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Biberach kommunal 21.09.2022

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14 | 21. September 2022

14 | 21. September 2022 BIBERACH KOMMUNAL Katholische Seelsorgeeinheit Biberach Thema Familie Termine in Kürze Ein „Basar rund ums Kind“ findet am Samstag, 24. September, von 10 bis 13 Uhr im Katholischen Gemeindezentrum St. Martin, Kirchplatz 3–4 statt. Verkauft wird vorrangig Herbst- und Winterbekleidung für Kinder, Spielzeug und vieles mehr. Für das leibliche Wohl ist mit frisch gebackenen Waffeln, Kuchen und Getränken bestens gesorgt. Zu dem Thema „Nimm dir Zeit… es ist deine Zeit!“ wird am Samstag, 24. September, um 18.30 Uhr in der Pfarrkirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit die Vorabendmesse gestaltet. Verschiedene Stationen mit Texten, Bildern und Impulsen regen an zum Nachdenken über den eigenen Umgang mit der Zeit. Außerdem ist Zeit für Stille, Musik und die Feier der Eucharistie. Am Sonntag, 25. September, findet ein Gottesdienst und Wandertag für Familien statt. Bei gutem Wetter beginnt der Familiengottesdienst zum Thema „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“ um 9.30 Uhr am Pfarrer- Riskus-Haus (Paradiesle), Saulgauer Str. 120. Anschließend sind alle eingeladen zu einer Wanderung nach Reute auf den dortigen Grillplatz. Getränke werden bereitgestellt, Grillgut muss selbst mitgebracht werden. Bei Regen findet der Gottesdienst um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit statt. Nach dem Gottesdienst treffen sich die Familien im Gemeindehaus zu einem gemeinsamen Vesper, das jede Familie selber mitbringt. Anschließend gibt es einen Film für die Kinder und eventuell auch einen Film für die Erwachsenen. Am Sonntag, 25. September, um 16 Uhr findet bei gutem Wetter ein Jugendgottesdienst am Lagerfeuer im „Bienenländle“ der Familie Kohler in Mettenberg statt. Anschließend wird gegrillt. Grillgut und Getränke müssen mitgebracht werden. Beim Seniorennachmittag auf dem Mittelberg am Dienstag, 27. September, im Gemeindehaus Dreifaltigkeit hält Heinz Müller den Vortrag über eine „Große Ostseekreuzfahrt durch sieben Länder“. Beginn ist um 14.30 Uhr mit Kaffeetrinken. Am Dienstag, 27. September, findet im Gemeindehaus St. Josef, Birkendorfer Straße 4, ebenfalls ein Seniorennachmittag statt. Ab 14.30 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen. Damit dieser Seniorennachmittag weiterhin stattfinden kann, werden dringend Helfer gesucht. Wer Interesse hat, kann sich im Pfarrbüro St. Josef, Telefon 07351/9467 melden. Am Dienstag, 4. Oktober, wird für die Senioren vom Mittelberg ein Ausflug nach Blaubeuren angeboten. Geplant ist eine Panoramafahrt mit dem „Blautopfbähnle“ und ein kurzer Spaziergang. Danach ist eine Besichtigung der Stadtpfarrkirche mit dem „Neubronner Altar“ vorgesehen. Abschließend gibt es eine gemütliche Einkehr im Café-Confiserie Kuhn. Abfahrt ist beim Pfarrbüro um 13 Uhr. Der Fahrpreis inklusive Fahrt mit dem Bähnle beträgt circa 25 Euro, je nach Teilnehmerzahl. Eine Anmeldung ist bis spätestens Dienstag, 27. September, im Pfarrbüro Zur Heiligsten Dreifaltigkeit, Telefon 07351/22122 möglich. Das Pfarrbüro Dreifaltigkeit ist am Mittwoch, 28. September, aufgrund einer Fortbildung geschlossen. Weitere Informationen sind unter www. se-biberach.drs.de abrufbar. „Wie Kommunikation gelingen kann“ Der Themenabend „Wie Kommunikation in der Familie gelingen kann“ findet am Dienstag, 4. Oktober, um 19.30 Uhr im Gemeindehaus Ringschnait, Schulweg 9, statt. Familien sind heute vielfältigen Belastungen ausgesetzt – gerade auch jetzt in diesen gesellschaftlich turbulenten Zeiten. Dabei entstehen immer wieder Konflikte in der Partner- beziehungsweise Eltern/Kind-Beziehung durch Missverständnisse oder verletzende Kommunikation. Um in Partnerschaft und Familie jedoch glücklich zu sein, braucht es eine gelingende und wertschätzende Kommunikation. An diesem Abend erfährt man nicht nur wichtige Basics zu diesem Thema, sondern erhält alltagsorientierte Anregungen und konkrete Impulse, wie Kommunikation in der Familie gelingen kann. Referenten sind Sabine Laub, Montessoripädagogin und Kess-Leiterin in Biberach, sowie Björn Held, Dekanatsreferent und -beauftragter für Familienpastoral. Eine Anmeldung ist erforderlich bis Montag, 26. September, bei der Keb unter Telefon 07371/93590, per E-Mail an info@keb-bc-slg.de oder online unter www.keb-bc-slg.de. Die Teilnahmegebühr beträgt 5 Euro. Kooperationspartner vor Ort ist der Elternbeirat des Kindergartens Ringschnait. In der Stadtpfarrkirche Drittes Orgelsommerkonzert Foto: Benedikt Nuding Am Sonntag, 25. September, findet um 16.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Martin das dritte Biberacher Orgelsommerkonzert unter dem Titel „Orgel mal 2“ statt. Es spielen Benedikt Nuding und Markus Ludwig. Als Besonderheit werden in diesem Konzert die Hauptorgel der Empore und die Chororgel abwechselnd und zusammengespielt, ein ungewöhnliches Raumerlebnis. Dabei erklingen sowohl Orgelliteratur sowie Improvisationen beider Organisten im Wechsel. Benedikt Nuding studierte von 2012 bis 2019 katholische Kirchenmusik und Orgelimprovisation an der Staatlichen Musikhochschule in Stuttgart. 2019 schloss er mit dem Master Kirchenmusik A und dem Master Orgelimprovisation ab. 2015 war er Stipendiat des Deutschlandstipendiums. Im gleichen Jahr war er dritter Preisträger und Gewinner des Publikumspreises beim Internationalen Wettbewerb für Orgelimprovisation in Schwäbisch Gmünd. Seit September 2020 ist er Regionalkantor und Kirchenmusiker an der Basilika St. Vitus in Ellwangen. Markus Johannes Ludwig belegte Fortbildungen im Bereich Orgelspiel und Orgelimprovisation, unter anderem bei Hans Leitner, Domorganist am Frauendom in München. Auf dem Programm stehen Literaturwerke von Felix Mendelssohn In der Friedenskirche Foto: Markus Ludwig Bartholdy, Johann Sebastian Bach und Louis Vierne. Improvisationen erklingen über das Kirchenlied „Lobe den Herren“ sowie über ein Thema aus dem „Ochsenhausener Orgelbuch“ (als Chaconne) und mehr. Mendelssohns Orgel-Sonate d-Moll eröffnet das Konzert. Seine sechs Orgelsonaten wurden 1845 veröffentlicht. Der Sonate d-Moll liegt das Kirchenlied „Vater unser im Himmelreich“ zugrunde. Dem folgt Bachs virtuoser erster Satz aus der Triosonate in C-Dur. Louis Vierne war wegen grauen Stars von Geburt an nahezu blind. Von 1900 an bis zu seinem Tod war er Organist an der Kathedrale Notre-Dame in Paris. Das festliche und strahlende Stück „Hymne au Soleil“ ist Teil des Werkzyklus „24 Pièces de fantaisie“. Improvisatorisch erklingen Variationen über „Lobe den Herren“, indem abwechselnd jeweils eine Variation an Hauptorgel und Chororgel zu hören ist. Hingegen ertönen beide Orgeln zusammen in unterschiedlichsten Chaconne-Variationen über einem gleichbleibenden, sich stets wiederholenden Bassthema, das – und das ist erstmalig – dem „Ochsenhausener Orgelbuch“ entnommen ist. Die Abendkasse öffnet um 16 Uhr. Es gelten die Hygienebestimmungen, eine Maske wird empfohlen. Es ist eine Veranstaltung des Kantorats der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde. Kinder- und Krabbelgottesdienst Ab Sonntag, 25. September, findet zeitgleich zum Gemeindegottesdienst um 9.30 Uhr wieder ein Kinder- und Krabbelgottesdienst in den Gemeinderäumen der Friedenskirche statt. Die Kinderkirche wird für Kinder ab fünf Jahren angeboten, die Krabbelkirche kann mit einem Elternteil besucht werden. Im Anschluss findet für Groß und Klein ein Kirchenkaffee statt. Weitere Termine bis zu den Herbstferien: Kinder- und Krabbelkirche an den Sonntagen 9. und 23. Oktober. Kinderkirche ist am Sonntag, 16. Oktober.

BIBERACH KOMMUNAL 21. September 2022 | 15 Streiflichter aus der Geschichte Biberachs Marktplatzgeschichten (Teil 2) Im Jahre 1561 ließ der Rat das lange Schuh- oder Kramhaus abbrechen, das quer vor den Häusern Marktplatz 14 bis 18 stand. Erbaut wurde es gegen 1400 anstelle eines 1345 bezeugten Vorgängerhauses; 1408 ist es beim Kauf eines Kramladens als „Neues Kramhaus“ bezeugt. 1485 verlangte dann die Zunft- und Gewerbeordnung von den Krämern, sich im städtischen Kramhaus einzumieten. Der Überlieferung nach verkauften hier die Gerber, Kürschner, Schuhmacher und Seckler (Beutelmacher) wie auch die Wolltucher ihre Erzeugnisse. Bei den Zünften machte dieser Abbruch böses Blut. 1563 beschwerten sie sich bei Kaiser Ferdinand I., „dass gemelter Rat ein gemeines Kaufhaus, auf dem Markt ungefehrlich bei dreihundert Jahren gestanden, des sich bisher ein merkliche Anzahl armer Handwerksleut und Bürger beholfen und ernähret, lassen abbrechen und zu Boden reißen, dieweil es zum Teil ihre eignen Häuser am Ausblick gehindert, unangesehen, dass gemeine Stadt bishero große Nutzung und Zins daraus gehabt und nunmehr ab dem leeren Platz Fremden Boden-zins zahlen müsse.“ Dem Kaiser gegenüber verantwortete sich der Rat, „das Kaufhaus belangend, seie solches zur Zier und Platz der Stadt und die Bürger an andre Ort verordnet worden.“ Die Verkaufsräume verlegte man in die Greth, das städtische Waag- und Lagerhaus. Damals erst erhielt der Marktplatz seine uns heute vertraute Gestalt. Die Greth selbst, die heutige Untere Schranne Marktplatz 17, ist als gemeines Kornhaus 1386 erstmals genannt. Im 16. Jahrhundert wurde sie in zwei Abschnitten neu erbaut: der vordere Teil 1578, der hintere, das neue Schuhhaus, 1592; die Baunaht ist auch heute noch zu sehen. 1622 wird das Gebäude als Greth, Korn- und Schuhhaus bezeichnet, 1802 als Korn-, Greth- und Waaghaus. Die Zunahme des Kornhandels – Biberach war im 19. Jahrhundert der zweitgrößte Fruchtmarkt Württembergs – führte 1822 bis 1824 zur Umwandlung des gesamten Gebäudes zum Kornhaus mit der Fruchtschranne im Erdgeschoss. Im Jahre 1900 wurden so insgesamt 93 769 Zentner Frucht umgesetzt: 32 145 Ztr. Hafer, 29 807 Ztr. Gerste und 27 441 Ztr. Korn, aber auch 2620 Ztr. Raps, 953 Ztr. Roggen, 715 Die Greth, die heutige Untere Schranne Marktplatz 17, ist als gemeines Kornhaus 1386 erstmals genannt. Ztr. Wicken und 88 Ztr. Lein. Den rechtwinklig am hinteren Teil der Schranne ansetzenden dreistöckigen Flügelbau, der sie mit dem „Goldenen Adler“ verband, das soggenannte „Streichhaus“ – das Korn wurde ja erst seit 1860 gewogen, vorher aber gemessen und glattgestrichen; ein Malter Roggen entsprach in Biberach 189,04 l – brach der Wirt 1869 ab und erbaute an seiner Stelle das Haus Kesselplatz 15. Die verputzte Fläche an der Ostwand zeigt noch seine einstige Größe. 1998 wurde die Schranne grundlegend renoviert und in ein Wohn- und Geschäftshaus umgewandelt. Aus Italien eingewanderte Bürger Das Haus Marktplatz 16 ist bereits 1381 und 1413 aus Anlass von Streitigkeiten über das „Gässelin“ zwischen ihm und dem Haus Marktplatz 14 genannt. Nach den „Annalia“ des Lucas Seidler, erbaute das jetzige Haus 1462 die Patrizierfamilie Felber. Von ihnen kam es dann an die Patrizierfamilie Pflummern; 1622 war der Chronist Johann Ernst von Pflummern Eigentümer. Im Besitz der Pflummern blieb das Haus bis zum Jahre 1741. Am 5. März verkaufte die thurgauische Zisterzienserinnenabtei Feldbach (bei Steckborn) die ihrer Chorfrau Maria Juliana Theresia von Pflummern erblich zugefallene Behausung an den Kauf- und Handelsmann Carl Anton Pidon, der damals Mitglied des Großen Rates war. Dem katholischen Bevölkerungsteil fehlte – im Gegensatz zum evangelischen – lange eine finanzkräftige Mittelschicht zwischen dem politisch tonangebenden Patriziat und der Mehrheit der Bürger. Erst im Verlauf des 18. Jahrhunderts änderte sich dies, als vor allem auch die Nachkommen aus Italien eingewanderter Bürger, die sich untereinander wie mit ansässigen Ratsfamilien verheirateten, diese Lücke füllten. 1670 waren so der Kramer Johannes Bonella aus Soricho am Comer See, der mit Zitronen und Pomeranzen handelte, 1677 die beiden Kaminfeger Carl Anton Pidon und Johann Baptist Moritz aus dem Mailändischen und 1688 der Handelsmann Martin Bredelin aus Domaso am Comer See als Bürger aufgenommen worden. Im frühen 18. Jahrhundert gründeten Johann Baptista Moritz – aus dessen Familie der Roter Abt Mauritius Moritz (Abt 1760–1782) stammt – und sein Vetter Clemens Pidon eine Handelsgesellschaft; der Kaufmann Anton Bredelin erwarb 1742 auf der Foto: BIKO Frankfurter Messe Waren, und um 1750 betrieb der nunmehrige Senator Carl Anton Pidon den Handel mit Musselin und anderen Stoffen. Innerhalb der katholischen Bürgerschaft sicherten sich diese Aufsteigerfamilien so eine Führungsposition. Der Aufstieg der Familie Pidon zeigt sich am Erwerb von Marktplatzhäusern. Die zwischen der Nr. 21, deren Mitbesitzer Carl Anton Bidon 1736 und 1746 war, und der Nr. 25, die 1736 Clemens Bidon und bis 1830 dann den Consoni gehörte, liegende Nr. 23 stand zwar 1730 nur wenige Monate in ihrem Eigentum; doch besaß Carl Anton Pidon noch 1769 die 1736 dem Handelsmann Matthäus Moritz gehörende Nr. 27. Das 1741 von Carl Anton Pidon erkaufte Haus Marktplatz 16 schließlich ging in den Besitz seines Schwiegersohnes, des Senators Carl Consoni, über, auf den wohl die spätbarocke Fassade zurückgeht; mit Unterbrechungen blieb es bis 1865 im Besitz dieser Familie. 1765 war das politische Gewicht der neuen katholischen bürgerlichen Elite dann so gewachsen, dass sie zusammen mit einem patrizischen Abweichler die Wahl eines Biberacher Patriziers zum Bürgermeister verhindern konnten. Dr. Kurt Diemer