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Biberach kommunal 25.05.2022

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16 | 25. Mai 2022

16 | 25. Mai 2022 BIBERACH KOMMUNAL Katholische Seelsorgeeinheit Biberach Termine in Kürze Am Donnerstag, 26. Mai, feiert die Kirchengemeinde St. Gallus Christi Himmelfahrt. Es geht los um 9.30 Uhr auf der Wiese beim Käppele in Rindenmoos mit einer Eucharistiefeier. Anschließend gibt es eine kurze Prozession mit zwei Stationen beim Bolzplatz und in der Ortsmitte. Die musikalische Umrahmung übernimmt der Musikverein Rißegg-Rindenmoos. Das Pfarrbüro Dreifaltigkeit ist am Freitag, 27. Mai, geschlossen. Der Seniorenkreis der Dreifaltigkeitsgemeinde lädt am Dienstag, 31. Mai, zu einem Liedernachmittag mit Franz Sonntag ins Gemeindehaus Dreifaltigkeit ein. An diesem Nachmittag werden auch verdiente Ausschussmitglieder und Mitglieder des Helferteams verabschiedet. Beginn ist um 14.30 Uhr mit Kaffeetrinken. Die Kirchengemeinde Zur Heiligsten Dreifaltigkeit feiert am Sonntag, 26. Juni, ihr traditionelles Gemeindefest. Bitte Termin vormerken. Weitere Informationen sind unter www. se-biberach.drs.de abrufbar. Orgelkonzert in der Stadtpfarrkirche Bach, Knecht und andere DPSG Pfadfinder Biberach „Super Mario Zeltlager“ Johannes Striegel, hauptamtlicher Kirchenmusiker, spielt am 29. Mai ein Orgelkonzert in der Stadtpfarrkirche. Foto: privat „It’s-a-me, Mario!“ – Die deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG Pfadfinder Biberach) bietet vom 1. bis 10. August das „Super Mario Zeltlager“ an. Die Teilnehmenden erwarten zehn unvergessliche Tage mit abwechslungsreichem Programm, unter anderem mit einem Geländespiel, einem Wandertag, Lagerfeuer, einem Nachtgeländespiel und jeder Menge Spiel und Spaß in der Natur – alles unter dem Motto „Super Vernissage in der Friedenskirche Mario“. Die Teilnahmekosten betragen 175 Euro für das erste Kind, 165 Euro für das zweite und 155 Euro für das dritte Kind. Aufgrund eines städtischen Zuschusses erhalten Kinder aus Biberach einen zusätzlichen Rabatt in Höhe von 40 Euro auf den jeweiligen Preis. Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 18 Jahren können sich bis Freitag, 3. Juni, per E-Mail an vorstand@dpsgbiberach.de anmelden. Weitere Informationen zu der Pfadfinderschaft gibt es unter www.dpsg-biberach.de. Holzskulpturen zu „Menschenwürde“ Am Sonntag, 29. Mai, findet um 17 Uhr ein Orgelkonzert in der Stadtpfarrkirche St. Martin statt. Es spielt Johannes Striegel, hauptamtlicher Kirchenmusiker in der katholischen Seelsorgeeinheit. Das Konzert wird mit der bekannten Toccata und Fuge in d-Moll von Johann Sebastian Bach eröffnet. Ein Werk der Klassik stellt die Klaviersonatine in C- Dur des Biberacher Komponisten Justin Heinrich Knecht dar, die Striegel für die Orgel bearbeitet hat. Aus der siebten Sinfonie von Ludwig van Beethoven wird in einer Bearbeitung von K. Sparks der zweite Satz zu hören sein, der mit seinem ergreifenden Stimmungsbild an eine Ballade erinnert. Die Musikwelt gedenkt dieses Jahr des 200. Geburtsjahres des großen französischen Komponisten César Franck. Sein Choral in h-Moll stellt durch ein frei gewähltes Thema sowie mystische, fantasieartige und fugenhafte Momente ein großes Werk der Orgelliteratur dar. Am Ende des Konzerts erklingt Filmmusik – Thomas J. Bergersen schrieb die Musik zu Heart of Courage. Hier wird an den biblischen David erinnert, der mit viel Mut und Geschick den scheinbar unbezwingbaren Goliath besiegte. In vielen Filmen wird dieser Gedanke, nämlich dass das Gute das Böse besiegen kann, verarbeitet. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Am Sonntag, 29. Mai, ist um 18 Uhr Vernissage einer Ausstellung von Holzskulpturen in der Friedenskirche. Zu sehen sind mehrere Werke der Bildhauerin Jolanta Switajski, die sie unter das Thema „Menschenwürde – Wir sind so viele … gegen Gewalt“ gestellt hat. Jolanta Switajski kommt ursprünglich von der Malerei beziehungsweise vom Bühnenbild her. Seit zehn Jahren jedoch hat sie in der Bildhauerei ihre primäre künstlerische Ausdrucksform gefunden und thematisiert insbesondere die Schicksale von Frauen mit Gewalterfahrungen. Das Zufällige des Naturmaterials, das sie in ihr künstlerisches Kalkül mit einbezieht, übersetzt sie mit ausdrucksstarken Arbeiten in ihre eigene Formensprache und schält gekonnt mit der Motorsäge aus hartem Eichenholz ihre Figuren, allein oder in der Gruppe, heraus. Die Vernissage, bei der die Künstlerin anwesend ist, wird moderiert von Pfarrerin Birgit Schmogro. Zu hören sein Skulpturen von Jolanta Switajski. Foto: Switajski wird eine Rezitation von Markus Salger und Musik von Katharina Bickel und Thomas Buse. Bei gutem Wetter ist im Anschluss ein kleiner Empfang vorgesehen. Die Ausstellung, die vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert wird, ist noch bis zur Schützenwoche in der Friedenskirche zu sehen. Mädchenchor Neue Sängerinnen gesucht Seit einem guten Jahr gibt es in der katholischen Seelsorgeeinheit Biberach im Bereich Kirchenmusik eine neue Gruppe „Mädchen singen“. Die Gruppe von Mädchen zwischen acht und 18 Jahren trifft sich alle vier bis sechs Wochen zu zwei Proben und gestaltet dann an einem Wochenende in den Pfarreien Kartenvorverkauf The Peacemakers Ab sofort sind Karten für das Konzert „The Peacemakers“ erhältlich. Vorverkaufsstellen sind die Wieland-Apotheke, Berliner Platz 1, oder der Kartenservice im Rathaus. Die Evangelische Kantorei unter der Leitung von Ralf Klotz führt das groß der Seelsorgeeinheit Gottesdienste mit. Außerhalb dieser Termine gibt es keine Verpflichtungen. Natürlich wird nicht nur gesungen – man hat gemeinsam viel Spaß, geht nach der Probe mal Eis essen oder macht im Sommer einen Ausflug. Informationen erteilt Edith Fuchs unter Telefon 0163/5563574. besetzte Werk mit Vertonungen großer Friedensstiftertexte am Freitag, 15. Juli, um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Martin auf. Karten im Vorverkauf kosten 16 Euro, ermäßigt 8 Euro. Die Reihen sind aus Hygienegründen etwas lockerer besetzt.

BIBERACH KOMMUNAL 25. Mai 2022 | 17 Streiflichter aus der Geschichte Biberachs Die Schlacht bei Ulm 1805 Am 8. September 1805 eröffnete Österreich mit dem Angriff auf Bayern den sog. 3. Koalitionskrieg zwischen England, Russland und Österreich und dem französischen Kaiserreich. In der Annahme, dass die Entscheidung wieder in Norditalien falle, hatte Wien den größeren Teil seiner Armee dorthin entsandt. Doch Napoleon erkannte rasch die Chance, durch einen schnellen Vorstoß von Norden her das bei Ulm an der Donau liegende österreichische Heer unter Feldmarschall- Leutnant Mack in einem Umgehungsmanöver einzukreisen; am 8. Oktober siegten die Franzosen so bei Wertingen, am 9. bei Günzburg. Als Mack die Gefahr erkannte, wollte er am 11. Oktober von Ulm aus nach Norden ausbrechen anstatt über Biberach, wo österreichische Truppen unter Feldmarschall-Leutnant Jellachich lagen, nach Süden in Richtung Tirol zu ziehen. Obwohl die Österreicher bei Jungingen die Schlacht gewannen, befahl Mack den Rückzug und nutzte auch andere Gelegenheit zum Ausbruch nicht. In der Schlacht bei Elchingen drängte ihn dann der französische Feldmarschall Ney am 14. Oktober auf Ulm zurück, wo er am 19. Oktober kapitulierte. In Biberach waren schon am 15. Oktober die ersten französischen Husaren eingeritten. Der Rest ist schnell erzählt: Am 13. November besetzte Napoleon Wien, am 2. Dezember schlug er in Austerlitz in der „Dreikaiserschlacht“ die verbündeten Österreicher und Russen. Im Frieden von Pressburg musste Österreich am 26. Dezember 1805 nicht nur Vorarlberg und Tirol abtreten, sondern auch seine vorderösterreichischen Besitzungen, unter ihnen die fünf „Donaustädte“ Ehingen, Munderkingen, Riedlingen, Mengen und Saulgau, aber ebenso Warthausen und Laupheim, die eine fast fünfhundertjährige Geschichte mit dem Hause Habsburg verband. Zwar blieb Biberach – abgesehen von einem Gefecht noch am 19. Oktober bei Bergerhausen zwischen österreichischen und französischen Husaren – von Kriegshandlungen verschont; doch belasteten bis in den Dezember hinein Truppendurchzüge und Einquartierungen weiter die Stadt. Am 16. Oktober kamen Bauersleute von Rißegg und erzählten, wie schlimm Die Kapitulation von Ulm von Charles Thévenin. sich die Franzosen dort und im sogenannten Haldenhaus betrugen und einige Personen sogar mit Säbelhieben und Bajonettstichen verwundet hätten. Am 17. taten sich in den Wirtshäusern Marodeure (plündernde Nachzügler) gütlich und kauften hie und da, ohne etwas zu bezahlen. Noch schlimmer, hieß es, hätten sie sich auf den Dörfern betragen und geraubt, was sie erwischen konnten, sodass die Bauern Schweine, Kühe, Pferde und Geflügel in die Stadt flüchteten. Wie es damals in Biberach zuging, zeigt die Geschichte vom gestörten Martinimarkt, die der Chronist Johann Konrad Krais in seinem 1822 gedruckten „Tagebuch“ überliefert: „Als wir vernahmen, daß ein am 26. Oktober über den Rhein gegangenes Armeekorps des Marschalls Augerau sich in unsere Gegend ziehe, waren wir wegen unserm am 13. November abzuhaltenden Martini-Jahrmarkt in großen Sorgen. Da sich aber weder den Tag vorher noch am Vormittag des Markttages selbst etwas vom Militär bei uns zeigte und wegen der ausnehmend guten Witterung eine Menge Bauersleute in unsere Stadt kamen, versprachen sich sowohl die Bürger als auch die fremden Handelnden einen guten Markt. Allein diese Hoffnung wurde sehr vereitelt, als gegen 12 Uhr des Mittags zu jedermanns Bestürzung von dem Armeekorps des Feldmarschall-Lieutenants Jellachich, das nun durch die Eroberung des Tirols von der östreichischen Armee abgeschnitten war und durch das Heranrücken des Augerauischen Korps bedroht wurde, gegen 800 Mann mit 4 Kanonen und einer Haubitze samt Munitionswägen hier einrückten. Diese Truppen brachen ihrer Aussage nach in der vorigen Nacht auf und kamen in forciertem Marsch über Wangen hieher, weswegen Mann und Pferd von Schweiß troffen. Graf Wartensleben, Oberst der Husaren, und Graf Kinsky, Oberst der Chevauxlegers (leichte Reiterei) wurden samt 20 Offiziers in die „Krone“ und ebensoviel ins „Rad“ einquartirt, den Truppen aber wurde, um die Wirte am Markttag nicht an ihrer Nahrung zu hindern, die Nonnenwiese angewiesen. 200 Mann quartierten sich selbst in der Stadtbleiche ein, welches auch von einigen in den hiesigen Wirtshäusern und in den Häusern um die Stadt geschahe. Den außer der Stadt gelagerten Truppen mußte von unserer Stadt Fourage (Pferdefutter), Brod, Käs und Wein verschafft werden. Sie betrugen sich zwar meistens gut und kauften manches um bares Geld; doch suchten sie auch hie und da den Krämern (ihre geringwertigeren) Banknoten aufzudringen. Bei alle dem verursachten sie unserm Markt einen Schaden von mehrern 100 Gulden. Denn als das Bauersvolk wieder Militär sah, verging ihm alle Lust, weiter etwas zu kaufen, besonders als es hörte, daß man aus dem eilfertigen Marsch dieser Truppen schließe, daß die Franzosen nicht mehr weit entfernt seien. Es hatte deswegen der Markt schon um 3 Uhr ein Ende. Abends nach 4 Uhr brachen diese Truppen schleunig auf, um diese Nacht noch die Donau passieren zu können und sodann über Blaubeuren, Heidenheim, Nördlingen nach Böhmen zu kommen, welches ihnen auch wirklich gelang. Als bei ihrem Abmarsch die requirierte Wägen noch nicht bereit standen, zwangen sie einige Bauern mit Stockschlägen und Säbelhieben zu ihrem Vorspann. Im Hospitaldorf Ingerkingen machten diese Truppen halt, behandelten dasselbe feindlich und nahmen 6 Pferde mit Gewalt hinweg.“ Dr. Kurt Diemer