorten in Baden-Württemberg buchen oder sich zu einer Veranstaltung anmelden. Digitale Services wie etwa Webseminare, Live-Chats oder Blended-Learning (Kombination von Präsenz- und virtuellen Lernformen) sollen sukzessive ausgebaut werden. Weitere Informationen sind unter www.frauundberuf-bw.de abrufbar. Am 16. September, 14.30 Uhr, können interessierte Familien im Stadtteilhaus Gaisental gemeinsam mit Sandra Nechwatal und der Unterstützung von Karin Bystron Pflegeprodukte herstellen. Blüten haben das Talent an grauen Tagen gute Laune zu verbreiten. Aber Ringelblume und Johanniskraut können noch viel mehr. Ihre Öle wirken entzündungshemmend und antibakteriell. Was liegt näher als die Blüten zu Salbe und Lippenbalsam zu verarbeiten? Die Veranstaltung findet im Rahmen des Programms „Gemeinsam engagiert mit Kindern und Jugendlichen“ statt. Kinder sollten mindestens acht Jahre alt sein. Die Veranstaltung ist kostenlos und dauert etwa drei Stunden. Eine Anmeldung ist notwendig: E- Mail manuela.guerntke@stadtteilhausgaisental.de, Telefon 07351 301128. BIBERACH KOMMUNAL | Impressum Herausgeber: Große Kreisstadt Biberach an der Riß Verantwortlich: für den amtlichen Teil Oberbürgermeister Norbert Zeidler für den nicht amtlichen Teil die jeweiligen gesetzlichen Vertreter der mitteilenden Organisationen, Kirchen und Vereine Redaktion: Andrea Appel (Stadt Biberach) Telefon: 07351/51 299 Achim Zepp E-Mail: BiberachKommunal@Biberach-Riss.de Redaktionsschluss: 1 Woche vor Erscheinen, in der Regel mittwochs, 12 Uhr Druck, Anzeigen, Verteilung: Schwäbische Zeitung Biberach GmbH & Co. KG Verantwortlich für Anzeigen: Daniela Fimpel Anzeigenannahme Telefon: 07351/5002-15 E-Mail: anzeigen.biberach@schwaebische.de Zustellung; Reklamation Tel.: 07351/5002-44 BIBERACH KOMMUNAL erscheint wöchentlich in der Regel immer mittwochs und wird kostenlos an alle Haushalte der Stadt Biberach einschließlich der Teilorte Stafflangen, Ringschnait, Rißegg und Mettenberg verteilt. 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