Aufrufe
vor 7 Monaten

Biberach kommunal 18.05.2022

  • Text
  • Biberach
  • Telefon
  • Stadt
  • Kommunal
  • Juni
  • Informationen
  • Biberacher
  • Anmeldung
  • Ralf
  • Stafflangen

16 | 18. Mai 2022

16 | 18. Mai 2022 BIBERACH KOMMUNAL Streiflichter aus der Geschichte Biberachs Ein merkwürdiges Leben: der Biberacher Forstmeister Sebastian v. Buchholtz Während der Terrorherrschaft der Jakobiner in den Jahren 1793 und 1794 wurden in Frankreich mindestens 300 000 Menschen verhaftet und etwa 17 000 von ihnen hingerichtet; die tatsächliche Opferzahl dürfte noch weit höher liegen. Als aber Maximilien Robespierre am 26. Juli 1794 weitere „Säuberungen“ unter den Mitgliedern des Nationalkonvents, der verfassungsgebenden Versammlung, ankündigte, schloss sich die Mehrheit zusammen und ließ ihn am 27. Juli verhaften. Bereits am nächsten Tag wurde er exekutiert. Der Sturz Robespierres rettete auch das Ehepaar von Buchholtz – der Vater war Kapitän König Ludwig XVI. gewesen – und ihren erst 20-jährigen ältesten Sohn Sebastian, denen am 26. Juli ihr Todesurteil verkündet worden war; es sollte am nächsten Morgen vollstreckt werden. Doch nach dem Sturz Robespierres wurden die meisten Gefangenen freigelassen. Als die von Buchholtz in ihre nahe Notre Dame gelegene Wohnung zurückkehrten, fanden sie sie wider Erwarten unangetastet vor; nur der verräterische Adelsbrief fehlte, den Freunde vorsichtshalber vernichtet hatten. Es gelang, die Wohnung zu einem verhältnismäßig annehmbaren Preis zu verkaufen. So mit den notwendigen Mitteln versehen, fuhren sie zurück in ihre Heimat Lothringen, um dann nach Baden weiterzureisen, wo früher schon Familienmitglieder gelebt hatten. „Da trat ein gefährliches Ereignis dazwischen. Der junge Buchholtz erkrankte plötzlich an schwerem Nervenfieber und war hoffnungslos verloren. Die Krankheit raffte ihn dahin. Die trostlosen Eltern trafen alle Anstalten zur Beerdigung des geliebten Sohnes, den sie nun doch in französischer Erde zurücklassen mussten. Doch als man ihn schon eingesargt hatte, gab der „Tote“ ein Lebenszeichen und erwachte wieder. Porträt der Familie von Buchholtz vor der Theaterstraße 6, Johann Baptist Pflug. Foto: Museum Biberach Er war im Starrkrampf gelegen, nur scheintot gewesen und hatte alle Vorbereitungen zu seinem Begräbnis mit angesehen, die Lichter wahrgenommen, die Sterbegebete, die Klagen der Eltern gehört und unsagbare Todesangst ausgestanden. Man wollte anfangs an ein Wunder glauben, doch war alles recht natürlich zugegangen und die Wiederherstellung des Kranken nahm einen unverhofft raschen Verlauf. Am 22. November, gerade zum Geburtstag des Markgrafen, der von den Begebenheiten schon unterrichtet war, traf die Familie in Karlsruhe ein. Der Fürst nahm die Emigranten, deren Schicksale ihn mit lebhafter Teilnahme erfüllten, huldvoll auf und verlieh dem jungen Buchholtz die Stelle eines Leibforstadjunkten.“ Sebastian von Buchholtz gewann schon bald das Vertrauen des Markgrafen, der ihn zur Aufklärung der näheren Umstände des Todes des nur 46 Jahre alt gewordenen Erbprinzen Karl Ludwig von Baden nach Schweden entsandte. Auf der Heimreise aus Russland, wo der Erbprinz zusammen mit seiner Gemahlin seine Tochter Luise (1779–1826), die nunmehrige Zarin Elisabeth Alexejewna, aufgesucht hatte, besuchte er auch seine Tochter Friederike (1781–1826), die 1797 König Gustav IV. von Schweden geheiratet hatte. Auf der Rückreise nach Deutschland kippte der Reisewagen um; Karl Ludwig erlitt dabei einen Schlaganfall, an dem er am 16. Dezember 1801 in Arboga verstarb. Begraben wurde er in Stockholm. Als Zeichen seiner Zufriedenheit verlieh der nunmehrige Kurfürst die Forstmeisterstelle im damals badischen Biberach an von Buchholtz, die dieser am 13. April 1804 antrat. Wie berichtet wird, kämpfte er mit Erfolg gegen die gefährlichen Räuberbanden und deckte mehrere Morde auf, welche von den Räubern in Einödhöfen, Mühlen und Herbergen, aber auch auf offener Landstraße verübt worden waren. Auch gelang es ihm, der ja gut französisch sprach, die Stadt vor Brandschatzungen zu bewahren und der Bürgerschaft Erleichterung bei Einquartierungen zu verschaffen. 1806 war Buchholtz in württembergische Dienste übergetreten; 1809 verlieh ihm König Friedrich für seinen Einsatz gegen die Tiroler Aufständischen eine Goldmedaille. 1810 schließlich erbaute er das Haus Theaterstraße 6, vor dem er sich von Johann Baptist Pflug mit seiner Familie porträtieren ließ; das Museum konnte 1970 das Bild erwerben. 1822 kaufte der städtische Forstverwalter Viktor Tritschler das Haus. Von Biberach aus wurde von Buchholtz als Hofforstmeister nach Altshausen berufen, von dort nach Albeck, dann nach Weingarten und schließlich nach Söflingen versetzt. Lange Jahre Witwer, heiratete er hochbetagt ein Hoffräulein der Königin Pauline, die seit 1820 mit König Wilhelm von Württemberg (1781–1864) vermählt war. „So oft König Wilhelm mit seinem Hofstaat im Sommer nach Friedrichshafen übersiedelte, wurde vor der Hauptstation Riedlingen in Zwiefalten kurze Rast gemacht. Nie versäumte die Königin Pauline, Luise Blumenstetter (geb. von Buchholtz) zu sich zu entbieten oder selbst in ihrer Apotheke vorzusprechen. In Weingarten aber, beim letzten Aufenthalt vor Friedrichshafen, wurde stets gemeinsam Rast im Forstamt bei von Buchholtz gemacht.“ Sebastian von Buchholtz starb 95-jährig im September 1869 in Söflingen, eingeschlafen im Lehnstuhl. Wie erzählt wird, habe die Tochter Luise sich beim russischen General erfolgreich um Gnade für einen russischen Soldaten verwandt, der auf dem Platz vor dem Forstamt wegen Diebstahls mit entblößtem Oberkörper Spießruten laufen sollte. Den französischen Marschall Ney hätte dies so gerührt, dass er das Mädchen adoptieren wollte. Da er seine vergebliche Bitte mehrere Tage fortsetzte, solle sich der Abmarsch seiner Truppen Ende September 1806 verzögert haben – nicht gerade zur Freude der Biberacher. Dr. Kurt Diemer BIBERACH KOMMUNAL | Impressum Herausgeber: Große Kreisstadt Biberach an der Riß Verantwortlich: für den amtlichen Teil Oberbürgermeister Norbert Zeidler für den nicht amtlichen Teil die jeweiligen gesetzlichen Vertreter der mitteilenden Organisationen, Kirchen und Vereine Redaktion: Andrea Appel (Stadt Biberach) Telefon: 07351/51 299 Achim Zepp E-Mail: BiberachKommunal@Biberach-Riss.de Redaktionsschluss: 1 Woche vor Erscheinen, in der Regel mittwochs, 12 Uhr Druck, Anzeigen, Verteilung: Schwäbische Zeitung Biberach GmbH & Co. KG Verantwortlich für Anzeigen: Daniela Fimpel Anzeigenannahme Telefon: 07351/5002-15 E-Mail: anzeigen.biberach@schwaebische.de Zustellung; Reklamation Tel.: 07351/5002-44 BIBERACH KOMMUNAL erscheint wöchentlich in der Regel immer mittwochs und wird kostenlos an alle Haushalte der Stadt Biberach einschließlich der Teilorte Stafflangen, Ringschnait, Rißegg und Mettenberg verteilt. Die Inhalte der Seiten dieses Amtlichen Mit teilungsblattes wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten kann dennoch keine Garantie übernommen werden. Eine Haftung, insbesondere für materielle oder immaterielle Schäden oder Konsequenzen, die aus der Nutzung unseres Angebotes entstehen, ist ausgeschlossen, sofern nicht nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verhalten vorlag. Die Redaktion von BIBERACH KOMMUNAL behält sich das Recht vor, zur Verfügung gestellte Manuskripte, Unterlagen, Bildmaterial, etc. zu bearbeiten. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht. Sämtliche Inhalte von BIBERACH KOMMUNAL sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverbreitung oder Verwendung jeder Art sind ohne vorherige Genehmigung nicht zulässig. Die Angebote in diesem Amtsblatt sind freibleibend.

BIBERACH KOMMUNAL 18. Mai 2022 | 17 Die Woche im Überblick DATUM ZEIT ORT, TREFFPUNKT VERANSTALTUNG Mi, 18. Mai 17.30 Uhr Marktplatz Stadtradeln, Auftaktveranstaltung mit zwei Feierabendradtouren Do, 19. Mai 16 Uhr Mediothek BSZ „Alkohol? Weniger ist besser!“, Aktionswoche, Gedichte und Musik Do, 19. Mai 18.30 Uhr Sportplatz Lindele Outdoor-Yoga, vhs Fr, 20. Mai 19 Uhr Basilika Ochsenhausen „Gloria in excelsis Deo“, Konzert, Wieland-Gymnasium Fr, 20. Mai 19 Uhr Foyer Hotel Aiden „Außer Kontrolle“, Komödie, Bruno-Frey-Musikschule Fr, 20. Mai 19.30 Uhr Museum Sonderausstellung „Ankommen 1945–1960“, Vernissage Sa, 21. Mai 10, 11, 12 Uhr Spitalhof und Schadenhof „Spaß am Samstag“, Brassmusik und Original Bayerische Schwaben Sa, 21. Mai 10.30 Uhr Museum „Alle Vögel sind schon da!“, Kinderwerkstatt Sa, 21. Mai 14 Uhr Spitalhof, Museum Historischer Stadtrundgang, Stadtführung mit Biljana Wieland Sa, 21. Mai 18 Uhr Gigelberghalle Biberacher Jazzpreis 2022, Konzert Sa, 21. Mai 19 Uhr Foyer Hotel Aiden „Außer Kontrolle“, Komödie, Bruno-Frey-Musikschule So, 22. Mai 14 Uhr Spitalhof, Museum „Dem Spittel ein Drittel“, Stadtführung mit Biljana Wieland So, 22. Mai 14 Uhr Wieland-Park Wieland-Café, Freiluftcafé von „Bürger für Bürger“, nur bei trockener Witterung So, 22. Mai 15 Uhr Aula Bischof-Sproll-Bildungszentrum Ensemblekonzert Stringpower, Bruno-Frey-Musikschule So, 22. Mai 17 Uhr Dorfplatz Mettenberg Serenadenkonzert, Musikkapelle Mettenberg So, 22. Mai 19 Uhr Foyer Hotel Aiden „Außer Kontrolle“, Komödie, Bruno-Frey-Musikschule Mo, 23. Mai 17 Uhr Rathaus, Ratssaal Sitzung des Bauausschusses Di, 24. Mai 18.30 Uhr Gigelberg (Lagerleben) Outdoor-Yoga, vhs Di, 24. Mai 17.30 Uhr Marktplatz Warm-up, Tour de Barock, RMSV Bad Schussenried Mi, 25. Mai 14 Uhr Spitalhof, Museum Historischer Stadtrundgang, Stadtführung mit Markus Pflug Mi, 25. Mai 18 Uhr Museum „Der Druide oder die Salamandrin und die Bildsäule“, Lesung Mi, 25. Mai 19 Uhr Marktplatz Stadtkapelle Biberach, Marktplatzkonzert Spaß am Samstag – Kultur in der Innenstadt Moderne Blasmusik Nach einem gelungenen Auftakt der Reihe „Spaß am Samstag“ können sich alle Besucher am Samstag, 21. Mai, auf ein weiteres unterhaltsames Programm freuen. Die Band Brassmusix und die Original Bayerischen Schwaben treten jeweils um 10, 11 und 12 Uhr für eine halbe Stunde im Spitalhof und im Schadenhof auf. Die Stadt Biberach will damit in der Innenstadt eine unterhaltsame, sommerliche Atmosphäre schaffen. Brassmusix spielt moderne Blasmusik aus allen Genres. Die achtköpfige Band Brassmusix spielt moderne Blasmusik aus allen Genres und hat über 130 Musikstücke im Repertoire, die alle speziell auf ihre Besetzung arrangiert sind. Das Repertoire umfasst hauptsächlich Rock, Pop, Hip- Hop, Techno und Funk, was sehr untypisch für Blechblasinstrumente ist und es sich deshalb besonders lohnt, der Band zuzuhören. Die Original Bayerischen Schwaben sind die Musikanten Helmut Ruder und die Brüder Hannes und Angelo Angermeyer aus dem bayerisch-schwäbischen Raum Günzburg, die es sich nach jahrzehntelanger musikalischer Aktivität in der großen Tanz- und Partyszene zur schönen Aufgabe gemacht haben, das Publikum ohne Strom und Verstärker auf der Gitarre, dem Akkordeon und mit der Trompete zu erfreuen. Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe und das detaillierte Programm sind unter www.kulturkalender-biberach. de unter dem Reiter „Veranstaltungsreihen“ zu finden. Foto: Christoph Mohr Die Original Bayerischen Schwaben kommen aus dem bayerisch-schwäbischen Raum Günzburg. Foto: Angelo Angermeyer Zimmererausbildung Sommercamp im Handwerk Das Bildungszentrum Holzbau – die überbetriebliche Ausbildungsstätte der Zimmerer und Zimmerinnen in Baden-Württemberg – bietet im Sommer vom 1. bis 5. August ein Programm für Jugendliche an, die den Beruf des Zimmerers, beziehungsweise der Zimmerin näher kennenlernen möchten. In einem abwechslungsreichen Programm aus Werkeln und Freizeit können Schülerinnen und Schüler, die in die letzte Klasse der allgemeinbildenden Schulen kommen, Einblick nehmen in das Tätigkeitsfeld der Zimmerleute und selbst etwas Handwerkliches herstellen. Die Schüler haben die Möglichkeit, in dem Wohnheim, in dem üblicherweise auch die Auszubildenden wohnen, zu übernachten. Das Mindestalter beträgt 14 Jahre. Für das Sommercamp sind ab sofort Anmeldungen möglich per E-Mail an info@zimmererzentrum.de oder telefonisch unter 07351/440910. Weitere Informationen sind unter https://zimmererzentrum.de/ausbildung/sommercamp/ abrufbar.