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Biberach kommunal 15.06.2022

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14 | 15. Juni 2022

14 | 15. Juni 2022 BIBERACH KOMMUNAL Pflegende Angehörige Präventive Hilfen im Notfall Pflegebegleiter-Initiative Trauernden hilfreich begegnen Die Pflegebegleiter-Initiative von Caritas und Diakonie Biberach lädt ein zu einer öffentlichen Informations- und Fortbildungsveranstaltung mit Pfarrerin Birgit Schmogro zum Thema „Trauernden hilfreich begegnen“ am Mittwoch, 29. Juni, von 14.30 bis 17 Uhr in der Friedenskirche, Krummer Weg 1. Ein Trauerfall im Freundes- und Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft – insbesondere dann, wenn er plötzlich über die Menschen hereinbricht – macht betroffen, oftmals auch sprachlos, hilflos. Außenstehende wissen häufig nicht, wie sie sich den Angehörigen gegenüber verhalten sollen und ziehen sich, meist aus Angst, etwas falsch zu machen, zurück. Zum Schmerz über den Verlust des Katholischer Frauenbund Sternwallfahrt auf den Bussen Der Katholische Frauenbund lädt alle interessierten Frauen und Männer am Mittwoch, 29. Juni, unter dem Thema „Steh auf und geh!“ zur Sternwallfahrt auf den Bussen ein. Um 13.30 Uhr geht es zu Fuß von der Bussenkapelle in Offingen auf den Bussen hinauf, alternativ beginnt um 13.45 Uhr das Rosenkranzgebet in der Bussenkirche. Die Eucharistiefeier mit Pfarrer Uwe Grau beginnt um 14.30 Uhr. Nach dem Gottesdienst besteht auf der Bussenwiese neben der Kirche die Gelegenheit zu einem gemütlichen Ausklang bei Kaffee und Gebäck. In Biberach gibt es um 13 Uhr eine Mitfahrgelegenheit an der Bushaltestelle Saudengasse beim Landratsamt. Eine Anmeldung bei Birgit Hahn unter Telefon 07351/5878989 ist erforderlich. Der Gesprächskreis für Pflegende Angehörige trifft sich am Dienstag, 28. Juni, ab 14 Uhr im Ochsenhauser Hof, Gymnasiumstraße 28. Eingeladen sind alle, die für einen Angehörigen Sorge tragen. Auch Interessierte sind willkommen. Welche präventiven Hilfen gibt es im Notfall bei Demenz, Behinderung und psychischer Erkrankung? Wozu dient der Notfallbogen? Petra Hybner, qualifizierte Pflegeberaterin vom Pflegestützpunkt Biberach, möchte den Notfallbogen vorstellen und dazu animieren, diese Hilfe bei Bedarf in Anspruch zu nehmen. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine Anmeldung bis Donnerstag, 23. Juni, unter Telefon 07351/8095190 oder per E-Mail an hia@caritas-biberach-saulgau.de erforderlich. Man sollte nur gesund zur Veranstaltung kommen und einen eigenen Mund-Nasen-Schutz mitbringen. Weitere Informationen sind unter www.basisversorgung-biberach. de erhältlich. Angehörigen kommt für die Trauernden somit noch die soziale Isolation hinzu. Wie können Freunde, Bekannte, Nachbarn den Trauernden eine echte und verlässliche Stütze sein, ohne sich selbst zu überfordern? Was hilft Angehörigen wirksam in der Zeit der Trauer? Diese und viele weitere Fragen rund um die Begleitung Trauernder möchte Pfarrerin Birgit Schmogro mit den Teilnehmenden an diesem Nachmittag klären und auch deren ganz persönliche Erfahrungen mit dem Thema aufgreifen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Um vorherige Anmeldung bis spätestens Freitag, 24. Juni, wird gebeten unter Telefon 0174/5836736 oder per E-Mail an richter@diakonie-biberach.de. Podiumsdiskussion „Und was jetzt, lieber Gott?“ Fragen nach dem „Warum?“, nach dem Sinn, brechen radikal auf, wenn ein Mensch durch Unfall, schwere Krankheit, Suizid oder Ähnliches stirbt. Insbesondere, wenn man das eigene Kind verliert, ist nichts mehr so wie es war. Bisherige Grundüberzeugungen, Lebensvorstellungen, der Glaube, geraten in eine schwere Krise, die es durchzustehen und zu bewältigen gilt. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Mitten aus dem Leben“ findet am Donnerstag, 23. Juni, um 19.30 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema „Und was jetzt, lieber Gott?“ im Gemeindezentrum St. Martin, Kirchplatz 3 – 4, statt. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Weitere Informationen sind unter www.kontiki-bc.de abrufbar. Dank Rotary-Club-Spende „Spielraum“ jetzt noch attraktiver Bernd Jäger, Präsident des Rotary-Clubs Biberach, Gemeindeleiter Hartmut Stadali und Pastorin Jana Ehrhardt (v. l.) mit glücklichen Kindern im Hof der EFG Biberach. Foto: EFG Biberach Das soziale Eltern-Kind-Café „Spielraum“ der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Biberach ist durch ein vom Rotary Club Biberach mit 500 Euro gespendetes fair produziertes Klettergerüst für die Kinder noch spannender geworden. Im für Biberacher Eltern und ihre Kinder auf ehrenamtlicher Basis organisierten Café können alle mitmachen: Eltern tauschen sich in netter Gesellschaft in Ruhe aus und teilen Sorgen und Nöte miteinander, während die Kinder zusammen spielen, bauen, klettern, toben und basteln. Im Sommer bei bestem Wetter trifft man sich auch auf dem Gelände der EFG und im Winter, wenn es außen zu kalt und zu Hause zu langweilig ist, Katholische Seelsorgeeinheit Biberach Termine in Kürze An Fronleichnam, 16. Juni, findet um 10 Uhr eine Eucharistiefeier in der Stadtpfarrkirche St. Martin statt. Die anschließende Prozession führt über den Marktplatz, die Hindenburgstraße und Viehmarktstraße zum Altar in den Spitalhof. Der Schlusssegen wird in der Stadtpfarrkirche erteilt. Mitgestaltet wird der Gottesdienst vom Mini Chor. Es findet kein Gemeindefest statt. Am Sonntag, 19. Juni, laden um 10 Uhr die Bonhoeffer- und die Dreifaltigkeitsgemeinde zum Ökumenischen Gottesdienst auf dem Berliner Platz ein. Bei Regenwetter findet der Gottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche statt. Das Pfarrbüro Dreifaltigkeit ist am Dienstag, 21. Juni, vormittags ge schlossen. Der Offene Senioren-Treff St. Wolfgang gibt es vielfältige Spielsachen und Aktivitäten innen. Damit das noch besser funktioniert, unterstützt der Rotary Club diesen sozialen Zweck. Im Rotary Club verfolgen Frauen und Männer weltweit eine gemeinsame Vision: Sie tehen denen zur Seite, die sich nicht selbst helfen können, hier den Kindern. Bernd Jäger, der Präsident des Clubs in Biberach, kam dafür extra zu einem Besuch in den „Spielraum“. Er übergab den Scheck und überzeugte sich vom Spielspaß des Klettergerüstes. Interessierte Eltern sind donnerstags zwischen 15 und 17 Uhr in den „Spielraum“ in der Schönfeldstraße 3, Ecke Maliweg eingeladen. Weitere Informationen sind per E-Mail an jana.ehrhardt@ efg-biberach.de erhältlich. lädt am Mittwoch, 22. Juni, um 15 Uhr in das Café Klatsch im Stadtteilhaus Gaisental, Banatstraße 34, ein. Am Mittwoch, 22. Juni, findet um 20 Uhr im Gemeindehaus Dreifaltigkeit eine Sitzung des Kirchengemeinderates von Dreifaltigkeit statt. Der offene Trauerkreis Biberach trifft sich am Dienstag, 28. Juni, um 15 Uhr im Gemeindehaus St. Martin (Kirchplatz). Der Kreis lädt Menschen ein, ihren Weg der Trauer nicht alleine zu gehen. Es sind alle willkommen, unabhängig von Konfession und Wohnort. Eine Anmeldung ist bis Montag, 27. Juni, bei der Kontaktstelle Trauer, Dekanat Biberach, Telefon 07351/8095190 erforderlich. Weitere Informationen sind unter www. se-biberach.drs.de abrufbar.

BIBERACH KOMMUNAL 15. Juni 2022 | 15 Streiflichter aus der Geschichte Biberachs Carl Friedrich Dizinger – der erste Biberacher Oberamtmann Originaltitel der „Denkwürdigkeiten aus meinem Leben und meiner Zeit“ Urheber und Infos: http://idb.ub.uni-tuebingen.de/opendigi/LI162a#p=7 Geboren wurde Carl Friedrich Dizinger 1774 in Stuttgart als Sohn des Rentkammerexpeditions- und Kammerrats Christian Gotthold Dizinger (1738–1804). Nach dem Besuch des dortigen Gymnasiums studierte er von 1791 bis 1796 an der Stuttgarter Hohen Karlsschule und der Universität Tübingen Rechtswissenschaften, Philosophie und Geschichte und bestand 1796 die juristische Prüfung. Von 1796 bis 1805 außerordentlicher Kanzleiadvokat (Rechtsanwalt) und seit 1803 erwähltes Mitglied des beratenden Advokaten-Kollegiums, war er 1805 bis 1806 Sekretär der Kommission zur Besitzergreifung des Breisgaus und Landeskommissar der Klosteraufhebungskommission in Villingen. Nachdem er 1806 provisorisch bei der Generallandeskommission in Stuttgart angestellt worden war, sandte ihn König Friedrich von Württemberg im Mai 1807 wegen des Testaments der jüngst verstorbenen Witwe Herzogs Ludwig Eugens von Württemberg nach Wien. Bei seiner Rückkehr im Juli erfuhr er, dass er zum Biberacher Oberamtmann ernannt worden war. In seinen 1833 gedruckten „Denkwürdigkeiten“ berichtet er: „Bereits am folgenden Tage mußte ich nach Biberach abreisen, um daselbst den König zu empfangen, welchen man einige Tage darauf daselbst erwartete. Diese kurze Zeit hatte ich benüzt, um die Straßen, welche der König passiren solle, so weit es möglich war ausbessern zu lassen und das Erforderliche zu seinem Empfang vorzubereiten. Da der König durch einen Theil des Oberamts gekommen war, welcher kurz zuvor durch Hagelschlag sehr vieles gelitten hatte, so hatte er sogleich nach seiner Ankunft sein Bedauern ausgedrückt und auf meine Fürsprache auch den Beschädigten eine Unterstützung zugesichert. Später hatte mir der Finanzminister gesagt, daß der König meinen Amtsuntergebenen wegen des erlittenen Hagelschadens eine solche beträchtliche Unterstützung angewiesen habe, daß, wenn alle durch Hagelschlag Beschädigte auf gleiche Weise unterstützt werden sollten, die Staatseinkünfte zur Bestreitung dieser Unterstützungen nicht hinreichen würden.“ Über den Besuch des Königs schreibt der Biberacher Chronist Johann Konrad Krais: „Am 8. und 9. Juli 1807 wurde König Friedrich hier erwartet. Zu seinem Empfang wurden große Vorbereitungen getroffen: Holz und andere Gegenstände an den Straßen mußten entfernt werden, den Kindern wurde verboten, dem Zuge nachzulaufen, die Löcher in den Straßen wurden ausgebessert, in den Wirtshäusern durfte nicht gesungen werden, alles mußte festlich gekleidet gehen. Der mittlere Stock in der ‚Krone‘ wurde prächtig möbliert und mit Blumen geschmückt. Vom Graben-, Oberen und Spitaltor herein in die Stadt waren Tannenbäumchen gesetzt, die Schlagbäume wurden frisch gestrichen, 60 Bürger wurden aufgeboten als Wache an den Toren und vor der ‚Krone‘. Der König wechselte hier aber nur die Pferde, es fand kein Empfang statt.“ Über seine Amtsführung schreibt Dizinger: „ Die an mich erlassenen Befehle mußten zwar befolgt werden, die Institute und Gesetze des ehemaligen Herzogthums eingeführt und diese wie die neuen Gesetze, Verordnungen und Einrichtungen in Vollzug gesezt werden; allein ich hatte gesucht, bei der Ausführung und Vollziehung möglichst schonend zu Werke zu gehen.“ So ließ er bei der Konskription für das Militär nicht die schönste und brauchbarste Mannschaft ausheben, sondern jeweils die Namen der Tauglichen auf einzelne Zettel schreiben und die vorgeschriebene Anzahl durch ein Kind bei verschlossenen Türen ziehen. Christoph Martin Wieland schrieb ihm am 2. Mai 1808: „Eine ungemeine Freude hat es mir gemacht, meine gute kleine Vaterstadt unter der Oberaufsicht, Verwaltung und Pflege eines so edelgesinnten, aufgeklärten und verdienstvollen Mannes zu wissen. Eine vierzigjährige Entfernung von Biberach hat die warme und gewissermaßen kindliche Liebe nicht zu schwächen vermocht, die ich für den Ort hege, wo ich vor mehr als 74 Jahren geboren wurde, wo meine Voreltern seit mehr als 200 Jahren lebten, um welche sie sich insgesammt verdient machten, wo ihre Gebeine beisammen ruhen und wo, wenn ich es hätte möglich machen können, gewiß auch die Meinigen in der mir heiligen Erde ruhen sollten, die ihre Asche deckt.“ Doch ohne Konflikte ging es nicht ab. Die Beschlagnahme des Neuen Rathauses für das Oberamt und die Aufgebote zu Treibjagden, wo vom 10. bis 16. Dezember 1809 die halbe Bürgerschaft nach Zwiefalten befohlen wurde, machte böses Blut. Als am Vorabend des Fronleichnamsfestes 1808 beim Salutschießen eine Kanone zersprang und zwei Soldaten tötete, entging Dizinger dem Zorn des Königs nur wegen der neu angelegten Straße von Ingerkingen nach Biberach mit ihren Obstbäumen; die Straße sei zu schön, meinte er, als dass er ihm etwas Unangenehmes sagen könnte. Verdient machte sich Dizinger durch die Bekämpfung des Räuberunwesens – 1809 konnte eine Bande von 17 bewaffneten Räubern, die in das Oberamt eingefallen war, getötet, gefangen genommen oder zerstreut werden – und die Abwehr der 1809 im österreichisch-französischen Krieg nach Oberschwaben vorgedrungenen Tiroler Aufständischen, die am 22. Mai an Biberach vorbeizogen; am 24. Mai verlieh ihm der König das „Kleine Kreuz“ des Zivilverdienstordens. Als die Kämpfe nach dem Sieg Erzherzog Karls über Napoleon in der Schlacht bei Aspern am 21./22. Mai erneut aufflammten, kam vom 11. bis 13. und 15. bis 18. Juli der König in eigener Person nach Biberach. Anfang August ergab sich Vorarlberg den Württembergern. Dizinger wurde 1809 Oberamtmann des Amtsoberamts Stuttgart, 1811 des Oberamts Ravensburg und 1813 Stadtdirektor der Stadtdirektion Stuttgart. Anschließend war er 1817 bis 1822 Justizrat am Appellationsgerichtshof Tübingen und Oberjustizrat am Gerichtshof in Esslingen, 1823 Oberjustizrat am Gerichtshof Ulm. Am 27. Dezember 1823 in den Ruhestand versetzt, arbeitete er an einer Geschichte Herzog Friedrich Eugens von Württemberg (1732–1797), die er aber wegen der Beanspruchung durch einen Prozess über die Verlassenschaft seiner 1825 verstorbenen Frau nicht fertigstellen konnte. 1833 veröffentlichte er den bis 1813 reichenden ersten Teil seiner „Denkwürdigkeiten aus meinem Leben und meiner Zeit“; der zweite Teil ist nie erschienen. Carl Friedrich Dizinger starb am 14. November 1842 in Stuttgart. Dr. Kurt Diemer