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Biberach kommunal 22.06.2022

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16 | 22. Juni 2022

16 | 22. Juni 2022 BIBERACH KOMMUNAL Benefizkonzert Ankommen 1945–1960 Tritonus-Chor spielt Bach und Händel Am Sonntag, 26. Juni, um 18 Uhr wird der Kammerchor Tritonus in der Biberacher Friedenskirche (Krummer Weg 1) ein Konzert mit Werken von J. S. Bach und G. F. Händel geben. Im Mittelpunkt des Konzerts, das schon lange geplant und wegen der Pandemie mehrfach verschoben werden musste, steht die Kantate BWV 150 von Johann Sebastian Bach „Nach dir Herr, verlanget mich“. Es ist ein frühes und sehr emotionales Meisterwerk des Komponisten. Eine durchaus aktuelle Grundaussage aus Psalm 25 steht im Zentrum der Kantate: „Meine Augen sehen stets auf In der Sana-Klinik Informationsabend zur Geburt Rund 1000 Neugeborene erblicken jährlich im Geburtszentrum des Zentralkrankenhauses auf dem Biber acher Gesundheitscampus das Licht der Welt. Das Geburtszentrum bietet werdenden Eltern unter chefärztlicher Leitung von Privatdozent Dr. Dominic Varga neben der gewohnt hohen Versorgungsqualität auch im neuen Klinikum Wohlfühlstatt Krankenhausatmosphäre. Zum nächsten Geburtsinformationsabend am 30. Juni ab 19 Uhr sind werdende Eltern eingeladen. Die Veranstaltung findet unter Einhaltung der aktuell Im Café Klatsch Offener Seniorentreff Der offene Seniorentreff St. Wolfgang lädt am Mittwoch, 29. Juni, um 15 Uhr in das Café Klatsch im Stadtteilhaus Gaisental, Banatstraße 34, ein. Foto: Tritonus den Herrn; denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.“ Chorsätze aus dem Oratorium „Israel in Egypt“ des Zeitgenossen von J. S. Bach – Georg Friedrich Händel – vereinen sich mit Bachs Musik zu einem barocken Musikgenuss. Ein Instrumentalensemble mit Konzertmeister Günter Luderer verstärkt den Kammerchor. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Klaus Brecht. Als Einstimmung auf das Konzert am Nachmittag, dessen Erlös den Aufgaben der Friedenskirche zugutekommen soll, wird ein kleines Ensemble des Tritonus-Chores bereits am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr den Gottesdienst in der Friedenskirche mitgestalten. geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen statt. Dies beinhaltet derzeit das durchgängige Tragen einer FFP2-Maske sowie der Nachweis eines tagesaktuellen, negativen Antigen- Schnelltests. Dafür steht das Testzentrum direkt auf dem Klinikvorplatz von 6 bis 17 Uhr zur Verfügung. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, Interessierte können sich bis zum Vortag der Veranstaltung über das Sekretariat der Frauenklinik unter Telefon 07351/55-7300 anmelden. Weiterführende Informationen sind online unter www.sana.de/biberach erhältlich. Der Treff wird von Diakon Waloszcyk und dem Vorbereitungsteam gestaltet. Weitere Informationen gibt es bei Catrin Hildebrandt, Telefon 07351/6488. Museumsleiter im Café Meistermann Im Rahmen des wöchentlichen „Café Meistermann“ der Friedenskirche wird am Donnerstag, 23. Juni, ab 14.30 Uhr Museumsleiter Frank Brunecker zu Gast sein und den Café-Besucherinnen und -besuchern eine Einführung in die derzeitige Sonderausstellung „Ankommen“ des Museums geben. Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Schicksal von Flüchtlingen und Vertriebenen, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Biberach kamen. 1960 bildeten diese ein Drittel der Biberacher Gesamtbevölkerung. Die meisten Neubürger kamen aus Schlesien, Ostpreußen, Pommern, Deutschböhmen und den donauschwäbischen Gebieten und waren überwiegend in den Ambulante Hospizgruppe Neue Ehrenamtliche gesucht Die ambulante Hospizgruppe Biberach sucht Menschen, die an einem Ehrenamt in der ambulanten Hospizarbeit interessiert sind und lädt zusammen mit dem Fachdienst Hospiz der Caritas Biberach-Saulgau am Montag, 27. Juni, von 18 bis 19.30 Uhr zu einer Onlineveranstaltung ein. Menschen, die man nicht kennt, zu begleiten, ist eine besondere Aufgabe und sterbende Menschen zu begleiten ist mit keinem anderen Ehrenamt zu vergleichen. Die hospizliche Begleitung steht Menschen in ihrer vielleicht schwersten Zeit zur Seite. Wenn man Palliativ- und Hospiztag Die Sana-Kliniken, die Caritas Region Biberach-Saulgau sowie der Förderverein Hospiz Landkreis Biberach laden am 2. Juli von 9 bis 13.15 Uhr im Evangelischen Martin-Luther-Gemeindehaus in Biberach (Waldseer Straße 18) unter dem Motto „Die Kunst der Begleitung von Angehörigen schwerkranker und sterbender Menschen“ zum 19. Palliativ- und Hospiztag in das Evangelische Martin-Luther-Gemeindehaus in Biberach ein. Lagern am Weißen Bild und Lindele untergebracht. 1950 entstand dann im Gaisental am damaligen Stadtrand eine erste Flüchtlingssiedlung. Kurz darauf entstand der Stadtteil Weißes Bild. Auch die Bibe racher Friedenskirche ist im Zuge dieser städtebaulichen Entwicklung geplant und gebaut worden und für die Neubürger zum geistlichen Zentrum geworden. Das Café Meistermann ist donnerstags von 14.30 bis 17 Uhr in der Friedenskirche für Jung und Alt geöffnet. Es werden hausgemachte Kuchen, Kaffee und Tee angeboten. Ein Speisenverkauf findet nicht statt. Spenden zur Unterstützung der Arbeit der Kirchengemeinde werden gerne angenommen. sich auf das Ehrenamt in der ambulanten Hospizarbeit einlässt, widmet man sich Menschen und ihren Angehörigen, die in Pflegeheimen, in Krankenhäusern und zu Hause dem Ende ihres Lebens entgegengehen. Für die Teilnahme an der Onlineveranstaltung werden ein stabiler Internetzugang und ein Computer mit einem Mikrofon benötigt. Eine Anmeldung ist erforderlich, per E-Mail an classen.a@caritas-biberachsaulgau.de oder telefonisch unter 07351/8095191. Die Zugangsdaten zu der Veranstaltung werden rechtzeitig per E-Mail versendet. Die Kunst, Sterbende zu begleiten Die Veranstaltung richtet sich an alle interessierten Mitarbeiter aus Pflegeeinrichtungen, Sozial- und Beratungsdiensten sowie an Mitarbeiter in Hospizdiensten. Auch Mitglieder aus Selbsthilfegruppen sowie Ärzte, Seelsorger und Psychologen können kommen. Die Veranstaltung findet unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen statt. Der Eintritt ist frei. Anmeldungen werden gerne bis zum 24. Juni 2022 per E-Mail, telefonisch oder per Post entgegengenommen: Sana Klinikum Landkreis Biberach, Veranstaltungsmanagement, Marie-Curie-Straße 4, Biberach, Tel. 07351/55-9820, E-Mail: slb-fortbildung@sana.de.

BIBERACH KOMMUNAL 22. Juni 2022 | 17 Streiflichter aus der Geschichte Biberachs Das „Klösterle“ Das Haus, heute Hindenburgstraße 29, besaß bei der Ersterwähnung 1546 die ins Patriziat aufgestiegene Familie Stark; ihr gehörte die „Krone“, der führende Gasthof der Stadt. 1553 heiratete der Patrizier Wilhelm Brandenburg (1530–1599) Barbara Stark, die 1596 starb. Wohl über sie kam das Haus, das 1575 noch den Erben des Hans Stark gehörte, an die Brandenburg; bereits 1576 war Wilhelm Brandenburg, der seit 1567 Bürgermeister war, Eigentümer. Der Überlieferung nach baute er das heute noch stehende Haus, in dem im Erdgeschoss – als einzige in der Stadt – die Hauskapelle erhalten ist. Im Eigentum der Brandenburg stand es noch 1658; damals gehörte es Johann Ferdinand Brandenburg (1620– 1692). Zu unbekannter Zeit erwarben die von Stader das Gebäude. Um die Bleiche und den Leinwandhandel wieder in Gang zu bringen, holte die Stadt 1736 den Ulmer Kaufmann Albrecht Bartholomäus Kramer, den Inhaber der Ulmer Leinwandhandelsgesellschaft A. Kramer Sohn & Co., nach Biberach. In einem Schreiben an einen Geschäftspartner begründete Kramer die Verlegung damit, er genieße in Biberach auf Dauer günstige Privilegien und finde in der Stadt und vor allem in der umliegenden Landschaft alle für die Herstellung guter Leinwand nötigen Einrichtungen. Am 20. Juni 1736 erwarb Kramer so über den Hospitalsyndicus Johann Georg Hillern von dem Kaiserlichen Regierungsratssekretär Friedrich Ignaz von Stader dessen Haus. Zunächst florierte das Geschäft; 1737 erhielt Kramer die Erlaubnis, seine Leinwand über Tirol nach Südtirol und Italien zu vertreiben. Im gleichen Jahr wurden auf der Biberacher Bleiche insgesamt 1564 Tücher zu 66 Ellen (rund 33 m) Länge gebleicht. Doch 1738 blieb Kramer auf seiner Ware sitzen. Dies brachte die Gesellschaft zusammen mit Kramers aufwendigem Lebenswandel „mit kostbarem Schmausen, Spazieren-Reiten, Fahren und anderen Lustbarkeiten in ihren Häusern, Gärten und Wirtshäusern in- und außer der Stadt“ und den hinderlichen Maßnahmen des Bürgermeisters Dr. Hiller an den Rand der Zahlungsunfähigkeit. 1738 trat der Esslinger Handelsmann Wolfgang Jakob Pichler als Kompagnon in die Gesellschaft ein. Im Klösterle in der Hindenburgstraße befinden sich heute städtische Ämter. Foto: BIKO Gesellschaft meldet Konkurs an Doch schon drei Jahre später, im November 1742, musste die Gesellschaft Konkurs anmelden. 1745 standen etwa 3000 Gulden Aktiva 87 097 Gulden 24 Kreuzer Passiva entgegen. Zu den Geschädigten der Insolvenz gehörte auch die Großmutter Christoph Martin Wielands, da die Kick’schen Erben über 3000 Gulden einbüßten und seine Mutter Regina Katharina geb. Kick, die dabei ihr väterliches Erbe von 500 Gulden verlor. Abgeschlossen werden sollte das Konkursverfahren mit den Kick’schen Erben, zu denen auch Christoph Martin Wieland gehörte, erst 1808. Im Jahre 1743 wurde Johann Friedrich Graf von Ostein († 1763) zum Mainzer Erzbischof gewählt; als Kurfürst und Reichserzkanzler spielte er im Reich eine gewichtige Rolle. Seinen Neffen Graf Friedrich von Stadion (1691–1768) ernannte er zum Geheimen Konferenzminister und Großhofmeister. Nicht nur in Mainz, wo sein Einfluss fast unumschränkt geworden war, seitdem er als Großhofmeister im Geheimen Rat, der Zusammenfassung der zentralen Verwaltungsstellen, die grundsätzlichen Anweisungen und Richtlinien gab, sondern auch im Reich hatte er großen Einfluss. Die Wiederannäherung an das Haus Habsburg zeitigte 1745 mit der Wahl Franz Stephans von Lothringen, des Gemahls Maria Theresias, zum Kaiser ihren größten Erfolg. Als entschiedener Aufklärer förderte Stadion die Wirtschaft und machte Mainz wieder zu einem großen Handels- und Umschlagsplatz. Mit so verschiedenen Dingen wie einer Steuerreform, einer Reform des Feuerlöschwesens und der besseren Ausbildung der Hebammen wie durch Fürsorge für Waisen, Alte und Kranken förderte er das aufstrebende Bürgertum. Auf kirchlichem Gebiet kämpfte er gegen Rom und die Jesuiten um die Rechte der deutschen Nationalkirche. Auf deren Widerstand hin – äußerer Anlass war die Beseitigung eines Kreuzes, um Platz für die Mainzer Messe zu schaffen – musste Stadion 1761 sein Amt als Großhofmeister abgeben und zog auf sein Schloss Warthausen; doch auch dort, in der Ferne, war er weiter das geistige Haupt der aufklärerischen Mainzer Politik. Bereits 1751 hatte Stadion aus der Konkursmasse heraus das Kramersche Haus erworben und zu einem barocken Stadtpalais umbauen lassen. 1765 kam es mit der Stadt und ihrem Kanzleiverwalter Christoph Martin Wieland, der in Warthausen ein gern gesehener Gast gewesen war, wegen wirtschaftlicher Differenzen zum Bruch; Schuld soll auch der störende Lärm der nahen Walk- und Schleifmühle gewesen sein, die der Rat nicht verlegen wollte. Industrieschule für Mädchen Am 4. Januar 1856 waren drei Schwestern der damals noch in Ehingen ansässigen Kongregation der Franziskanerinnen von Reute zur Krankenpflege nach Biberach gekommen, wo sie zunächst zur Miete lebten. 1861 erwarb der Ornatfabrikant Karl Friedrich Neff zusammen mit weiteren Bürgern das Haus und stellte es den Schwestern zur Verfügung, die eine Kleinkinderschule und eine Industrieschule für Mädchen einrichteten und anfangs auch Kranke und in einer Art Pensionat Mädchen aufnahmen. 1884/99 schenkten es die Eigentümer der Katholischen Kirchengemeinde. Nach dem Kauf der Metalltuchfabrik H. Güntter durch den Katholischen Stiftungsrat zog die Kleinkinderschule 1911 in dieses Gebäude, das heutige Montessori Kinderhaus St. Martin. Bis 1989 bestand auch die Schwesternstation. Heute beherbergt das „Klösterle“, das 1911 der Hospital erwarb, städtische Ämter. Dr. Kurt Diemer