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Biberach kommunal 20.07.2022

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6 | 20. Juli 2022

6 | 20. Juli 2022 BIBERACH KOMMUNAL Renaturierung der Riß Führungen über die Baustelle Seit Anfang Juni finden rund um die Rißinsel die Bauarbeiten zur Renaturierung der Riß statt. Für Interessierte werden an unterschiedlichen Terminen Führungen über die Baustelle angeboten. Im Rahmen der Renaturierungsmaßnahme wird die Riß ober- und unterhalb der Haberhäuslestraße aus ihrem bisher begradigten, mit Steinen befestigten Flusslauf befreit. Das Gewässer wird naturnah umgestaltet und ihm mehr Raum für seine natürliche, eigendynamische Entwicklung gegeben. Die gesamte Maßnahme ist darauf ausgerichtet, dass zukünftig eine größere Artenvielfalt rund um die Riß entstehen kann. Dies gilt sowohl für Tiere und Pflanzen im Wasser als auch an Land. Wer sich über den aktuellen Stand der Renaturierung informieren möchte, kann an einer Führung über die Baustelle mit dem Planungsbüro Büro 365° freiraum + umwelt aus Überlingen teilnehmen. Diese wird an insgesamt vier Terminen angeboten, am 29. Juli, 12. und 26. August und am 9. September. Die Führung dauert circa 1,5 Stunden und startet jeweils um 17 Uhr. Treffpunkt ist die Haberhäuslebrücke. Die Riß wird aus ihrem bisher begradigten, mit Steinen befestigten Flusslauf befreit Foto: C. Seng, 365° freiraum + umwelt Nachhaltigkeitsaktion für ein sauberes Biberach „Kleine Stadtputzede“ neu belebt Die fleißigen Abfallsammler freuen sich, dass die „kleine Stadtputzede“ nach zwei Jahren coronabedingter Pause endlich wieder stattfinden konnte. Foto: Boehringer Ingelheim Gut gelaunt kamen Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes, der St.-Elisabeth-Stiftung und der Gruppe Umweltschutz von Boehringer Ingelheim zusammen, um das einzusammeln, was andere weggeworfen oder versehentlich verloren haben. Die „kleine Stadtputzede“ findet in Biberach in dieser Form bereits seit vielen Jahren statt und wurde nach zweijähriger coronabedingter Pause in diesem Jahr endlich wieder neu belebt. Dem Team schlossen sich einige neue Gesichter an, unter anderem Tobias Reisenauer, der seit April städtischer Umweltschutzbeauftragter ist. Ausgestattet mit Zangen, Eimern und Müllsäcken, machte sich eine Gruppe sogleich in den Hirschgraben auf. Die anderen zogen vorbei an den Schulen und Spielplätzen der näheren Umgebung. Über eine Stunde später waren die Eimer und Müllsäcke bereits gut gefüllt und es ging zurück zum Ausgangspunkt. Der Nachmittag endete mit Kaffee, Brezeln und Gebäck sowie dem guten Gefühl, gemeinsam der Umwelt etwas Gutes getan zu haben. Große Stadtputzede im Herbst Auch die „große Stadtputzede“ soll diesen Herbst wieder stattfinden. Bei der großen Stadtputzede befreien Biberacher Schulen und Kindergärten in einem dreiwöchigen Zeitraum Stadt und Landschaft von Müll. Wegen Waldbrandgefahr Stadt schließt Grillplätze in Waldnähe Aufgrund der aktuell extrem trockenen Witterung und der damit verbundenen hohen Waldbrandgefahr, hat die Stadt Biberach sämtliche Grillplätze in Waldnähe geschlossen und deren Nutzung untersagt. Betroffen sind unter anderem die öffentlichen Grillstellen auf der Rißinsel, auf dem Spielplatz in Winterreute und im Burrenwald. Zuwiderhandlungen können als Ordnungswidrigkeit nach dem Landeswaldgesetz geahndet werden. Die drei genannten Grillplätze werden noch entsprechend ausgeschildert, das Verbot gilt aber generell für Grillplätze in Waldnähe und so lange, wie es die Witterung erfordert. Die Aufhebung wird über die Presse kommuniziert. Nur durch den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur lassen sich Waldund Flächenbrände vermeiden. Die Bevölkerung wird daher dringend gebeten, insbesondere die nachfolgenden Hinweise zu beachten: - Offenes Feuer ist in Wäldern strikt verboten. - Ebenso gilt ein striktes Rauchverbot. - Wer brennende Zigaretten aus dem Autofenster wirft, riskiert, einen Brand auszulösen. - Bei Ausflügen in die Natur sollten nur ausgewiesene Parkplätze genutzt werden, denn Grasflächen können sich auch durch heiße Katalysatoren entzünden. - Flaschen sollten grundsätzlich nicht achtlos in Wald oder Flur geworfen werden. Derzeit können solche Achtlosigkeiten durch den Brennglaseffekt Feuer entfachen. - Zufahrten zu Wäldern und Wiesenflächen müssen freigehalten werden, da sie wichtige Rettungswege sind. Auch Park-, Halte- und Zufahrtsverbote sind aus diesem Grund unbedingt zu beachten. - Wer einen Brand oder Rauchentwicklungen ungeklärter Ursache bemerkt, sollte dies sofort über den Notruf 112 an die Feuerwehr melden. Für alle Grillplätze in Waldnähe gilt aufgrund der extrem trockenen Witterung Grillverbot. Foto: pixabay

BIBERACH KOMMUNAL 20. Juli 2022 | 7 Streiflichter aus der Geschichte Biberachs Die Anfänge des Biberacher Schützenfestes Ein gutes Beispiel dafür, wie schwer sich neue Erkenntnisse über geschichtliche Ereignisse durchsetzen, ist der Ursprung des Biberacher Schützenfestes. Vor nunmehr bereits 19 Jahren, im Jahre 1995, wies Sabine Betzler in ihrem Aufsatz in den „Heimatkundlichen Blättern“ nach, dass das „Schützenfest“ sich weder von einem Kinderfest der Schützengilde noch von einem Dankfest für das Ende des Dreißigjährigen Krieges herleitet oder gar ehemals ein „Schutzfest“ war, Dinge, die man bis heute lesen kann. Das „Schützenfest“ steht wie das Ravensburger Rutenfest in der Tradition mittelalterlicher Schulfeste; in seinen Anfängen war es ein Kinderfest, das – von den Lehrern organisiert – einen stark religiösen Charakter hatte und deshalb bis 1825 von den beiden Konfessionen auch getrennt gefeiert wurde. Ökumenischer Gottesdienst An Bauernschützen, 24. Juli, dem letzten Tag des Biberacher Schützenfestes, findet um 9 Uhr der ökumenische Dankgottesdienst auf dem Marktplatz statt mit dem Thema „Verantwortung neu übernehmen“. Dekan Matthias Krack, Dekan Stefan Ruf und Pastor Björn Ehrhardt zelebrieren den Dankgottesdienst, der von der Biberacher Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen mitgetragen wird. Die musikalische Gestaltung übernimmt die Kleine Schützenmusik. Im Rahmen des Time-Line Schützen 2022 Die älteste Erwähnung des evangelischen Festes verdanken wir den Forschungen von Andrea Riotte; typischerweise ist sie nur deshalb überliefert, weil sie zum Streit führte. Als im Jahre 1650 der evangelische deutsche Schulmeister „mit den Schulkindern, so er von einer Rekreation ab dem Schützen vor dem Tor hereingeführt“ auf offener Straße das von Martin Luther 1543 verfasste Lied „Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort“ singen ließ, erregte er den Ärger der Katholiken; lautete doch die zweite Zeile „und steur des Papsts und Türken Mord.“ Auch beim erstmals 1703 genannten katholischen Schützenfest, das – weil damals nur etwa ein Viertel der Biberacher Bürger katholisch war – weniger Schüler zählte, wurden konfessionell bestimmte Lieder gesungen. Um 1780 wurden so „Geistliche Gesänger bey Zunfttänze sind nochmals zu sehen An Bauernschützen werden nochmals die Zunfttänze aufgeführt. Foto: Florian Achberger dem Umzug der Catholischen Schuljugend auf die Schützen in der Freyen Reichsstadt Biberach“ gedruckt; an erster Stelle steht ein Marienlied. Damit sind wir auch beim Namen „Schützenfest.“ Er hat nichts mit einem Schützenfest zu tun, sondern leitet sich ab von einem Fest bei den Schützen. 1668 wurden die Schulkinder dann auch „zum Schützen geführt“. Auf dem „Schützenberg“ beim „Schützenhaus“, dem heutigen Schützenkeller, war lange auch der Festplatz. Noch 1921 führte der Montagsumzug zum „Schützenkeller“, und bis etwa 1930 stellte man dort für die Ziehung eine eigene „Schützenhalle“ auf. Erst mit dem Bau der Turnhalle (1895) und der Stadtbierhalle wanderte das „Schützenfest“ allmählich auf das Plateau des Gigelbergs. Dr. Kurt Diemer Gottesdienstes sind zudem die Zunfttänze nochmals zu sehen: Der Schwedische Webertanz der fünften Klassen des Pestalozzi-Gymnasiums, einstudiert von Veronika Kirsch und Melanie Sießegger der Färbertanz der Klasse 5f der Dollinger-Realschule, eingeübt von Anita Singh, und der Gerbertanz der Klassen 5b und 5c des Wieland-Gymnasiums, einstudiert von Leonie Woitschell. Die Tänze werden musikalisch vom „Zunfttanzensemble“ der Bruno-Frey- Musikschule begleitet unter der Leitung von Musikdirektor Andreas Winter. Termin Veranstaltung Ort Mi, 20. Juli, 20 Uhr Tanz durch die Jahrhunderte Marktplatz Do, 21. Juli, 19.30 Uhr Historisches Altstadtfest Altstadt Fr, 22. Juli, 20 Uhr Tanz durch die Jahrhunderte Marktplatz Fr, 22. Juli, 22.45 Uhr Großes Feuerwerk Gigelberg Sa, 23. Juli, 13 Uhr Schützenspiele: Kinderflohmarkt und Kleiner Schützenjahrmarkt Gigelberg Sa, 23. Juli, 20 Uhr Tanz durch die Jahrhunderte Marktplatz So, 24. Juli, 9 Uhr Ökumenischer Dankgottesdienst mit Zunfttänzen Marktplatz So, 24. Juli, 11 Uhr Historischer Festzug Bauernschützen Altstadt So, 24. Juli, nach Umzug Lagerleben Gigelberg Weitere Informationen zum Schützenfest finden sich auf Seite 16. Beim Schützenfest Schutz gegen hohe Temperaturen Umzugsteilnehmende und Zuschauende schützen sich gegen die hohen Temperaturen am besten mit ausreichend Wasser, Sonnencreme, entsprechender Kleidung samt Kopfbedeckung und dem Aufsuchen von Schattenplätzen. In Notfällen sollte man ohne Zeitverzug die Notrufnummer 112 wählen oder die DRK-Posten entlang der Umzugsstrecke aufsuchen, die auf der Internetseite der Stiftung Schützendirektion unter www. biberacher-schuetzenfest.com und in der Festbroschüre zu finden sind. Foto: pixabay Ochsenhauser Hof Traditionelle Schützenhockete Am Freitag, 22. Juli, findet wieder die traditionelle Schützenhockete von 15 bis 17 Uhr im Ochsenhauser Hof statt. Die Gäste dürfen sich auf den Fanfarenzug der Matthias-Erzberger-Schule und einen Besuch des Schwarzen Veri freuen. Dazu gibt es natürlich Kaffee, Schützenkrapfen und Schützenbier oder Wein. Täglich in der Landesschau Schützenfest im SWR-Fernsehen Der SWR hat ein Fernsehteam nach Biberach geschickt, das seit dem Schützenauftakt am Samstag von den vielfältigen Programmpunkten Bilder einfangen wird und dabei auch Drohnen im Einsatz hat. Es wird daher sicher auch die ein oder andere ungewöhnliche Ansicht vom Biberacher Schützenfest geben. Wer sich dies nicht entgehen lassen möchte: Die jeweils mehrminütigen Beiträge werden seit Schützenmontag täglich in der SWR-Landesschau ausgestrahlt, die um 18.45 Uhr beginnt. Der letzte Beitrag erscheint am Freitag. Die Landesschau findet sich danach auch in der SWR-Mediathek.